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Die Roboter und das Verschwinden der Halbpension

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Österreich, 15. Oktober 2025 | Tourismuswirtschaft/Hotellerie/Neuerscheinung

Die Roboter und das Verschwinden der Halbpension

Wellnesshotels reagieren unterschiedlich auf die schwierigen Rahmenbedingungen

Seit den Corona-Jahren müssen die heimischen Wellnesshotels unter den bislang härtesten Bedingungen wirtschaften – Fachkräftemangel und exorbitante Preissteigerungen in puncto Personal, Lebensmitteleinkauf und Energie inklusive. Nicht wenige kämpfen ums Überleben, Insolvenzen und Schließungen sind längst keine Ausnahmefälle mehr.

„Als Gast erlebt man dann nicht selten Dinge, die vor kurzem noch unvorstellbar waren“, weiß Christian Werner, der für seinen unabhängigen Führer RELAX Guide seit 1999 die Branche untersucht. Werner: „Roboter im Fünfstern-Restaurant etwa, das Fehlen eines Sommeliers, eines Barkeepers oder sogar von Köchen, da diese einer „Zentralküche“, die mehrere Hotels beliefert, weichen mussten, weil es der kalkulierende Rotstift so verlangt hat.“

Auch das tendenzielle Verschwinden der Halbpension – sie war vor allem in Österreich, Südtirol und im südlichen Deutschland sozusagen über Jahrzehnte der Fixstern der Wohlfühl-Hotellerie – gehört dazu. Immer mehr Hotels gehen dazu über, kein inkludiertes Abendessen mehr anzubieten. Ein Betrieb, er hatte bis vor kurzem noch fünf Sterne, bietet neuerdings sogar Zimmer ohne jegliche Verpflegung an, nicht einmal ein Frühstück ist dann im Logispreis inkludiert.

Immer wieder, so Werner weiter, werde man als Hotelgast auch mit sprachlichen Barrieren konfrontiert. Es gibt Hotels mit Mitarbeitern aus mehr als 20 Nationen und unterschiedlichsten Kulturkreisen, mitunter ist dann die Verständigung nur unter Einsatz von Händen und Füßen möglich. Christian Werner: „Multikulti dieser Art wird dann gerne als besonders soziales Engagement beworben, uns fällt es jedoch schwer, das nachzuvollziehen. Denn man fährt doch in eine Region, um mit ihr, mit ihren Menschen, mit ihrer Landschaft und ihrer Kultur in Kontakt zu kommen. Eine asiatische Kellnerin, die bei der Frage nach dem Namen eines Berges nur mit Achselzucken antwortet, ist da keine Offenbarung, selbst wenn sie ein bayerisches Dirndl trüge.“

Auch die „green option“ so mancher Hotels sei nur bedingt erfreulich. Damit ist der Verzicht auf die tägliche Zimmerreinigung gemeint. Angeblich aus Gründen des Umweltschutzes. „Doch Putzen nur mehr jeden dritten Tag kann nicht gegen Weltuntergang helfen.“ Tatsächlich geht es um das Einsparen von Personalkosten. Außerdem spiele man dem Gast den Ball zu und versetze ihn in eine gutmenschliche Zwangslage. Werner: „Wer will denn schon hören müssen, dass er der Natur schadet? Selbst wenn man weiß, dass der ökologische Nutzen des Nichtputzens im Verhältnis sowohl zur gesamten Ökobilanz eines Beherbergungsbetriebs als auch zu jener des Reisens insgesamt wohl absolut zu vernachlässigen ist.“

Die Beobachtungen über die Entwicklungen in der Branche sollen übrigens nicht den Eindruck vermitteln, dass es keine guten Hotels mehr gäbe, das ist nämlich nicht der Fall. Christian Werner: „Zahlreich finden sich Häuser, die mit ihren guten Vibes die Gäste inspirieren. In denen es auch bei den Mitarbeitern primär um Sinn und Freude geht. In denen sich Wellnessurlaub – auch – als soziales Erlebnis zelebrieren lässt.“

Genau diese Erneuerung sei, so Werner weiter, in dieser Zeit voller Umbrüche, in der so viele Menschen unter digitaler Reizüberflutung und emotionalem Dauerstress leben, dringend nötig. Daher gehe der Trend auch nach Ganzheitlichkeit. Nach Wellness mit einer sozialen Komponente, und auch die Bedeutung von Landschaft und Natur sowie von digitaler Entgiftung für das Wohlbefinden werde von immer mehr Betrieben erkannt. Christian Werner: „Spa-Hardware wie große Pools ist fein, aber ohne gastgeberische Liebe ist alles nur Schein. Denn das ist die Grundidee von Wellness: eine Auszeit, aus der man innerlich genährt und gestärkt nach Hause kommt.“
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