Früh übt sich

Kochenvon Anna Neustein 1. April 2010

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Semmel mit zerdrückter Schwedenbombe als Füllung oder Reis mit Ketchup: Wer seine Kinder in Sachen Essen ein wenig in eine geschmackssicherere Richtung lenken will, weg von zwar haptisch oder farblich interessanten, aber doch ein wenig nährstoffarmen Kombinationen wie oben genannten, kann zum einen in die pädagogische Trickkiste greifen: Sellerie in Scheiben panieren und als Wiener Schnitzel tarnen, Karotten im Kuchen verstecken oder Brokkoli unter Androhung von Lego-, Lastauto- und Lillifee-Entzug in den kindlichen Speiseplan einschleusen.

Oder aber man lässt Zutaten sein, was sie sind, und versucht es über Normalität: Den Kindern einfach beharrlich richtiges Essen hinstellen, selbst mit gutem Beispiel und fröhlicher Tischkultur vorangehen und warten, dass die Methode Wirkung zeigt. Der Gerstenberg Verlag geht mit seinem neuesten Kinderkochbuch diesen Weg – freilich aufgelockert durch Plastikpalmen zwischen der Aprikosenpizza oder einem Püppchen auf dem Avocadodrink. So sollen die Kleinen schon früh mit Fisch in Berührung kommen, etwa in Form von Fischcremesuppe oder Rotbarbenfilets mit Grapefruit. Eine mutige, aber wahrscheinlich kluge Idee, Kindern nicht alles Bittere vorzuenthalten, sondern ihnen schon in jungen Jahren die gesamte Bandbreite von Zutaten zu zeigen. Auch so „erwachsene“ Dinge wie Chicoree, Muscheln und Oliven. Wer sagt denn, dass Safranrisotto mit Jakobsmuscheln nicht für Kids geeignet ist? Bunt, cremig, weich und mit einer natürlichen Süße ausgestattet, steht es doch kindgerecht genannten Gerichten wie Grießbrei mit Apfelmus um nichts nach.

Die Kapitel sind nach Farben geordnet und bergen immer wieder Überraschungen: Die Erdbeertörtchen enthalten auch Cocktailtomaten, Fisch ist immer wieder ein Thema und auch Exotisches wie Curry oder Misopaste soll Kindern nicht vorenthalten werden, meint die Autorin Laura Annaert. Zum gemeinsamen Durchblättern lädt das Buch dank des kindgerechten Foodstylings ein, beim Nachkochen können Kinder sowieso dabei sein – wenn man sie lässt und ihnen die Arbeitsschritte und die Zutaten erklärt.

Beispiele aus den Kapiteln: Rot – Wassermelonensalat mit Schafkäse und Oliven, Gelb – Omelett mit Ahornsirup, Orange – Karotten-Kürbis-Crumble, Grün – Brennnessel-Linsensuppe, Weiß – Cheesecake mit weißen Schokofrüchten, Braun – Hühnernuggets mit Honigkuchenkruste und Lila – Auberginen-Zwiebel-Brei.

Fazit: Ein mutiges und ungewöhnliches Kinderkochbuch, das die Kleinen auf abwechslungsreiche und gesunde Ernährung vorbereitet.


Rezepte im PDF Format:
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Laura Annaert:
Meine Suppe ess´ ich gern!
Fröhliche Kinder-Schlemmer-Küche

Gerstenberg, 127 Seiten
19,90 Euro


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