18 Punkte
Schon lange Jahre schlechthin das Eichmaß der europäischen Gesundheitshotellerie, es liegt ein paar Kilometer außerhalb von Innsbruck und fast am Waldrand. Detox,also Entgiftungs- und Entschlackungskuren, sind die Domäne des Hauses. Diese Art der neubürgerlichen Repräsentationsaskese umfasst beispielsweise Kuren gegen Leistungseinbrüche, Übergewicht, Sinnkrisen oder Beziehungsprobleme und wird unter anderem auch von russischen Oligarchen gern gebucht – russische Gäste haben übrigens einen eigenen Speiseraum. Die öffentlichen Räume verströmen Geborgenheit und stilvolle Modernität, die Zimmer kommen allmählich in die Jahre. Damit gemeint sind hier aber keinesfalls Abnützungserscheinungen oder Instandhaltungsmängel, sondern die eher bescheidenen Größen (zumeist nur kleine Bäder mit Duschen), die nicht mehr ganz zeitgemäß rüberkommen und wohl auch nicht so gut zu diesen Preisen passen. Und hat man einen Bentley, sieht man ihn vielleicht nicht gerne in der prallen Sonne stehen – eine Garage (für alle) ist mittlerweile sogar in vielen Kurhotels der Lower Middle Class üblich. Hier nicht. Für Diagnostik und Therapie steht ein außergewöhnlich breites Spektrum an Verfahren zur Verfügung – bis hin zu Dunkelfeldanalyse und psychotherapeutischem Coaching. Zu den Highlights des renommierten und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Hauses gehören vor allem die Behandlungsräume (nahezu sakraler Charme in strahlendem Weiß) und der geradezu berauschende Ausblick auf die Berge der Tiroler Nordkette – er ist aus vielen Zimmern und, unter anderem, sogar aus dem kleinen Pool (leider gibt’s keinen im Freien, siehe oben) zu haben. Ungeeignet für Kinder. 15 Liegen, 80 Betten.
9- und 18-Loch-Parcours in der Nähe, Greenfee-Rabatt ; 5,–.
