Zurück zum kulinarischen Ursprung

Feuerberg Mountain Resort ****

Das Küchenteam des Vier-Lilien-Resorts Feuerberg hat sich zum Ziel gesetzt, ausnahmslos auf Regionalität umzustellen. „Geschmacksarchäologe“ Lojze Wieser begleitet das Projekt, alte Rezepturen mit regionalen Lebensmitteln auf den Tellern der Gäste wiederzubeleben.

Einzigartiger Weitblick

Das mit der Höchstnote von vier Lilien und 20 Punkten ausgezeichnete Feuerberg Mountain Resort auf der Kärntner Gerlitzen Alpe ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Ein Highlight des familienfreundlichen Hauses auf 1.800 Metern ist das spektakuläre Panorama über halb Kärnten. Weitblick beweist auch Gastgeber Erwin Berger, wenn es um die stetige Weiterentwicklung des Familienbetriebs geht. Vor fünf Jahren hat sich die Küche zum Ziel gesetzt, radikal auf regionale Lebensmittel umzustellen, heute stammen über 80 Prozent der verwendeten Produkte aus der Umgebung. Der visionäre Hotelier möchte aber noch einen Schritt weiter gehen und hat für die Umsetzung des Projekts Verleger und „Geschmacksarchäologen“ Lojze Wieser an Board geholt.

Regional und gesund kochen mit Pfiff

So lautet das Leitmotiv der Feuerberg-Küche. Den „Pfiff“ erhalten die Gerichte durch die Weckung des ursprünglichen Geschmacks mit heute vorhandenen Zutaten. Food-Experte Wieser unterstützt den Küchenchef Kevin Granegger samt Team mit seinem jahrelang angesammelten Wissen samt Rezepturen der Alpen-Adria-Region. Alte, vergessene Rezepte werden erforscht, verfeinert und den heutigen Geschmacksgewohnheiten angepasst.

Feuerberg Mountain Resort ****

Einblicke in die Experimentierküche

Im März dieses Jahres erfolgte die Erprobung der Rezepturen. Aus biologischen Lebensmitteln von Produzenten aus Kärnten sowie den Nachbarregionen Slowenien, Friaul, Kroatien und der Steiermark entstand eine aromatische Vielfalt an Geschmäckern, die beinahe vergessen waren. Gekocht und verköstigt wurden etwa überbackener Fenchel und Sellerie, zubereitet nach einem jüdischen Rezept, das im Mittelalter in den alpen-adriatischen Raum gelangt ist, Rolotto – ein slowenisches Rollgerstenrisotto und ein Orangensalat nach einem alten sizilianischen Rezept.

Die Wiederbelebung vergangener Kochtraditionen ist eine echte Alternative zur zunehmenden Geschmackseinfalt der Lebensmittelindustrie und sorgt für außergewöhnliche Geschmackserlebnisse bei den Gästen. „Wenn es also einmal etwas schräger oder auch rustikaler erscheint, ist dies das Salz in unserer Suppe“, so Berger über seinen innovativen Ansatz.

Feuerberg Mountain Resort ****

Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel in Kärnten lesen Sie hier: RELAX Guide – Feuerberg Mountain Resort ****

Weitere Informationen: Feuerberg Mountain Resort ****

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So schmeckt der Wald

Tann ****

Im ruhevollen Zwei-Lilien-Kleinod Tann am Südtiroler Ritten kommt auf den Teller, was die Natur hergibt. Hotelchefin Barbara Untermarzoner ist Expertin der Waldküche und zaubert aus Wurzeln, Zapfen, Kräutern und Blüten aromatische und gesunde Köstlichkeiten.

Zurück zu den Wurzeln

Fernab allen Trubels befindet sich in grandioser Naturlage auf 1.500 Metern das familiengeführte Tann in Südtirol. Was hier in die Töpfe und Pfannen kommt, wächst quasi vor der Küchentür. Chefin Barbara nennt ihr kreatives Küchenkonzept liebevoll „Waldküche“. Alte Rezepte aus Großmutters Fundus verfeinert die naturverbundene Köchin mit Wildkräutern, Waldbeeren, Pilzen, Wurzeln und Samen. Das Ergebnis sind aromatische Gerichte wie Smoothies aus Fichtensprossen, Rehfilet mit wilden Waldaromen, Pasta mit Waldpesto, Waldtiramisu oder hausgemachtes Brot.

Natürliche Superfoods

Zeit und Achtsamkeit sind die Grundzutaten von Barbaras Naturküche. Ihr Slow Food aus dem Wald ist nicht nur besonders aromatisch, sondern auch gesund: Chlorophyll reinigt das Blut, Flavonoide gelten als Radikalfänger, ätherische Öle sind Keimkiller, Vitamin K stärkt die Knochen und Wacholder ist ein natürliches Antibiotikum. Zu dem, was Barabara im Wald erntet und sammelt, gesellen sich nachhaltig produzierte Lebensmittel aus Südtirol: Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten, Milch und Eier vom Nachbarn und Fleisch aus der Rittner Umgebung.

Tann ****

Sommerliche Waldrezepte als PDF:
Stein Pilz Suppe
Pesto aus Fichtennadeln
Dessert: Die Waldwiese in Gedanken

Erholung für Körper und Geist

Abschalten wird einem im naturverbundenen Tann dank der frischen Bergluft, Barbaras köstlichem Frühstück und Abendessen sowie der herzlichen Atmosphäre ganz leicht gemacht. Im kleinen Spa warten unter anderem ein Solebecken im Freien, eine Außensauna und ein feiner Ruheraum mit herrlichem Ausblick auf Nadelwälder und Wiesen.

Tann ****

Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel Nähe Bozen lesen Sie hier: RELAX Guide – Tann ****

Weitere Informationen: Tann ****

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Alpines Hideaway für Gourmets

Kaiserhof Ellmau *****s

Ein wahrgewordener Urlaubstraum erwartet Gourmets, Naturfreunde und Ruhesuchende im wunderschön gelegenen Kaiserhof Ellmau in Tirol. Das ausgezeichnete Küchenteam rund um Hausherrn Günter Lampert vollbringt kulinarische Höchstleistungen vor einer traumhaften Naturkulisse.

Seit jeher kulinarische Pioniere

Auf einem Sonnenplateau hoch über dem Tal befindet sich der mit der Höchstnote von vier Lilien ausgezeichnete Kaiserhof Ellmau. In den letzten beiden Jahren wurde hier so fleißig erweitert und modernisiert, wonach das familienfreundliche Haus kaum wieder zu erkennen ist. Woran sich erfreulicherweise nichts geändert hat, ist die ausgezeichnete Küche unter der Leitung von Hausherrn Günter Lampert. Seit Jahren begeistert das Küchenteam sowohl Gäste als auch Gourmetkritiker und wird 2021 für seine kulinarischen Spitzenleistungen unter den Top 3 Gourmethotels des RELAX Guide geführt sowie mit zwei Gault-Millau-Hauben prämiert.

Kaiserhof Ellmau *****s

Hier wird essen zum Erlebnis

Für das kulinarische Erlebnis hat man die Wahl zwischen fünf Restauranträumlichkeiten, darunter das elegante Novelli, gemütliche Stuben und das Á-la-carte-Restaurant Kulinarium. Unser Lieblingsplatz im Sommer ist aber freilich die große Restaurantterrasse mit Bilderbuchausblick auf den Wilden Kaiser. Vor dieser traumhaften Kulisse kredenzt das herzliche Serviceteam sechsgängige Menüs aus Günter Lamperts Haubenküche. Regionale und biologische Zutaten vereinen sich zu modernen Gerichten, inspiriert von Küchen aus aller Welt. Hervorzuheben ist zudem die fachkundige Weinberatung von Sommelier Karl Rotheneder.

Highlights im Spa

Ein perfekter Urlaubstag im Kaiserhof beginnt mit einem herrlichen Frühstück auf der Terrasse mit selbstgemachten Marmeladen und Brotaufstrichen, frischem Gebäck und hausgemachtem Müsli. Gestärkt geht es auf eine ausgedehnte Wanderung oder gleich ins Spa mit zahlreichen Sonnendecks, acht verschiedenen Saunen und dem neuen Infinity-Dachpool mit grandiosem Ausblick auf den Wilden Kaiser. Diesen genießt man auch in der Sky-Bar, wo man den Tag bei einem Glas Wein gemütlich ausklingen lassen kann.

Kaiserhof Ellmau *****s

Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel in Tirol lesen Sie hier: RELAX Guide – Kaiserhof Ellmau *****s

Weitere Informationen: Kaiserhof Ellmau *****s

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Sommerlicher Kulturgenuss

Das Ronacher Therme & Spa *****s

Das Kärntner Drei-Lilien-Hotel Ronacher ist seit vielen Jahren Schauplatz von kulturellen Events. Von 9. Juli bis 28. August 2021 wird der Hotelpark zur zauberhaften Kulisse für Konzerte unter freiem Himmel.

Wiederaufleben der Kultur

Auf einer kleinen, sonnigen Anhöhe über dem Ort Bad Kleinkirchheim liegt das renommierte Traditionshotel Ronacher. Besonders geschätzt wird es für sein Heilwasser aus der hauseigenen Thermalquelle und das gemütliche Ambiente. Zusätzlich zum gewohnten Verwöhnprogramm erwarten die Gäste an vier Wochenenden zwischen 9. Juli und 28. August Outdoor-Konzerte im Hotelpark. „Kultur – Neu 2021“ lautet der Titel des diesjährigen kulturellen Sommerprogramms im Ronacher, das das Wiederaufleben der Kultur nach vielen stillen Monaten zelebriert.

Das Ronacher Therme & Spa *****s

Musikalisches Verwöhnprogramm

Für Unterhaltung in der unbeschwerten Atmosphäre des Elfengartens sorgen unter anderem das Streichquartett La Finesse, eine Hommage an die Comedian Harmonists und eine musikalisch-szenische Lesung mit Texten von Artur Rimbaud und den Gebrüdern Grimm sowie Musik von Nick Cave. Die Konzerte finden freitags für Hotelgäste statt – der Eintritt ist im Nächtigungspreis inkludiert –, an den Samstagen kommen auch Einheimische und Tagesgäste in den Kulturgenuss (Tickets für die Vorstellung kosten 39 Euro, mit Abendmenü 69 Euro).

Entspannung und Genuss auf allen Ebenen

Wer diesen Sommer Kultur gepaart mit Wellness genießen möchte, ist im Ronacher demnach bestens aufgehoben. Im weitläufigen Spa-Bereich warten unter anderem Indoor- und Outdoor-Thermalpools, sechs unterschiedliche Saunen und eine FKK-Liegewiese für nahtlose Bräune. Der kulinarische Genuss kommt ebenfalls nicht zu kurz: Das ausgezeichnete Frühstück kann man sich bis 12 Uhr schmecken lassen und abends verwöhnt die sehr gute Küche.

Das Ronacher Therme & Spa *****s

Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel in Kärnten lesen Sie hier: RELAX Guide – Das Ronacher Therme & Spa *****s

Weitere Informationen: Das Ronacher Therme & Spa *****s – Kulturprogramm

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Ehe ohne Sex

Ehe ohne Sex

Jede fünfte Ehe gilt als sexlos. Für Partnerschaften kann das eine enorme Belastung darstellen – besonders wenn das Problem nicht offen angesprochen wird. Es gibt aber durchaus Wege, um wieder Feuer ins Schlafzimmer zu bekommen.

Hinter geschlossenen Schlafzimmerfenstern

Von außen betrachtet war Alice’ Leben perfekt: Mit Anfang 40 hatte sie Karriere gemacht, herzige Kinder geboren, viele nette Freunde gewonnen und einen charmanten Mann geheiratet. Diese Fassade bröckelte allerdings, als sie eines Tages von ihrer Freundin Maureen McGrath, einer führenden Sexualexpertin Kanadas, nach einem Frauenabend nach Hause gefahren wurde. „Als wir uns ihrem Haus näherten, sah sie zu ihrem Schlafzimmerfenster und bemerkte, dass das Licht im Schlafzimmer noch an war. Sie sagte dann: ‚Oh nein, mein Mann wartet auf mich. Tu mir einen Gefallen, fahr ein paar Mal um den Block, bis das Licht ausgeht‘“, erzählte McGrath bei einer berühmt gewordenen Rede bei einer Ted-Konferenz. Bei den folgenden Extrarunden enthüllte die Freundin ihr Geheimnis. „Wir hatten seit einem Monat keinen Sex mehr, eigentlich war es vergangenes Jahr das letzte Mal“, gestand sie. Und sie wollte, dass das auch so bleibt. Diese Frau ist mit ihrem Schicksal alles andere als alleine. Das Phänomen „sexlose Ehe“ ist hinter den geschlossenen Schlafzimmerfenstern verbreiteter, als viele zugeben. Die Wissenschaft spricht von einer sexlosen Beziehung, wenn ein Paar weniger als zehn Mal im Jahr Sex hat. Und dies betrifft, wie gleich mehrere Umfragen – die größte davon durch die Universität Chicago in den USA – ergaben, etwa jedes fünfte. Rund zwei Prozent werden überhaupt nicht mehr intim.

Dass Paare – auch über längeren Zeitraum hinweg – keinen Sex haben, ist eigentlich normal, solange die körperliche Liebe wieder zurückkehrt. Jungeltern etwa, die trotz frisch geborenem Nachwuchs noch regelmäßig miteinander schlafen, sind wohl eher die Ausnahme als die Regel. Aber auch Stress oder Krankheit können zeitweise jede Lust rauben. Außerdem kann eine Beziehung theoretisch auch ohne Sex funktionieren, wenn beide Beteiligten dies wirklich wünschen. Das ist Sexualtherapeuten zufolge aber so gut wie nie der Fall. Meist ist ein Partner mit dem Intimleben unzufrieden und wendet sich ab. „Häufig haben Partner unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Häufigkeit sexueller Kontakte. Und natürlich gibt es kein Richtig oder Falsch. Problematisch wird es erst, wenn Sexualpartner ganz verschiedene Bedürfnisse haben und diese Bedürfnisse nicht thematisiert werden können“, so die Sexualtherapeutin Gabriela Kirschbaum. Während ein Partner sich zurückgewiesen fühlt, fühlt sich der andere bedrängt. Und daraus entsteht meist eine äußerst problematische Dynamik.

Lebenslüge Monogamie?

Eine harmonische monogame Beziehung gilt – besonders in der westlichen Welt – als Ideal schlechthin. Bei einer repräsentativen GfK-Umfrage betonten etwa zwei Drittel, dass Treue ein zentrales Element ihrer Beziehung ist. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Egal in welcher Epoche oder in welchem noch so rigiden politischen System, die Menschen sind immer fremdgegangen und werden es wohl auch künftig tun. Kann die Flaute, die sich in vielen Ehebetten breit macht, also vielleicht nicht auch daran liegen, dass wir in Beziehungsmustern leben, für die wir einfach nicht geschaffen sind?

In der Natur ist Monogamie jedenfalls eine absolute Ausnahme, die meistens nur durch das Fehlen von geeigneten Sexpartnern erklärt werden kann. Inzwischen weiß man auch, dass sogar der Schwan, der lange Zeit das Sinnbild für Treue schlechthin war, in Wahrheit kein Kostverächter ist. Ganz besonders gilt dies auch für unsere nächsten Verwandten im Tierreich: die Menschenaffen, deren DNA zu 98 Prozent mit unserer übereinstimmt. Neue Forschungsergebnisse gehen davon aus, dass wir innerhalb dieser Gattung die größte Ähnlichkeit mit den Bonobo-Äffchen haben – und es gibt kaum eine Spezies, die es wilder treibt. Allerdings ist Sex hier mehr als bloßer Lustgewinn, er ist der Kitt des sozialen Lebens. Die Bonobos regeln ihre Konflikte durchwegs gewaltfrei und haben dafür täglich durchschnittlich alle 90 Minuten Sex in allen erdenklichen Variationen. Auch beim Menschen ist die Monogamie keineswegs gottgegeben, sondern entstand erst mit der Ausbreitung des Ackerbaus vor etwa 10.000 Jahren. Davor zogen wir Millionen von Jahren als Jäger und Sammler in Stämmen von 120 bis 150 Personen durch die Wildnis, die nach derzeitigem Wissensstand ihre Beute ebenso freigiebig teilten wie ihre Sexualpartner.

Ehe ohne Sex

Brüderchen und Schwesterchen

Auch wenn wir es bewusst nicht wahrnehmen, unsere gegenwärtigen Beziehungen werden von diesem inneren Jäger und Sammler noch immer entscheidend beeinflusst. Und seine archaische Programmierung widerspricht leider dem moralischen Anspruch diametral, unser Leben mit einem einzigen Partner zu teilen, bis dass der Tod uns scheidet. Vielmehr durchlaufen wir immer wieder ein uraltes Muster, mit dem die Natur dafür sorgt, dass Nachwuchs gezeugt und beschützt wird. Die „rosarote Brille“, mit der wir am Anfang einer neuen Beziehung lächelnd durch die Welt laufen, ist etwa einem Mix von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin nebst Testosteron und Östrogen geschuldet. Da bei Frauen nicht klar erkennbar ist, wann sie gerade ihre fruchtbaren Tage haben, sorgt die Natur mit diesen Botenstoffen dafür, dass das Paar die Finger nicht voneinander lassen kann, um so den richtigen Zeitpunkt für die Zeugung von Nachkommen zu erwischen. Nach etwa einem Jahr geht Mutter Natur davon aus, dass die Zeugungsphase erfolgreich war. Nun lässt sie das Gehirn ruhige Kuschelhormone wie Oxytocin und Vasopressin produzieren, die dafür sorgen, dass das Paar eine tiefe Verbundenheit verspürt. Diese soll verhindern, dass der Mann die ungeschützte Frau samt Kind umgehend sitzen lässt, um gleich wieder Jagd auf neue Eroberungen zu machen. Nach vier Jahren ist aber auch damit Schluss: Für die Natur ist der Nachwuchs nun überlebensfähig, das Paar hat seine Schuldigkeit getan. Aus evolutionsbiologischer Perspektive hat ein Zusammenbleiben der Eltern keinerlei Sinn mehr. Es wäre nun eigentlich Zeit, sich einen neuen Partner zu suchen, um eine möglichst große genetische Vielfalt zu erreichen. Tatsächlich beginnen in langen Beziehungen hier auch die Probleme: Aus dem ehemaligen Sexrausch werden Routinenummern eines eingespielten Teams. Die wohl oft ziemlich langweilig sind – so checkt laut einer Umfrage des Mobilfunkunternehmens SureCall jeder Zehnte während des Akts sein Handy. Viele Paare schalten nun in einen „Brüderchen und Schwesterchen“-Modus, wo es zwar eine tiefe Verbundenheit, aber keine sexuelle Anziehung mehr gibt. Es schlägt die Stunde der Beziehungsratgeber und Paartherapeuten.

Fuck-Dates

Wir stecken mit unseren Beziehungen also in einem großen Dilemma: Unsere Wertvorstellungen lassen uns nach dem Ideal der Monogamie streben, während unsere Biologie auf Hallodri getrimmt ist. Oder wie der berühmte Psychoanalytiker Erich Fromm in dem Buch „Die Kunst des Liebens“ schrieb: „Es gibt kaum ein Unterfangen, das mit so ungeheuren Erwartungen begonnen wurde und das mit einer solchen Regelmäßigkeit fehlschlägt, wie die Liebe.“ Allerdings – und das ist wohl der entscheidende Punkt – muss sich der Mensch in seinen Beziehungen nicht der Biologie unterwerfen, sondern kann sich bewusst gegen sie entscheiden. Wir können wählen, mit einer geliebten Person zusammenzubleiben, wohlwissend, dass unser Sexleben nie wieder so feurig sein wird wie am Anfang.

Es muss aber auch nicht vollkommen einschlafen. Ein erster Schritt, um zur Intimität zurückzufinden, wäre einmal, sich von der Vorstellung zu verabschieden, Sex könne nur dann stattfinden, wenn beide Partner Lust darauf haben. Stattdessen sollten regelmäßige „Fuck-Dates“ genauso eingeplant werden wie Besuche im Fitnessstudio. „Das Warten auf den perfekten Zeitpunkt, an dem die Lust zwei Menschen übermannt, ist nichts anderes als eine heimliche Vermeidungsstrategie. Sobald Sie sich das eingestanden haben, eröffnen sich jede Menge neuer Möglichkeiten für ein erfülltes Sexualleben“, so die Paarpsychologin Felicitas Heyne. Wobei man sich tunlichst von einer Vorstellung über perfekten Sex verabschieden sollte, da dieser ein weltfremdes Konstrukt von Pornografie, Werbung und Ratgebern ist. „Wichtig ist, Sex wieder als etwas Spielerisches, Vergnügliches zu betrachten: Ziehen Sie Lose, die darüber entscheiden, wer heute Abend wem zu Diensten ist oder welche Praktik Sie heute einmal ausprobieren wollen. Besuchen Sie gemeinsam eine Burlesque-Show oder experimentieren Sie mit wechselnden Sexspielzeugen. Und streichen Sie die Gleichung Sex ist gleich Geschlechtsverkehr ein für alle Mal aus Ihrem Kopf – Sie haben doch so viel mehr Möglichkeiten, Spaß mit- und aneinander zu haben“, so Heyne.

Von einer Variante, das Sexleben aufzupeppen, raten Sexualtherapeuten unisono ab – und zwar, eine weitere Person hinzuzunehmen. „Wenn wirklich beide einverstanden sind, dann kann man sich in einer Beziehung auf alles einigen. Aber auch da ist es so, dass der Wunsch meist mehr von einem ausgeht und der andere zwangsläufig mitmacht, weil er Angst hat, den Partner sonst ganz zu verlieren – und es sozusagen zähneknirschend aushält. Ich habe wenige Erfahrungen gemacht, dass das wirklich funktioniert“, sagte die Sexualtherapeutin Alexandra Hartmann etwa dem „Focus“. Dann gibt es natürlich eine weitere Variante: Ein Paar, das sich über Jahre hinweg innig liebt, kann tatsächlich eines Tages beschließen, keinen Sex mehr zu haben und dennoch das Leben weiter zu teilen. Und vielleicht kehrt ohne Druck die Lust auch von selbst wieder zurück.


Zum Weiterlesen: Christopher Ryan, Cacilda Jethá: „Sex: Die wahre Geschichte“, Klett-Cotta Verlag; Daniel Bergner: „Die versteckte Lust der Frauen: Ein Forschungsbericht“, Albrecht Knaus Verlag; Felicitas Heyne: „Fremdenverkehr: Warum wir so viel über Sex reden und trotzdem keinen mehr haben“, Goldmann Verlag

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Schlammschlachten im Namen der Liebe

Schlammschlachten

Nicht in allem, wo Wellness draufsteht, steckt tatsächlich Entspannung drin. Und so gerät ein gemeinsames Relax-Wochenende mitunter zum heiklen Parcours zwischen Stutenmilchbad, Saunatemperatur und Sole-Anwendungen.

Sie.

An sehr guten Tagen gibt sich der Mann an meiner Seite romantisch, dann sagt er Sätze wie: „Nichts schmeichelt einem Mann so sehr wie das Glück seiner Frau.“ Dazu gibt es manchmal Blumen – oder, zu besonderen Anlässen, ein W-Wo. Was das ist? Nun, mit dieser Abkürzung wird im Hause Kuhn/Hufnagl der Begriff „Wellness-Wochenende“ so entschärft, dass am Ende jeder daraus machen kann, was er sich persönlich darunter vorstellt. Weil er „ganz sicher nie mehr irgendwas macht, wo Wellness draufsteht“.

Zugegeben, er ist da etwas traumatisiert. Seit damals, als wir im Rahmen von drei Paar-Wellness-Tagen dazu angeleitet wurden, uns gegenseitig in einer engen, dampfigen Kabine mit farbigem Gatsch die Chakren (oder so) einzuschmieren. Irgendwann saßen wir da und starrten einander an – er mein orangefarbenes Dekolleté und die beigegrünen Oberschenkel, ich seinen goldigen Nabel und die roten Tupfen rund um die Augen, in denen ein einziger Hilferuf abzulesen war: Hol mich hier raus! Die für den nächsten Tag geplante „Vegane Schoko-Massage“ für zwei sagten wir ebenso ab wie das Stutenmilchbad-Tête-à-Tête an Klangschalensymphonie. Seit damals muss ich sehr behutsam mit dem Thema „Erholung“ umgehen, zumal sich unsere Vorstellungen, wie diese auszusehen hat, sowieso grundlegend unterscheiden.

Zwei unterschiedliche Welten

Entspannungsurlaub lässt sich aus seiner Sicht vor allem an folgenden drei Dingen festmachen: Viel und gut essen. Fein trinken. Sowie den ganzen Tag auf einem Golfplatz darüber sinnieren, wie man die Flugbahn des Balls optimieren könnte. Eine mathematische Parabel, übrigens, die wenig Kommunikation mit der Ehefrau zulässt, die ihn dann mit überflüssigen Bemerkungen wie, Herrliche Luft, stimmt’s? aus der Fassung bringt. Dazu kommt: Das Wasser, in dem er zu planschen gedenkt, darf auf keinen Fall warm sein, weil: „Wäh!“ Hingegen sollte die Sauna, in der er Entspannung sucht, so heiß sein, dass man auf seinem Popsch Spiegeleier braten könnte. Sehr viel Öl bei der Massage? Geht gar nicht, das würde ihn an das Mayonnaisesalat-Trauma seiner Kindheit erinnern, besser, man fragt nicht. Auch der Idee eines Fastenwochenendes kann er wenig abgewinnen: „Bitte, warum soll ich Geld für nichts ausgeben und einen Abend lang in drei Erbsen herumstochern?“ Also fühlt er sich belästigt, wenn ich ihm mit warmem Getreidebrei und dampfendem Kräutertee gegenübersitze, während er sich bereits das zweite Omelett, „aber bitte mit doppelt Käse und dreifach Speck“ bestellt, zum Erstaunen des Personals.

Und dennoch wagen wir alle Jahre wieder den Versuch, in getrennten Welten gemeinsame Tage zu verbringen. Während er über den Rasen rast, kleinen, weißen Bällen beim Fliegen zuschaut, liege ich im wohltemperierten Wasser, transpiriere in einer mäßig warmen Sauna, bade in Öl und freue mich beim mittäglichen Stochern in Erbsen auf das abendliche Viergangmenü mit ihm. Wo wir einander zuprosten (ich mit Karottensaft, er mit kräftigem Veltliner) und darüber plaudern, was wir tagsüber erlebt haben. Ja, das Leben ist, was man daraus macht – das gilt auch für wunderbar gemeinsame W-Wos.

Er.

„Ich bin doch nicht deppert“, habe ich gesagt. „Sei nicht so fad, das ist vielleicht lustig“, hat sie gesagt. Darauf ich: „Wellness mit Motto? Mit mir fix nicht.“ Darauf sie: „Aber du bist bei Erotikthemen doch sonst nicht so ablehnend.“ An diesen Dialog musste ich später denken, als meine Frau und ich Hand in Hand auf einer Scheibe lagen. Nackt. Und sich plötzlich aus Deckendüsen ein Schlammregen über uns ergoss. Dann begann sich die Scheibe langsam zu drehen, stellte sich einmal links auf, einmal rechts auf, einmal oben, einmal unten, wieder links, rechts, oben, unten. Mit dem Effekt, dass sich die Liebste und ich fühlten wie in einer Pfanne geschwenkte Schlammkoteletts. Die vermeintlich innovative Idee: Wir sollten einander unter kaum kontrollierbaren Umständen wahrnehmen, berühren und zu fassen versuchen. In Wahrheit rutschten und kugelten wir hilflos wie betäubte Seelöwen umher und hielten unsere glitschigen Körper nur deshalb fest, um nicht von der Scheibe zu plumpsen. Erotik also. Oder doch eher ein Erlebnis so sinnlich wie Schüttelfrost am Bärenfell vor dem Kaminfeuer. Das einzig Prickelnde dieses Miteinanders war das Bier danach, verbunden mit dem Kuhn’schen Eingeständnis, dass wir dem Ungeheuer von Wellness ins Auge geblickt haben. Da wussten wir allerdings nicht, was dem Schlamassel noch alles im Namen der Paar-Belebung folgen sollte.

Gemeinsam getrennte Wege gehen

Das Konzept „Wälze dich in den zweiten Ehefrühling“ hat sich jedenfalls nicht durchgesetzt, weil sich das Spa-Rad eben nicht neu erfinden lässt und die Erde auch in Wohlfühloasen keine Scheibe ist. Daher bleibt mein Credo: Für mich bitte eine Runde Golf, eine Sauna, eine Nackenmassage, ein Schnitzerl und ein Achterl Veltliner – schon bin ich glücklich. Ein Gefühl, das allerdings stark beeinträchtigt wird, wenn gnä Kuhn mit einem sonderbar verklärten Blick von der gefühlt siebenstündigen Lomi-Lomi-Nui-Behandlung zurückkehrt und aussieht, als hätte sie am Grund einer Ölwanne nach dem Sinn des Lebens gesucht. Und das mir, der schon aus der seelisch-geistigen Balance kippt, wenn vom Frühstückssemmerl ein Honigtropfen auf dem Finger landet. Sie jedoch verbucht ihr lominöses Dasein nach dem Motto „Glanz oder gar nicht“ ernsthaft als Genuss. Wie das Liegen im überheizten Sprudelbecken, das Sitzen im unterheizten Dampfbad und das Herumstehen im Yogastudio (oder was auch immer sie dort tut). Und sie hat komischerweise auch nichts dagegen, sich mit zig anderen Bademantelmenschen und Schwitzfiguren in Ruheräumen zu versammeln, um dort bei einer geschätzten Raumtemperatur von 45 Grad zu dösen, angeblich entspannt. Während in mir an so einem Ort lediglich das Verlangen wächst, die Produzenten von Wellnesstempelmusik einen ganzen Tag lang einzusperren, wo sie ihren eigenen Klavier-Harfe-Panflöte-Arrangements lauschen müssen – bis sie verzweifelt nach Bäumen rufen, die sie in ihrem Wahnsinn am liebsten fällen wollen, statt sie zu umarmen. Aber was tut ein Mann nicht alles für die Liebe? Und so werden wir sicher schon bald wieder durch ein Relax-Refugium spazieren, um dort gemeinsam getrennte Wege zu gehen. Ganz ohne Schlammschlacht.


Zu den Autoren: Gabriele Kuhn und Michael Hufnagl sind tatsächlich verheiratet – und schreiben jeden Sonntag die SIE/ER-Kolumne „Paaradox“ in der Tageszeitung KURIER. Daraus entwickelten sie im Jahr 2014 ein Lese-Kabarett. Das aktuelle Programm „Schatzi, geht’s noch?“ ist – sofern es die Lage erlaubt – im Wiener Rabenhof Theater zu sehen.

Schlammschlachten

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Hochkarätiges Künstlertreffen im Astoria

Mit „Bergauf mit Cultour“ hat Elisabeth Gürtler bereits 2020 Kultur und zahlreiche Künstler nach Seefeld und ins Astoria Resort gebracht. Nun wird das erfolgreiche Konzept von 24. bis 27. Juni nicht nur fortgesetzt, sondern auch um den Teil der Bildenden Kunst erweitert.

2021 wird wieder gereist, aber anders als vor der Pandemie. Qualität zählt mehr denn je, ebenso Sicherheit und Vertrauen. Bereits im Vorjahr hat Elisabeth Gürtler, Gastgeberin im Astoria Resort Seefeld, mit internationalen KünstlerInnen und TouristikerInnen ihr Konzept „Bergauf mit Cultour“ präsentiert. Dieses wird nun durch eine Kooperation mit dem Kunstexperten Rafael Jablonka und der Präsentation der Sammlung Jablonka erweitert und Seefeld so als kultureller Hotspot in Tirol etabliert.

Am Programm vom 24. bis 27. Juni 2021 stehen etwa die Eröffnung der Ausstellung von Philip Taaffe – „We Are Not Afraid“, ein Spaziergang zu Rafael Jablonkas „Haus T.“ – ein Kunstwerk von Thomas Schütte sowie musikalische und kulinarische Highlights. Zu den zahlreichen geladenen Gästen aus Kunst und Kultur gehören unter anderem Startenor Michael Schade mit seiner Frau Dee McKee, Burgtheater Schauspielerin Mavie Hörbiger, Geiger Julian Rachlin und Schauspieler Peter Simonischek.

Im Paket inkludiert sind die Teilnahme am Event sowie drei Übernachtungen inklusive Halbpension.

Bergauf mit Cultour 2021

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Sonnenschutz im Einklang mit der Natur

Ultrasun

Eine wirksame Sonnencreme beugt Hautkrebs und einer vorzeitigen Hautalterung vor. Viele Produkte enthalten jedoch umweltschädliche Wirkstoffe. Zum Welttag der Ozeane verraten wir, wie Sie Ihre Haut und die Meere schonen können.

Tag zur Rettung der Weltmeere

Seit 2009 begehen die Vereinten Nationen am 8. Juni den „World Oceans Day“, um auf den Wert und die Bedrohung der Weltmeere aufmerksam zu machen. Ein massiver Eingriff in das empfindliche Ökosystem sind Giftstoffe, die aus der Landwirtschaft und Industrie über das Grundwasser und Flüsse ins Meer gelangen. In den letzten 30 Jahren sind etwa fast die Hälfte aller Korallenriffe zerstört worden. Die UN haben sich das Jahr 2030 zum Ziel gesetzt, um 30 Prozent der Ozeane als Schutzgebiete zu erklären. Im Alltag kann jeder von uns zum Meeresschutz beitragen.

Die Haut und den Ozean schonen

Wussten Sie zum Beispiel, dass in herkömmlichen Sonnencremes korallenschädigende Inhaltsstoffe enthalten sind? Da die Sonnenstrahlung aber gerade im Sommer sehr intensiv sein kann, ist ein verlässlicher Sonnenschutz für die Hautgesundheit unerlässlich. Dieser sollte einerseits vor dem gesamten Lichtspektrum schützen, hautverträglich und angenehm in der Anwendung sein, andererseits aber auch die Umwelt schonen. Immer mehr Menschen achten beim Kauf ihrer Sonnenschutzmittel auf eine gute Umweltverträglichkeit. Der EcoSun Pass bewertet die ökologische Qualität von UV-Filtern und hilft bei der Auswahl geeigneter Produkte. Berücksichtigt werden die biologische Abbaubarkeit, die toxischen Auswirkungen der UV-Filter auf die Natur und die Bio-Akkumulierung (UV-Filter können sich in Lebewesen anreichern und bestimmte – auch hormonelle – Nebenwirkungen haben).

Optimal geschützt in die Badesaison starten

Die Sonnenschutzprodukte der dermatologischen Linie für die sensible Haut von Ultrasun haben bei diesen Tests mit ausgezeichneten Resultaten abgeschnitten. Sie sind mit Bestnoten von EcoSun Pass ausgezeichnet worden und bürgen für eine hervorragende Umweltverträglichkeit. Außerdem erfüllen sie auch alle anderen wichtigen Kriterien für einen optimalen Sonnenschutz. Erhältlich sind die Produkte in Apotheken, Reformhäusern, Drogerie, Kosmetikinstituten und hier.

Weitere Tipps zum Schutz der Meere

• auf Produkte mit Mikroplastik verzichten
• wenig bis gar keinen Meeresfisch konsumieren
• recycelte Produkte aus Meeresmüll kaufen
• beim Schnorcheln nicht die Unterwasserwelt berühren
• am Strand und in Gewässern auch fremden Müll entsorgen

Ultrasun Webseite

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Rundum nachhaltig

Schindelbruch Naturresort ****s

Klimaneutral und nachhaltig – dieser Strategie hat sich ein ganz besonderes Naturresort im Harz voll und ganz verschrieben. Ein bald noch großzügigeres Spa und der angrenzende Wald sind ein Garant für genügend Freiraum und Entschleunigung.

Verbunden mit der Natur

Den schönsten Platz im Hotel zu definieren ist nicht einfach. Der Eigentümer und Geschäftsführer des Naturresort Schindelbruch, Dr. Clemens Ritter von Kempski, erklärt dies so: „Für mich ist es die Möglichkeit, aus jeder Tür hinaus- und sofort in die Natur der wunderbaren Mischwälder des Südharz eintreten zu können. Es gibt endlos viele Plätze zum Atmen, Riechen, Sehen, Reden oder auch Schweigen. Vollgetankt geht es von dort wieder zurück, um einen Sundowner an der Bar und das Hotel mit allen Vorzügen zu genießen.“ Und Vorzüge gibt es zur Genüge in dem Viersterne-superior-Resort mit 98 Zimmern und Suiten, drei Restaurants auf hohem Niveau, einem Tagungsbereich und einem 2.500 Quadratmeter großen Wellnessbereich.

Schindelbruch Naturresort ****sIm lichtdurchfluteten Wintergarten sitzt man so elegant wie behaglich mit Blick in die Natur.

Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung

Die Natur wird aber nicht als selbstverständlich hingenommen, und daher ist das Thema Nachhaltigkeit für den Chef des Resorts im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt keine Modeerscheinung. Bereits vor 12 Jahren wurde ein strategisches Zukunftskonzept entwickelt, um das Hotel in allen Bereichen auf Klimaneutralität umzustellen: Das beinhaltet die Reduktion von CO2-Emissionen, die Verbesserung der Energie- und Umweltbilanz durch regenerative Energien und Kompensation der Rest-Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte. Dazu gehören etwa eine Photovoltaikanlage für das Hotel, Ökostrom aus Wasserkraft, Erdwärme, Wärmerückgewinnung, eigene Wasseraufbereitung, 100 Prozent Recyclingpapier, eigene E-Tankstellen und vieles mehr. „Wir haben über die Zeit schon viel verbessert, aber es ist immer noch Work in Progress“, kommentiert von Kempski seine Ambitionen. Wichtig dabei: Nachhaltigkeit bedeutet für das Team keinen Verzicht, sondern den bewussten Umgang mit den Ressourcen – und der wird auch von den Gästen immer mehr geschätzt.

Schindelbruch Naturresort ****sDie Küche verarbeitet regionale, saisonale und biologische Zutaten zu köstlichen Gerichten.

Neues im Schindelbruch

Auch in den kommenden Jahren sollen Nachhaltigkeit, Sicherheit und Exklusivität die Schwerpunkte des Resorts, das vom RELAX Guide mit drei Lilien bedacht wurde, sein. Die Entwicklungen im Jahr 2020 machten aber unerwartete Änderungen notwendig. So wurden die 40 geplanten Zimmer und Suiten im neuen Gästehaus (Eröffnung April 2021) kurzerhand auf 26, darunter vier Spa-Suiten, reduziert. Die Zimmer sind nun nicht nur größer, sondern haben auch jeweils einen eigenen geschützten Außeneingang, Terrasse oder Balkon. Viel Platz und Privatatmosphäre ist für die Gäste somit gesichert. Die Alleinlage im Wald und die ungewöhnlich großen Fenster und Terrassentüren gewährleisten außerdem viel natürliches Licht. Bewusst hat man sich für regionale Bauunternehmer und Einrichter entschieden, die ebenso nachhaltige Konzepte verfolgen. Viel Holz und Erdtöne unterstreichen die natürliche Ausrichtung. Neue Entscheidungen sind im Kulinarikbereich gefallen: Die sehr gute Küche der Restaurants ist weiterhin regional, saisonal und biologisch, eines davon wird künftig als exklusives Gourmetrestaurant positioniert und in führenden Restaurant-Guides gelistet. Veränderungen auch im Spa: Der Fitnessbereich wird vergrößert und ab Sommer vor allem Familien mit Kindern noch mehr Freiraum mit neuen Liegeflächen im Wintergarten bieten. Ein komplett neuer Saunabereich ist noch in Planung, wobei sich die Gäste dann nicht nur auf neue Anwendungsräume, sondern auch auf ein neues Spa-Bistro, das mit der Hauptküche verbunden wird, freuen dürfen. „Die Gäste können dann ganztägig im Bademantel unsere Kulinarik genießen“, erzählt von Kempski mit einem Schmunzeln.

Schindelbruch Naturresort ****sMit einem detaillierten Konzept wird das Naturresort Schindelbruch auf Klimaneutralität umgestellt, die Gäste bekommen von diesem „Work in Progress“ wenig mit, schätzen aber den bewussten Umgang mit Ressourcen.

Regionalität auch im Spa

Für die Zufriedenheit der Gäste im Wellnessbereich ist Spa-Managerin Christel Reininghaus verantwortlich. „Wir haben hier so viele Möglichkeiten, was Anwendungen, Bewegung, Schönheit und Wohlbefinden betrifft. Alles spielt zusammen.“ Demnächst wird es noch mehr Anwendungsräume mit viel Tageslicht und Frischluft sowie Fenster und Türen in Richtung Park geben. Die Ruheräume, ob mit Wasserbetten, Schaukelliegen oder gemütlichen Sesseln, ermöglichen Ausblicke auf den Wald. „Das ist zu jeder Jahreszeit schön, auch im Winter, wenn die Bäume kahl sind. Man hat das Gefühl, mitten in der Natur zu sein.“ Großen Wert legt Reininghaus auch auf bestens geschulte Mitarbeiter und eine klare Linie bei den Produkten für die Anwendungen. „Wir verwenden für die Region typische, jedoch moderne, an die Bedürfnisse der Zeit angepasste Produkte.“ Für sie ist wichtig, Nachhaltigkeit in allem zu bewahren, und das bedeutet für sie auch, dass die Gäste „glücklich und gesund“ durch die nächsten Jahre kommen.

Schindelbruch Naturresort ****sDer Wellnessbereich bietet ab Sommer mit neuen Liegeflächen noch mehr Freiraum für Familien mit Kindern, ein neuer Saunabereich ist bereits in Planung.


Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel in Sachsen-Anhalt lesen Sie hier: RELAX Guide – Schindelbruch Naturresort ****s

Weitere Informationen: Schindelbruch Naturresort ****s

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Und Ruhe!

Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****s

Nehmen wir an, Sie suchen das beste Wellnesshotel Deutschlands: ein Schloss, das ein Milliardär einem Fürsten abgekauft hat; ein Refugium, das Mick Jagger und Anna Netrebko gewählt haben; ein Hotel, das elfmal mit vier Lilien bewertet wurde.

Ein Schlosshotel mitten im Grünen

Es gibt Hotels, wo man bereits bei der Anfahrt ahnt: Es wird alles gut. Das Wald und Schlosshotel Friedrichsruhe, im Hohenloher Land gelegen, der deutschen Toskana, wie manche sagen, ist so eines. Schon das bisschen Grün, das man durchfährt, bis man zum Hauptgebäude kommt, beeindruckt: 44.000 Quadratmeter Park und Wald mit bis zu 300 Jahre alten Bäumen, sorgfältig von vier Gärtnern gepflegt. Das Fünfsterne-superior-Hotel besteht aus fünf Gebäuden, das älteste ist das 1712 errichtete Jagdschloss. Einen Moment lang fühlt man sich wie ein Fürst. Das Gefühl trügt nicht. Tatsächlich gehörte das Jagdschloss samt Nebengebäuden bis 2005 dem Fürsten zu Hohenlohe-Oehringen. Dann kaufte es ein schwäbischer Selfmade-Milliardär, dessen Aufsteigergeschichte aus einem Roman von Thomas Mann stammen könnte. Reinhold Würth übernahm in den 50er Jahren als 23-Jähriger die von seinen Eltern gegründete Schraubenhandlung und machte daraus einen Konzern mit heute 77.000 Beschäftigten, der zum Weltmarktführer wurde. Würth, dessen Vermögen auf über sieben Milliarden Euro geschätzt wird, sammelte im Laufe seines Lebens auch mehr als 15.000 Kunstwerke, darunter die zweitteuerste Madonna der Welt, ein Gemälde von Hans Holbein um 50 Millionen Euro. Der Schraubenkönig aus Künzelsau leistete sich zudem ein paar Hotels in seiner Heimat Baden-Württemberg, darunter eben auch das schöne Schlossensemble Friedrichsruhe. Wir erzählen diese Geschichte, weil sie vielleicht erklärt, warum Geld in diesem feinen Grandhotel offenbar nicht so eine Rolle spielte und immer alles besser ist, als man denkt. Gleich nebenan gibt es zum Beispiel einen Golfplatz. Hotels mit 18-Loch-Golfplätzen findet man viele, diese großzügige Anlage aber hat gleich 27 Löcher und ist Mitglied der Leading Golfclubs Germany.

Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****s

Spa und Golfplatz im Fünfsterne-Schlosshotel Friedrichsruhe: Klasse statt Masse. 4.400 Quadratmeter Luxus-Spa für nur 66 Zimmer und für ambitionierte Golfer 27 statt wie üblich nur 18 Löcher.

Großzügigkeit und Authentizität

Fine Dining gibt es auch in anderen Hotels, aber ein Gourmetrestaurant – hier unter Leitung des jungen Spitzenkochs Boris Rommel – mit gleich zwei Michelin-Sternen haben nur wenige. Mit schönen Spas warten auch andere Häuser auf, vielleicht sogar mit größeren, modischeren, aber in Friedrichsruhe stehen 4.400 Quadratmeter Spa-Fläche nur 66 Zimmern gegenüber. Viel Platz für jeden Gast. Und der Außenpool ist auch im strengsten Winter beheizt. Da wird bei der Konkurrenz die Luft schon dünn. Die Freundlichkeit des Personals, das perfekte Service, die Liebe zum Detail merkt man in Friedrichsruhe schnell, aber manches fällt nur den Anspruchsvollen auf. Zum Beispiel die hochwertigen Vollholzmöbel in den Zimmern oder dass aus den Wasserleitungen kein Chlorwasser rinnt, sondern frisches Quellwasser aus drei eigenen Brunnen. „Wir verstehen Wellness als Wohlfühlen in allen Bereichen“, sagt Jürgen Wegmann, der seit 2015 Friedrichsruhe führt. „Unsere größte Stärke ist Großzügigkeit und Authentizität. Eine aufgesetzte Freundlichkeit zum Beispiel würden unsere Gäste sofort erkennen.“

Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****sIm Schlosshotel Friedrichsruhe versteht man Wellness als Wohlfühlen in allen Bereichen. Auf 4.400 Quadratmeter steht eine herrliche Spa-Fläche für alle Ruhesuchenden zur Verfügung.

Da ist für jeden was dabei!

Wegmann ist zum Zeitpunkt unseres Gesprächs, im Dezember 2020, wie ein Fürst in einem herrlichen Schloss mit viel Personal, aber ohne Gäste. Die Corona-Lockdowns werden genützt, um einen Teil der Zimmer zu modernisieren und die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Den Gästen stehen übrigens acht Zimmerkategorien zwischen 28 und 185 Quadratmetern in fünf Gebäuden zur Verfügung. Romantikern empfehlen wir das Jagdschloss mit langen, alten Gängen und edlen Antiquitäten. Laura-Ashley-Fans bevorzugen das Torhaus oder das elegant-moderne Spa-Haus. Die meisten Gäste – 75 Prozent kommen privat, 25 Prozent sind Business-Leute – bevorzugen das Haupthaus, wo man auch die Präsidentensuite (185 Quadratmeter, 1.400 Euro/ Nacht) buchen kann. Unsere Lieblingssuite ist übrigens die mit der Nummer 212: deutlich kleiner (60 Quadratmeter), aber mit Terrasse und herrlichem Blick auf den Schlosspark. Bleibt noch die Frage zu klären, wo und was man am Abend dinieren sollte. Ein Wiener Schnitzel mit Preiselbeeren in der einfacheren Jägerstube, ein Cordon bleu vom Bauernkalb in der urigen, mit Geweihen geschmückten Waldschenke oder ein fünfgängiges Menü im Sternerestaurant „Le Cerf“ für 164 Euro mit Königskrabbe, Gänseleber, Rochenflügel und so weiter. Ach, immer diese Entscheidungen im Leben.

Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****sFriedrichsruhe ist ein deutscher Klassiker. Die Einrichtung ist hochwertig, aber nichts für Menschen, die Design-Experimente suchen. Links: Das Feinschmecker-Lokal „Le Cerf“ unter Sternekoch Boris Rommel verwöhnt auf allerhöchstem Niveau. Im diskreten Chef’s Table Room saßen schon viele Vorstände deutscher Top-Unternehmen.


Den kritischen Kommentar zu diesem Wellnesshotel in der Baden-Württemberg lesen Sie hier: RELAX Guide – Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****s

Weitere Informationen: Friedrichsruhe Wald & Schlosshotel *****s

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