Top-Schiffe

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 5. Mai 2015

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Kreuzfahrten boomen. Das Angebot ist riesig, die Preisunterschiede sind gewaltig. Zum Glück gibt es jetzt einen unabhängigen Ratgeber – den Sonderteil im aktuellen RELAX Guide!

Der Urlaub auf hoher See ist ein Paradies für Schnäppchenjäger. Wieso? Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Ozeanriesen, der Abfahrtstermin rückte in bedrohliche Nähe und es wären noch 400 Kabinen frei. Weil es für die Reederei immer noch besser ist, wenig zu verdienen als gar nichts, werden diese Restplätze dann über Billigkanäle – vom Aldi/Hofer-Prospekt bis zu Webportalen – verschleudert. Das führt zu verlockenden Preisen.

Ein willkürliches Beispiel: Die Reederei MSC offeriert sieben Nächte VP mit Flug auf dem Viersternschiff Splendida ab 698 Euro pro Person. Die Reise Magische Mittelmeermomente verläuft von Genua über einige Mittelmeerdestinationen wieder zurück nach Genua. Dagegen scheinen andere Angebote sündhaft teuer. Sehen wir uns zum Vergleich ein reguläres Luxusschiff-Angebot an: eine einwöchige Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer in einer Grand Ocean Suite auf der MS Europa 2. Das kostet – ohne Flug! – fast zehnmal so viel, nämlich 6.860 Euro pro Person.

In beiden Fällen geht es um eine einwöchige Kreuzfahrt, doch sind Preis und Qualität höchst unterschiedlich. Die Billigreise findet im Jänner statt, wenn es also an Deck saukalt ist, die teure Reise Ende Mai, wenn die Frühlingssonne alles verzaubert. Das MSC-Angebot beschert dem Gast eine fensterlose Innenkabine, die gerade einmal 16 m2 groß ist – mit einem winzigen Bad.

Auf der MS Europa 2 hingegen erwartet den Gast eine Suite mit 42 m2 plus Veranda (10 m2). Das Luxusbad ist hier mit Whirlpool und Dampfbad ausgestattet. Dazu gibt es ein freundliches Butlerservice. Das MSC-Schiff ist enorm groß und befördert 5.300 Menschen (inklusive Besatzung), auf der MS Europa 2 reisen höchstens 500 Passagiere und eine 370-köpfige Crew. Hinzu kommen weitere große Unterschiede, etwa die Größe der öffentlichen Flächen, die Qualität des Essens und das Service, das bei der MS Europa 2 deutschsprachig ist.

Billig sind Kreuzfahrten nur auf großen Schiffen. Dort, wo die Passagiere in kleinen Kabinen untergebracht sind, während es bei den meisten Luxuslinern mit Ausnahme von Seglern genau umgekehrt ist: Das Schiff ist klein, die Kabinen groß. Es gilt außerdem die Regel: Billig ist teurer, als es scheint. Das beginnt mit den auf vielen Budget-Schiffen üblichen Zwangstrinkgeldern, die auf US-Schiffen auch automatisch auf andere Leistungen wie ein Getränk an der Bar oder eine Massage im Spa aufgeschlagen werden – bis zu 18 Prozent! Eine arglistige Täuschung: Man zahlt empfindlich mehr als den Preis, mit dem man angelockt wurde.

Ein weiterer Nachteil von Budget-Schiffen ist, dass sie oft relativ weit von einer Destination entfernt anlegen und Bustransfers extra verrechnen. Doch es gibt noch weitere Nebenkosten bei vermeintlich billigen Jakoben. Wer etwa Abwechslung beim Essen sucht, kann in der Budget- und Premiumklasse in der Regel nur gegen Aufpreis in feineren Spezialitätenrestaurants speisen. Auch der Zutritt zum Spa ist in der Budgetklasse meist kostenpflichtig.

Sollte man große Schiffe deswegen meiden? Keineswegs, denn die Giganten der Meere haben auch ihre Vorzüge. Sie gleiten zum Beispiel wesentlich ruhiger über das Wasser als ihre kleinen Konkurrenten. Auch die Show-Programme sind ungleich aufwendiger und professioneller als bei kleinen Schiffen. Und überhaupt, wer Spaß und Attraktionen sucht, für den gilt: Big is beautiful. Hier findet man Dinge, die Kids und Teens begeistern, vielleicht sogar einen ganzen Aquapark. Es gibt Kidsclubs und vor allem viele andere Kinder. Wer allerdings auf Gourmetküche, hohe Servicequalität, viel Platz in der Kabine und Ruhe Wert legt, sollte zumindest auf Premium-Schiffe ausweichen. Wirklicher Luxus, Superservice, Ruhe, keine Warteschlangen, ob an Bord oder bei Landgängen, und große Kabinen haben nun einmal ihren Preis.

350 Kreuzfahrtschiffe befahren derzeit die Weltmeere. 75 Reedereien buhlen um Kundschaft. Manche Schiffe offerieren bis zu 30 unterschiedliche Preiskategorien, je nach Lage, Größe und Ausstattung der Kabinen. Und auf vielen Kreuzfahrtlinern gibt es sogar eine eigene Business-Class.

Es ist also nicht leicht, das richtige Angebot zu finden. Hilfe bietet da der Sonderteil im neuen RELAX Guide 2015, dessen Tester aus dem weltweiten Angebot an Kreuzfahrtschiffen die 35 besten „herausgefiltert“ haben, wobei ein gutes Spa die Grundvoraussetzung war. Die Tests berücksichtigten sowohl die Schiffsgröße als auch das Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit Lilien bewertet wurden daher drei Kategorien, nämlich Budget, Premium und Luxus. Die strengen Prüfer ließen dabei Geschmack und Bedürfnisse außen vor. Ob man Fun und Action sucht oder lieber Ruhe und Erholung, ob preiswerter Familienurlaub oder eine kontemplative Nordlandfahrt, ob Luxus oder Budget, das bleibt jedem selbst überlassen. Nur das richtige Angebot muss man finden.

Wie funktioniert das moderne Kreuzfahrtbusiness eigentlich? Die Antwort überrascht: genauso wie Ikea, H&M oder Zara. Billige Arbeitskräfte aus der Dritten Welt produzieren eine auf den europäischen oder amerikanischen Markt ausgerichtete Ware, in diesem Fall eine Kreuzfahrt. Das Gros der Mannschaft kommt aus „armen“ Ländern, ganz besonders viele zum Beispiel von den Philippinen. Nur Premium- und Luxusschiffe leisten sich im Servicebereich einen höheren Anteil an teureren europäischen Mitarbeitern. Will man lieber deutschsprachiges Personal, dann muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Überraschen mag, dass die Kreuzfahrtindustrie amerikanisch dominiert ist, obwohl die USA nie eine große Seefahrernation waren. Den Ton geben große US-Konzerne wie Carnival Cruise Lines und Royal Caribbean an, denen viele europäische Reedereien gehören, von denen man es gar nicht vermuten würde, wie etwa Costa oder Cunard. Sogar die Mein-Schiff-Liner von Tui, die sehr stark auf den deutschen Geschmack ausgerichtet sind, sind Teil eines deutsch-amerikanischen Joint Ventures mit Royal Caribbean. Der amerikanische Einfluss ist für Europäer oft ein Ärgernis. So kann man heute kaum noch bei einem Schiff die Klimaanlage abschalten, weil Amerikaner nicht ohne Dauergebläse auskommen. Auch Zwangstrinkgelder, die vielen Spielcasinos und kitschiges Interieur gehen auf den US-Einfluss zurück.

Die sieben wichtigsten Schiffs-Premieren 2015

Die Faszination, die von einer Schiffsreise ausgeht, hat eine riesige Industrie beflügelt. 22 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt gebucht. Der Traum ist groß geworden, aber immer noch ist es ein schöner Traum. Vorausgesetzt, man findet für sich das richtige Schiff.

Die boomende Branche bietet alljährlich viel Neues. Zusätzlich zu den im RELAX Guide ausführlich kommentierten weltweit besten 35 Top-Linern stellen wir hier daher die interessantesten Kreuzfahrtschiffe vor, die in diesem Jahr vom Stapel laufen.

Aida Prima: Dieser 300 m lange Ozeanriese für 3.000 Passagiere, der derzeit in Japan gebaut wird, soll im Herbst vom Stapel gelassen werden und im Winter die Gewässer vor Dubai befahren. Ab April 2016 wird die Aida Prima dann das erste Schiff sein, das ganzjährig von einem deutschen Hafen aus, nämlich von Hamburg, ins Mittelmeer aufbricht. Um für die kühlere Jahreszeit gerüstet zu sein, wird ein Teil des Oberdecks mit einem Foliendach überspannt sein. Als Highlights gelten zwei große Wasserrutschen, ein „Lazy River“ und ein 10 m hoher Klettergarten.

Le Lyrial: Die einzige französische Kreuzfahrtreederei, die Compagnie du Ponant, startet am 9. Mai mit einem fünften Schiff. Es heißt Le Lyrial und ist wie die anderen vier ein Mix aus luxuriösem Boutiqueschiff und Expeditionsliner. Der Name ist dem Sternbild Lyra entlehnt, dessen Hauptstern Wega besonders am Nordhimmel extrem hell leuchtet. Das passt, weil die 142 m lange und für nur 260 Passagiere ausgerichtete Le Lyrial viel in den Polarregionen unterwegs sein wird.

Mein Schiff 4: Nach der sehr gelungenen Mein Schiff 3, die 2014 vom Stapel lief, legt Tui Cruises am 5. Juni mit einem weiteren Neubau nach. Er ähnelt stark seiner Vorgängerin und verfügt wie diese über einen extrem großen Außenpool (25 m lang) und eine riesige Glasfassade am Heck („Diamant“). Das 294 m lange, sehr deutsche Premium-Schiff für 2.500 Passagiere wird aber ein noch größeres Spa haben – und einen Rauchersalon mit Spielcasino.

Viking Star: Viking ist ein renommierter Flusskreuzfahrtanbieter mit hochwertigen Schiffen und wagt sich mit der neuen Viking Star, die im März in Richtung Skandinavien vom Stapel gelassen wird, erstmals in die Hochseekreuzfahrt. Das Besondere: Alle Kabinen verfügen über Balkon. Gedacht ist der neue 227 m lange Hochseekreuzer, auf dem 930 Passagiere Platz finden, für anspruchsvolles, kulturinteressiertes Publikum. Routen abseits vom Mainstream, wie etwa die Reise zu den schwedischen Aland-Inseln, werden angeboten.

Britannia: Sie wird das neue Flaggschiff von P & O Cruises und mit ihrer Größe die sieben anderen Flottenmitglieder übertrumpfen. Auf dem 330 m langen Riesen werden 3.650 Passagiere Platz finden, und einige Dinge an Bord sollen für einen „Wow“-Effekt sorgen. So soll im dreistöckigen Atrium eine Mischung aus Kronleuchter und Skulptur namens „Starburst“ von der Decke bis zum Boden hängen. Die Britannia wird – getreu ihrem Namen – very british sein. So werden im Limelight Club englischsprachige Entertainer auftreten. Die Jungfernfahrt findet am 14. März statt.

Norwegian Escape: ein neuer Schiffsriese der Norwegian Cruise Line, die verwirrenderweise so heißt, obwohl sie rein amerikanisch ist. Die technischen Daten sind beeindruckend: 4.248 Passagiere, 328 m Länge. Die Norwegian Escape wird ihren Schwestern Norwegian Breakaway und Norwegian Getaway sehr ähnlich sein, allerdings über ein Deck mehr verfügen. Ab 14. November kann man mit dem neuen Schiffsgiganten wöchentliche Karibik-Kreuzfahrten ab/bis Miami unternehmen.

Anthem of the Seas: Ein Riese des US-Konzerns Royal Caribbean geht im April mit diesem 348 m langen Budget-Schiff für 4.200 Passagiere vom Stapel. Er ähnelt der zur selben Reederei gehörenden „Quantum of the Seas“ stark. Als Top-Attraktionen gibt es auch hier eine North Star genannte Glaskugel, die Passagiere auf bis zu 90 m über das Meer hebt. Im Rip Cord wiederum wird Fallschirmfliegen simuliert. Noch eine Simulation: Die fens–terlosen Innenkabinen verfügen über einen virtuellen Balkon: Fernsehmonitore zeigen live, wie das Meer draußen gerade aussieht. Real hingegen ist die Auswahl an Restaurants: Es gibt ingesamt 18, darunter eines von Jamie Oliver.

Zum Weiterlesen: RELAX Guide 2015 (Österreich, Deutschland); 24,90 Euro.

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