Das Recht auf Wellness

Ein Ehepaar buchte einen dreitägigen Wellnessurlaub in einem Hotel in Thüringen. Weil – im Gegensatz zum werblichen Versprechen – keine Massagen und Beautyanwendungen buchbar waren, reiste das Paar am Morgen nach dem Check-in wieder ab – ohne zu bezahlen! Das war rechtens, wie das Amtsgericht Potsdam urteilte. Denn das Hotel hätte bei der Buchung auf die Nichtverfügbarkeit der Anwendungen hinweisen müssen. Der Mangel war erheblich und berechtigte zur Kündigung – auch die Abreise ist schlüssig als eine solche zu verstehen.

Ähnlich urteilte das Amtsgericht Meldorf im Fall einer Frau, die ein Wellnesswochenende gebucht hatte. Ihr Hotelzimmer roch allerdings so stark nach Zigarettenrauch, dass sie sofort wieder abreiste. Das Hotel versuchte, die entgangenen Kosten einzuklagen, das Gericht jedoch befand, dass der Gast zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt war, da in diesem Zimmer das Ziel der ausdrücklich beworbenen „Entspannung“ nicht zu erreichen war.

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