Kräuter – natürliches Geheimnis

Lebenvon Christian Werner 1. Mai 2006

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Egal ob vom Markt, selbst gepflückt oder gar selbst gezogen: Kräuter boomen. Kein Supermarkt mehr ohne Basilikum, kein Kochjournal ohne Rezepte für Pesto und Korianderdip. Machen Sie mit uns eine Reise in die Welt der aromatischen Sinneskitzler.

Einsetzbarkeit: universell. Geschmack: einzigartig

Die Bedeutung von Kräutern für die zeitgemäße Küche lässt sich nicht nur an der Anzahl der Sorten auf dem Markt ablesen, sondern auch etwa daran, dass neben einem gepfefferten oder paprizierten Hühnerbrüstchen genauso ein „gekräutertes“ auf der Speisekarte eines ambitionierten Kochs zu finden ist. Die Sprache scheint sich vor den grünen Aromabomben zu verneigen. Gleichzeitig muss sie aber passen, wenn es darum geht, den Geschmack von Kräutern treffend zu beschreiben. Wie erklärt man das spezielle Aroma von Thymian? Lässt sich der betörende Duft eines großen Bündels Basilikum anders beschreiben als mit einem genussvollen „Hmmm“? Wenn uns also jemand von einem neu entdeckten Kraut erzählt, hilft nur eines: ausprobieren. Neben den bekannten Würztalenten wie Rosmarin oder Petersilie sind häufig schon so viele Sorten erhältlich, dass wir das Aufzählen lieber bleiben lassen. Schlendern Sie lieber zum Markt und stecken Sie ruhig Ihre Nase in die duftenden Kräuterbüschel. Nur Verschnupfte greifen nach einem solchen Erlebnis nicht zu!

Wild Thing

Aroma zum Nulltarif – so könnte ein Werbeslogan für die viel zu wenig beachteten „Jungen Wilden“ lauten. Ob Löwenzahn oder Brennessel, Akazienblüte oder Waldmeister: Würden wir unsere Umgebung mit aufmerksameren Augen wahrnehmen, käme das sowohl der Geldbörse als auch unseren Sinnen zugute. Umsonst, aber doch so wertvoll sind diese Schätze der Frühlingsflora, nur kurze Zeit und mit ein wenig Aufwand zu haben. Kaiserin Sisi etwa wollte auf den Luxus ihrer heiß geliebten kandierten Veilchen nicht verzichten, wir hingegen können unsere Gäste mit Akazienblüteneis und Waldmeisterbowle zu unerwarteten Sinneshöhenflügen verführen.



Die besten Tipps zum Selberziehen
Wer traut sich ans Kraut?

Die meisten Kräuter sind leicht zu kultivieren, sie brauchen nicht viel Platz und ermöglichen auch „Neogärtnern“ rasche Erfolgserlebnisse. Eine wichtige Bedingung ist allerdings Licht: Die meisten Kräuter sind Sonnenkinder. Wenn Sie ein Fenster haben, das mindestens halbtags sonnig ist, machen Sie sich an die Arbeit, besser gesagt, an die Freude des Kräuterziehens!

Topf oder kahl?

Sie können nun entweder schon gezogene Kräuter in Töpfen kaufen, einen Teil davon vielleicht gleich verwenden und sie einfach auf der Fensterbank weiterpflegen. Dann sollten Sie darauf achten, dass die Kräuter kräftig aussehen, nicht zu helle Blätter haben und sich die Wurzeln nicht zu leicht herausziehen lassen. Am längsten halten generell Pflanzen aus der Gärtnerei, hier macht auch das Gustieren mehr Spaß als im Supermarkt, wo die Kräuter eher für den sofortigen Gebrauch bestimmt sind.
Eine weitere Möglichkeit, sich als Fenstergärtner verdient zu machen, ist es, die Kräuter aus Samen selbst zu ziehen. Aus der kahlen, nackten Erde junge Pflanzenkinder sprießen zu sehen, ist auf jeden Fall eine spannende Angelegenheit! Da es Licht- und Dunkelkeimer gibt und die „Aufzucht“ je nach Art recht unterschiedlich ist, sind generelle Anleitungen schwierig. Die genaue Vorgangsweise finden Sie jeweils auf dem Samentütchen, das Sie besser auch aus einer Gärtnerei beziehen oder per Internet bestellen.

Wasser: wie wo wann?



Kräuter lieben es wie die meisten Pflanzen nicht, wenn sie mit einem kurzen, aber heftigen Schwall Wasser bedacht werden, sie wollen langsam und von unten, also direkt am Ansatz gegossen werden. Dies hilft auch, Pilzkrankheiten zu verhindern. „Feuchte“, labilere Kräuter wie Basilikum, Kerbel oder Koriander brauchen mehr Wasser als robuste, holzige wie etwa Rosmarin. Die genaue Wassermenge ist abhängig von der Temperatur, der Sonneneinstrahlung, der Erdqualität und der Topfgröße, kann also nicht genau angegeben werden. Bedenken Sie, dass kleine Mengen an Erde, wie es bei Topfpflanzen eben der Fall ist, schneller austrocknen als eine metertiefe Schicht. Für ausreichend Wasser muss also gesorgt sein, teilweise sogar zweimal am Tag. Zu vermeiden ist hingegen Staunässe. Sorgen Sie also durch die richtige Topfwahl dafür, dass überschüssiges Wasser immer abrinnen kann!

Schädlinge sind des Gärtners Feind

Es scheint nicht sehr sinnvoll, Kräuter, die zum Verzehr bestimmt sind, mit giftigen Substanzen einzunebeln, um sie vor Ungeziefer oder Pilzbefall zu schützen. Teilweise vermeiden kann man derartige Ärgernisse durch Kauf von gesunden Pflanzen, die völlig frei von Faulstellen und Insektenlarven sind. Das Wundermittel gegen Blattläuse wurde leider noch nicht erfunden, manche Menschen scheinen hier mehr Glück zu haben, manche weniger. Neemsamenschrot in die Erde einzuarbeiten, ist ein Tipp von vielen. Wichtig ist, dass Blätter, die befallen sind, so bald wie möglich entfernt werden. Blattläuse und andere Schädlinge können auch einem druckvollen Wasserstrahl nicht widerstehen, die Pflanze abzuduschen und die Erde so weit wie möglich auszuwechseln ist also einen weiteren Versuch wert!

Susanne Bodensteiner u. a.:
Kräuter
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