Herdentrieb im Internet

Dass man Produkte (auch Hotels) auf Einkaufs- und Bewertungsportalen selbst bewerten kann, ist hinlänglich ebenso bekannt wie der Umstand, dass damit viel Schindluder getrieben wird: vielfach werden die Bewertungen getürkt, ein ganzer Industriezweig widmet sich mittlerweile dem Thema – Agenturen, die gegen Entgelt das Produkt des Auftraggebers „pushen“.

Nicht bekannt ist dagegen, dass solche Fake-Rankings auch auf die Einstufung seriöser Bewertungen einen Einfluss haben. Wissenschafter aus Israel und den USA haben das jetzt untersucht und im Magazin Science darüber berichtet: Auf einer (nicht genannten) Bewertungsplattform wurden 100.000 Kommentare gesetzt, ein Drittel der Manipulationen waren negativ, ein Drittel positiv, das letzte Drittel diente als neutrale Kontrollgruppe.

Es zeigt sich, dass gute Bewertungen die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste (echte) Bewertung wiederum positiv war, um 25 Prozent ansteigen ließ, die Wahrscheinlichkeit für Höchstbewertungen erhöhte sich (im Beobachtungszeitraum von fünf Monaten) gar um ein Drittel. Aus negativen Bewertungen ergaben sich hingegen keine dauerhaften Effekte.

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