Kinder brauchen Gefahren

Übertriebenes Sicherheitsdenken führte in der Vergangenheit unter anderem dazu, dass auch Kinderspielplätze immer sicherer gemacht wurden. Rutschen, Schaukeln, Karusselle und Kletterstangen wurden häufig durch immer niedrigere Klettergerüste mit Geländer ersetzt – ein Unfug, wie sich jetzt herausstellt. Denn vor allem die etwas größeren Kinder werden durch zu viele Sicherheitsmaßnahmen davon abgehalten, sich richtig auszutoben. Sie suchen sich entweder gefährlichere Möglichkeiten oder lassen die gesunde Bewegung gleich ganz bleiben, wobei dann auch die emotionale Entwicklung gehemmt wird.

Kritische Wissenschafter kommen nach Studien zu den Schluss, dass Kinder Risiken eingehen müssen. Sie brauchen eine aufregende Auseinandersetzung mit Höhe und Geschwindigkeit, um später Ängste bewältigen zu können. Was der gesunde Hausverstand ohnedies raten würde, sagen nun auch Experten: Dass es das Beste ist, Kinder schon von einem frühen Alter an diesen Herausforderungen auszusetzen.

Natürlich kann es zu Verletzungen kommen, doch die Vorteile überwiegen die Gefahren. Denn solche Kinder sind später weniger ängstlich und entwickeln ein ausgeprägteres Selbstbewusstsein. „Paradoxerweise führt gerade die Angst vor Verletzungen zu ängstlicheren Kindern mit höherer Neigung zu psychischen Erkrankungen”, resümieren Wissenschafter der Universität Trondheim.

Eine Studie der Universität Sydney zeigt: Wenn Kindern solche Möglichkeiten verwehrt werden, hat das nicht nur negative Auswirkungen auf ihre körperliche Gesundheit, sondern auch auf ihre soziale, emotionale und intellektuelle Entwicklung. Es ist also schädlich, wenn es beim Spielen kein Risiko mehr gibt.

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