Sie brauchen Entspannung und Wellness, gleichzeitig essen Sie gerne gut oder bezeichnen sich sogar als Gourmet, und Sie suchen ein Spa-Hotel, in dem Sie sich sowohl an ausgezeichneter Küche erfreuen als auch die Sehnsucht Wellness befriedigen können? Dass Liebe und Wohlgefühl durch den Magen gehen, haben gute Wellnesshotels bereits erkannt und deswegen ihr kulinarisches Angebot verbessert. Trotzdem schaffen es Gourmet-Tempel in Wellnesshotels immer wieder, ihre Gäste mit langen Wartezeiten, unprofessionellem Service, lauwarmem Essen, mikroskopisch kleinen Portionen, zähem Fleisch, mangelnder Kenntnis bei Käse und komplett fehlender Weinberatung zu vergraulen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie sich vor Reiseantritt über Ihre Wunschdestination informieren. Wir liefern Ihnen im Folgenden ein paar Entscheidungshilfen für einen traumhaften Wellness- und Gourmet-Urlaub.
„Weniger ist mehr“, diese Devise gilt besonders für ein Gourmetrestaurant im Wellnesshotel. Das fängt gleich bei der Karte an. Statt einer Riesenauswahl an verschiedenen Gerichten, deren Zubereitung zwar nur bescheiden, dafür aber gleichzeitig an mexikanische, griechische, spanische und japanische Kochtraditionen angelehnt ist, zeigt es sich als qualitativ sinnvoller, nur wenige, dafür aber exzellent zubereitete Speisen anzubieten. Der Fokus sollte auf einheimischen Rezepten liegen – auch im Sinn der Vermeidung von langen Transportwegen und ihren Folgen für Mensch und Umwelt. Es muss kein Meeresfisch aus den Tropen sein und auch kein Känguruhfleisch, wenn man doch in den Bergen ist!
Dasselbe gilt für die Zutaten: Sie sollten aus biologischer Landwirtschaft und so gut wie möglich von lokalen oder regionalen Produzenten stammen. Wer im Wellnesshotel Urlaub macht, der sucht Wohlbefinden und Gesundheit. Beides verträgt sich nicht mit dem sogenannten „Convenience Food“. Das sind fabrikmäßig vorgefertigte Speisen oder Speisenbestandteile, die in den letzten Jahren immer stärker in den Hotelküchen zum Einsatz kommen – bis hin zum Kartoffelsalat, der mehrere Wochen haltbar ist – was mit Sicherheit auch Ihr Darm zu spüren bekommt! Fabrikmäßig Vorgefertigtes enthält Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Antioxidantien, Emulgatoren, Farbstoffe und andere Chemikalien, von den zur industriellen Herstellung nötigen, sogenannten „technischen Hilfsmitteln“ wie Rieselhilfen, Antiklumpmitteln, Schaumverhinderern oder Verdickungsmitteln ganz zu schweigen.
Auch der Geschmacksverstärker Glutamat, er wird heimlich sogar in hochdekorierten City-Restaurants verwendet, passt in keine Küche, die sich das Wohlbefinden ihrer Gäste auf die Fahnen heftet, was übrigens ein starkes Ansteigen von Glutamatallergien eindrucksvoll zeigt. Alle Speisen sollten stets frisch zubereitet werden, eine Resteverwertung, bei der man an Vortagen nicht Konsumiertes in „Verkleidung“ wieder auf dem Teller findet, hat mit einer guten Küche nichts gemein.
Beim Frühstück will man als Gourmet gute Brotsorten vorfinden, auch – echtes – Sauerteigbrot, also solches, das ohne Hefezusatz gebacken wird – leider ist das nur selten zu finden. Marmeladen, Säfte und Milchprodukte müssen von hoher Qualität sein, die Eier möglichst aus biologischer Freilandhaltung, also mit der vorangestellten Null am aufgestempelten Zahlencode.
Zum Gourmeterlebnis im Wellnesshotel gehört stets ein guter Tropfen. Das bedingt nicht nur einen sorgfältig bestückten Weinkeller, sondern auch Restaurantmitarbeiter, die sich damit auskennen und dementsprechend beraten können. Weinberatung ist jedoch mehr, viel mehr, als der leider ebenso weit verbreitete wie doofe Standardsatz angelernter Hilfskräfte: „Da hätte ich einen schönen Wein für Sie.“ Vor allem für Alleinreisende angenehm ist das Angebot von halben Flaschen oder einer größeren Auswahl an Offenen, dabei ist jedoch zu beachten, dass offene Weine eine begrenzte Lebensdauer haben und man daher durchaus die Chance hat, ein Gläschen zu erhalten, das man besser vor zwei Wochen getrunken hätte.
Erwähnenswert erscheint uns der Umstand, dass zahlreiche Wellnesshotels über ein À-la-carte-Restaurant (vornehmlich für externe Gäste) verfügen, das unter Umständen sogar mit Michelin-Sternen oder anderen Gourmet-Prämierungen ausgezeichnet sein kann. Dies ist aber keinesfalls ein Garant dafür, dass Sie als Hotelgast mit Halbpension mit einer qualitativ hochwertigen Küche rechnen dürfen. Im Gegenteil: In den meisten Fällen wird man dann als Halbpensionsgast sogar mit drittklassiger Speisenqualität abgefertigt. Und so mancher merkt es kaum, weil er der Werbebotschaft mehr vertraut als seinen Sinnen.
Der RELAX GUIDE testet und bewertet alle Wellnesshotels, und er legt auch auf eine gute Küche großen Wert. Die bei den anonymen Tests vorgefundene Speisenqualität der Halbpensionsküche wird mit „hervorragend“, „ausgezeichnet“, „sehr gut“, „gut“, „durchschnittlich“, „enttäuschend“ sowie mit „stark enttäuschend“ eingestuft und die Speisenqualität bei jedem Hotelkommentar angeführt (Ausnahme: „durchschnittlich“ wird nicht erwähnt). Der RELAX GUIDE bietet Ihnen daher eine saubere Orientierungshilfe, wenn Sie Wellness mit gutem Essen verbinden möchten. Hier eine Auswahl von Wellness-für-den-Gourmet-Empfehlungen des RELAX GUIDE.