Portugiesische Küche?

Kochenvon Anna Neustein 5. November 2012

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Wir behaupten das jetzt einfach einmal: In Portugal kann man wahnsinnig schlecht essen. Trockenen und fetttriefenden Fisch gleichzeitig schaffen sie dort spielend, die Fleischgerichte changieren bisweilen von völlig ungenießbar bis köstliche Schuhsohle, viele Süßigkeiten sind außer süß gar nichts. An irgendetwas muss es aber liegen, dass regelmäßig vertrauenerweckende Gourmets sagen, dass die portugiesische Küche zu ihren liebsten zählt. Möglicherweise haben die aber nur zu viel Porto getrunken und erinnern sich nicht mehr so an die Küche, sondern nur an großartige Abende. Oder es sind Leute, die auch einäugige Chinesische Nackthunde attraktiv finden. Wir gehen dem am besten nach und werfen einen Blick in ein neues portugiesisches Kochbuch: Piri Piri aus dem Christian Verlag. (Riecht eigentlich nur unser Exemplar so intensiv nach Safran oder wurde da getrickst?)

Die Autorin Tessa Kiros wurde jedenfalls nicht in Portugal selbst mit der Liebe zur portugiesischen dortigen Küche infiziert (was unsere These ja irgendwie bestätigt), sondern in Südafrika, wohin sich portugiesische Einflüsse via Mosambik verbreitet haben. Die Buchgestaltung nimmt unverkennbar Anleihen an den typischen Fliesenmustern, das Werk kommt recht gefällig und etwas verschnörkelt daher. Der Titel, Piri Piri, bezieht sich übrigens auf die gleichnamige Chilisorte, die hier in zahlreichen Rezepten ihren Auftritt hat, etwa in der Tomatensauce oder in der Caldeirada à Portuguesa, dem klassischen Fischeintopf. Ebenfalls oft vertreten: Stockfisch (Bacalhau) und Chourico, wie man die Paprikawurst auf Portugiesisch schreibt. Letztere wird etwa mit grünem Paprika und Portwein kombiniert oder zu einem Kranzkuchen verarbeitet. Mangelnde Deftigkeit kann man der Portugiesischen Küche ja nicht vorwerfen, was nahe legt, dass auch Anhänger des Friauls sie mögen. Oktopus wird mit Bohnen und ebenfalls mit Chourico geschmort, als Beilage zu Fleisch gibt’s gebratenen Butterreis.

Und nun noch zum Süßen: Lissabon ist berühmt für seine überbordenden süßen Auslagen, besonders die hübschen Stücke schmecken aber wie erwähnt außer nach Zucker nach kaum etwas. Die Rezepte in diesem Buch versöhnen indes und zeigen, dass es auch differenzierter geht: etwa mit Rabanadas, betrunkenen Armen Rittern, Bierkuchen und natürlich den berühmten Pastéis de Nata: Diese herrlichen Teigschüsseln mit rustikal dunkel gebackener Vanillecreme machen süchtig.

Rezepte im PDF Format:
Zimteis mit Zitrone, Lorbeer und Ginjinha
Krake und Kartoffeln in Rotwein
Garnelen in Bier

Tessa Kiros:
Piri Piri
Die echte portugiesische Küche

Christian Verlag, 256 Seiten
29,95 Euro



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