Kürzlich bei Air Berlin

Lebenvon Christian Werner 2. April 2012

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Eine wahre Begebenheit als Dramolett

Im Flugzeug von Barcelona nach Wien, Flug HG8011, 1. April. Beginnend bei Sitzreihe eins teilt eine Flugbegleiterin Zeitungen aus. Es ist absehbar, dass diese nur für einen kleinen Teil der Passagiere reichen werden, dennoch werden auf Wunsch auch mehrere Zeitungen pro Person vergeben. Schon ab Reihe 10 gibt es keine Zeitungen mehr. Danach werden Brote gereicht. Bereits ab Reihe 10 geht der Vorrat zu Ende. Der Passagier auf Sitz 10A wartet geduldig eine Stunde, bis alle Fluggäste mit ihren Zeitungen fertig sind.

PASSAGIER (zur Flugbegleiterin): Verzeihen Sie, ich hätte gerne eine Zeitung gelesen. Wären Sie so freundlich, mir eine bereits gelesene von den vorderen Sitzreihen zu bringen?

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene): Nein, das geht leider nicht, aber Sie können das gerne selbst tun.

PASSAGIER (zur Sprachlosigkeit erstaunt): Ähhm …

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene): Ich kann das nicht tun.

PASSAGIER (fasst sich wieder): Zuerst können Sie mir keine Tageszeitung bieten, dann gibt es keine Brötchen, und jetzt wollen Sie mir nicht einmal eine gebrauchte Zeitung organisieren?

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene): Es könnte ja sein, dass jemand die Zeitung mit nach Hause nehmen will. Bitte kümmern Sie sich selbst darum. (Geht ab. Es vergehen 15 Minuten.)

FLUGBEGLEITERIN (zum Passagier, verzieht keine Miene): Hier bringe ich Ihnen eine Zeitung von unserem lieben Herrn Kapitän (überreicht die Hälfte der Sonntagsausgabe der Kronenzeitung).

PASSAGIER (überrascht): Von Ihrem lieben Herrn Kapitän … vielen Dank. (Versucht, ein Namensschild an der Uniform der Flugbegleiterin zu entdecken, findet aber nur eine große Plakette mit einem schwer lesbaren Schriftzug). Was steht denn da auf Ihrer Plakette drauf?

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene): The Passenger Comes First.

PASSAGIER: Und was heißt das auf Deutsch?

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene, antwortet aber wie aus der Pistole geschossen): Der Kunde ist König.

PASSAGIER: Wenn das so ist, warum bringen Sie mir dann nur die Hälfte der Zeitung?

FLUGBEGLEITERIN (verzieht keine Miene): Ich habe Ihnen immerhin die Zeitung vom Herrn Kapitän gebracht. Sie haben aber die Möglichkeit, sich zu beschweren, im Internet unter www …

PASSAGIER (fällt ihr ins Wort): Ich möchte mich aber doch gar nicht beschweren. (Flugbegleiterin verzieht keine Miene, geht ab.)

FRAU DES PASSAGIERS (zu ihrem Mann): Warum redest du überhaupt mit der? Ist es dir nicht aufgefallen, dass sie ein Replikant sein muss? Kein Lächeln, keine Betroffenheit, gar nichts!

PASSAGIER (zu seiner Frau): Jetzt, wo du es sagst … Die hat immer so unbeteiligt dreingeschaut. Wusste gar nicht, dass man neuerdings Replikanten als Personal einsetzt.

(Vorhang)

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