Käse-Imitate im Vormarsch

Er sieht aus wie Käse, ist aber keiner: Kunstkäse ist im Vormarsch. Eine billige, aber raffinierte Mischung aus Wasser, Bakterieneiweiß, Stärke, Pflanzenöl, Emulgatoren, Aromen, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern. Durch entsprechende Chemie wird sogar ein Gaumenerlebnis vorgetäuscht, das von jenem von echtem Käse nicht mehr zu unterscheiden ist. Bereits 100.000 Tonnen Kunstkäse werden jährlich in Deutschland erzeugt – allein im Mecklenburgischen Schmelzkäsewerk Hoffman macht der Kunstkäse schon ein Drittel der Produktion aus –, in Österreich sind es 10.000 Tonnen jährlich. Kein Wunder also, dass immer mehr Milchbauern zusperren müssen.

Eine Kennzeichnungspflicht für Kunstkäse existiert nicht, die Politik hat aber kein Interesse am Abstellen des Verbraucherbetrugs: Vor wenigen Tagen ist ein Antrag auf Kennzeichnungspflicht vom Parlament (mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP) abgelehnt worden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat mittlerweile eine kleine Liste mit Lebensmitteln veröffentlicht, die Kunstkäse enthalten (www.vzhh.de).

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