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Und alles wird Grün

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 3. Februar 2020

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yotrakbutda – stock.adobe.com

Historische Gebäude, eingebettet in einen weitläufigen Landschaftspark bilden die perfekte Kulisse für einen Yoga-Urlaub in Nordrhein-Westfalen.

Eine unheilige Allianz aus Politik, Wissenschaft, Grün-Aktivisten und Medien hat die Deutungshoheit über das Thema Klimawandel an sich gerissen. Ihre Katastrophen-PR ist wohlinszeniert und höchst wirksam. Fakten und Fiktion zum Treibhauseffekt.

Nicht selten hört oder liest man Aussagen wie diese: „Zur Vermeidung des Klimawandels sind null CO2-Emissionen bis 2050 alternativlos.“ Das versetzt viele in Angst und Sorge, nicht zuletzt, weil das ja nicht von irgendwem, sondern von einem in den Medien oftmals zitierten Klimaexperten von internationalem Rang formuliert wurde. Bei genauerem Hinsehen staunt man jedoch nicht schlecht: Es ist Unsinn! Denn der Klimawandel lässt sich nicht vermeiden.

Im Verlauf der Geschichte hat sich das Klima nämlich unablässig verändert, und das wird es sich nicht nehmen lassen, es auch weiterhin tun. Denken wir etwa nur an die Jungsteinzeit, als Ötzi im Tiroler Hochgebirge wanderte und danach für Tausende von Jahren unter Gletschereis begraben lag. Oder an die eisfreie Arktis vor 6.000 Jahren, an das Frühmittelalter, als die Wikinger das grüne Grönland entdeckten und dort Getreide anbauten, wo heute eine bis zu drei Kilometer dicke Eisschicht liegt. Sogar zur Blüte des alten Roms war es noch wärmer, weshalb die Römer selbst im Norden Englands Wein anbauen konnten.

Außerdem: Die Schweiz beispielsweise erzeugt nur rund ein Tausendstel des weltweit menschengemachten CO2. Würden die Schweizer mit Hilfe eines surrealen Kraftakts ihr globales Nichts an CO2 wirklich auf null senken, so änderte das natürlich genau nichts am Weltklima. Verrückt. Allerdings dürften dann keine fossilen Energien mehr eingesetzt werden, alle Gasturbinen, Motoren, Wärmekraftwerke, Flugzeuge und die meisten Maschinen stünden still. Die Wirtschaft freilich auch. Verrückt.

Selbst wenn dann auch Deutschland und andere europäische Länder kein Erdöl mehr verbrauchen würden, änderte das gar nichts an der weltweiten Situation, ja, sie würde sich sogar noch verschlimmern. Denn die Preise für Öl und Gas würden sinken und andere Länder umso mehr fossile Brennstoffe verfeuern – und die Industrien würden genau dorthin abwandern.

Wie kommt es dann zu solchen Ideen, zu solcher Panikmache? Wir werden versuchen, es zu erklären. Lassen Sie uns aber zuvor drei Begriffe abklären.

Erstens: der Treibhauseffekt. Er ist der Normalfall, nämlich zunächst ein absolut natürliches Phänomen. Ohne ihn läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei minus 18 Grad. Er ist es also, der uns das Leben auf der Erde erst ermöglicht, da er einen Teil der Wärme der Sonnenstrahlung einfängt und so die Globaltemperatur um 33 Grad erhöht. Der Nasa-Forscher Roy Spencer wies übrigens darauf hin, dass sie eigentlich um rund 73 Grad erhöht sein müsste. Doch mit allerlei Wetterprozessen hat die Natur ein Kühlsystem aufgebaut, das allerdings in seiner Komplexität noch kaum verstanden wird.

Der Treibhauseffekt entsteht durch Treibhausgase. Das mit Abstand wichtigste Treibhausgas ist Wasserdampf, der mit gut 70 Prozent zum Treibhauseffekt beiträgt. Für den Rest ist hauptsächlich „natürliches“ CO2 zuständig, von dem rund 3.000 Milliarden Tonnen in der Erdatmosphäre vorhanden sind.

Daneben gibt es mehrere menschengemachte Treibhausgase. Unter den wichtigsten wiederum CO2, das durch Verbrennung von fossilem Kohlenstoff (Kohle, Erdöl und Erdgas) freigesetzt wird. Dieser Kohlenstoff stammte ursprünglich ebenfalls aus dem CO2 der Atmosphäre und ist damit ebenso natürlich, er hat sich jedoch im Verlauf von Jahrmillionen in der Erdkruste abgelagert. Problematisch und „unnatürlich“ ist nun, dass heute in ganz kurzer Zeit – also unendlich viel schneller, als es die Natur wieder in ihren Kreislauf aufnehmen kann – durch Verbrennung riesige Mengen an CO2, nämlich rund 37 Milliarden Tonnen pro Jahr, entstehen. Sie erhöhen damit die CO2-Konzentration in der Luft, auch wenn das nur in vergleichsweise geringem Umfang geschieht.

Auch Methan und Fluorkohlenwasserstoffe gehören dazu. Ersteres entsteht auf natürliche Weise, aber auch menschengemacht, etwa durch Viehzucht, Reisanbau und Mülldeponien. Letzteres kommt in Spraydosen, als Kühlgas in Wärmetauschern sowie als Schäum- und Füllgas in Kunststoffen zum Einsatz.

Alle Treibhausgase haben eine unterschiedlich starke Wirkung. CO2 hat dabei die schwächste – Methan ist 30-mal, ein durchschnittlicher Fluorkohlenwasserstoff sogar 15.000-mal wirksamer als CO2. Allerdings kommen diese Gase nur in sehr geringer Konzentration in der Atmosphäre vor: CO2 mit 0,04 Prozent, Methan mit 0,00018 und Fluorkohlenwasserstoffe mit etwa 0,00000002 Prozent.


So wie das Klima war auch die CO2-Konzentration in der Geschichte niemals konstant, sie schwankte beispielsweise in den letzten 40.000 Jahren fortwährend zwischen 0,019 und 0,03 Prozent. Seit Beginn der Industrialisierung ist sie von 0,028 auf heute etwa 0,04 Prozent gestiegen. Dabei gibt es allerdings ein kleines Problem, das noch nicht so lange bekannt ist: CO2 ist in der Atmosphäre nicht gleichmäßig verteilt, die Konzentra­tionen schwanken: In Kalifornien etwa sind sie bedeutend höher als im Südatlantik oder im Amazonasbecken.

Korrelationen, nicht Ursachen


Steigende Temperaturen führen zu einem Ansteigen der CO2-Konzentration, da die Meere gespeichertes CO2 abgeben. Anhand von Eisbohrkernen aus der Antarktis lässt sich für einen Zeitraum von 800.000 Jahren zurückverfolgen, dass Antarktistemperatur und Antarktis-CO2-Konzentration miteinander weitgehend korrelieren. Doch Korrelationen liefern Indizien, keinen Kausalzusammenhang. Zudem ungeklärt: die Frage, ob ein Wärmeanstieg einem CO2-Anstieg folgte oder vorauseilte. In der Altsteinzeit kam erwiesenermaßen jedenfalls zuerst stets die Temperaturveränderung und erst danach die Veränderung des CO2-Gehalts!

Zweitens: das Klima. Damit ist der Mittelwert von Einflussgrößen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und anderem gemeint, und zwar mindestens über einen Zeitraum von dreißig Jahren, zumeist aber über Jahrhunderte oder noch wesentlich längere Zeiträume. Aus Abweichungen vom langfristigen Mittel lesen Klimaforscher Trends ab, etwa den Übergang von einer Warmzeit in eine Kaltzeit, wie in den letzten tausend Jahren zwischen dem warmen Mittelalter und der folgenden Kleinen Eiszeit.

Wie bei jeder statistischen Betrachtung hängt das Ergebnis wesentlich vom Zeitraum ab, den man für einen Vergleich heranzieht. Das heutige Klima wird zumeist mit jenem der vergangenen 150 Jahre verglichen. Das beginnt mit dem Ende der Kleinen Eiszeit, also mit einem Temperaturminimum, einem Extremwert. Würde man es hingegen mit der mittelalterlichen Warmzeit vergleichen, ergäbe sich gar keine Erwärmung.

Drittens: Klimawandel. Er ist der Normalfall! Schon vor dem Erscheinen des Menschen gab es wärmere und kältere Zeiten als heute, sogar auch abrupte Temperaturschwankungen um mehrere Grad innerhalb weniger Jahre. Seit 1860 liegen Temperaturaufzeichnungen für den nördlichen Teil der Welt vor, bis 1915 zeigen sie praktisch keinerlei Veränderung. Von 1915 bis 1945 kam es dagegen zu einem Anstieg um etwa 0,4 Grad Celsius. Von 1945 bis 1975 wurde es dann wieder um etwa 0,3 Grad kälter, woraufhin die beiden US-Klimaforscher Ichtiaque Rasool und Stephen Schneider beweisen wollten, dass eine gewaltige Veränderung des Weltklimas um ganze 6 Grad bevorstünde, dies als Folge der Verbrennung fossiler Kohlenstoffe.

Oops – die vergessene Eiszeit!


Mit den 6 Grad war allerdings nicht eine Erwärmung gemeint, sondern eine Abkühlung! Und es ging nicht um CO2, sondern um die bei der Verbrennung produzierten Rußpartikel, welche die Sonneneinstrahlung vermindern würden! Dies, so hieß es, könne sogar eine neue Eiszeit auslösen. Eine Meinung, die in den 1970er Jahren eine ganze Reihe weiterer Meteorologen und Klimaforscher überzeugte. Etwa Murray Mitchell, den Chef-Klimatologen der US-Behörde für Umweltforschung, oder Martin Rodewald vom Deutschen Wetterdienst Hamburg. Der US-Forscher James McQuigg bezifferte die Wahrscheinlichkeit für ein besseres Klima sogar als „bestenfalls 1:10 000“. Das Magazin Der Spiegel nannte 1974 Dürren, Ernteausfälle und häufigere Orkane als Vorboten drohenden Unheils, das US-Magazin Time Missernten, Hungersnöte und Rekordüberschwemmungen als Anzeichen einer neuen Eiszeit. Und die angesehene New York Times schrieb, dass eine massive Abkühlung als „unabwendbar“ angesehen werde.

All das war bald vorbei. Zwischen 1977 und 1998 kam es zu einem neuerlichen Temperaturanstieg von etwa 0,4 Grad. Danach stagnierte der Anstieg wiederum bis etwa 2015. Von 1850 bis heute ist jedenfalls die globale Mitteltemperatur um 1 Grad auf rund 15 Grad gestiegen. Dazu muss freilich gesagt werden, dass die allermeis­ten Werte gar nicht gemessen, sondern nur mathematisch berechnet wurden. Ein globales Netz von Messstationen gab es ja über die weitaus meisten Jahre dieser Zeitspanne noch gar nicht.

Warum es wärmer wurde und wer daran Schuld trägt, darüber gibt es allerdings keine einhellige Meinung. Trotzdem gibt es keinen kritischen Diskurs darüber, denn Argumente zählen nichts. Tatsächlich tobt ein Kampf von unglaublichen Dimensionen. Skepsis – sozusagen die Grundhaltung seriöser Wissenschaft – gilt dabei als Verbrechen. Doch davon später.

Gesichert in puncto Klimawandel ist indes, dass er für viele attraktiv, sogar von größtem Interesse ist – nicht nur für die Wissenschafter, deren Budgets sich seit den 1990er Jahren verzigfacht haben. Es gibt staatliche Gelder für die Forschung und eine Ausweitung der Bürokratie. Nach Schätzungen der Climate Policy Initiative werden mittlerweile pro Jahr rund 530 Milliarden US-Dollar von privater und staatlicher Seite gegen den Klimawandel aufgewendet.

Geschäfte auf dem Rücken der Steuerzahler


Das Thema durchdringt inzwischen alle möglichen Forschungsbereiche, kaum eine Hochschule, die sich nicht in irgendeiner Form mit dem Klima beschäftigt. „Wer die ‚Verbreitung der Pharaonenameise in Hinterindien‘ erforschen will, erhält kaum Geld“, schreibt Alex Baur in der Zürcher Weltwoche. „Setzt man jedoch den Titel ‚Verbreitung der Pharaonenameise in Hinterindien unter dem Einfluss des Klimawandels‘, sieht das schon viel besser aus.“ Und natürlich, so der Autor weiter, dürfe kein Forscher zu dem Schluss kommen, dass ein Grad mehr oder weniger Durchschnittstemperatur in seinem Fall keine Rolle spielt. „Er würde damit ja seine eigenen Forschungsgelder kappen.“

In der Politik herrscht wahltaktischer Opportunismus, Scharen von Volksvertretern versuchen, sich mit angstmachenden Zukunftsszenarien zu politischen Karrieren aufzuschwingen, ganz nach dem Motto von Lord Gidden, dem Vordenker des britischen Ex-Premiers Tony Blair, der einmal verriet: „Um Risiken handhaben zu können, muss man den Leuten Angst machen.“ Und da sind die Massenmedien, denen angstmachende Themen den Umsatz befeuern, schließlich gilt: Bad news are good news – für die Medien.

Weltweit existieren Tausende von Umweltorganisationen, ingesamt hat das eine Multimilliardendimension. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieses Gewerbe mit einer rosigen Zukunft rechnen darf. Denn wenn der Klimawandel nicht oder nicht maßgeblich menschengemacht wäre, dann ist er ein Problem, das nicht behebbar ist und uns wohl lange Zeit beschäftigen wird.

Elektroautos, Windräder, Photovoltaik, neue Baumaterialien, CO2-Steuern: „Veränderungen schaffen große Wirtschaftschancen“, sagte der ehemalige EU-Kommissionspräsident Barroso auf dem Kopenhagener Wirtschaftsgipfel zum Klimawandel. Klar: Die traditionellen Märkte sind gesättigt, die Nachfrage stagniert. Doch klar ist, dass die größten Chancen, die aus einer schnellen Senkung der Treibhausgase resultieren, nur einigen wenigen Global Players zugutekommen. Was Wunder, dass die meisten auch auf diesem Gipfel vertreten waren und stärkere Maßnahmen gegen den Klimawandel forderten!

Schon die britische Regierungschefin Margaret Thatcher warnte damals in den 1980er Jahren eindringlich vor dem CO2-Problem. Für sie war das Treibhausgas jedoch primär nur ein willkommenes Argument im Kampf gegen die mächtigen Kohlegewerkschaften. Und für neue Atomkraftwerke, bei der dann – trotz des Bekanntseins der weit unterlegenen Technik – ausschließlich britische Firmen zum Zug kamen.

Sogar Unternehmen, die gar keine neuen Märkte wittern, sondern eigentlich um ihr Geschäftsmodell fürchten müssten, profitieren. Dazu der renommierte US-Klimatologe Richard S. Lindzen: „Die großen Konzerne lieben den Klimawandel. Ich habe mit jemandem von dem Kohle-Riesen Arch Coal gesprochen. Er sagte, sie seien für CO2-Maßnahmen. Denn seine Firma werde damit zurechtkommen, ihre kleineren Mitbewerber allerdings nicht.“ Fazit: Der Kampf ums Klima bringt vielen etwas, die Rechnung bezahlt freilich der kleine Mann.

Die Lüge vom steigenden Meeresspiegel


„Eigennützige Firmen, effekthascherische Politiker und alarmistische Wissenschaftler“, schreibt Bjørn Lomborg, der Leiter der Denkfabrik Copenhagen Consensus Center und Autor des Buchs „Cool it! Warum wir trotz Klimwandels einen kühlen Kopf bewahren sollten“, „bilden immer mehr eine unheilige Allianz. Sie behaupten, kostspielige Kohlendioxidvorschriften stellten die einzige plausible Reaktion auf die Erderwärmung dar, obwohl dieser Ansatz nicht einmal der simpelsten Kosten-Nutzen-Analyse standhält.“ Man müsse sich fragen, so Lomborg weiter, ob hier ein „klimatisch-industrieller Komplex“ entstehe – analog dem „militärisch-industriellen Komplex“, der sich seit den 1950er Jahren in den USA herausbildete –, zu Lasten der Steuerzahler. Das liegt nahe, denn tatsächlich ist längst eine gigantische globale Klimaindustrie entstanden, die ganze Armeen von lautstark auftretenden Abhängigen alimentiert. Sie hat, wie es Roger Köppel formuliert, einen „Speckgürtel von staatsnahen Nutznießern“ geschaffen.

Dass Eigennutz stärker sein kann als wissenschaftliche Erkenntnis (und PR alles ist), zeigen die Erlebnisse des schwedischen Geologen und Physikers Nils-Axel Mörner, der sich mehr als vier Jahrzehnte der Erforschung des Meeresspiegels widmete. Mörner hatte ein Forschungsprojekt auf den Malediven geleitet. Dieser Inselstaat hatte übrigens bereits 1992 auf der ersten Uno-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro mit großem Tamtam auf sein angebliches Versinken im Meer aufmerksam gemacht. Jedenfalls: Nach sorgfältigen Untersuchungen kommt Mörner zu dem Schluss, dass der Meeresspiegel auf den Malediven nicht ansteigt. In privaten Briefen berichtet Mörner dies dem Präsidenten des Landes. Gleichzeitig bietet er an, den Inselbewohnern in einem Film zu zeigen, dass sie sich keine Sorgen um eine Überflutung ihrer Heimat machen müssen. Seine Briefe bleiben unbeantwortet, der Film wird verboten. Für die Medien ins­zeniert man indes eine thea­tralische Regierungssitzung – sechs Meter unter dem Meeresspiegel! Die Minister lassen sich dabei filmen, wie sie mit Taucherausrüs­tungen ihrer Arbeit nachgehen. Um die Szene zu verstehen, muss man wissen, dass die Republik Malediven mit ihren 400.000 Einwohnern stark von Geldern aus dem Ausland abhängig ist.

Apropos versinkende Inseln: Ausgerechnet der als Fälscher überführte Spiegel-Reporter Relotius war es, der vor gut einem Jahr herzergreifend über die fürchterlichen Folgen des angeblich menschengemachten Klimawandels im pazifischen Kiritimati-Atoll berichtete. Es war eine Titelgeschichte, das Cover perfide Katastrophen-PR vom Feinsten: Es zeigte eine bedrohlich hohe Flut, suggerierte aber gleichzeitig auch die mögliche Rettung: „Der Plan gegen die Klimakatastrophe.“ Relotius selbst war freilich niemals dort gewesen – alles war frei erfunden! Und auch das Städtchen Paris, von dessen Versinken in den Fluten er berichtete, steht nach wie vor da. Es wurde allerdings aufgegeben – mangels eines ausreichenden Ankerplatzes.

Die in den Medien seit Jahrzehnten wiederholte Aussage, im Pazifik würden Inseln wegen des Klimawandels im Meer versinken, stimmt also keineswegs. Zum Kiritimati-Atoll gibt es sogar eine seriöse Studie aus Neuseeland. Danach haben die insgesamt 27 Inseln während der letzten 50 Jahre nur 14 Prozent an Landfläche verloren, bei 43 Prozent hingegen ist sie stabil, bei weiteren 43 Prozent sogar gewachsen.

„Im Kosmos des Geschäfts mit dem Klimawandel“, schreibt Florian Schwab in der Weltwoche, „tummeln sich unzählige Berater und NGOs. Erstere beraten Regierungen und Unternehmen beim Verhandeln und Erreichen ihrer Klimaziele. Letztere bauen öffentlichen Druck auf und stellen Akteure an den Pranger, die ihres Erachtens zu wenig gegen den Klimawandel tun. Es hat sich sogar eine hochspezialisierte Zunft von Anwälten herausgebildet, welche Staaten verklagt, wenn diese zu wenig eifrig mitwirken.“

Auch die Finanzindustrie versucht, so gut es geht, am großen Trend zu verdienen. „Keine Bank, die heute nicht aktiv besonders klimaschonende Investments verkauft. Große institutionelle Investoren wie Blackrock geben die Richtung vor. Es gibt Beratungsunternehmen, welche den CO2-Abdruck von börsennotierten Firmen anfertigen. Und es gibt Finanzmarktaktivisten, die auf die Verbannung von CO2-intensiven Anlagen aus dem Portfolio von großen Fonds und Pensionskassen hinarbeiten“, so die Weltwoche.

„Der letzte Baum wird 2005 verschwunden sein“


Wie konnte es so weit kommen? Dazu muss man sagen, dass die Erforschung der Treibhausgase ein noch ziemlich junges Unterfangen ist. In den 1970er und 1980er Jahren begann sich der Gedanke des Umweltschutzes zu entwickeln. In Deutschland befürchtete man das unaufhaltsame Sterben der Wälder, bis 2005, so hieß es, wäre auch der letzte Baum verschwunden. „Der Wald stirbt“, titelte etwa Der Spiegel, um wenig später mit „Der Schwarzwald stirbt“ nachzulegen.

Bald war auch das vorbei; 1986 kommt es in Tschernobyl zu einem SuperGAU, und keine vier Monate danach wird plötzlich das dringendste Weltproblem erkannt: „Die Klima-Katastrophe“ laut Spiegel-Titelseite, die den Kölner Dom zeigt – bis unter das Dach im Wasser versunken! Vor allem die USA und die Briten setzen sich nun für die Erforschung des Themas ein – ein Schelm, wer dabei an ihre monopolähnliche Stellung im Reaktorbau denkt. Oder an die absolute PR-Notwendigkeit, das kaputte Image der (CO2-freien) Atomindustrie aufzupolieren.

1988 wird jedenfalls der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Uno (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC, auch „Weltklimarat“) gegründet.

Schon der Name zeigt, dass der IPCC keine forschende Organisation, sondern eine politische ist. Es sollte darum gehen, der Weltöffentlichkeit zu zeigen, dass die Erwärmung der Atmosphäre allein durch menschengemachte Emissionen von Treibhausgasen ausgelöst wird. Alle anderen möglichen Ursachen waren von vornherein ausgeschlossen. Dass das Aufstellen eines solchen Dogmas im Grunde eine höchst unwissenschaftliche Vorgehensweise ist, braucht wohl nicht extra betont zu werden. Eine Grundlage der Wissenschaft hieße ja, alles immer wieder zu hinterfragen und der Suche nach Wahrheit verpflichtet zu sein. Doch dass es Hunderte von wissenschaftlichen Arbeiten gibt, die andere menschengemachte Ursachen wie etwa die Verstädterung nennen oder den stetigen Klimawandel auf der Erde gar nicht mit menschlichem Zutun in Verbindung bringen, sondern beispielsweise mit Sonnenaktivität, mit kosmischer Strahlung oder dem Einfluss zyklischer Meeresströmungen, wird vom IPCC grundsätzlich ignoriert.

Es galt, die Weltgesellschaft aufzurütteln, von der Dringlichkeit einer massiven CO2-Reduktion zu überzeugen. So etwas benötigt eine megastarke mediale Präsenz – und dazu braucht man gute, nämlich dramatische, Storys.

Der Wink mit der Nazi-Keule


Entscheidend für den kommenden Anti-CO2-PR-Feldzug waren Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, WWF oder der Sierra Club, deren Mitarbeiter bis heute zahlreich in den IPCC-Gremien sitzen. Entscheidend waren aber auch prominente Persönlichkeiten, darunter der ehemalige US-Vize­präsident Al Gore. Sein Film „Eine unbequeme Wahrheit“, der zwar mit harschen Übertreibungen und Unwahrheiten gespickt ist, wühlt viele Menschen bis ins Innerste auf, spielt nebenbei 50 Millionen US-Dollar ein und wird mit zwei Oscars ausgezeichnet (einen gibt es für den besten Song). Gore erhält für seine Bemühungen um die Bewusstmachung der Klimakrise gemeinsam mit dem IPCC den Friedensnobelpreis. Im Film verglich Al Gore mangelnden Klimaschutz mit der Appeasement-Politik der 1930er Jahre gegenüber dem Nazi-Faschismus. Es drohe ein „ökologischer Holocaust“. Der Klimawandel sei für die Menschheit „die wichtigste moralische, ethische, spirituelle und politische Frage aller Zeiten“, die Evidenz einer „ökologischen Kristallnacht“ so klar wie „das Klirren der zerberstenden Scheiben jüdischer Geschäfte in Berlin“.

Ein solcher PR-mäßiger Wink mit der Nazi-Keule musste einfach wirken, und bald dynamisierte er Politiker, Medien und Öffentlichkeit auf der ganzen Welt. Selbst Prinz Charles, Europas einziger Biobauer mit eigenem Hubschrauberlandeplatz, begann mit martialischen Warnungen vor dem Klimawandel: „Wir befinden uns in einem Krieg, den wir einfach gewinnen müssen.“

Al Gore selbst setzte indes seinen Lebensstil fort: Reisen mit seinem Gulfstream-Luxusjet, ein Anwesen mit 950 m2 Wohnfläche, ein Stromverbrauch von 221.000 Kilowattstunden pro Jahr. Aber egal. Die Welt war endlich davon überzeugt, dass der Klimawandel menschengemacht und hochgefährlich ist. Die Einsicht, dass man handeln muss, wurde zum Gedankengut des Mainstreams.

Die Hauptaufgabe des IPCC besteht darin, wissenschaftliche Literatur zu sammeln und für Politiker aufzubereiten. Den größten Einfluss auf die Meinungsbildung haben dabei die kurzen Zusammenfassungen „Summaries for Policymakers“, die Wort für Wort von Hunderten – nicht unabhängig ausgewählten – Regierungsvertretern abgesegnet werden müssen. Die Zusammenfassungen sind demnach kein Werk der besten, unabhängigen Wissenschaftler, sondern eines, das Konsens und Zustimmung von insgesamt 195 Regierungen erfordert.

Fünf solcher Zusammenfassungen gibt es bereits, die letzte stammt aus dem Jahr 2015, sie prognostiziert einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis 2099 in einem Streubereich, der bis 4,8 Grad reicht, allerdings auch deutlich darunter liegen kann.

Dabei bedient sich der IPCC komplexer Computermodelle, die für jede anzunehmend mögliche CO2-Zunahme einen bestimmten Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts berechnen. Wie immer bei Modellrechnungen: Die Ergebnisse spiegeln freilich nur die Annahmen, auf denen diese Modelle beruhen, wider. Und sie setzen voraus, dass der Klimawandel nur durch menschengemachtes CO2 verursacht wird. Außerdem liegt den IPCC-Modellen bis 2099 ein weltweites Wirtschaftswachstum von rund 2,6 Prozent pro Jahr zugrunde – sehr hohe Wachstumsraten in den Entwicklungsländern und ebendort ein den Industrie­ländern ähnlicher Lebensstandard inklusive. Im Hinblick auf die Entwicklungen der jüngeren Geschichte sind diese Annahmen doch wohl etwas unrealistisch.

Der IPCC-Konsens und das Beharren auf menschengemachten Ursachen hatte schon nach kurzer Zeit zu einem Meinungsmonopol geführt, mit dem bis heute jede weitere wissenschaftliche Debatte abgewürgt wird. Pseudoreligiöse Züge entwickelten sich. Die berühmtesten Klimaaktivisten begannen, sich wie Propheten oder Sektenführer, die die absolute Wahrheit gefunden haben, zu benehmen. Wer als Wissenschaftler nicht auf Linie stand, dem wurde alles Mögliche unterstellt, zumeist die Finanzierung durch dunkle Mächte oder durch Lobbyisten der Erdölindustrie. Und er wurde öffentlich als „Klimaleugner“ entlarvt – natürlich in Anspielung auf die Leugner des Völkermords an den Juden durch die Nationalsozialisten.

Geschmäht, gemobbt und ausgegrenzt


Auch der „Climagate“-Skandal vor elf Jahren, der bewies, dass man im IPCC alles versucht hatte, um Daten in seinem Sinn zu manipulieren und kontroverse Literatur nicht zu sammeln, änderte nichts: Wer den IPCC kritisiert, muss damit rechnen, dass seine Studien ignoriert werden und das Klimaleugner-Label aufgestempelt zu bekommen. Unter denen, die es dennoch gewagt haben, findet sich Professor Lennart O. Bengtsson, ein hochdekorierter Pionier auf dem Feld von Langzeitwetterprognosen und Klimamodellen. Weltweit galt er als Koryphäe, bis er 2014 Fehler an den IPCC-Computermodellen nachwies. Als ein gewaltiger Shitstorm über ihn hereinbrach, legte er seine Mitgliedschaft in der GWPF (Global Warming Policy Foundation), einem Zusammenschluss von skeptischen Wissenschaftlern, zurück, weil er die permanenten Anfeindungen nicht mehr auf sich nehmen wollte.

Einer der ersten IPCC-Kritiker ist Richard S. Lindzen, ein mittlerweile emeritierter Mathematiker und Atmosphärenforscher (Massachusetts Institute of Technology, Harvard University, University of Chicago), der zu wichtigen Teilen des ersten IPCC-Berichts beitrug. Seit er sagte, es sei grundsätzlich falsch, hier von einer „gesicherten Forschung“ zu sprechen, war seine Mitarbeit nicht mehr gefragt. Laut Wikipedia steht er in Verbindung mit „drei Organisationen von Klimaleugnern“.

Auch der kalifornische Atmosphärenphysiker John R. Christy ist ein Pionier der Klimatologie, zudem Distin­guished Professor of Atmospheric Science und Director of the Earth System Science Center an der University of Alabama in Huntsville. Christy wirkte bis 2007 an fünf IPCC-Berichten, teilweise auch als führender Autor, mit. Christy ist der Ansicht, die Klimamodelle würden bis zum Dreifachen übertreiben, und sieht im Temperaturanstieg keine Bedrohung für die Menschheit. Christy sprach von „ungesicherten Hypothesen“ und davon, dass die Komplexität des Klimas nur unzureichend verstanden wird. Massive Angriffe aus der Mainstream-Szene folgten.

Auch Patrick J. Michaels, Emeritus im Bereich Umweltwissenschaften an der University of Virginia und langjähriger Präsident der American Association of State Climatologists sowie Leiter des Komitees für Angewandte Klimatologie der American Meteorological Society, trägt das von Mainstream-Medien verliehene Label Klimaleugner. Und auch er ist ehemaliger IPCC-Mitarbeiter. Mi­chaels bestreitet einen bedeutsamen menschgemachten Anteil am Klimawandel, kritisiert die inzestuöse Beziehung zwischen Politik und Wissenschaft und bezeichnet die globale Klimabewegung als den „größten vom Menschen fabrizierten Tugendapparat der Geschichte“.

Die Geophysikerin Judith A. Curry lehrte an mehreren US-Universitäten, sie wurde unter anderem mit Arbeiten zur Erforschung von atmosphärisch-ozeanischen Wechselwirkungen, Hurrikanen und Tornados bekannt. Bei mehreren Hearings vor den US-Parlamenten bemängelte Curry immer wieder die großen Wissenslücken bei der Erforschung des Klimas sowie den Umstand, dass der IPCC die natürlichen Ursachen des Klimawandels völlig vernachlässige. Die Situation sei derart verfahren, dass man am besten den Reset-Knopf drücken sollte. In der Folge wurde Curry gemobbt, vor drei Jahren gab sie ihren Lehrstuhl am Georgia Institute of Technology, wo sie fünfzehn Jahre lang gearbeitet hatte, auf und ging in die Privatwirtschaft.

Der vom Mainstream wohl am meisten gehasste Forscher ist aber der 1972 geborene israelisch-amerikanische Physiker Nir J. Shaviv (Princeton, Hebrew University of Jerusalem). Er arbeitet an der Erforschung des Einflusses von Sonne und kosmischer Strahlungen auf das Klima und hat bereits mehr als hundert Studien veröffentlicht. Nach Shavivs Ansicht lassen sich die globalen Temperaturschwankungen am ehesten durch kosmische Einflüsse erklären, menschengemachte hält er dagegen für weit geringer als gemeinhin angenommen. Wikipedia weist ihn als „Star der internationalen Klimaleugnerszene“ aus.

Ein Einzelner schreibt zigtausend Einträge


Bemerkenswert dabei: Fast alle Einträge zum Thema Klimaleugner – aber etwa auch zur Energiewende – stammen von einem einzigen Anonymus, einem Grün-Aktivisten, der im baye­rischen Großostheim lebt und sich hinter dem Pseudonym Andol versteckt. Nach Recherchen der Zürcher Wochenzeitung Weltwoche schreibt er seit vielen Jahren in Vollzeit und bringt es mittlerweile auf Zigtausende von Einträgen in der Online-Enzyklopädie, in verschiedensten Foren, Postings in Zeitungen sowie in sozialen Medien. Unfasslich. Man reibt sich die Augen.

Ganz ähnlich wie bei Shaviv ist das auch bei dem dänischen Physiker und Klimaforscher Henrik Svensmark (u. a. University of California, Berkeley, Niels-Bohr-Institut Kopenhagen, Denmark National Space Institute). Svensmarks Credo: „Das Klima wird stärker durch Veränderungen der kosmischen Strahlung beeinflusst als durch CO2.“ Außerdem: Der CO2-Anstieg sei nicht Ursache, sondern eher die Folge der Erwärmung durch die kosmische Strahlung. Und: Die Erhöhung der CO2-Konzentration folgt der Erwärmung – nicht umgekehrt!

Auch der im Zusammenhang mit der angeblichen Überflutung der Malediven bereits erwähnte Forscher Mörner erhielt das Label Klimaleugner. Er war 2000 und 2007 IPCC-Hauptberichterstatter für den Anstieg des Meeresspiegels. Sein Befund in aller Kürze: „Ich finde keinen Anstieg, aber der IPCC braucht einen.“

Vincent Gray, ein vor zwei Jahren verstorbener neuseeländischer Chemiker und Autor des Buches „The Greenhouse Delusion“ (Der Treibhauswahn), war ebenfalls IPCC-Mitarbeiter. Sein Fazit über das Gremium: „Der IPCC ist fundamental korrupt. Die einzige Reform, die ich mir vorstellen kann, ist seine Auflösung.“

Viele Menschen meinen heute, dass der überaus größte Teil der Forscher in puncto menschengemachtem Klimawandel einer Meinung seien. Das ist zwar absolut falsch, aber es verwundert nicht, wiederholen doch Mainstream-Medien seit Jahren gebetsmühlenartig den sogenannten 97-Prozent-Konsens. Er soll angeblich zeigen, dass 97 Prozent aller Klimawissenschaftler auf IPCC-Linie seien. Die Zahl beruht auf einer Arbeit eines australischen Psychologen, der klimawissenschaftliche Beiträge aus den Jahren 1991 bis 2011 untersucht und festgestellt hatte, dass 97 Prozent der Veröffentlichungen einen Zusammenhang zwischen Erwärmung und menschengemachtem Einfluss annehmen. Prof. Fritz Vahrenholt (Uni Hamburg), der unter Bundeskanzler Schröder als Berater für Energiefragen tätig war, weist darauf hin, dass man bei genauer Betrachtung zu einem ganz anderen Schluss kommt: „Man stellt fest, dass gerade mal 4,6 Prozent diesen menschlichen Einfluss mit mehr als 50 Prozent beziffern, die restlichen 95,4 Prozent sehen einen Zusammenhang, ohne ihn zu quantifizieren.“

Vahrenholt weiter: „Die weit überwiegende Zahl der Wissenschaftler sieht den CO2-Ausstoß durch den Menschen als eine von mehreren Ursachen für die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre. Darunter sind einige, die den CO2-Beitrag auf weniger als 50 Prozent einschätzen, einige sicher auch auf 60 oder gar 80 Prozent. Doch landauf, landab verbreiten Politik und Medien, die Wissenschaftler seien sich zu 97 Prozent einig. Abweichende Meinungen werden als absurd gebrandmarkt.“

Wenn so viele voneinander abweichende Meinungen über die Ursachen existieren, warum gibt es dann weder öffentliche Diskussion noch Austausch zwischen dem IPCC und seinen Kritikern? Wäre derartiges in anderen Wissenschaften, etwa in der Medizin, vorstellbar? Vielleicht liegt Nicola Scafeta, ein Physiker und Statistiker (Duke University, North Carolina), richtig, wenn er schreibt: „Der wirkliche Grund, wieso diese Leute keine öffentliche Debatte mit den Kritikern wünschen, ist einfach der, dass sie, wie sie irgendwie wissen, die Debatte verlören.“

Es gibt keinen Klima-Notfall – oder doch?


Wir können nicht wissen, wer in puncto Klimawandel recht hat. Wir können aber erkennen, dass eindeutige wissenschaftliche Beweise für den alleinigen Einfluss des Menschen bis heute fehlen. Kann es solche überhaupt geben? Wir wissen es nicht. Doch ist es nicht eher so, dass wir bestenfalls nur erahnen können, dass die Natur auf der Erde quasi ein Organismus ist? Ein hochkomplexes, offenes und dynamisches System mit zahllosen, zumeist noch völlig unerforschten – und womöglich sogar unergründlich vielen – Einflussfaktoren. Mit ebenso zahllosen Regelkreisen, die jeweils zu unterschiedlichen Effekten führen können. Aufschaukelung, Verstärkung ist ebenso denkbar wie das Bestreben zur Erhaltung eines Gleichgewichts, wie die Homöostase. Wir leben auf sich ständig verschiebenden Platten einer vergleichsweise hauchdünnen, erstarrten Erdkruste. Unter uns nichts als glühendes Erz mit Temperaturen von bis zu 6.000 Grad. Wir rasen mit 110.000 Kilometern pro Stunde um die Sonne, rotieren mit einer Million Stundenkilometern um die Milchstraße. Wir befinden uns in einem Universum, dessen Größe und Aussehen für uns jenseits des Begreifbaren liegt und für das selbst die virtuosesten unter den Wissenschaftlern keine Ursache kennen. Vor diesem Hintergrund mutet es doch vermessen an, wenn Menschen an Monokausalität glauben und beharrlich behaupten, sie hätten ein im Universum klitzekleines Ding als alleinige Ursache für ein bestimmtes Phänomen gefunden.

Was wir auch erkennen können ist, dass es Leute und Institutionen gibt, die Alarmismus betreiben, die damit ehrlich besorgte und gutgläubige Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Die ihre Hypothesen als ultimative Wahrheiten darstellen, die Zweifler mit den Mitteln des Mobs lächerlich machen, weil sie politischen Ideologien anhängen oder finanzielle Interessen verfolgen. Das ist keine saubere Optik, alleine deshalb muss man an den Panikpropheten zweifeln.

Aber wir sollten daran denken, dass die westliche Industriezivilisation – ob mit oder ohne CO2 – unseren Planeten verheert, auch wenn das gerade in den entwickelten Ländern am wenigsten auffällt, da vieles in die ärmeren und ärmsten Länder „ausgelagert“ wurde. Die Überfischung der Meere, die Abholzung der Regenwälder, der Raubbau an seltenen Ressourcen, das Plastik in Böden und Ozeanen, die Versiegelung der Böden, die unsäglich langen, mit Lärm, Dreck und Hektik rund um die Uhr verbundenen Transportwege. Die immer kurzlebigeren Produkte, die sich nicht mehr reparieren lassen – eine Materialschlacht von buchstäblich ungeheuerlichen Dimensionen. Allein aus diesem Grund ist es sicher nicht falsch, eine Verminderung der CO2-Emissionen anzustreben. Falsch ist es aber, wenn mit Hilfe von verdrehten Wahrheiten die Apokalypse ausgerufen wird, um damit neue Steuern und Maßnahmen zu rechtfertigen, die uns Billionen kosten, aber ganze Industrien zerstören und nur zu anderen Umweltschäden – Stichwort Photovoltaik, Elektroauto, Windkraft – führen. Silvio Borner, Emeritius für Volkswirtschaftslehre (Universität Basel), spricht im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Energiewende von „geistiger Umnachtung“.

Im Herbst des vergangenen Jahres hat eine Gruppe von 500 Experten aus unterschiedlichsten Fachbereichen die „Europäische Klima-Deklaration: Es gibt keinen Klimanotfall“ der Uno zugesandt. Eine Kritik an den allgegenwärtig vom IPCC produzierten Katastrophenszenarien. Während die Deklaration in den Mainstream-Medien keine Erwähnung fand, reagierten Klimaaktivisten blitzschnell: Unterzeichner der Deklaration erhielten prompt einen anonym getätigten Eintrag als Klimaleugner in Wikipedia. Weil heute viele Journalisten nur noch dort recherchieren, wirkt die Diffamierung ungemein effizient: Kein Journalist wird es wagen, mit einem solcherart gebrandmarkten Wissenschaftler ein Interview zu führen, und keines der großen Medienhäuser würde ein solches Interview bringen – öffentlich-rechtliche Radio- und TV-Anstalten inklusive.

Wird sich etwas ändern? Schwer zu sagen. Der Mainstream konterte nur Wochen später mit einer gemeinsamen Erklärung von mehr als 11.000 Wissenschaftlern. Sie wurde von praktisch allen Medien übernommen und groß gebracht. Ihr Titel: „Wir haben den Klima-Notfall.“


Zum Weiterlesen


Silvio Borner, „Warum die Politik versagt: Diagnosen eines Ökonomen“, LIT, 24,80 Euro. Markus O. Häring, „Sündenbock CO2: Plädoyer für ein lebenswichtiges Gas“, Carnot Cournot, 24 Euro. Horst-Joachim Lüdecke, „Energie und Klima, Chancen, Risiken, Mythen“, Expert, 23,99 Euro. Fritz Vahrenholt, „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, Kindle, 9,99 Euro. Markus O. Häring, „Der 2.000-Watt-Irrtum: Wie das Drohszenario Klimaerwärmung die gesamte Energiepolitik fehlleitet“, Münsterverlag, 28 Euro.

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