Fasten oder zahlen

„Während der Fastenzeit ist es verboten, das Fleisch von warmblütigen Tieren zu essen,” hatte Pabst Gregor im Jahr 590 verkündet. Auch Milch, Butter, Käse und Eier waren tabu, und die Verbote wurden ebenso wie die Fastentage ständig ausgeweitet. Bis zum Ende des Mittelalters bestimmte die Kirche, was an einem Drittel des Jahres auf den Tisch kam.

Auch der Advent galt einst als Fastenzeit, und nur ein karges Brot aus Mehl, Hefe, Öl und Wasser war zulässig. Jedenfalls so lange, bis Mitte des 15. Jahrhunderts Sachsens Kurfürsten beim Papst lobbyierten, er möge doch zumindest Butter zulassen. Es dauerte noch Jahrzehnte, bis der Papst die Flehenden erhörte, dann ließ er sich seine Gnade allerdings bezahlen: Ein „Buttergeld” wurde fällig, dass der Kirche zufloss.

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