Und alles wird federleicht ...

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 9. April 2019

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Das Kranzbach

Was passiert, wenn ein japanischer Weltklasse-Architekt auf einer Lichtung in einem Zauberwald einen Meditations-Pavillon baut? Ein kleines Wunder, das erstens staunen und zweitens ein deutsches Spitzenwellnesshotel noch einzigartiger macht.

Das wirkliche Leben ist erfinderischer als jeder Romanautor. Das wussten große Literaten allerdings schon immer. Man stelle sich vor, jemand will eine Hütte im Wald bauen, mit einer Holzterrasse dazu. Und weil es was „G’scheites“ werden soll, kommt er auf die Idee, einen Architekten zu engagieren, der gerade im schottischen Dundee für 100 Millionen Euro ein kühnes Museum entworfen hat. Mehr noch: Der Mann beschäftigt sich gerade mit der Errichtung des neuen, 1,3 Milliarden Euro teuren Olympiastadions in Tokio. Nun, es ist ein bisschen so, als wollte man für eine Geburtstagsfeier im kleinen Kreis die Rolling Stones engagieren – und schafft das auch! Nennen wir es das Streben nach dem Allerfeinsten.

Das Kranzbach

Das neue Meditation House


Der Architekt hat einen wirklich originellen japanischen Namen, er heißt Kengo Kuma, und er kommt tatsächlich und leibhaftig ins Elmau-Tal nach Bayern zu diesem unverwechselbaren Wellnesshotel, dessen historischer Trakt anmutet wie ein englisches Schloss. Vor der gewaltigen Kulisse des bayerischen Wettersteingebirges geht er mit angestrengtem Gesicht und dem Auftraggeber im Wald spazieren. Dann sagt Kengo Kuma auf einer kleinen Lichtung mit vielsagendem Blick: „Der Boden spricht mit mir. Das ist der Platz. Hier bauen wir.“

So jedenfalls erzählt es der inzwischen 74-jährige Tourismusvirtuose Jakob Edinger, der das Anwesen 2007 bei einem Spaziergang zufällig entdeckt hatte. Und danach keine Minute verlor, es auch zu kaufen.

Edingers Gespür für höchste Güte führte ihn auch zu Kengo Kuma. Der kühne Entwurf wurde tatsächlich ein baulicher Glücksfall, über dessen Kosten man aber wohl nur mit viel Gleichmut meditieren kann. Dem japanischen Stararchitekten, der das kleine Projekt als Ausgleich zu seinem Megabauwerk in Tokio mit Hingabe betrieb, gelang es, die „Holzhütte“ im Wald kurzerhand auf die Weltkarte der modernen Spa-Architektur zu hieven.

Als hölzernes Baumaterial wurde Weißtanne verwendet, weil sie „so leise ist“. 40 vornehmlich lokale Firmen setzten einen außergewöhnlichen Entwurf um. Ähnliches gibt es in Deutschland nicht einmal ansatzweise. Am spektakulärsten ist wohl das Innendach aus 1.550 steirischen Weißtannenschindeln, das aussieht, als wäre ein frisch geschnittener Scheiterhaufen von mystischer Kraft in den Himmel gezogen worden. Die Gäste spazieren vom Hotel rund 200 m durch einen belebenden Wald zu dem eingeschoßigen Pavillon, um dann von hochkarätigen Meistern der Meditation und umgeben von der Kraft des Waldes in der Kunst der eigenen Erdung unterwiesen zu werden. Im Jahr 2019 sind übrigens insgesamt 27 mehrtägige Yoga- und Meditations-Retreats geplant, Yoga und Meditation gibt es außerhalb dieser Termine zumeist zweimal täglich.

Das Kranzbach

Das Kranzbach erfreut seine Gäste allerdings schon vorher, unter anderem mit einem von herrlichen Baumwipfeln umgebenen Baumhaus. An herrlicher Natur herrscht hier ja kein Mangel. Eine 13 Hektar große Bergwiese umgibt diese außergewöhnliche Wellnessadresse, und dahinter liegen die Wälder der Bayerischen Staatsforste, umringt von den Gipfeln des Karwendel und der Zugspitze. Der Bayerische König Ludwig II., der Schönheit wie dem Wahnsinn gleichermaßen zugetan, ließ sich hier übrigens gerne in kalten Winternächten mit einem Pferdeschlitten zu seinem Jagdschloss bringen.

Als Vier-Lilien-Hotel bietet das Kranzbach freilich auch ein weitläufiges Spa mit mehreren Innen- und Außenpools, darunter ein 21 m langes, ganzjährig beheiztes Außensportbecken (Temperatur: 29 Grad) und ein anregender Salzwasserpool. Wirklich außergewöhnlich ist aber ein Stück japanischer Badekultur: der Onsen. Bei frischer Luft und 40 Grad warmem Wasser lösen sich Verspannungen, und die innere Ruhe kommt wie von selbst. Instant-Nirwana sozusagen.

Und während die Durchblutung von Haut und Muskulatur allmählich zunimmt, erinnert man sich unweigerlich an das berühmteste Haiku-Gedicht Japans: Der Frosch. Es lautet so:
Der alte Teich.
Ein Frosch hüpft hinein.
Das Geräusch des Wassers.


Mehr: Das Kranzbach, Fon +49-(0)8823-928000, www.daskranzbach.de und RELAX Guide - Das Kranzbach
Fotos: Anneliese Kompatscher

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