Tee im Kochtopf

Kochenvon Anna Neustein 2. Jänner 2012

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Tee ist ein spannendes Thema, keine Frage. Leider wird er aber oft in schnarchigem „Ein Getränk mit Geschichte“-Umfeld geparkt. Wer trinkt schon Tee, nur weil irgendwelche uns unbekannten Chinesen ihn schon vor 1000 Jahren tranken? Niemand. Und umgekehrt hätte kein alter Chinese damals Tee getrunken, nur weil man ihm diesem mit „den werden einst noch die neuen Europäer trinken“ schmackhaft gemacht hat. Wir trinken Tee, weil er uns schmeckt oder weil wir uns von ihm irgendeine Wirkung erhoffen. Ob aufputschender, beruhigender oder sogar heilender Natur.

Dass man Tee aber nicht nur pur trinkt, sondern damit auch Cocktails mixt und kocht, ist ein relativ neues Phänomen, dem das Autorenpaar Tanja und Harry Bischof nun ein eigenes Kochbuch gewidmet hat. Die beiden versammeln darin Suppen auf Kräuterteebasis genauso wie Teeeis oder in Tee geschmortes Fleisch. Wer schon einmal mit Tee gekocht hat – egal ob mit echtem Tee, also schwarzem oder grünem, oder mit Kräuter-, Rooibos- oder sonst einem Aufguss –, der weiß freilich, dass es nicht ganz leicht ist, damit richtig umzugehen. Lässt man den Tee (mit dem man dann etwa ein Risotto aufgießt) zu kurz ziehen, bekommt man zu wenig Aroma, zieht er zu lang, muss man sich mitunter mit einem Übermaß an Bitterstoffen herumschlagen. Übrigens verarbeiten immer mehr Spitzenköche Gewürze als „Tee“, das heißt, sie lassen Zimt, Nelken, Pfeffer, Kardamom oder andere Aromaten nur wenige Minuten in einer Brühe ziehen, anstatt sie endlos mitzukochen. Ein frischeres, subtileres Aroma ist die Folge.

In diesem hoch aufgeschossenen Buch finden Teefreaks (an solche richtetet sich das Buch unfreiwillig, denn für rein kaffeeaffine Hobbyköche ist das Thema Tee in der Küche vermutlich genauso mäßig interessant wie die Vielfalt von Tee in der Tasse) durchaus bedenkenswerte Rezepte, etwa für eine Bouillabaisse mit Fenchel und Anis, die auf Basis von Fenchel-Anis-Tee zubereitet wird. Eine neue Idee, statt des Fischfonds mehr auf den Gewürzaspekt zu setzen. Die Füllung für Weinblätter aromatisieren wir ganz einfach mit Pfefferminztee, anstatt mühsam frische Minze aufzutreiben, Fasan glasieren wir mit Rooibostee, mit Jasmintee bereiten wir eine Panna cotta zu und mit Pu-Erh-Tee eine Art Curd.

Fazit: Eine überraschende Neuerscheinung, die selbst übersättigten Kochbuchkonsumenten noch neue Ideen liefert.

Rezepte im PDF Format:
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Tanja und Harry Bischof:
Köstlich kochen mit Tee
Systemed, 132 Seiten,
18,95 Euro

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