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Sternchen-Küche neu

Kochenvon Anna Neustein 1. Oktober 2011

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Promis und Kochbücher – stets ein gefundenes Fressen für hämische Gemüter. Wenn etwa Hollywoodsternchen Alicia Silverstone ein Buch mit dem Titel „Meine Rezepte für eine bessere Welt” schreibt und darin im Pyjama zwischen veganen Gerichten und süßen Lämmchen (die selbstverständlich nicht verarbeitet werden!) herumturnt – sollen wir das wirklich ernst nehmen? Wenn sich mit „Desperate Housewife” Eva Longoria eine Frau als Kochanleiterin präsentiert, die beim Zubereiten wohl am ehesten an ihren Taillenumfang von plus minus null denkt, weniger an die richtige Würze – will das jemand im Regal stehen haben?

Dem ehemaligen Model und Neo-Kochbuchautorin Sophie Dahl wurde in britischen Medien empfohlen, lieber einen Basic-Kochkurs zu buchen anstatt ihren üppigen Busen kamerawirksam in den Suppentopf hängen zu lassen oder unschuldige Mozzarellabällchen mit ihren erotischen Phantasien zu verwirren.

Die Botschaft solcher Bücher soll wohl immer sein: „Ich bin trotz meines Promidaseins toootaaal normal geblieben, bin häuslich und esse trotz meines skandalösen Body Mass Index einfach für mein Leben gern!”

Nun ist ein weiteres, gleich vielbeachtetes Kochbuch dieser Kategorie erschienen: Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow („Shakespeare in Love”) hat ihre Herdversuche dokumentiert und das Buch „Meine Rezepte für Familie & Freunde” genannt. Gleich vorweg: der Titel fetzt! Allerdings: Man muss selbst als kritischer Geist zugeben, dass man den Prominimbus bei diesem Buch kaum bemerkt. Zum Glück. Ein durchaus brauchbares und hübsches Kochbuch ist es geworden. Die eher abstoßende, aber übliche von PR-Strategen ersonnene Zweckoffenherzigkeit ist zwar auch in Paltrows Buch zu finden – so gehört das erste Kapitel ihrem geliebten verstorbenen Vater, dem sie „in der Küche am nächsten” war. Die Rezepte aber sind vernünftig, familientauglich (Paltrows Kinder werden freilich ständig erwähnt – was sie essen, was nicht, was warum nicht und was wie nach welchen Verhandlungen) und sympathisch, wenn auch nicht die große Offenbarung. Was die Fotos betrifft, dürfte man sich von Donna Hays Kochbüchern inspiriert haben lassen, was nie falsch ist.

Gwyneth Paltrow kocht etwa den italienischen Brotsalat Panzanella mit geröstetem Paprika, Thunfisch-Ingwer-Burger, Fisch-Tacos oder Früchte-Crumble.

Interessant: Auf 272 Seiten findet sich nur ein einziges Rezept mit Äpfeln, obwohl diese eine der gängigsten Obstsorten sind. Vielleicht ist Gwyneth Paltrow das dann doch zu makaber erschienen: Ihre Tochter heißt Apple.

Rezepte im PDF Format:
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Gwyneth Paltrow:
Meine Rezepte für Familie & Freunde

edel Verlag, 272 Seiten
25 Euro


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