Über die Sieben Meere

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 5. Mai 2015

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Die sieben schönsten Schiffsrouten der Welt. Ein geographischer Fischzug im weiten Ozean der Kreuzfahrten: exotische Länder, spannende Städte und großartige Landschaften!

Manche begeisterte Kreuzfahrer würden am liebsten gar nicht von Bord gehen: Das Schiff und seine Attraktionen sind für sie das Wichtigste. Für alle aber, die sich auf fremde Länder, spannende Städte und großartige Naturlandschaften freuen, haben wir einige der schönsten und interessantesten Kreuzfahrtrouten der Welt zusammengestellt.

Die legendäre Nordwestpassage

Jahrhundertelang war sie ein Mythos. Seit der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan erstmals um Südamerika herum einen Weg nach Asien gefunden hatte, träumten Geographen, Kaufleute und vor allem Seefahrer von einer Route im eisigen Norden Amerikas, die den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Es hat fast 400 Jahre gedauert, bis die legendäre Nordwestpassage von Roald Amundsen im Jahr 1906 gefunden und erstmals befahren wurde. Inzwischen zeigt der Klimawandel deutliche Spuren, denn große Teile der Nordwestpassage sind jetzt eisfrei und kein unentrinnbares Eislabyrinth. Zwar ist es schon über drei Jahrzehnte her, dass zum ersten Mal ein Touristen-Expeditionsschiff die Route befuhr, aber immer noch sind es nur wenige Kreuzfahrtschiffe, die sich so weit in den Norden wagen. Zu sehen gibt es unter dem traumhaften Licht der Polarsonne eine fremde, stille, faszinierende Welt: riesige Eisberge, die vorbeiziehen, Wale und Eisbären, die nach Beute suchen.

Kreuzfahrtbeispiel: Die einzige französische Kreuzfahrtreederei, Ponant, wird mit einem ihrer Luxus-Expeditionsschiffe, der Soléal, im Sommer 2015 die legendäre Nordwestpassage befahren. Die Fahrt von Grönland über Kanada bis in Russlands fernen Osten wird 23 Tage dauern. Der stolze Preis: ab 12.600 Euro.

Von Venedig nach Venedig mit dem Segelschiff

Vielleicht ist es die schönste Stadt, die jemals von Menschenhand gebaut wurde: das unvergleichliche Venedig. Der Handel zwischen dem Orient und Europa bescherte ihr enormen Reichtum: Die Heimatstadt Marco Polos unterhielt bis ins 16. Jahrhundert die meisten Handels- und Kriegsschiffe Europas und war Zentrum eines Kolonialreiches, das von Oberitalien bis nach Kreta und Zypern reichte. Davon zeugen auch viele venezianisch geprägte Städte entlang der kroatischen und montenegrinischen Küste – allen voran das reizende kleine Trogir und das wunderbare Dubrovnik. Kreuzfahrten und Landausflüge entlang diesem Teil des Mittelmeeres zählen zu den schönsten Routen, die man auf dem Meer befahren kann. Die beliebte Route von und nach Venedig eignet sich gerade für Österreicher und Deutsche wegen der einfachen Anreise als ideale Strecke für Kreuzfahrtanfänger. Viele Reedereien haben daher die „venezianische“ Küste im Programm. Im Idealfall wird dabei auch die berühmte Bucht von Kotor an der dalmatinisch-montenegrinischen Küste angelaufen. Diese rund 30 Kilometer ins Landesinnere führende und von steilen Bergflanken umsäumte Bucht ist der schönste Fjord, den man außerhalb Norwegens in Europa finden kann, und war einmal Heimstatt eines altösterreichischen k. u. k. Marinehafens.

Kreuzfahrtbeispiel: Die Royal Clipper ist das größte Segelschiff, das zurzeit auf den Weltmeeren kreuzt. Dieses 134 m lange Fünfmast-Vollschiff für 227 Passagiere, das einer schwedischen Privatreederei gehört, bringt besonders Segler zum Träumen. Die Royal Clipper ist sowohl in der Karibik als auch im Mittelmeer unterwegs. Eine Kreuzfahrt von Venedig in die Bucht von Kotor und zurück über Dubrovnik, Hvar, Rovinj und Piran wird (ohne Anreise, Innenkabine) ab rund 2.000 Euro offeriert. Mehrere Termine im September/Oktober 2015.

Griechenland: Inseln ohne Zahl

Kleine, weiße Häuser, die sich an Berghänge schmiegen, ein wunderbares Licht und ein strahlend blaues Meer: Das ist der Zauber der Ägäis. „Und irgendwann bleib i dann dort“, heißt es in der Aussteigerhymne von STS; wer je dort war, kann es trotz aller ökonomischen Widrigkeiten verstehen. Schöner kann das Mittelmeer kaum werden. Griechenland besteht aus rund 3.000 Inseln, von denen allerdings nur 87 bewohnt sind. Was liegt also näher, als dieses mediterrane Paradies per Schiff zu entdecken. Die Klassiker bei Griechenland-Kreuzfahrten sind die großen Inseln Rhodos und Kreta und die wegen ihrer Schönheit herausragenden Eilande Mykonos und Santorin. Es gibt aber auch Cruise-Trips zu kleineren und unbekannteren Inseln wie Ios oder Syros. Und häufig ist Piräus, der „Haushafen“ von Athen, die Endstation der Reise.

Kreuzfahrtbeispiel: 10 Tage lang wird die Azamara Journey, ein kleineres Fünfstern-Luxusschiff mit maximal 710 Passagieren, im Herbst 2015 durch die Ägäis kreuzen. Start- und Endpunkt ist Piräus, also Athen. Angelaufen werden neben Mykonos, Patmos, Rhodos und Santorin auch einige türkische Inseln. „Griechische Inseln“, buchbar ab etwa 2.900 Euro.

Sehnsuchtsziel Südsee

„Ein Morgen war’s, schöner hat ihn schwerlich je ein Dichter beschrieben, an welchem wir die Insel O-Taheiti zwei Meilen vor uns sahen“, schrieb im Jahr 1777 der deutsche Forschungsreisende Georg Forster in seinem Bericht „Eine Reise um die Welt“. Forster hatte James Cook auf dessen zweiter Expedition nach Tahiti begleitet und trug dazu bei, das Bild der Südsee als ein Garten Eden zu prägen, in dem „edle Wilde“ in einem Paradies in Müßiggang und sexueller Freiheit lebten.

In Wirklichkeit war die Südsee natürlich niemals ein Paradies, und viele Inseln in diesem südlichen Teil des Pazifiks sind auch gar nicht besonders attraktiv. Allerdings findet man dort tatsächlich Eilande von unglaublicher Schönheit, die so aussehen, wie man sich als Europäer das Paradies vorstellen mag: traumhafte Lagunen, farbenprächtige Unterwasserwelten, herrliche Sandstrände, wiegende Palmen.

Den Begriff Südsee prägte übrigens 1513 der spanische Conquistador Vasco Nùnez de Balboa, als er in Panama als erster Weißer das „Mar del Sud“ erblickte. Dazu gehören Französisch-Polynesien mit der Hauptinsel Tahiti, die Samoa- und die Fidschi-Inseln. Die begehrtesten Kreuzfahrtziele in der Südsee sind Bora Bora, Moorea und Tahiti. Besonders Bora Bora gilt vielen Globetrottern als schönste Insel der Welt. Die beste Zeit, die Südsee zu entdecken, ist übrigens Mai bis Oktober, obwohl sehr viele Kreuzfahrten im Winter angeboten werden, weil dann die Mittelmeerschiffe in die Karibik oder in die Südsee kreuzen.

Kreuzfahrtbeispiel: 17 Tage lang kreuzt das deutsche Expeditions-schiff MS Bremen im November 2015 durch die Südsee, von Tahiti bis zur Osterinsel, von einem Höhepunkt zum anderen. Angelaufen werden auch die Inseln Huahine, Bora Bora, Rurutu, Tubuai und Raivavae. Mit an Bord sind fachkundige, deutschsprachige Lektoren. „Seele der Südsee“ ab etwa 6.400 Euro.

Der Zauber der Karibik

Nirgends ist die Farbe des Meeres schöner als in der Karibik. Dies gilt insbesondere für die flachen Gewässer der Bahamas, wo das Sonnenlicht vom weißen Sand unter dem Wasser reflektiert wird. Und das Wetter ist – bis auf die Hurrikansaison im Spätsommer und Frühherbst – stets angenehm warm. Verständlich also, dass die Karibik eine der beliebtesten Gegenden der Kreuzfahrtindustrie wurde. Die „Rennstrecke“ vieler, insbesondere amerikanischer Reedereien ist Miami – Bahamas – Miami. Dabei liegen die Bahamas, so wie Turks und Caicos, geographisch gar nicht in der Karibik. Die wirkliche Karibik besteht aus rund 30 Inseln und kleinen Archipelen, die man in zwei große Gruppen aufteilen kann: die Großen Antillen (Kuba, Dominikanische Republik, Haiti, Jamaika, Puerto Rico) und die Kleinen Antillen (u. a. Antigua, Aruba, Barbados, Grenada, Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Lucia, Trinidad und Tobago). Um den Zauber der Karibik, die mal britisch, mal französisch, mal holländisch geprägt ist, in all seiner Vielfältigkeit zu entdecken, bedürfte es also mehrerer Kreuzfahrten. Zu den schönsten Inseln zählen St. Barth, St. Lucia, St. Martin, Antigua, Barbados, Tobago und Guadeloupe.

Kreuzfahrtbeispiel: Einen guten und preiswerten Überblick bietet die zu mehreren Terminen bis März 2015 angebotene „Karibik erleben“-Reise mit der Costa Fortuna von und nach Guadeloupe. Angelaufen werden die Britischen Jungferninseln, St. Maarten, St. Kitts, Antigua und Dominica. 14 Tage mit Flug ab ca. 2.000 Euro.

Für viele die schönste Seereise: Nordland

Ganz langsam und vorsichtig fährt das große Hurtigruten-Schiff in einen Fjord, der nur 100 m breit ist. Links und rechts steigen zum Teil fast senkrechte Felswände beinahe 1.000 m hoch, und vielleicht sieht man am Ufer etwas vorbeihuschen: einen frechen Troll. Nun. Letzteres ist zwar ziemlich unwahrscheinlich, aber der Trollfjord, in den die Linienschiffe der norwegischen Hurtigruten auf ihrer Südfahrt von Kirkenes nach Bergen als touristische Attraktion kurz einbiegen, begeistert jeden Kreuzfahrer.

Überhaupt gilt vielen die Reise entlang der norwegischen Küste mit ihrer großartigen Landschaft als schönste und spektakulärste Kreuzfahrt überhaupt. Hier sieht man die längsten, tiefsten, schmälsten und schönsten Fjorde der Welt. Viele Reedereien lassen besonders im Sommer ihre Schiffe kreuzen, aber als der Klassiker schlechthin gelten natürlich die norwegischen Postschiffe. Die Hurtigruten-Liner sind eine Mischung aus Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffen. Ihre Geschichte beginnt mit einem mutigen norwegischen Kapitän namens Richard With und seinem Lotsen. Beide hatten viel Erfahrung mit Norwegens Küste und vermaßen jahrelang akribisch die nicht ungefährliche Schiffspassage. So kam es, dass sich Kapitän With als Erster zutraute, einen regelmäßigen Postdienst entlang der Küste aufzunehmen und sie auch bei Nacht und im Winter zu befahren. Das war 1893. Er nannte seinen Postdienst „Hurtigruten“. Heute sind die Hurtigruten-Dampfer in erster Linie Kreuzfahrtschiffe, aber ein wenig spürt man immer noch den Pioniergeist. Die klassische Postschiffroute führt von Bergen nach Kirkenes – mit 34 Häfen und mehr als 100 Fjorden!

Kreuzfahrtbeispiel: Mit dem Hurtigruten-Schiff MS Fram geht es 10 Tage lang im Frühling von Bremerhaven bis zum Sognefjord und wieder retour, wobei auch abseits der klassischen Touristenströme in kleinen Orten mit Polarzirkel-Booten angelandet wird. Kajakfahrten und Wanderungen optional – „Höhepunkte Fjordnorwegens“ ab rund 2.400 Euro. Besonders schön ist auch eine Kombination aus norwegischer Küste und Spitzbergen, dem Königreich der Eisbären. Auf dieser Fahrt passiert man auch die magische Inselwelt der Lofoten – „Norwegische Küste und Abenteuer Spitzbergen“, neun Tage, ab 1.200 Euro ohne Anreise.

Transatlantik: Meer, nichts als Meer

Es gab eine Zeit, in der man nicht zum Spaß aufs Meer hinausfuhr. Neben Gütern waren es vor allem Auswanderer, die von Linienschiffen von Europa nach Amerika gebracht wurden. Ab den 1920er Jahren kamen dann auch zahlungskräftige Touristen dazu. Noch 1960 gab es über 100 Reedereien, die Fernlinien mit regelmäßigem Fahrplan durchführten und allein über den Atlantik eine Million Passagiere pro Jahr beförderten. Was früher eine unumgängliche Strapaze auf dem Weg in die Neue Welt war, ist heute ein Klassiker, geliebt von Puristen, denen es nicht um Sightseeing oder Shopping geht, sondern darum, den Atlantik zu spüren und das Leben an Bord zu genießen. Viele Reedereien bieten Transatlantikpassagen an, doch es gibt nur mehr ein einziges Schiff, das im Sommer einen echten Liniendienst von Europa nach Amerika anbietet: die Queen Mary 2.

In der klassischen Version führt die Route von Southampton nach New York, wo man dann wie einst die Auswanderer an Ellis Island und der Freiheitsstatue vorbeikommt. Als Konzession an deutschsprachige Passagiere fährt die Queen Mary 2 aber auch gelegentlich von Hamburg aus nach New York.

Kreuzfahrtbeispiel: An zwei Terminen zwischen Juni und September 2015 überquert die Queen Mary 2 von Hamburg aus den Atlantik nach New York. Inklusive einer Vorübernachtung in der Hansestadt, vier Hotelnächten in New York, des Rückflugs nach Hause und einiger Extras wird die Transatlantikpassage ab rund 1.900 Euro offeriert.

Foto: Michael Runkel/imagebroker/Corbis

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