Die Vulva im Rampenlicht

Viele Eltern tun sich schwer, das korrekte Wort für das weibliche Geschlechtsteil zu verwenden. Ein amüsant geschriebenes Kinderbuch will auf unbeschwerte Weise zur Enttabuisierung und Normalisierung der Vulva beitragen und damit junge Mädchen stärken.

Ein Blick in die Kulturgeschichte des weiblichen Genitals offenbart, dass über die Vulva lange verschämt geschwiegen wurde. Die Autorin Julia Prosinger gibt in ihrem Artikel über Intimchirurgie im aktuellen RELAX Magazin zu bedenken: „Kleine Mädchen haben noch immer keinen einheitlichen Namen für ihr Organ und können daher nicht benennen, wenn jemand sie gegen ihren Willen dort anfasst.“

Das aufklärerische Kinderbuch „Lina, die Entdeckerin“ rückt die Vulva ohne Tabu und Scham ins Rampenlicht. Im Bilderbuch, das für Kinder ab drei Jahren empfohlen wird, entdeckt die neugierige Lina ihren Körper. Ergänzt wird die Geschichte durch informatives Wissen rund um Körperbehaarung und -hygiene, Nacktheit und Erwachsenwerden. Ziel der Autorinnen und Autoren ist es, mit der achtsamen und präzisen Verwendung von Sprache die Basis für ein positives Körpergefühl zu schaffen und einen selbstverständlichen Umgang mit den Geschlechtsorganen zu fördern. Sie sind davon überzeugt, dass der Umgang mit dem weiblichen Geschlechtsteil wortwörtlich schambehaftet bleibt, solange man es nicht mit den richtigen Worten benennt. Höchste Zeit also, „Vulva“ in unseren selbstverständlichen Sprachgebrauch aufzunehmen.

Foto: Die Wiener Künstlerin Gloria Dimmel fertigt Gipsabdrücke von Vulven mit dem Ziel an, die weiblichen Genitalien zu enttabuisieren.

Lina, die Entdeckerin

Katharina Schönborn-Hotter, Lisa Sonnberger, Flo Staffelmayr und A. Horak (Illustration)
Lina, die Entdeckerin
Verlag Achse
22 Euro

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