Frühjahrsputz für die Seele

Lebenvon Christian Werner 1. April 2006

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Sehen Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr? Finden Sie hier den Weg aus dem Ballast des Alltags!

Alles raus!

Was wie der letzte Aufruf im Schlussverkauf klingt, sehen wir als Parole, um der vielzitierten Leichtigkeit des Seins auch Einzug in unseren Alltag zu ermöglichen.
Angelehnt an die alte Tradition des Frühjahrsputzes, der ursprünglich nur das Haus betraf, zeigen wir Ihnen Wege, um sowohl seelischen als auch materiellen Besitz zu entrümpeln. Fensterputzen allein reicht nicht aus. Entnebeln Sie Ihren Blick für die essentiellen Dinge.

Wohlstandsgerümpel adieu!



Lernen Sie zu unterscheiden zwischen Erinnerungsstücken, die Ihnen wirklich wichtig sind, wie etwa einem Erbstück, und solchen, die Sie nur behalten, weil Sie sie von irgendwem geschenkt bekommen haben und den edlen Spender nicht kränken wollen. Überlegen Sie, wie oft Sie selbst so genannte Notgeschenke machen, also in letzter Minute ein als Geschenkartikel getarntes Wegwerfprodukt kaufen. Andere machen es genauso. Haben Sie sich letztens über Ihr vierunddreißigstes Räucherstäbchenset wirklich gefreut?



Seien Sie ehrlich mit sich selbst und stellen Sie sich kurz vor, wie es morgen wäre, wenn Sie all diese unnötigen Dinge nicht mehr in Ihren Kästen lagern würden. Sie würden sie nicht vermissen. Eine Wohnung ist ein Rückzugsgebiet, in das man nicht jeden Menschen einlässt. Wir sollten auch bei Gegenständen so kritisch sein und kein Heim für einsame und ausgesetzte Geschenkartikel sein. Dinge führen im Gegensatz zu uns kein Seelenleben, sie werden also nicht gerade vor Traurigkeit vergehen, noch dazu, wenn sie im Müll unter ihresgleichen sind.

Reliquienverehrung in Ehren, aber...

... tun Sie etwas gegen die Inbesitznahme Ihrer geistigen Energie seitens dumpfer Gegenstände! Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und besorgen Sie sich drei große Kisten. In die eine kommen Dinge, die nur mehr für den Müll gut sind. In die zweite Gegenstände, die Sie nicht mehr brauchen, die aber noch in Schuss sind und auf einem Flohmarkt für einen guten Zweck verkauft werden können. Die dritte Kiste soll solche Dinge enthalten, die Sie aufheben möchten, die aber am falschen Platz gelagert werden. Für diese Gegenstände suchen Sie einen sinnvolleren neuen Aufbewahrungsort. Großzügigkeit und Spontaneität sind hierfür das Gebot der Stunde. Wer sich nach zehn Sekunden nicht entschieden hat, ein Ding zu behalten oder wegzugeben, ist in einem halben Jahr noch nicht fertig. Wenn Ihr Bauch nicht sofort „Behalten“ schreit, kann der Gegenstand nicht so wichtig sein. Das Foto mit der Großmutter gehört definitiv zu den wirklich wichtigen Erinnerungsstücken. Die Sternzeichenbackform, die Sie das letzte Mal für den Geburtstag einer esoterisch angehauchten, ehemaligen Freundin benützt haben, sicher nicht. Die Küche ist generell ein Ort für Gerätschaften und Vorräte, die man gerade noch als Fetisch bezeichnen könnte, deren letzte Verwendung aber das Erinnerungsvermögen auf eine harte Probe stellt. Nehmen Sie sich zum Beispiel Ihre Gewürzsammlung vor. Wenn das getrocknete Basilikum während der Schwangerschaft mit Ihrer mittlerweile dreizehnjährigen Tochter gute Dienste geleistet hat, haben sich die ätherischen Öle mit Sicherheit bereits in den wohlverdienten Ruhestand verflüchtigt.

Inventur der Interessen

Viele Dinge erinnern uns an Vorsätze, die wir nicht einhalten, etwa die originalverpackten Hanteln, der dicke Wälzer, die Hose, die im Ausverkauf so billig war und für die wir abnehmen wollen. All diese Dinge spicken uns mit schlechtem Gewissen. Jedes Mal, wenn wir sie sehen, wird uns unser Scheitern bewusst. Quälen wir uns nicht an den Dingen entlang. Lassen wir das schlechte Gewissen nicht in den Katakomben unserer Seele brodeln, sondern fördern wir es ans Tageslicht und lassen es los, indem wir diese Dinge einfach weggeben. Hobbys und Interessen ändern sich genauso wie Bekanntschaften. Unser Telefonbuch soll ebenso wie unsere Spielesammlung und unser Heimwerkerkoffer erfahren, wie wohltuend partielle Leere sein kann.
Indem wir äußerlich aufräumen, füllen wir auch unsere Seele anstatt mit dem Ballast des vorgegaukelten Brauchtums mit Energie und dem Blick für das Wesentliche.

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