Filmreife Märchenwelt

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 25. Februar 2014

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In der aktuellen Ausgabe des RELAX Guide haben die Wellnesshotel-Tester ihrer Leidenschaft für Filme nachgegeben und für ein Extra-Kapitel die 50 schönsten Filmhotels der Welt recherchiert.

Im Jahre 1899 ließ Thomas Cook, ganz nebenbei der Erfinder der Pauschalreise, in Assuan ein Hotel bauen. Das klingt nicht unbedingt nach einer Sensation, doch es war eine – und ist es immer noch. Denn das „Old Cataract Assuan“ konnte man nur nach beschwerlicher Reise erreichen. Die Zielgruppe? Die Reichen und Mächtigen: der Zar, Aga Khan, Winston Churchill, Lady Di … die Liste berühmter Gäste ist lang.

Dieses Haus, ein orientalisch-viktorianischer Stilmix, ist gleichsam ein Symbol dafür, was ein Luxushotel ausmacht: Es entschädigt nicht einfach für die Strapazen einer Reise. Vielmehr ist es selbst jede Strapaze wert.

Agatha Christie wohnte für mehrere Wochen hier. Das war 1934. Hier schrieb sie den weltberühmten Kriminalroman „Tod auf dem Nil“. 44 Jahre später, 1978, wurde er am selben Ort verfilmt, mit Peter Ustinov als Hercule Poirot. Bette Davis, David Niven, Mia Farrow und Angela Landsbury – klingende Namen eines unvergesslichen Films. Die Dreharbeiten sollen äußerst beschwerlich gewesen sein. Das wirft die Frage auf, warum Hollywood und Co so selten Hotelkulissen bauen, während etwa Büros, Wohnungen und vieles andere zumeist im Studio errichtet wird. Offensichtlich bringt man riesige Teams und Tonnen von Technik nur deshalb in die entlegensten Winkel der Welt, um ein wenig von Glanz und Flair eines Luxushotels für den Film abzustauben.


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Die Filme ihrerseits verhelfen Hotels im Gegenzug zu noch größerer Bekanntheit. So wurde etwa das Park Hyatt in Tokio nach Sofia Coppolas Film „Lost in Translation“ geradezu überrannt, weshalb das Management bei der Produktionsfirma anfragte, ob man mit Film und Stars für das Hotel werben dürfe. Diese hat allerdings dankend abgelehnt, weil man ihr bei den Dreharbeiten nicht entgegengekommen war und diese ursprünglich sogar ganz verbieten wollte – auch das ist eine der 50 Geschichten, die der aktuelle RELAX Guide erzählt. Mit viel Witz gehen die Autoren der Beziehung zwischen Luxusherbergen und der illustren Welt des Films auf den Grund. Im Fokus steht dabei stets das Hotel – nicht selten der wahre Star eines Films. Ein Star freilich, an den sich viele nicht erinnern, bleibt er doch stets wie selbstverständlich im Hintergrund.

Falls Sie sich an den Film „Der dritte Mann“ erinnern können (1949), denken Sie wahrscheinlich an Orson Welles. Aber erinnern Sie sich auch an das Hotel Sacher? Die Hotellobby ist im Film zu sehen, und im Grunde blieb sie bis heute unverändert. Graham Greene, der Drehbuchautor, residierte im Sacher, als er nach Ideen für den Film suchte. Später wohnte das gesamte Filmteam darin. Die Verbindung zwischen Hotels und Filmemachern ist oft sehr eng. Denn wie andere Touristen erkunden auch sie eine Stadt vom Hotel aus. Die Inspiration kommt zumeist an jenem Ort, an dem man isst, trinkt, feiert und tanzt. An dem Ort, der für eine Weile das Zuhause ist.


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Eigentlich ist der Gedanke, dem Gast einen Ersatz für sein Zuhause bieten zu wollen, doch ziemlich vermessen. Daher muss der Kunde bestochen werden: ein geradezu übertrieben galantes Service, opulente Restaurants, überdekorierte Eleganz, Protz und Pracht selbst noch auf den Toiletten. Nur so wird der Gast vergessen, dass ein Hotel eigentlich ein anonymer und fremder Ort wäre, der selbst Kulisse ist. Ohne Gäste, ohne Personal kann er sogar zu einer Stätte des Unbehagens werden, man denke nur an die leeren Flure in „Shining“. Ähnliches kann man bei der Besichtigung von Film- oder Theaterkulissen spüren.

Aber im besten Fall wird das Haus zum behaglichen Ort. „Privacy“ ist dabei eine eigene Qualität, sie entsteht durch übermäßige Distanz, also durch Diskretion. Dieses Service wird an eine Zimmernummer geliefert, ist hochstandardisiert, beruht auf Normen und einem stringenten System der Überwachung des Personals. Beinahe ein Wunder, dass dieses Geschäftsmodell einen solchen Zauber hervorbringen kann: die einzige real existierende Märchenwelt auf Erden.

Auf kein Filmhotel aus dem RELAX Guide passt die Definition „Märchenwelt“ besser als auf das Bellagio in Las Vegas. Es ist das filmische Epizentrum einer durch und durch künstlichen Welt. Neun Filme in 15 Jahren, allesamt erfolgreich, darunter etwa „Rush Hour 2“, „Ocean’s Eleven“ und „2012“. Das Hotel ist eine einzige Ansammlung von Superlativen: sieben Restaurants, 4.000 Zimmer, 6.000 m2 für Treatments und Kosmetik, mehrere botanische Gärten, 10.800 m2 Casino. Professionelle Pokerspieler kennen das Bellagio nicht zuletzt wegen „Bobby’s Room“. Um hier spielen zu dürfen, ist ein Buy-in von mindestens 20.000 Dollar erforderlich. Die Limits gehören zu den höchsten am Strip, im Pot liegen nicht selten mehr als eine Million Dollar. Große Gefühle sind da garantiert.

Poker hieß das Thema auch in „Casino Royale“. Dort spielt das Splendid in Montenegro als Gastgeber des Pokerturniers eine Hauptrolle. In Wahrheit steht das Haus jedoch in Karlsbad und heißt Pupp. Es wurde 1710 von einem Konditor gegründet, sein Festsaal spielt in zahlreichen Produktionen die Kulisse.

James Bond, die an sich schon rekordverdächtige Filmreihe, stellt im RELAX Guide übrigens einen weiteren Rekord auf: Neun der 50 beschriebenen Hotels sind auch Schauplatz für Einsätze des Doppelnull-Agenten gewesen. Etwa das Icehotel Jukkasjärvi, das nur aus Eis besteht, im Frühling dahinschmilzt und Mitte Dezember wieder aufgebaut wird. Das Interieur, das Bond alias Brosnan als eisiger Hintergrund diente, wurde jedoch in Island extra für die Dreharbeiten nachgebaut. Manchmal ist es also doch so, dass Studiokulissen als Hotel dienen müssen.

Bildnachweis: Fabrice Rambert, Jaap Buitendijk, Matthias Hamel, Ascot Elite, Homeentertainment GmbH, intergroove, Concorde Home Entertainment, Dyvik Milling, Peter Heneisen, Disney, Ryan Lackey (Creative Commons), Focus Features, Paramount Pictures.

Zum Weiterlesen: 50 Hotelschauplätze von Filmklassikern und aktuellen Blockbustern sind im Sonderkapitel des aktuellen RELAX Guide 2014 für Österreich und Deutschland ausführlich beschrieben. Auf 32 Seiten finden Sie Geschichten über Filme und Hotels – ein Extra voller Emotionen und wundervoller Bilder. Der RELAX Guide testet alle Hotels für Wellness und Gesundheit (relax-guide.com). RELAX Guide 2014 Österreich, 2014 Deutschland, um jeweils 24,90 Euro im Buchhandel.

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