Exotik ohne Tiere

Kochenvon Anna Neustein 3. Februar 2014

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Sie waren im deutschsprachigen Buchhandel 2013 die großen Gewinner: Vegane Kochbücher sind zur Hälfte für das große Umsatzplus in der Sparte Ratgeber/Essen und Trinken verantwortlich. Ansehnliche Starautoren mit höchstens semialternativem Äußeren wie Attila Hildmann oder Björn Moschinski haben die vegane Ernährung aus dem spaßbefreiten Eck geholt. Braungebrannt vermitteln sie die Botschaft, dass der Verzicht auf Fleisch, auf Eier und Käse keine schwächliche Konstitution zeitigen muss – im Gegenteil.

Schick ist der vegane Lebensstil ohnehin schon länger. In den Großstädten schießen Cafés aus dem Boden, die vegane Cupcakes oder Burger anbieten, und dass man seinen Caffé latte mit Sojamilch bestellt, ist schon seit Jahren state of the art und hat keine hochgezogenen Augenbrauen zur Folge. Bestsellerautoren wie Hildmann oder Moschinski haben auch das Warenangebot in unseren Märkten verändert, haben tierproduktfreien Zutaten wie Nussmus, Hefeflocken oder Reismilch zu großer Nachfrage verholfen.

Eine der Neuerscheinungen zur veganen Küche ist „Vegane Superfoods“ von Surdham Göb, erschienen im AT Verlag. In seinem zweiten Buch führt der Wahlmünchner noch mehr rohe Rezepte an als in seinem Erstlingswerk. Und trifft damit zwar einen Subtrend des Veganismus, den des raw food, das nicht über 42 Grad erhitzt wird, irritiert aber durch seltsame Argumente für die Rohkosternährung: So spare man sich etwa Mixer und andere „kostspielige Gerätschaften“. (Man darf freilich davon ausgehen, dass ein Mixer ohnehin schon in jedem Haushalt zu finden ist, ebenso wie ein Herd und andere „kostspielige Gerätschaften“.)

Mit den namensgebenden Superfoods meint Surdham Göb gehypte Früchte wie die Gogibeere oder diverse Algen, ihnen möchte er einen besonderen Stellenwert im Buch einräumen. Einmal mehr ergibt sich hier also das Problem der Beschaffung. Dass dieses Kochbuch im paradiesischen Bali produziert wurde, ist schön für den sonnengebräunten Autor, es hat aber zur Folge, dass manche Rezepte für Mitteleuropa völlig ungeeignet sind. Ein Obstsalat mit Rambutans, Schlangenfrüchten und Mangostanen – man versuche einmal, hierzulande all diese Früchte aufzutreiben. Andere Gerichte klingen angesichts des Warenangebots in unseren Biomärkten sinnvoller, etwa die vegane Version von Rührei beziehungsweise Eierspeise, Scrambled Tofu oder Gerichte wie Spinatsemmelknödel in Pilzrahm, Auberginenragout mit Polenta und Linsensalat oder Kürbis-Mais-Küchlein mit Basilikumsauce.

Rezepte im PDF Format:
Rezepte

Surdham Göb:
Vegane Superfoods

AT Verlag, 200 Seiten
19,90 Euro



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