Liegen im Überfluss

RELAX Magazin von Redaktion RELAX Magazin 8. März 2012

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Weltrekord: Ein Hotel in Bayern bietet im Spa mehr Ruheliegen als Betten in den Zimmern! Dazu ein höchst stilvolles Ambiente, absolute Ruhe vor gewaltigem Panorama und Wohngenuss ohne Grenzen.

Zugegeben, so spannend klingt das nicht – aber oft reicht schlicht die völlige Absenz von Ärgernissen, um einen Wellnessurlaub perfekt zu machen. Dieser Zustand ist freilich alles andere als leicht zu finden: So ist man manchmal selbst in den besten Häusern dazu gezwungen, Ruheliegen mit Handtüchern zu reservieren. Ein Ärgernis, aber dennoch die einzige Möglichkeit, zu einer wohlverdienten Ruheliege zu kommen.

Der kritische RELAX Guide prangert seit Jahren die oft geradezu schamlos kleine Anzahl an Liegen im Verhältnis zur Gästeschar an, heute eine der größten Schwächen der Wellnesshotellerie. Konsequenterweise druckt der RELAX Guide daher neben der Zahl der Betten auch die der Ruheliegen ab. Und stieß bei einem Hotel auf überraschende Zahlen: Das Kranzbach, ein Ausnahmehaus bei Garmisch-Partenkirchen, hält doch tatsächlich mehr Liegen als Betten bereit, gefühlte fünf pro Gast! Und das Kranzbach setzt gleich noch eins drauf: Der Wellnessbereich ist ausschließlich Hausgästen vorbehalten – speziell in Deutschland alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Das Credo dieses stilvollen Hotels – mit der Höchstnote von 20 Punkten und vier Lilien bewertet – ist somit klar: Man will seinen Gästen das ermöglichen, worauf es bei einem Wellnessurlaub eigentlich ankommt, was aber so oft missachtet wird: wahre Erholung. Ohne Einschränkung.

Dafür garantiert schon einmal die konkurrenzlos geniale Lage: Das Kranzbach liegt inmitten eines Naturschutzgebiets auf einem sonnigen Hochplateau samt eigener Bergquelle – 15 km von Garmisch-Partenkirchen entfernt, fern von jeglichen Störfaktoren der heutigen Zeit. Kein Shoppingtempel, keine Lokalmeile, kein niveauloses Vergnügungscenter lenkt den Gast hier ab. Keine Straße ist zu hören, kein Hochspannungsmast stört das Auge. Rundherum nur Bäume, Wiesen, Berge – der pure Luxus, diese Lage. Und man hat die außergewöhnliche Natur hier bestmöglich genützt: Das Spa des Kranzbach, ein moderner Anbau an das Stammhaus im „Arts & Craft“-Stil eines englischen Herrenhauses, wurde quasi in die Tannen hineingebaut. In den weiten Räumen im Obergeschoß hat man das Gefühl, buchstäblich über den Zweigen zu schweben. Wer den Blick dabei auf die überwältigende Bergwelt richtet – Zugspitze, Wetterstein, Karwendel bilden das atemberaubende Panorama –, erlebt, wie die steinernen Riesen durch ihre absolute Unverrückbarkeit das Gefühl vermitteln, bei sich selbst anzukommen.

Hotel bei Nacht
Foto: Das Kranzbach

Im Vorjahr wurde das ohnehin schon weitläufige Kranzbach-Spa noch einmal grandios erweitert: durch ein Ladys-Spa mit Dampfbad, Biosauna, finnischer Sauna, Plauderecke, Schminktisch und eigener Teestation. Und auch im neuen Teil: offene Kamine, Liegen und Ruheräume, wohin der Blick auch fällt. Dazu reichlich Kuscheldecken und Leselämpchen – an alles wurde gedacht.

Wer will, dem bietet das Kranzbach Yoga als besonderen Schwerpunkt. Im Yogastudio mit Plattformen im Freien öffnet sich das Herz freilich nicht nur durch die Übungspositionen, sondern auch durch den freien Ausblick auf die Weite der herrlichen Natur ringsum.

Auch die Zimmer im modernen Gartenflügel bestechen durch ein ganz spezielles weites Raumgefühl – eine willkommene Nebenwirkung der klugen gestalterischen Schlichtheit: ruhige Farben, hochwertige Holzböden, Lesesessel zum Versinken, großartige Betten – übrigens das heurige Guter-Schlaf-Highlight für die Tester des RELAX Guide – und viel Platz und Licht im Bad.

Hotel Kranzbach
Foto: Das Kranzbach

Im historischen Trakt indes, der nach der ursprünglichen Besitzerin, einer exzentrischen Lady, „Mary Portman House“ genannt wird, sind die Zimmer gänzlich anders gestaltet: Riesige Hummeln flattern auf schräg-nostalgischen Tapeten, klassisches englisches Karo auf dem Teppich wird mit extravaganten Chaiselongues in Knallfarben sowie Designerlampen kombiniert. Hier wurde lobenswert mutig renoviert und in einer herrlich würzigen Mischung aus Alt und Neu möbliert – besonders geeignet für urbane Querdenker mit Hang zur Neo-Bourgeoisie und Abneigungen gegen den grassierenden Hotelzimmereinheitsbrei.

Ähnlich erfrischend skurril wie die Zimmer im Mary-Portman-House sind die endlosen Salons im Erdgeschoß gestaltet: Das Interieur kommt mit einer augenzwinkernden Prise Oversize daher – seien es die überdimensioniert gedrechselten Beine eines Tisches oder raumhohe Schreibtischlampen –, es macht mit seinen gewagten Farbkombinationen staunen und sorgt dafür, dass man sich hier ein klein wenig wie bei Alice im Wunderland fühlen wird.

Bodenhaftung beweist die Küche des Kranzbach: Die hauseigene Küchenphilosophie besagt, dass man zum überwiegenden Teil regionale Produkte verwendet und nicht nur die edlen Teile eines Tieres verarbeitet, sondern möglichst alle – Stichwort „Nose to Tail“. Besonders am Herzen liegt Küchenchef Thomas Reichl, dass auch jene Gäste vorbehaltlos genießen können, die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden. Diese sieht der Koch, der auch Ernährungsberater ist, nämlich nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung. Und ermöglicht somit allen Genuss ohne Einschränkung. Und das macht das Kranzbach perfekt.

RELAX Guide Hotelkritik: Hotel Kranzbach


Mehr Info: Fon +49-(0)8823-928000 und daskranzbach.de sowie relax-guide.com

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