Ekel-Pools in Wellnesshotels

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Deutschland, 11. Oktober 2007 | Tourismus/Gesundheit/Chronik

Ekel-Pools in Wellnesshotels

Ekel-Pools in Wellnesshotels

Tester des kritischen Wellnesshotelführers RELAX Guide haben in den vergangenen Monaten 449 Hotel-Pools untersucht; insgesamt 1.796 Einzelprüfungen wurden in Wellness- und Kurhotels in Deutschland, Österreich und auf der Fernreiseinsel Mauritius durchgeführt. Nur bei rund einem Fünftel aller Pools war das Wasser so aufbereitet, wie es die Idealwerte auf Basis des österreichischen Bäderhygienegesetzes (vergleichbar mit DIN 19643) vorgeben. Die saubersten Pools gab es in Deutschland, dort waren immerhin 24,4 Prozent aller 164 überprüften Wasserbecken in Ordnung. Auf der „Luxusinsel“ Mauritius lagen immerhin noch 23,1 Prozent der Beckenwerte (52 Pools) im zulässigen Bereich.

Österreichische Betriebe – überprüft wurden 231 Wasserbecken – schnitten dagegen am schlechtesten ab. RELAX Guide-Herausgeber Christian Werner: „Nur 19,5 Prozent aller Wasserwerte entsprachen den gesetzlichen Hygienevorschriften. Bei 3,8 Prozent der Messungen zeigten sich überdies derart extreme Abweichungen von den Sollwerten, dass der Messbereich unserer Geräte nicht mehr ausreichte. In manchen Fällen wurden die vorgeschriebenen Grenzwerte bis um das Siebenfache überschritten.“ Detail am Rande: Als einziges Land weltweit hat Österreich ein umfassendes Bäderhygienegesetz.

Auf Basis des Bäderhygienegesetzes untersucht wurde der Gehalt an freiem und gebundenem Chlor, für den ph-Wert sowie die Leitfähigkeit wurden Standards professioneller Wasseraufbereitung als Meßlatten herangezogen. Christian Werner: „Die vorgefunden Fakten sind noch keine Beweise für eine Gefährdung der Gesundheit, sondern vielmehr Indizien für Gefährdungspotenzial. Ekelig sind sie aber allemal. Und mit Sicherheit ein eindringliches Signal für die Hotellerie, hier mehr zu tun.“

Die meisten Wasserüberprüfungen wurden in Hotels durchgeführt, deren Zimmerpreise (EZ inkl. HP) zwischen 100,– und 160,– Euro liegen. Christian Werner: „Wir haben uns also nicht etwa Minderleister ausgesucht, sondern uns fast ausschließlich in guten und sehr guten Häusern umgesehen.“

Touristische Qualitätssicherung

Schon im Vorjahr thematisierte der RELAX Guide – übrigens als erstes Medium und als erste Institution – die so genannten „Nonsense-Treatments“, also Behandlungen ohne therapeutische Effekte, die immer häufiger angeboten wurden. In der Folge nahmen zahlreiche Medien das Thema auf, mehrere TV-Sender begleiteten RELAX Guide-Tester sogar mit versteckten Kameras bei ihren anonymen Hoteltests. Die Reaktion der Branche: In den meisten Fällen wurden derartige Behandlungen aus den Spa-Angeboten entfernt, oder sie werden neuerdings nicht mehr mit therapeutischen Versprechungen beworben. Christian Werner: „Das freut uns nicht nur, das ist auch touristische Qualitätssicherung im besten Sinn, ganz ohne dass dafür auch nur ein Cent an öffentlichen Geldern ausgegeben werden musste.“

Ähnlich positive Effekte, so hofft Werner, dürften auch von den Ergebnissen der Pool-Wassertests zu erwarten sein. „Diese Tests wurden nach dem Zufallsprinzip durchgeführt und waren nur ein erster Anfang. Wir werden auch in Zukunft an dem Thema dranbleiben, damit unsere Leser unbesorgt und ohne Hautausschläge oder Infektionen baden können.“

Kontakt für JournalistInnen-Rückfragen:
Eva Maria Moser, RELAX Guide Verlag, Fon: +43-(0)1-4032565-20, moser@relax-guide.com

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