Life Ball obszön: Toleranz nur für Gleichdenkende

Toleranz, aber nur für Gleichdenkende: Der Life Ball ist laut Organisatoren zwar das Symbol für Offenheit und Toleranz schlechthin, allerdings nur solange man ihn nicht kritisiert. Denn selbst ein harmloser Society-Reporter wurde gesperrt, nachdem er es im Vorjahr tatsächlich gewagt hatte, einen kritischen Sager von Niki Lauda – „Ich finde es merkwürdig, dass drinnen für Safer Sex geworben wird, während gleichzeitig Besucher hinter dem Rathaus ungeschützen Geschlechtsverkehr haben“ – zu senden. Wie kann man auch nur: Dem an die Endzeit im Alten Rom erinnernden Dekadenz-Spektakel im Wiener Rathaus Scheinmoral unterstellen.

Zwar ist der Event – neben der Werbung für beziehungslosen, gleichgeschlechtlichen Sex – vor allem ein Symbol für ausschweifenden Hedonismus und hemmungslose Selbstverliebtheit, aber es geht ja um eine gute Sache. Und wen interessiert es schon, dass man in den Industrieländern nicht an Aids, sondern vor allem an Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten stirbt oder weltweit tagtäglich 30.000 Kinder verhungern – das ist halt nicht so hipp!

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