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Der kleine Huber

Kochenvon Anna Neustein 1. Oktober 2008

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„Eine noch nie da gewesene Übersichtlichkeit“ verspricht der Österreicher Heino Huber, der sich in seinem Bregenzer Deuring Schlössle zwei Gault-Millau-Hauben erkochte, in seinem neuen Kochbuch. Eine etwas vollmundige Ansage, die bei genauer Betrachtung nicht Schritt halten kann mit dem, was „Der kleine Huber“ tatsächlich kann. Zumindest was die Bilder betrifft, kommt das Buch unglaublich konfus daher: Die Formate sind völlig beliebig, kein roter Faden ist erkennbar. Auf schwarzem Untergrund (Achtzigerjahre-Alarm!) fotografierte rohe Gemüse gesellen sich zu Schritt-für-Schritt-Anleitungen, ein freigestelltes – also von seinem Hintergrund befreites – Preiselbeerragout trägt wenig zum Gelingen bei, abgesehen davon, dass man lieber wüsste, wie die Blutorangen-Napoleons aussehen, die sich bei den Desserts finden. Das schlechte Lektorat verärgert zusätzlich: Wo sich „Exmplare“ vom Austernpilz mit der Roten „Beete“ abwechseln, stockt der Lesefluss und der Drang zum Kopfschütteln wächst. Apropos: Wenn man sich innerhalb eines Buches und vor allem innerhalb eines Rezepts auf eine Schreibweise einigen könnte, wäre das ganz schön. Im „Kleinen Huber“ findet man nämlich sowohl Rote Rüben als auch Rote „Beete“ sowie Randig, die Schweizer Bezeichnung, beliebig nebeneinander.

Diese Kritikpunkte könnte man vielleicht als Spitzfindigkeiten abtun. Dennoch soll angemerkt bleiben, wie schade es ist, wenn der geistige Aufwand, den ein Koch für sein Buch mit Sicherheit betreibt, sich im Dickicht der Buchgestaltungsfehler verliert. Was Heino Huber interessierten Hobbyköchen Gutes tut, soll hier nun aber natürlich nicht verschwiegen werden. Aha-Erlebnisse wird man hier nicht finden, was die Gerichte angeht, lernen kann man jedoch doch noch einiges. Viele Rezepte werden zum Beispiel von den Punkten „Vermeide“ und „Kombiniere“ begleitet: Hier listet der Koch mögliche Fehler auf und regt dazu an, die Rezepte untereinander abzuwandeln und zu mischen; etwa den herbstlichen Salat mit Birnen, Nüssen und Feigen zu Ziegenkäse-Croutons oder zur teegeräucherten Entenbrust zu servieren. Oder die Pilz-Ravioli in gewürztem Rotwein zu kochen. Nützlich sind auch etwa die Seiten mit den Mousse-Mengen-Verhältnissen, wo man rasch ablesen kann, wie viel man von Gemüsepüree, Gelatine und Obers braucht, damit eine Terrine fest wird. Würzen kann man ja dann nach Belieben. Heino Huber wendet sich mit solchen Angaben an Hobbyköchinnen und -köche, die selbst gern ein bisschen mitdenken und gestalten wollen. Sein Ziel ist, mit diesem Buch die Basis für ein modulares Kochen zu liefern. Übersichtlich ist „der kleine Huber“ aber lediglich im Inhaltsverzeichnis.

Fazit: „Der kleine Huber“ eignet sich für alle, die noch nicht viele Kochbücher ihr Eigen nennen und Basisrezepte samt Abwandlungsideen suchen. Für Bibliophile ist das Buch weniger erfreulich. Und IKEA muss man mögen, denn Huber ist mit dem Leser per Du.

Rezepte (im PDF Format):
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Heino Huber:
Der kleine Huber
Die moderne Küche für jeden Tag

Pichler Verlag, 287 Seiten
29,95 Euro


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