Das Auszeit-Refugium mit See

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 7. Februar 2017

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Ein feines Ausseerland-Haus hat sein Hotelareal schlicht um neun Hektar vergrößert. Nun gibt es Wiesen, Wald – und einen eigenen großen See! All das vor berührendem Panorama.

Give me Moor! Wobei – etwas höflicher dürfte es bei den Verhandlungen rund um ein kleines Naturschutzgebiet im Ausseerland wohl schon zugegangen sein. Die Eigentümer des Auszeithotels Wasnerin, auf einem sonnigen Hochplateau gelegen, haben vom nahen Wasner-Bauern ein neues Rückzugsgebiet für ihre Gäste erworben.
Mehr als neun Hektar Landschaft mit einer wahren Besonderheit: einem Moorsee. Die mit drei RELAX-Guide-Lilien ausgezeichnete Wasnerin, ohnehin schon reich an außergewöhnlichen Annehmlichkeiten, wurde somit zum Hotel mit eigenem See. Einen „mystischen Kraftplatz“ nennt es die engagierte Direktorin Petra Barta. Einen Kraftplatz, dessen Vorzüge die Einheimischen schon lang zu nutzen wussten: „Dieser Moorsee ist jedes Jahr der erste, in dem man schwimmen kann“, gerät Barta ins Schwärmen. Moorseen sind stets wärmer als andere Seen; sie sind also nicht nur die ersten Badeseen in der Saison, sondern auch jene, in denen wir noch dann ohne Gänsehaut schwimmen können, wenn uns anderswo schon eine herbstelnde Kühle davon abhält, in Freiluftgewässer zu steigen. Aber nicht nur die wohlige Temperatur ist außergewöhnlich: Moorwasser sorgt dank seiner speziellen Huminsäuren für eine besonders samtige Haut – schon Paracelsus wusste das.



Auf dem aus Holz errichteten Liegedeck am Moorsee lässt es sich nicht nur wunderbar entspannen, hier wird auch morgens und abends Yoga angeboten. Außerdem – und dann wird es wohl wirklich mystisch – fungiert das Deck als Bühne für abendliche Lesungen. Spätestens damit gehört der Moorsee nun voll und ganz zur Wasnerin. Dieses Wellnesshotel wird nämlich auch als Literaturhotel geschätzt. Bücher sind im Haus allgegenwärtig. Die hauseigene Bibliothek mit zahlreichen Ohrensesseln, zum Teil neben einem offenen Kamin, lädt zum stundenlangen und alle Zeit vergessenden Versinken in Sätzen ein, eine Buchhändlerin aus dem Ort sorgt für steten wohlkuratierten Nachschub. Das Ausseerland zog schon immer schreibende Seelen an: Hugo von Hofmannsthal zog sich hier ebenso zurück wie Arthur Schnitzler. Eine Tradition, die heute mit namhaften Autoren und Autorinnen wie Robert Schindel, Vea Kaiser oder Eva Rossmann fortgesetzt wird. Sie alle waren schon in der Wasnerin zu Gast.



Wer es ihnen gleichtut, trifft hier auf Kompetenz in vielen Bereichen. Die erfahrene Yogatrainerin Esther Ranjani Eder etwa leitet mit ihrem Team Yogakurse in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Yoga in der freien Natur hat für sie einen besonderen Stellenwert, die Klassen finden also unter anderem am Moorsee statt – auch in Kombination mit Stand-up-Paddling – oder an der gewaltigen Hofmannsthal-Linde, von der man einen herrlichen Ausblick auf den Dachsteingletscher genießt. Auch in Sachen Ernährung bietet die Wasnerin wissenschaftlich fundierte Kompetenz: Auf Wunsch bekommt man hier eine ärztlich begleitete Detox-Kur, die mit basischer Küche der Übersäuerung des Körpers, einem Zivilisationsphänomen unserer Zeit, entgegenwirkt. Green Smoothies, die zu Recht hochgelobten blattgrünen Wirkstoffwunder, sind nur ein Teil des Konzepts. Dass die Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung kommen und somit für den kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck sorgen, ist für das Küchenteam der Wasnerin selbstverständlich – und anders als an anderen Adressen mit ambitioniertem engen Herkunftsradius bei den Lebensmitteln stammt hier sogar das Salz aus der Nachbarschaft: Man kocht mit Ausseer Bergkernsalz. Salz ist auch im Spa zu finden, ebenso wie Zirbenholz oder Steine aus der Umgebung. Rückzugsorte, die die Natur ins Haus holen, findet man in der Wasnerin somit genug.



Mit dem Moorsee, sagt Petra Barta, wollte man nun noch mehr solcher Rückzugsorte für die Gäste schaffen. Das Moorsee-Gebiet ist vom Hotel aus in einem Spaziergang oder bequem wie umweltschonend via E-Bikes und E-Shuttle zu erreichen. Auf 850 Höhenmetern gelegen, bieten sich von hier wunderbare Ausblicke: auf den Hohen Sarstein, wo auch das Ausseer Bergquellwasser entspringt, auf den Zinken und natürlich den Dachstein. Und wer vom Moorsee über das Hochmoor, eine unberührte, ursprüngliche Landschaftspreziose, weiterwandert, kommt zum Alpengarten Bad Aussee. Einem weiteren Kraftplatz.



Mehr: Die Wasnerin G’sund- & Naturhotel, Fon +43-(0)3622-52108, www.diewasnerin.at und www.relax-guide.com

Fotos: Christian Jungwirth, Alexander Koller, Tina Reiter

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