Sympathisches Fast Food

Kochenvon Anna Neustein 1. Juni 2011

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Dieses Kochbuch macht schon am Titel gute Laune. Und im Innenleben wird's noch besser. „Leon” ist eine Londoner Restaurantkette von Henry Dimbleby und John Vincent, die seit 2004 gemeinsam mit der Köchin Allegra McEvedy mit viel Erfolg ein etwas anderes Fast Food in der britischen Hauptstadt etabliert haben. Das Trio wollte nicht hinnehmen, dass es für Büromenschen und andere Schnellesser nur ungesundes und lieblos gekochtes Schnell-Futter gibt. Mittlerweile hält man bei elf Filialen, weitere Eröffnungen sind durchaus wahrscheinlich, bei dem Erfolg, den sich das „Leon” erkocht hat.

Nun ist das Kochbuch der Kette auf Deutsch erschienen: ein äußerst sympathisches, buntes Buch, das dem Trend zur Retrographik entspricht: mit vielen verschiedenen Schriften, Fünfzigerjahre-Illustrationen und scheinbar nachlässig geknipsten Fotos. Übersichtlich wird das Buch dadurch freilich nicht gerade, aber darum geht's den „Leon”-Leuten vermutlich auch nicht. Sondern vielmehr darum, ihre Botschaft von vernünftigem und dennoch nicht altbackenem Essen zu verbreiten.

Am Beginn listen die Autoren in launiger Manier auf, womit man einen wohlsortierten Kühlschrank bestücken möge, was alles auf städtischen Fensterbanken gedeiht („Betrachten Sie das nicht als Aufforderung, aber es ist fast unmöglich, Minze kaputt zu kriegen.”) Zum Thema Schrebergarten empfehlen die „Leon”-Macher diverse andere Bücher, schließlich „gibt es Leute, die in der Kunst und Wissenschaft des Gemüseanbaus mehr Erfahrung haben als wir”, und im Kapitel „Liebe deine Speisekammer” zeigen Dimbleby und Vincent diverse „Waffen” wie Kurkuma oder Paprikapulver.

Die Rezepte des „Leon”-Kochbuchs sind dem Credo der Restaurantkette entsprechend simpel. Da findet man etwa „drei schnelle Tipps für Süßkartoffeln”, Mangoeis mit Wodka am Stiel oder Makrele mit Rosmarin und Bohnen. Rezepte sind nicht das Wichtigste an diesem Kochbuch, es gibt genügend andere Gründe, warum man es sich kaufen sollte: Das Buch ist gewissermaßen ein Porträt eines rundum sympathischen Unternehmens und birgt viele Ideen für Nachahmer. Etwa dieser Aufruf an die (Londoner) Leser: „Wenn Sie sich auf einem der Fotos in diesem Buch wiederfinden, dürfen Sie ein Jahr lang gratis im ,Leon' essen.” Oder die Seite mit den Wunsch-Schubladen, die man in der Filiale am Ludgate Circus findet, mit Zettelchen wie „Ich wünsche mir einen Wachtelhund namens Horst” oder „Ich wünsche mir, spießig zu sein.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

Rezepte im PDF Format:
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Henry Dimbleby und John Vincent:
Leon. Natürlich Fast Food

Dumont, 308 Seiten
30,00 Euro


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