Streaming belastet das Klima

Digital sei grün, das glauben die meisten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wer am Handy 10 Minuten ein Video ansieht, verbraucht gleich viel Strom wie ein 2.000-Watt-Elektroofen bei fünf Minuten Vollbetrieb! Natürlich nicht am Handy selbst, sondern mit der dahinterliegenden, unsichtbaren Server-Infrastruktur.

Eine Studie der französischen Denkfabrik The Shift Project schätzt den Anteil der weltweiten Informations- und Kommunikationstechnologie an Treibhausgasemissionen auf knapp 4 Prozent, das ist fast die Hälfte des Schadstoffausstoßes aller PKW und Motorräder und nahezu das Doppelte des globalen zivilen Flugverkehrs! Tendenz: stark steigend. Wegen der rasanten Zunahme des Datenvolumens im Internet und des digitalen Energieverbrauchs könnte dieser im Jahr 2025 bereits für 8 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich sein.

Besonderes Gewicht hat das Streaming von Videos, das für die weitaus größte Zunahme der Internetnutzung sorgt. Es benötigt 1.500-mal mehr Energie als der gewöhnliche Betrieb eines Smartphones. Wer 10 Minuten über die Cloud ein Video anschaut, verbraucht gleich viel Strom, wie wenn er fünf Stunden lang ununterbrochen E-Mails mit Attachments versendet. Fazit: Die Digitalisierung gilt vielen als Teil der Lösung und nicht als Teil des Klimaproblems. Wer das glaubt, irrt gewaltig.

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