Träumen über dem Wasser

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 6. Mai 2016

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Overwater Villas gelten heute als das Nonplusultra eines Luxusurlaubs. Aber wer kam eigentlich auf die Idee, Hotelgäste auf einem Pfahlbau im Meer nächtigen zu lassen? Und wo genau findet man die schönsten dieser Wasser-Bungalows?

Der Traum vom paradiesischen Leben ist mächtig. Die Geschichte der Overwater Villas beginnt mit ihm und einem Buch, dem ersten, das der spätere Bestsellerautor James Mitchener schrieb. Es erschien 1947 und hieß „Geschichten aus der Südsee“ und es erzählte von einem unbeschwerten Leben irgendwo bei Tahiti, voll Sonne, Sand und schönen Mädchen.
1960 hängten drei kalifornische Mitchener-Fans ihre Jobs an den Nagel, um die Südseegeschichten wahr werden zu lassen. Ein Anwalt, ein Börsenmakler und ein Verkäufer, alle drei um die 30, flogen frohen Mutes nach Tahiti und versuchten sich auf Moorea ziemlich ahnungslos als Vanilleplantagenbesitzer. Nach einem Finanzdesaster schmiedeten die drei jungen Männer – Jay Carlisle, Hugh Kelley und Muk McCallum – neue Pläne.


Foto: Song Saa Resort/Jens Fischer

Für wenig Geld erwarben sie eine heruntergekommene, miserabel laufende Sechs-Bungalow-Anlage auf der kleinen Südsee-Insel Raiatea. Dass keine Gäste kamen, hatte gute Gründe. Die Fährverbindung nach Tahiti war spärlich und es gab keinen richtigen Strand. Und so kamen die drei auf die Idee, Hütten draußen auf dem Meer direkt über dem Riff auf Pfeilern zu bauen. Und tatsächlich: Dort zu wohnen und zu tauchen war ein Traum, eine unvergleichliche Idylle, allein, es kamen immer noch keine Gäste. Im Dezember 1962 tauchte indes das Glück auf, in der Gestalt eines Fotojournalisten namens Carl Mydans. Mydans war von den Hütten im Wasser begeistert und machte im Life-Magazin eine große Story über die „Bali Hai Boys“. „Bali Hai“ war der Name einer fiktiven Paradiesinsel in James Mitcheners Südseegeschichten. Und so erfüllte sich der Südseetraum für die drei Kalifornier tatsächlich, die noch etliche Overwater Villas auch auf anderen Inseln bauten, viel Party machten und den Südseeschönheiten sehr zugetan waren. Hugh Kelley brachte es auf 10 Kinder mit fünf Frauen, Jay Carlisle auf drei von drei Frauen, Muk McCallum war nicht braver, nur vorsichtiger.
Es dauerte fast ein Jahrzehnt, bis die erste Hotelkette auf die Idee kam, die Sache mit den Overwater-Hütten zu kopieren. Als Pionier gilt das Bora-Bora-Hotel – 1971 wurden dort die ersten wirklich luxuriösen Overwater Villas gebaut. Das wunderbare Resort wurde übrigens später ein Aman-Hotel, heute ist es, zerstört von einem Tsunami, geschlossen. In der Südsee findet man inzwischen viele solche Villas. Allein auf der kleinen, wunderschönen Insel Bora Bora gibt es bereits neun derartige Luxusresorts, auf Moorea sind es fünf und auf Tahiti zwei.
Insgesamt gibt es weltweit rund 5.000 Overwater Villas, zwei Drittel von ihnen findet man auf den Malediven. Der Grund dafür ist nicht nur die Schönheit der dortigen Palmeninseln. Overwater-Bungalows kann man nicht überall bauen. Das Meer muss schaumgebremst daherkommen. Die vielen kleinen Inseln der Malediven, meist ringförmig in Atollen gruppiert, sind durch eigene Riffe geschützt und so für diese Villas geradezu prädestiniert. Rein technisch könnte man zwar an fast jeder Küste Pfahlbauten errichten, doch die Freude daran bliebe aus: Die Brandung wäre zu laut, die Strömung zu gefährlich.

Heute ist die Auswahl an Traumhäusern über dem Meer enorm. Sie stehen auch in der Südsee auf Bora Bora, Tahiti, Morea, den Cook Islands, Fidschi, Vanuatu, in der Karibik, etwa in Panama (Coral Lodge), Mexiko (Rosewood Mayakoba) und Belize (Thatch Caye Resort). In Asien findet man sie in Kambodscha (Song Saa Resort), Malaysia (Pangkor Laut Resort) und Vietnam (Vedana Lagoon Resort). In Afrika sind es Destinationen wie Mauritius und Mosambik und in Europa das Fünfsternhotel Palafitte am Neuenburger See in Neuchâtel.
Nicht nur die Zahl der Wasserhäuser wächst, auch ihre luxuriöse Ausstattung hat Dimensionen angenommen, die sich die drei lebenslustigen kalifornischen Erfinder wohl nicht vorstellen konnten. Whirlpools, Riesen-TV-Schirme, Nespresso-Maschinen oder Glasböden, die besonders nachts bei Beleuchtung den Blick auf Fische und Korallen ermöglichen – Spötter nennen es das „Tahiti-TV“ –, sind im Topsegment längst Standard. Nach oben scheint es kein Limit zu geben. Auf Jamaika etwa, in Montego Bay, entsteht gerade eine Anlage, die erstmals auch mit Infinity-Pools über dem Meer punkten wird. Eigentlich ein wenig pervers, das. Den wirklichen Luxus der ersten Hütten über Wasser erreichen die allermeisten Overwater-Pavillons heute aufgrund der dichten Verbauung und vielleicht gerade wegen ihres Fünfstern-Luxus nicht mehr: das Gefühl, fernab von der Zivilisation im wahren Paradies gelandet zu sein, im wahren Traum von der Südsee.

Pearl Beach Resort



Foto: Pearl Beach

Wenn es auf der Welt ein Fleckchen gibt, das unseren Vorstellungen vom Paradies sehr nahe kommt, dann ist es Bora Bora in der Südsee. Hier, wo die ersten Luxus-Overwater Villas überhaupt entstanden, verspricht das 1998 eröffnete Pearl Beach Resort, ein Mitglied der Leading Hotels, mit 50 Wasservillen in türkisblauem Wasser, einem feinen Sandstrand und dem Blick auf die grünen Felsen Bora Boras einen Traumurlaub.
www.spmhotels.com

Jumeirah Dhevanafushi Resort



Foto: Jumeirah Dhevanafushi

Rund 100 km vom Flughafen Male entfernt und gesegnet mit einem sehr schönen, noch intakten Korallenriff ist die Privatinsel Dhevanafushi. Das Besondere an den 16 Wasservillen: Sie liegen 800 m von der „Hotelinsel“ entfernt und können nur per Boot erreicht werden. Natürlich verfügt dieses Paradies über Personal. Jede Wasservilla hat nicht nur einen Privatpool, sondern auch einen eigenen Butler.
www.jumeirah.com

Likuliku Lagoon Resort



Foto: Likuliku Lagoon Resort

Idylle im Südpazifik: Das einzige Resort auf den Fidschi-Inseln, in dem man über Wasser wohnen und schlafen kann. Die etwa 60 Quadratmeter großen Pavillons (plus 31 Quadratmeter Deck) sind den Holz-Stroh-Hütten, wie sie auf den Mamanuca-Inseln üblich sind, nachempfunden und werden Buren genannt. Fidschi vom Feinsten.
www.likulikulagoon.com

Song Saa Resort



Foto: Song Saa Resort

In Kambodscha, 35 km vom Badeort Sihanoukville entfernt, auf einer der vielen Inseln des Golfs von Thailand, liegt das luxuriöseste Resort des Landes. Auf Song Saa Island befinden sich 27 Villas, neun davon über Wasser. Gegründet wurde das Traumresort 2011 von Rory Hunter, einem australischen Werbeguru, und seiner Frau Melita, einer Designerin.
www.songsaa.com

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