Kochen nach Jahreszeiten

Stellen Sie sich folgendes Suchbild vor und finden Sie die Fehler: Es ist Dezember, wir sehen die Gemüseabteilung eines Supermarkts: Links eine Palette knackiger Äpfel, daneben eine Reihe knallroter Erdbeeren mit einem penetranten Gummibärchenaroma, darüber eine Steige argentinischer Pfirsiche, rechts davon ein Berg von intensiv riechender Orangen. Weiter geht es zum Gemüse: Krautköpfe in falscher Einträchtigkeit mit Tomaten, Kartoffeln neben jungem Spinat in seinem Sarg aus Plastikfolie.

Es wird Ihnen nicht allzu schwer gefallen sein, die Fremdkörper zu entlarven. Oder vielleicht doch?

Im Überangebot der Supermärkte ist uns der Rhythmus der Saisonen abhanden gekommen. Sybil Kapoors „Jahreszeitenküche” kämpft dagegen an und vermittelt, dass saisonale Produkte im Grunde etwas Luxuriöses sind, nach dem Motto „limitierte Auflage”.

Den Frühling begrüßt sie mit einer Spargelsuppe mit Kerbel oder einem Rhabarber-Cobbler, einer Art Fruchtpastete. Im Sommer lässt sie die puren Zutaten ihre Verführungskünste ausspielen, was den Windbeuteln mit Beerensahne perfekt gelingt. Im Kapitel Herbst zeugen allein die Farben Nussbraun, Orange und ein edles Violett von dem geduldig ertragenen Reifeprozess, der die Rohstoffe dieser Jahreszeit auszeichnet. Crêpes mit Pilzen oder eine Kürbistorte in kraftvollem Gelb – wer braucht da noch die zu der Zeit wahrhaft unerotischen Tomaten? Die Wintergerichte schließlich vermitteln Behaglichkeit und Wärme: Scharfes Schweinefleisch nach Sichuan-Art etwa oder Macadamianuss-Schnitten mit Ahornsirup.

Rezepte (im PDF Format):
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Sybil Kapoor:
Jahreszeitenküche

Dorling Kindersley, 224 Seiten
19,90 Euro


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