Wahnsinn ganz korrekt

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 6. Mai 2016

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Der Aufstieg der politischen Korrektheit geht mit dem Niedergang des Mittelstandes einher. Die Auswüchse sind grotesk, das Ziel dahinter nichts weniger als die Abschaffung der freien Meinungsäußerung.

Nach einem US-Angriff auf Afghanistan im Oktober 2001 war plötzlich der Teufel los. Aber nicht etwa, weil durch die Bomben auch unschuldige Menschen getötet und ganze Wohnviertel in Schutt und Asche gelegt wurden – der Aufschrei hatte eine ganz andere Ursache: Ein Soldat hatte aus Wut über den Anschlag auf das World Trade Center mit entführten Flugzeugen auf eine Rakete geschrieben: „Entführt das, ihr Schwuchteln!“
Als die Führung Wind von der Sache bekam, reagierte sie mit Empörung. Schnell formulierte sie ihre „offizielle Missbilligung“ dieser homophoben Bemerkung. Später wurden sogar offizielle Richtlinien dafür erlassen, welche Botschaften für das Töten von Menschen in Ordnung sind. So ist seither „Ich liebe New York“ auf einer Bombe erlaubt, homophobe oder rassistische Parolen aber nicht. Menschen zu töten ist offenbar kein Problem, solange dabei keine Gefühle von Minderheiten verletzt werden.
Auch im Alltag sind die einst hehren Ziele der politischen Korrektheit inzwischen vollkommen außer Rand und Band geraten. So hat ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Nebraska seinen Lehrern empfohlen, Kinder nicht mehr als Buben und Mädchen, sondern als „violette Pinguine“ anzusprechen. Der Grund: Geschlechtsspezifische Bezeichnungen würden jene Kinder diskriminieren, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Um andere Kulturen nicht zu beleidigen, wurden aus Ostereiern „Frühlingskugeln“ und aus Christbäumen „Ferienbäume“. In Großbritannien wurde das Wort „brainstorming“ gerichtlich verboten, da es Menschen beleidigen könnte, die unter Epilepsie leiden.

Neue Hochblüte der Zensur

Diese grotesken Beispiele sind nur die Auswüchse einer gefährlichen Entwicklung: der langsamen, aber stetigen Abschaffung der freien Meinungsäußerung im Zeichen der Moral. Denn obwohl die freie Meinung in den meisten westlichen Staaten verfassungsmäßig garantiert ist, steht sie unter Dauerattacke. Kontroverse Standpunkte werden zu „Hassbotschaften“, und die Zensur erlebt eine neue Hochblüte. Selbst in Kinderbuchklassikern wie Pippi Langstrumpf oder Die Kleine Hexe wurden heute als unkorrekt geltende Wörter entfernt. In England änderte ein Verleger sogar das Lied „What shall we do with the drunken sailor?“. Der „betrunkene Seemann“ wurde zum „mürrischen Piraten“. Im alten Lied hieß es: „Steckt ihn in den Sack und haut ihn, bis er nüchtern wird.“ Im neuen: „Kitzelt ihn, bis er lachen muss.“ Ja, nicht einmal das Wort Gottes ist gefeit vor Zensur: Seit 2006 gibt es eine „Bibel in gerechter Sprache“.
Während die Wächter der politischen Korrektheit beim Umgang mit Minderheiten jedes Wort auf die Waagschale legen, sind sie im Umgang mit ihren Gegnern weit weniger feinfühlig. Aus einer Meinung wird dann schnell ein Verbrechen; ein falsches Wort und die betroffene Person ist zum Abschuss freigegeben. Ein Beispiel: Als Facebook sich weigerte, rassistische und verhetzende Kommentare gegenüber Flüchtlingen in Deutschland zu zensurieren, nahm ausgerechnet die Bild-Zeitung das Recht in die eigenen Hände. Anstatt – wie in einem Rechtsstaat eigentlich üblich – die Postings bei der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Verhetzung anzuzeigen, wurden sie auf einem „Pranger der Schande“ abgedruckt – inklusive Klarnamen und Fotos der Verfasser. Die Zeitung, die selbst gerne gegen Griechen, Arbeitslose oder Roma wettert, war plötzlich Ankläger, Staatsanwalt und Richter in einem. Die Beschuldigten bekamen nicht einmal das Recht eingeräumt, Stellung zu nehmen.
Doch auch ohne wüste Postings kann man schnell vogelfrei werden: Nicholas Christakis, Leiter des Silliman College von Yale, wurde 2015 von seinen eigenen Studenten nicht nur hysterisch zum Rücktritt aufgefordert, sondern sogar physisch bedrängt. Sein Vergehen: Er verteidigte das amerikanische Halloween-Fest mit seinen Kostümierungen. Die Ö3-Radiomoderatorin Elke Lichtenegger wurde im Frühjahr 2014 nach einem einzigen flapsig gesprochenem Satz über eine österreichische Band in den Social Media derart fertig gemacht, dass sie noch im Studio zusammenbrach und in ein Spital eingeliefert werden musste.

Natürlich ist es vollkommen richtig, dass das bewusste Beleidigen von Minderheiten in Debatten unterlassen werden muss. Das Problem ist aber, dass es keine klare Richtschnur dafür gibt, ab wann eine Bemerkung tatsächlich beleidigend ist. Meist handelt es sich – im Gegensatz zum klar definierten Verhetzungsparagraphen – um eine reine Gefühlsentscheidung. Die Bezeichnung Eskimo anstatt Inuit ist etwa streng genommen genauso unkorrekt wie Zigeuner anstatt Roma und Sinti. Dennoch heißt die größte österreichische Eismarke so, ohne dass es auch nur irgendjemanden stört.
Das System aus Tabus und Redeverboten ist für eine Demokratie, die ja gerade von offenen Debatten lebt, brandgefährlich. Denn wer etwa zu Themen wie Geschlechterrollen, Familie, Religion, Migration, Terrorismus oder Patriotismus konservative Standpunkte vertritt, gilt schnell als rassistisch, sexistisch, islamophob, homophob, nationalistisch – oder überhaupt als Nazi.
Kein Wunder, dass sich viele gar nicht mehr trauen, an einer politischen Debatte überhaupt teilzunehmen. Es entsteht das, was die deutsche Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann eine Schweigespirale nennt. Demnach hängt die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, von der Einschätzung des Klimas ab. Widerspricht die eigene der vorherrschenden Meinung, so gibt es aus Angst vor Isolation Hemmungen, sie zu äußern. Die Massenmedien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie üben einen enormen Einfluss auf die öffentliche Meinung aus, indem sie dem Einzelnen gegenüber eine bestimmte Meinung als angebliche Mehrheitsmeinung präsentieren und ihn so unter Druck setzen, sich nicht andersartig zu äußern.

Die neue Toleranz ist parteiisch

Doch woher kommt die politische Korrektheit eigentlich? Ihre Ursprünge sind jedenfalls nicht leicht auszumachen. Konservative verorten die Wurzeln gerne im sogenannten kulturellen Marxismus, der mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges entstanden ist. Theoretiker wie der Italiener Antonio Gramsci fragten sich, wieso Arbeiter lieber für ihre Herrscher in den Krieg zogen, anstatt gegen ihre Unterdrücker zu kämpfen. Die Antwort: Bevor es zu einer tatsächlichen Revolution in den westlichen Ländern kommen kann, bedarf es einer kulturellen Revolution. Klassische Stützen wie Patriotismus, Patriarchat, Religion und Sittlichkeit sollten überwunden werden. Diese Ideen wurden später von der Frankfurter Schule aufgegriffen, in der so berühmte Namen wie Theodor W. Adorno oder Herbert Marcuse wirkten.

Nachdem das Institut der Frankfurter Schule von den Nazis geschlossen wurde, emigrierten die Mitglieder in die USA und avancierten bald zu Tonangebern im akademischen Leben, vor allem in der Soziologie. Bekannt wurde die Frankfurter Schule für ihre Studien zu Autorität und Faschismus. Der vielleicht einflussreichste Denker für die Alltagskultur war Herbert Marcuse. Für die 1968er-Bewegung wurde der Wissenschafter sogar zu einer regelrechten Ikone. Marcuse forderte die „Große Weigerung“ (also die Zurückweisung aller westlichen Konzepte), sexuelle Freizügigkeit und pries die Auflehnung von Feministinnen und Schwarzen. Studenten und Minderheiten sollten den Platz des Proletariats in einer kommunistischen Revolution einnehmen.
Heute ist Marcuse umstrittener denn je, da seine sozialutopischen Ansichten auch totalitäre Schlagseiten hatten. Der US-Historiker und Frankfurter-Schule-Experte Martin Jay kommt etwa zu folgendem Schluss: „Vielleicht seine wichtigste Schrift ist ein Essay über repressive Toleranz aus den späten 1960ern. In dieser Schrift behauptete er, dass die bisherige Praxis der unparteiischen Toleranz nicht zu einer freien Gesellschaft führe, weil alle politischen Glaubensrichtungen gleichberechtigt toleriert würden und somit auch rassistische und neofaschistische Ideen auf einer Ebene mit pazifistischen und emanzipatorischen Ideen stünden.“ Eine neue Toleranz müsse daher parteiisch sein, die Richtung der gesellschaftlichen Veränderungen bestimmen. Jay: „Dieser Gedanke führte schließlich zum Problem der ‚Political Correctness‘ und ‚Political Incorrectness‘ der 1980er Jahre. Sagen wir, Sie haben eine ausgeprägte Meinung, wer politisch korrekt ist. Dann gibt Ihnen das die Berechtigung, intolerant gegenüber denen zu sein, die nicht politisch korrekt sind. Und das kann von Menschen aus dem linken Spektrum dazu benutzt werden, Leuten, mit denen Sie nicht übereinstimmen, das Recht auf freie Meinung zu entziehen.“

Sprachpolizei lähmt Universitäten

In den USA der 1980er Jahre kippte die politische Korrektheit zusehends in eine unangenehme Richtung. Anfangs ging es noch darum, gesellschaftlich schlechtergestellte Gruppen bei ihrem Kampf um Anerkennung zu unterstützen. Dafür entwickelte sich vor allem in der akademischen Welt ein weit verzweigtes System, das auch die Sprache unter die Lupe nahm. Bezeichnungen, die Minderheiten herabsetzten, wurden aufgezeigt und wenn möglich ersetzt. Es sollte nicht mehr der weiße, heterosexuelle, dem anglosächsischen Kulturkreis zugehörige Mann das Maß der Dinge sein. So weit war die Idee der politischen Korrektheit für die breite Masse auch unterstützenswert. Doch dann wurde aus dem ehemaligen Maß aller Dinge plötzlich ein Feind. Weiß und noch dazu ein Mann zu sein, wurde über Nacht zu einem Privileg, das bekämpft werden musste. Der weiße, heterosexuelle Mann mutierte zum personifizierten Bösen, seine Kultur zur Unterdrückungsmaschine.
Welch erschreckendes Ausmaß politische Korrektheit gerade in der akademischen Welt inzwischen angenommen hat, sieht man am besten an amerikanischen Universitäten. Wo noch vor kurzem die freie Lehre vehement verteidigt wurde, werden immer mehr alte Bücher aus Seminaren verbannt, da sie die Gefühle von Studenten verletzen könnten. Professoren werden dazu angeregt, ihre Klassen vorsorglich zu warnen, wenn in Vorlesungen Stoffe behandelt werden, die bei Studenten „psychologische Traumata“ hervorrufen könnten. Auf vielen Unis patroullieren sogar „Sprachpolizisten“, die penibel „Mikroaggressionen“ aufzeichnen. Ziel dieser bizarren Bewegung ist es, „den Campus in eine Sicherheitszone zu verwandeln, wo junge Erwachsene vor Ideen und Wörtern geschützt werden, die ihnen Unwohlsein bereiten“, schrieben der Sozialpsychologe Jonathan Haidt und der Anwalt Greg Lukianoff in einem Artikel für Atlantic Monthly.
Auch die Redefreiheit wurde wieder eingeschränkt. Denn freie Meinung kann nach Ansicht einer neuen Studentengeneration dazu missbraucht werden, Gefühle von Minderheiten, Schwulen und Lesben sowie Frauen zu verletzen. Insgesamt wurden mehr als 120 Reden auf Druck aufgebrachter Studenten abgesagt, darunter etwa jene von IWF-Chefin Christine Lagarde oder Ex-Außenministerin Condoleezza Rice. Für die Lehrenden ist das fatal. Denn wen die „Sprachpolizei“ anprangert, der verliert schnell seinen Job. Anstatt freier Lehre herrscht Selbstzensur aus Angst. Und ein Ende des Alptraums ist nicht in Sicht, die neue Zensur wird vielmehr zusehends institutionalisiert.

Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk fasste die Entwicklung so zusammen: „Wo es einst um die Utopie von einer Welt ohne Repressionen ging, herrscht heute eine Atmosphäre der Unterstellung und Verdächtigung, der Anpasserei und des Duckmäusertums, gegen die der angebliche Mief der 1950er-Jahre wie Frischluft anmutet. Wir haben uns – unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung – in einem System der Unterwürfigkeit der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten lähmt.“

„Plappernde Klasse“ wird immer schriller

Doch wieso ist die politische Korrektheit eigentlich so erfolgreich? Lässt sich die Entwicklung tatsächlich nur auf die Ideen von ein paar Denkern zurückführen, von denen der durchschnittliche Bürger noch nie etwas gehört hat? Oder ist es wirklich so, wie der italienische Philosoph Umberto Eco vermutet: Dass sie dazu da ist, das zugrunde liegende Problem, weil es ungelöst ist, sprachlich zu verschleiern.
„Es ist verlockend und zu einfach, politische Korrektheit als Unterdrückung durch eine kleine Gruppe nicht-liberaler Linksliberaler darzustellen, als bewusstes Projekt einer Mittelschichtselite, die von der Gesellschaft abgesondert und mit dem Kopf in den Wolken lebt und die die Welt nach ihrem Ebenbild umformen möchte“, schreibt etwa der Journalist und Herausgeber des liberalen Magazins Spiked Brendan O’Neill, der als prominenter Kritiker der Political Correctness gilt. Die wahren Ursachen reichen viel tiefer: „Ihr Erfolg beruht auf dem Niedergang und Verfall traditioneller Formen von Autorität und Moral.“
Wenn ein traditionelles Wertesystem, das lange eine Gesellschaft beherrscht hat, in einer tiefen Krise steckt, werden bis dahin normale Verhaltensweisen infrage gestellt. „Alle Selbstverständlichkeiten der letzten 200 Jahre sind im Zerfall begriffen“, sagt O’Neill. Political Correctness sei nur ein Gerüst, das schnell errichtet wurde, um die alte Moral zu ersetzen. „Sie bedeutet die allmähliche Übernahme durch eine neue Art von modernen Moralisten. Das Endergebnis ist ohne Frage von Unterdrückung und Zensur geprägt. Es steht der individuellen Unabhängigkeit sowie der Meinungsfreiheit feindlich gegenüber.“

Dabei hätte der Zerfall der traditionellen Moral mit all ihren Einschränkungen ein Gewinn sein können, es hätte wohl eine Welt ohne Unterdrückung entstehen können. Doch die alte, oft spießige Moral wurde, so O’Neill, nicht erfolgreich durch eine fortschrittlichere und humanistische Perspektive ersetzt: „Stattdessen verdorrte und zerbrach die alte Moral unter der Last von Krisen und hinterließ ein moralisches Vakuum, das durch jene Menschen gefüllt wurde, die in der posttraditionellen Welt Einfluss besitzen: die immer lauter werdende plappernde Klasse.“
Ein gutes Beispiel, um diesen Mechanismus zu verstehen, sind die britischen Pfadfinderinnen. Über 100 Jahre lang legten die Mädchen beim Eintritt einen Schwur gegenüber Gott, Königin und Vaterland ab. Vor ein paar Jahren gaben sie sich aber plötzlich eine neue Verfassung. Es gibt nun keine altmodische Verpflichtung gegenüber einem christlichen Gott mehr, stattdessen versprechen die Mädchen, jeweils „ihren Gott zu lieben“. Die beschworene Loyalität gegenüber der Königin wich einem Ausdruck von Sympathie. Die Monarchin wird nun eher bedauert„weil es bestimmt nicht einfach ist, überall, wo man hingeht, fotografiert zu werden“. Das Interessante dabei ist, dass niemand die Pfadfinderinnen zu diesem Schritt gezwungen hat. Sie spürten einfach selbst, dass die drei Institutionen, auf denen sie bislang basierten, nämlich Gott, Monarchie und Nation, keine Autorität mehr besitzen. Jede dieser drei Säulen des britischen Bürgertums leidet seit Jahrzehnten an einer schweren Legitimitätskrise.
Doch nicht nur der ideelle, auch der finanzielle Verfall der Mittelschicht half der Political Correctness. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung setzte der amerikanische Erfolgsautor George Packer die wachsende soziale Ungleichheit in den USA in einen direkten Zusammenhang mit dem Siegeszug der politischen Korrektheit: „Nehmen wir einen CEO, der 20 Prozent der Belegschaft feuert und gleichzeitig fette Boni kassiert: Vor 40 Jahren war das tabu, heute ist es normal. Vor 40 Jahren hätte dieser CEO die übelsten Dinge gegen Schwarze sagen, seine Sekretärin vögeln und im Restaurant rauchen können – niemand hätte etwas gesagt. Aber hätte er 20 Prozent der Belegschaft gefeuert und deswegen eine Gehaltserhöhung bekommen, wäre die Empörung groß gewesen. Heute kann er nichts dergleichen tun, aber seine Leute rauszuschmeißen, das ist okay.“
Kritiker sind aber überzeugt, dass sich die politische Korrektheit letztlich nicht durchsetzen wird können. Denn im Gegensatz zu den traditionellen Werten und Formen hat sie keine echten Wurzeln in der Gesellschaft. Zudem stößt sie bei der Bevölkerung zunehmend auf Unverständnis. Genau deshalb sei sie auch so „hysterisch und intolerant“. Der Schrei nach immer mehr Verboten sei ein Zeichen der Schwäche und nicht der Stärke.

Ein Beispiel dafür, dass die politische Korrektheit an Terrain verlieren könnte, ist der US-Wahlkampf des Immobilien-Tycoons Donald Trump. Obwohl Trump eher einem selbstverliebten Clown als einem Präsidentschaftskandidat gleicht, lag er bisher in Umfragen immer klar vor den anderen Republikanern. Der Hauptgrund dafür: Trump spricht mit „Ich habe diesen politisch korrekten Dreck gestrichen satt“ vielen Menschen aus der Seele. Bei einer Fernsehdebatte wurde er mit seinen Aussagen konfrontiert, in denen er ihm unsympathische Frauen als „fette Schweine“ oder „Tölpel“ bezeichnet hatte. Anstatt auch nur zu versuchen, sich irgendwie herauszuwinden, reagierte er zum Gaudium des Publikums völlig anders: „Nein, das stimmt nicht. Das gilt nur für Rosie O’Donnell.“ Die „fette“ O’Donnell ist übrigens eine der bekanntesten Talkshow-Moderatorinnen der USA.

Die Kritiker der politischen Korrektheit sagen, man müsse ihr stets entschlossen gegenübertreten. Anstatt klein beizugeben, sollte man sich „wie ein anständiger Religionskritiker“ benehmen. „Vertrauen Sie auf Ihre Überzeugungen. Sagen Sie, was Sie denken, ungeachtet der Konsequenzen!“



Foto: Camerique/ClassicStock/Corbis RF

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