Bayerische Wirte im Käsekampf

Seit Menschengedenken gehört der Obazda zur bayerischen Brotzeit. Ein Aufstrich aus Camembert, Frischkäse, Zwiebeln, Schnittlauch und Radieschen, den viele Wirte noch selbst anrühren, ehe sie ihn im Biergarten servieren.

Genau diese Wirte bekommen nun ein Problem. Denn die Lobbyisten der Lebensmittelindustrie pochten in Brüssel auf eine geschützte Marke für den Obazda. Und die EU beeilt sich dienstbeflissen, Auflagen, Rezepturen und Kontrollen einzuführen. Während die großen Hersteller von der Bürokratisierung profitieren, können die kleinen Wirte die Kontrollen nicht bezahlen – und müssen wohl auf Industrieprodukte umsteigen.

Allerdings: Findige Wirte umgehen die teuren Gebühren, in dem sie ihren Käseaufstrich einfach umbenennen. Ein Gastwirt am Tegernsee benannte ihn inzwischen in „Bräubazi“ um.

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