Geldsorgen blockieren den Kopf

Geldsorgen beeinträchtigen die geistige Kapazität so stark wie schwerer Schlafentzug, das fanden ein Harvard-Ökonom und der Princeton-Psychologe Eldar Shafir heraus. Unter anderem am Beispiel von indischen Zuckerrohrbauern: Waren sie vor der Ernte arm, dann schnitten sie in der Denkleistung signifikant schlechter ab als nach der Ernte, die ihnen zu Geld verhalf. Das bedeutet, dass die geistige Kapazität – also die Fähigkeit, aufmerksam zu sein, richtig zu entscheiden und Ablenkungen zu widerstehen – keine konstante, sondern vielmehr eine veränderbare Größe ist.

Steigende Armut bedeutet demnach, dass die geistige Kapazität sinkt. Finanzielle Sorgen reduzieren, genauso übrigens wie Ohnmachtserfahrungen (durch eingeschränkte Handlungsspielräume), zwar nicht grundsätzlich die Denkfähigkeit, doch sie bestimmen, wie viele dieser Ressourcen momentan verfügbar sind.

Zum Weiterlesen:
Sendhil Mullainathan, Eldar Shafir: Knappheit – Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben. Campus, 25,70 Euro.

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