Wellness weiter im Aufwind

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Österreich + Deutschland, 08. September 2006 | Tourismus/Wirtschaft

Wellness weiter im Aufwind

Wellness weiter im Aufwind

Kein Ende des Wellnessbooms – Hoteliers beurteilen die Frage nach der zukünftigen Entwicklung der Branche durchwegs optimistisch. Und: Entspannen und Verwöhntwerden ist das Hauptmotiv für einen Urlaub im Wellnesshotel. Dies sind zwei Hauptaussagen einer Studie, die vor wenigen Monaten von der Universität München in Zusammenarbeit mit dem RELAX Guide durchgeführt wurde. Als Basis dienten Online-Fragebögen, die an rund 1.850 Betriebe in Deutschland und Österreich versandt wurden. 259 vollständig ausgefüllte Fragebögen wurden retourniert. Das Ergebnis liefert eine beeindruckende Bestandsaufnahme der Leistungspalette von Anbietern im deutschsprachigen Raum, aber auch erstaunliche Erkenntnisse über die Motive und Bedürfnisse von Wellnessgästen.

Gesundheit nur an vierter Stelle

Hauptmotiv für einen Wellnesshotelaufenthalt ist demnach nicht, wie häufig angenommen, die Gesundheitsfürsorge, sondern eindeutig das Entspannen (86 %) und Verwöhnt werden (knapp 50 %). Das Thema Gesundheit kommt mit nur 16 % erst an vierter Stelle der möglichen Beweggründe für einen Urlaub. Wellnessexperte und RELAX Guide Herausgeber Christian Werner: „Das entspricht nicht nur unseren eigenen Recherchen, sondern es zeigt deutlich, dass das österreichische Gütezeichen-Projekt der vergangenen fünf Jahre weit an den Bedürfnissen des Marktes vorbeigegangen ist. Der Versuch, die Branche zu medizinisieren, zu psychologisieren und zu spiritualisieren blieb daher bislang nur wenig erfolgreich.“

Nordic Walking ist Spitzenreiter

Saunen, Solarien und Massagen werden von rund 85 % der befragen Hotels angeboten, 78 % der Häuser bieten Kosmetik, doch wesentlich weniger Betriebe als man erwarten würde besitzen eine Bäderlandschaft – nur 72,8 %. Anwendungen mit Thalasso-Kosmetika werden bereits von 49,8 %, psychologische Therapien und TCM dagegen nur selten sehr verkauft. Sport- und Fitnessangebote sind weniger differenziert als man meinen würde. Angebotsspitzenreiter ist Nordic Walking, es ist in drei Viertel aller Häuser buchbar.
In mehr als einem Drittel der Hotels gibt es „Feinschmeckerküche“ (Selbsteinschätzung), in 50 % Formen kalorienarmer Kost. Viele Hotels bieten ganz spezielle „Wohlfühlkost“ an, andererseits sind vegetarische Küche (23 %) und Vollwertkost (33 %) noch längst nicht flächendeckend vorhanden.

Senioren: kaum Potenzial

Die wichtigsten Gäste sind Paare (genannt von 83 % der befragten Hoteliers) und weibliche Alleinreisende (genannt von 73 %). Senioren sind dagegen nur für jedes zweite, Familien nur für jedes dritte Hotel von Bedeutung. Männliche Singles findet man – bisher – kaum. Für die Zukunft wünschen sich die Hotellerie vor allem mehr Paare, bei allen anderen Zielgruppen sieht man wenig oder kein Potenzial – interessanterweise auch nicht bei den Senioren, die in der jüngeren Vergangenheit häufig als zukünftige Zielgruppe dargestellt wurden.

Aufenthalt: kürzer, öfter

Der typische Wellnessurlaub dauert gegenwärtig drei bis vier Übernachtungen (45 %). Entgegen landläufigen Vorstellungen folgt das Wellnesswochenende mit ein bis zwei Übernachtungen mit 23,7 % erst auf Platz drei. Aus den Ergebnissen geht hervor: Der Wellnessaufenthalt ersetzt keineswegs den normalen Urlaub, sondern ergänzt ihn. Zum in den letzten Jahren immer kürzer gewordenen Haupturlaub gesellen sich immer öfter mehrere Kurzurlaube. Individualisierung der Angebote im Hotel, also die Möglichkeit, sich „seinen“ Aufenthalt individuell zusammenstellen zu können, ist wichtig und wird auch zukünftig immer wichtiger werden.

Weiteres Wachstum erwartet

Branchenoptimismus zum Thema Wellnessboom: Für 2006 waren von rund einem Drittel der Hotels höhere Investitionen (als im Vorjahr) zur Verbesserung der Angebote geplant, ein weiteres Drittel plante Investitionen lediglich in der gleichen Höhe des Vorjahres. Nur 25,7 % wollten 2006 weniger als im Vorjahr investieren. Der Großteil der Hoteliers (63,1 %) geht von einem weiteren Wachstum der Branche aus. Gut ein Viertel rechnete mit einer Stagnation, mit einem Rückgang (4,0 %) bzw. starken Rückgang (0,4 %) fast niemand. Aus der Sicht der Hotellerie ist Wellness das zentrale Angebot für Freizeit und Urlaub – und wird es noch lange bleiben.

134 neue Hotels

Der Beweis: Die Mitte Oktober erscheinenden RELAX Guides 2007 weisen für Österreich 61 und für Deutschland 73 neue Hotels aus. Die stärksten Zuwächse sind in Bayern (22 neue Adressen), Nordrhein-Westfalen (8 neue) sowie in Tirol (28 neue) und Salzburg (9 neue) zu verzeichnen. Insgesamt gibt es in Österreich nun bereits 799 Wellness- und Kurhotels, in Deutschland 1.247, im Jahr 2002 waren es dagegen erst 436 (Österreich) bzw. 679 (Deutschland).

Qualität als neuer Trend

Die Spa-Hoteliers wollen neue Trends, darunter gesunde Ernährung und medizinische Kosmetik, berücksichtigen. Vor allem aber sehen sie die Notwendigkeit, sich auf den Wunsch der Gäste nach Ganzheitlichkeit in jeweils individualisierter Weise einzustellen, obwohl darunter jeweils verschiedenartige Inhalte verstanden werden. Angebote mit regionalem Bezug könnten dabei eine Gegenwelle zu den derzeit häufig verbreiteten exotischen Behandlungen bilden. Mehr als 90 % der Befragten stellten fest, dass die Ansprüche der Gäste immer mehr steigen. Viele Standards sind mittlerweile schon selbstverständlich, so dass für die Zukunft ein Wettbewerb um Qualität zu erwarten ist.

Die besten Hotels – aus Branchensicht

Ein brancheninternes Ranking unter den befragten Hoteliers ergab: Das Posthotel Achenkirch wurde als bestes Wellnesshotel bezeichnet, der zweite Platz ging an das Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe. Weitere Top-Nennungen erhielten der Steirerhof in Bad Waltersdorf, die Bleiche im Spreewald sowie der Salzburgerhof in Zell am See.
Das detaillierte Studienergebnis ist unter dem Stichwort „Wellnesshotelstudie 2005“ als Print-Ausgabe (90 Seiten) um 78,– Euro zzgl. MWSt und Porto erhältlich: Profil-Verlag / Erlebnis + Trend, Fax ++49-(0)89-701347, profil1kagelmann@t-online.de.

Kontakt für JournalistInnen-Rückfragen:
Eva Maria Moser, RELAX Guide Verlag, Fon +43-(0)1-4032565-20, moser@relax-guide.com

Foto-Download:
www.relax-guide.com

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