Zur Bewertung der Hotels in den Kategorien Wellness („ohne Arzt“), Kur („Arzt für chronisch Kranke“), Gesund-heit (Prävention – „Arzt für Gesunde“) und Beauty- (Schönheitsfarmen) haben wir die „RELAX-Guide-Lilie“ geschaffen. Seit alten Zeiten und in vielen Kulturen gilt die Lilie als Symbol der Reinheit, aber auch der Erneuerung. Seit Herbst 1999 schmücken unsere Lilien die besten Hotels in Österreich, seit 2001 auch jene in Deutschland: auf einer blauen Plakette mit der jeweiligen Jahres-zahl. Und zwar nicht nur als Qualitätsgütezeichen, sondern auch als Symbol für die überdurchschnittlich gute Befindlichkeit ihrer Gäste.
Das gesamte Angebot wird im RELAX Guide in die vier Kategorien Kur, Gesundheit, Wellness und Beauty eingeteilt. Kur bedeutet dabei einen zumindest einwöchigen Aufenthalt und inkludiert ärztliche Diagnostik sowie überwachte Therapieabläufe. Wellness heißt im Regelfall „ohne Arzt“. Die Leistungen von Gesundheitshotels richten sich an Gesunde, reichen von Prävention über medizinische Check-ups bis hin zur Therapie von Stressfolgen und eher harmloseren Gesund-heits-störungen – unter ärztlicher Aufsicht. Typische Vertreter dieser Kategorie sind Heilfasten-, Mayr- und Ayurvedakurhäuser sowie auf Traditionelle Chinesische Medizin spezialisierte Hotels.

Unter der Kategorie Beauty sind im RELAX Guide nur „echte“ Schönheitsfarmen gelistet. Man erkennt diese daran, dass sie keine normalen Feriengäste aufnehmen und zumeist nur Wochen-arrangements offerieren. Übrigens: Bereits mehr als zwei Drittel aller Hotels haben mittlerweile Kosmetikbehandlungen im Angebot – die Leistungen, die auf einer Schönheitsfarm (meist nur für Damen) geboten werden, sind jedoch im Schnitt deutlich besser. Bitte beachten Sie, dass Kurhotels keine Wellness-Oasen sind, sondern völlig andere Gäste – nämlich chronisch Kranke – sowie andere Ziele haben als Wellnesshotels. Daher gelten für diese Betriebe auch geringfügig modifizierte Bewertungskriterien; zudem werden Kurhotels natürlich nur mit anderen Kurhotels verglichen. Ergeben sich dann hohe Lilienanzahlen, bedeutet dies natürlich nicht, dass ein solches Haus mit einem Top-Wellnesshotel vergleichbar wäre.
Alle Hotels werden ausschließlich nach unseren Wellness- oder Kururlaubskriterien beurteilt. Das bringt mit sich, dass luxuriöse Stadthotels, perfekte „Tagungspaläste“ oder auch exklusive Fünfsternhäuser mit geringer Wellness-Entsprechung mit relativ niedrig erscheinenden Punkte-zahlen bewertet werden, selbst wenn sie im normalen Beher-ber-gungsbereich eine regionale Spitzen-stellung innehaben. Daher kann ein luxuriöses Stadthotel mit perfektem Service und gutem Spa beispielsweise nur mit maximal 16 Punkten beurteilt werden – aber auch nur dann, wenn bei unserer Recherche vor Ort absolut alles gepasst hat. Für unsere Bewertung maßgeblich ist jedenfalls stets unser per-sönliches Wohlfühlerlebnis, das sich auf die folgenden Kriterien bezieht: „Natur & Lage“, „Ambiente“, „Ausstattung & Dienstleistungsqualität“, „Locker & Easy“, „Beratung & Verkauf“, „Preis & Wert“.
Besonders für den Großstadtbewohner ist die Lage in belebender Natur einer der wichtigsten Relax-Faktoren überhaupt. Blumenübersäte Almwiesen, stille Berg-seen oder ein herrlicher Fernblick können sowohl psychisch als auch somatisch bereits kleine Wunder bewirken. Und das nicht nur beim ganz normalen „Stress-Patienten“. Eine in diesem Sinne schöne Lage ist für uns sehr wichtig, daher gilt: Auch das allerschönste Wellnesshotel mit sauberen Dienstleistungen wird, wenn es in einem Gewerbegebiet oder direkt an der Autobahn liegt, kaum über 13 Punkte oder eine Lilie hinauskommen.
Nicht jeder notdürftig adaptierte Kellerraum eignet sich zum Wohlfühlen. Wer auf Körper und Sinne hören will, der findet sich in einem unfeinen Ambiente, in niedrigen, verwinkelten und unharmonisch gestalteten Räumen in einer paradoxen Situation gefangen, an der er unweigerlich scheitern muss. Ein nachhaltiger Effekt bleibt in solchen Fällen aus, der Wellnessurlaub geht an den Be-dürfnissen des Gastes vorbei. Die höchsten Bewertungen vergeben wir jedenfalls für ein stilvolles Ambiente mit reduzier-ten visuellen Reizen, das es dem (ohnedies reizüberfluteten) Entspannungs-suchenden ermöglicht, wieder ein bisschen zu sich selbst zu finden. Sagen-haft inszenierte „Erlebniswelten“ gehören nach Disneyland, in die Ordner „Freizeit-stress“ oder „Kollektive Verblödung“ und punkten im RELAX Guide nur schlecht – oder gar nicht!
Ähnlich ist das bei Wellnesszonen, die mit allerlei überflüssigem Schnick-schnack aufgemotzt wurden. Niemand braucht 20 verschiedene Saunen, und auf Dinge wie Massagemaschinen, künstliche „Mikro-Strände“ oder gar einen Klima--Apparat, der „einen dreistündigen Spaziergang am Strand ersetzt“, wollen wir liebend gerne verzichten. Fazit: Qualität geht vor Quantität, Schmonzes drückt die Bewertung nach unten. Die Ausstattung muss aber dem heutigen Standard entsprechen. Und der Gast darf nicht für jede Kleinigkeit extra zur Kasse gebeten werden.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die Anzahl der Ruheliegen im Spa-Innenbereich, natürlich in Relation zur Hotelgröße bzw. zur Bettenanzahl. Angemessen wäre es wohl, wenn für jeden Gast eine Liege bereitstünde, leider gibt es nur elf Hotels, in denen das so ist. Im Schnitt müssen sich etwa zehn Gäste eine Ruheliege teilen, nicht selten sogar 20 oder mehr. Die vor der Bettenanzahl angeführte Liegenanzahl bezieht sich stets auf den Innenbereich, abhängig von der Jahreszeit kann sie abweichen, da es vorkommt, dass im Sommer Liegen nach draußen gestellt werden.
Mehr noch als die harten Fakten zählt für uns aber die Dienstleistungsqualität, die wesentlich von Aus-bildung und Motivation abhängt. Bei den Mitarbeitern eine echte Wohlfühlatmosphäre von Freundlichkeit und ungekünsteltem Gut-drauf-Sein ent-stehen zu lassen, zählt zu den wichtigsten Management-Aufgaben in der Gesund-heits-hotellerie. Wer sie beherrscht, kommt im RELAX Guide auch mit einer weniger guten Ausstattung auf respektable Lilien-Werte. Familienbetriebe haben es hier übrigens meist leichter als große Betten-bur-gen und zentral verwaltete Kettenhotels.
Weiters wichtig sind kompetente Therapeuten und nicht zuletzt die Küchenleistung. Auch bei ihr gilt für uns: Qualität vor Quantität, möglichst aus biologischer Herkunft, frisch zubereitet und für höchste Ansprüche. Bewertet wird – so angeboten – die Halbpensionsküche. Das aus gutem Grund: Zahlreiche Hotels haben nämlich neben dem regulären Beherbergungs-betrieb noch ein À-la-carte-Restaurant, das nicht selten auf eine ausgezeichnete Gourmetküche stolz sein kann. Immer wieder müssen wir aber erleben, dass man als Halbpension buchender Hotelgast mit Speisenqualitäten zweiter oder gar dritter Klasse konfrontiert wird.
Nach unserer Auffassung verträgt sich ein Relax-Urlaub kaum mit Seminar-, Veran-staltungs- oder Bustourismus. Das Frühstück im Bademantel neben einer Gruppe von businessmäßigen Krawatten-trägern empfinden wir nicht als angenehm, außerdem ist es in derartigen Häusern meist auch gar nicht gestattet. Wer sich auf die Zielgruppe Wellness-urlauber spezialisiert und nicht zusätzlich in alle Geschäftsrichtungen gleich-zeitig losläuft, der hat es viel leichter, auf eine hohe Anzahl von Lilien zu kommen. Dasselbe gilt für Hoteliers, die ihren Gästen beispielsweise das Frühstück bis 13 Uhr oder den Zugang zum Hallenbad 24 Stunden am Tag gewähren – also einen völlig zwanglosen Aufenthalt garantieren.
Als besonders mühsam empfinden wir es, wenn einem- ständig irgendwelche Massagen oder Schönheitsprozeduren aufgedrängt werden. Speziell im Kosmetikbereich sollte vor jeder Art von Behandlung eine eingehende Beratung mit Behandlungsplan erfolgen, und zwar bevor man mit kostspieligen, aber unkoordinierten Therapieabläufen beginnt. Gute Verkäufer sind oft schlechte Berater, und Letztere müssen in unserem Guide mit einem Punkteverlust rechnen.
Alle Hotels können ihre Einstufung durch besonders preiswürdige Angebote verbessern. Betriebe mit schlechtem Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten dagegen einen Punkteabzug, ohne dass im Text gesondert darauf hingewiesen sein muss. Die Anzahl der von uns vergebenen RELAX-GuideLilien ist übrigens nicht unbedingt von einer luxuriösen Ausstattung abhängig.
Achtung: Auch die teuersten Luxushotels unterliegen den allgemeinen Bewer-tungsricht-linien. Umgekehrt ist es deshalb auch möglich, dass Betriebe der Dreisternkategorie eine sehr hohe Bewertung mit bis zu drei Lilien erhalten.
Die angeführten Preise beziehen sich im Regelfall auf den Nächtigungspreis pro Person im Doppel-zimmer mit Halbpension (HP, einfachste Zimmerkategorie, günstigste Saison). Nicht immer ist dieser Preis der günstigste, da manchmal schon bei mehr als zwei Nächtigungen Rabatte gewährt werden. Die Anfrage um einen Sonderpreis, der je nach Marktausrichtung des Hauses entweder für Wochentage oder an Wochenenden gewährt wird, kann sich lohnen. Speziell Tagungs- und Cityhotels gewähren an Wochenenden respektable Preisnachlässe, die 35 Prozent und mehr betragen können. Auch Packages, also mehrtägige Arrangements mit Behandlungen, werden als Ab-Preis in der günstigsten Zim-mer-variante (pro Person im Doppelzimmer) angegeben. Achtung: In Alpin-regionen können die Winterpreise ganz beträchtlich über denen des Sommers liegen, genau umgekehrt ist das in den Seengebieten des Flachlandes.
Alle Preise wurden im Juli 2012 erhoben, viele Betriebe konnten damals noch keine Angaben für das Jahr 2013 machen, daher haben wir in diesen Fällen die zum Erhebungszeitpunkt gültigen Preise herangezogen. Für die Verbindlichkeit der abgedruckten Preise können wir jedenfalls keine Gewähr übernehmen.
Hotels kennzeichnen wir neben dem Namen mit jener Sterneanzahl, mit der sie von der Wirtschaftskammer kategorisiert wurden. Allerdings haben sich längst nicht alle Häuser der offiziellen Klassifizierung unterzogen. Dort, wo in diesem Buch die Sterne neben dem Hotelnamen fehlen, liegt bis dato keine Sternekategorisierung vor. Neben der bislang üblichen Einteilung in Drei-, Vier- und Fünfsternbetriebe gibt es nun auch so etwas wie Zwischenkategorien, die durch den Zusatz „Superior“ (auch: „Halbsterne“ oder „Plus“) ausgedrückt werden. Hotels mit derartigen Halbsternen sind mit einem kleinen „s“ neben den Sternesymbolen gekennzeichnet.
Es gehört zu den negativen Begleiterscheinungen des Wellnesstrends, dass auch Abzocke und Wellnepp boomen. Das Spektrum reicht von Zimmern mit Schrankbetten über industriell vorgefertigte Küchenprodukte bis hin zu schlecht durchgeführten Anwendungen oder sogenannten Nonsense-Treatments, also Therapien ohne therapeutischen Effekt. Meist sind das sündteure Behandlungen, die keinerlei Auswirkungen auf den Organismus haben. Etwa das „vitaminreiche Zitronenbad“, das „Sauerstoffbad“ oder die Hautbehandlung mit Schokolade.
Als problematisch und keinesfalls empfehlenswert betrachten wir auch sogenannte Ayurvedakuren, die ohne entsprechende Ernährung angeboten werden. Genauso übrigens wie eine „Ayurveda-Salz-Packung“: Während einer Ayurvedakur ist nämlich selbst das Baden in Salzwasser kontraindiziert.
Vor 14 Jahren, bei unseren Recherchen für die erste Ausgabe des RELAX Guide, gab es gerade mal 180 Wellnesshotels. Die Welt war noch heil, zumindest jene der Körperbehandlungen: Die große Mehrheit der Massagen verlief zufriedenstellend bis gut, etwa drei Prozent erlebte man als virtuos.
Inzwischen ist der Anteil der Virtuosen leicht zurückgegangen, richtig schlimm jedoch zeigt sich der Rest: Etwa die Hälfte der Massagen wird nicht zufriedenstellend durchgeführt, rund ein weiteres Drittel sogar völlig unzureichend bis inkompetent – von angelernten Hilfskräften, die keine Ahnung vom Thema haben und bestenfalls Streicheln auf tiefem Niveau bieten können. Immer mehr Häuser gehen sogar dazu über, sinnvolle Körperbehandlungen ganz aus ihrem Anwendungskatalog zu streichen, um sie durch „kosmetische“ – von einer Kosmetikerin durchgeführte – „Treatments“ zu ersetzen. Diese tragen dann duftvoll-absurde Namen wie „Nofretetes Traum“ oder „Afrikanische Isis-Massage mit Kaviar“. Wir raten: im Zweifel Hände weg von solchen Treatments! Buchen Sie lieber eine klassische Massage. Falls diese nicht entspricht, brechen Sie sie ab und verweigern Sie die Bezahlung derselben. Wenn das jeder so macht, dann werden Sie sehen, wie schnell das gute Handwerk von ehedem wieder zurückkehrt!
Die Web- und E-Mail-Adressen aller Wellnesshotels sind auf www.relax-guide.com, dem weltgrößten Wellness-Internetportal, zu finden. Alle Hotels können zudem über das Portal gebucht werden, ohne dass für den User oder das Hotel Gebühren oder Provisionen anfallen. Auch die Anforderung von Prospekten funktioniert für alle Hotels schnell und problemlos.
Die Bewertungen im RELAX Guide werden dynamisch durchgeführt, das heißt, dass wir Punkte und Lilien alljährlich am Branchenniveau ausrichten. Wegen der starken Veränderungen im Wellnesssektor, die sich an ständiger Weiterentwicklung und Neuinvestitionen vor allem bei Leitbetrieben zeigen, würde ein statisches Bewertungssystem – wie es bei anderen Hotel-testverfahren und sogenannten Zertifizierern leider die Regel ist – dazu führen, dass sich inner-halb von wenigen Jahren eine Mehrheit der Hotels mit einer hohen Anzahl an Lilien schmücken könnte. Unser Ziel ist es aber, für die Leser jene Hotels „herauszufiltern“, deren Niveau den allgemeinen Durchschnitt übertrifft, Hotels zu nennen, die zu den besten gehören – Hotels mit Lilien. Daher werden jedes Jahr die Leistungen der Top-Betriebe (vier Lilien) als Maßstab heran-gezogen, an dem die gesamte Branche gemessen wird.
Das Punkteminimum im Guide sind 9 Punkte, es wird für ungepflegte Häuser oder solche vergeben, die nur über ein höchst bescheidenes Wellnessangebot verfügen. Durchschnittliche Wellnesshotels liegen bei 11 bis 12 Punkten (keine Lilie). Hotels ohne eigenen Wellnessbereich – mit Anbindung an eine öffentliche Therme – punkten mit etwa 12, können aber durch eine gute Küche, entsprechende Service- oder Ausstattungsqualitäten um etwa 1 bis 2 Punkte besser abschneiden.
Das Maximum sind 20 Punkte, es wird nur an Häuser vergeben, die, von kleineren „Ausrutschern“ abgesehen, in allen Bereichen – vor allem auch in der Küche – Höchstleistungen erbringen. Rein rechnerisch liegt die interne Höchstwertung bei 22 Punkten (Idealfall), diese kann jedoch in der Praxis nicht erreicht werden, zumindest ist dieser Fall noch nie eingetreten.
Für das Bewertungssystem sind folgende Faktoren maßgeblich: Lage (max. 4 von 22 Punkten), Software (Ambiente, Dienstleistung, Küche; max. 9 von 22 Punkten), Hardware (Architektur, Infrastruktur, Ausstattung; max. 5 von 22 Punkten), „Locker & Easy“ (Wohlfühlkriterien; max. 3 von 22 Punkten), Preis-Leistungs-Verhältnis (max. 1 von 22 Punkten).
Aktuelle Bewertung (Basis: RELAX Guide 2013) eines Hotels mit 13 Punkten (eine Lilie):