Kleine Sparer enteignet

Etwa 300.000 spanische Kleinanleger (vorwiegend Rentner) wurden Ende März per Gesetz teilenteignet, sie verlieren zwischen 30 und nahezu 100 Prozent ihres angelegten Geldes. Dabei geht es nicht um Sparbücher, sondern um ein kompliziertes Finanzprodukt namens „Preferentes“, das ihnen als todsicherer „Sparbuchersatz“ verkauft worden ist (und de facto eine Beteiligung am Grundkapital ihrer Bank ist). Diese Teilenteignung war die Bedingung für die Auszahlung der EU-Bankenhilfe (ESM) von 100 Milliarden Euro, die Betroffenen zahlen so rund 6 Milliarden für die Rettung von Pleitebanken wie Bankia und anderen dazu.

Nach den staatlich angeordneten Teilenteignungen in Zypern und Spanien könnte der Rückgriff auf Kundenguthaben zum Standardmodell in der EU werden. Der Präsident der deutschen Bundesbank äußerte sich dazu wenig vertrauenerweckend: Guthaben unter 100.000 Euro sollen „möglichst nicht angetastet“ werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.