Nahrungsergänzung: Worauf man achten muss

Nahrungsergänzungsmittel und Mikronährstoffe liegen stark im Trend, sie sind zurzeit buchstäblich in aller Munde. Sind die Böden heute durch die industrielle Landwirtschaft nun wirklich ausgelaugt und geben zu wenig an Nährstoffen ab?

Fakt ist: Wir essen zu viel Convenience. Also Produkte, die fertig oder halbfertig zubereitet aus der Fabrik kommen, und diese haben tatsächlich einen sehr niedrigen Gehalt an Mikronährstoffen.

Woran erkennt man nun eigentlich, ob der Körper Unterstützung durch Mikronährstoffe benötigt? „Es kann sein, dass Sie sich nicht ganz fit fühlen oder keine Energie haben, um im Alltag leistungsfähig zu bleiben“, sagt die Gesundheitswissenschafterin Birgit Schiel. Eine sogenannte Mikronährstoffanalyse beim Arzt bringt jedenfalls Gewissheit.

Und worauf sollte man beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln unbedingt achten?
Birgit Schiel: „Das wichtigste Kriterium ist die Qualität.“ Denn der Erfolg von Nahrungsergänzung hängt wesentlich von der Reinheit, von der Verträglichkeit und dem Nährstoffgehalt der verwendeten Produkte ab. Außerdem sollten sie gut vom Darm aufgenommen werden können und frei von unnötigen Zusatz- und Konservierungsstoffen sein.

Birgit Schiel im Gespräch:

Das ganze Interview

Universität Wien verursacht Kopfschmerzen

Es klingt es nur wie ein Faschingsscherz, ist aber keiner: Die Universität Wien hat ein Bündel von Leitlinien herausgegeben, mit denen die Gleichstellung der Geschlechter vorangetrieben werden soll – Gendersterne inklusive!

Ab sofort soll an der Universität geschlechtsneutral formuliert werden, da „die Gefahr besteht, Menschen einem Geschlecht falsch zuzuordnen“, wie es offiziell heißt. „Studentinnen und Studenten“ gehört demnach der Vergangenheit an. Schriftlich soll die Anrede nun „Lieb* Studierend* oder „Liebe*r Studierende*r heißen. Gesprochen soll der Genderstern als kurze Pause ausgedrückt werden.

Das macht Kopfweh. Und ist zudem paradox. Denn die Betonung des Vorhandenseins einer Verschiedenheit aller (möglichen) Geschlechter (Genderideologen sprechen von mehr als 50 verschiedenen!) ist so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was die missionarisch getriebenen Sprachklempner mit einer Gleichstellung der Geschlechter erreichen wollen. Der Begriff Student*innen definiert ja geradezu die Abgrenzung voneinander.

Dabei wäre es so einfach: Das Wort Student ist nämlich nur grammatisch, aber nicht inhaltlich maskulin. Es bedeutet demnach keine Festlegung auf das natürliche Geschlecht, keine Festlegung auf das männliche Wesen. „Der“ Käse ist ja auch kein Mann, „die Milch“ nicht weiblich, „das“ Mädchen nicht sächlich.

„Man kann sich über so viel Ignoranz nur an den Kopf greifen“, resümiert Josef Bayer, Emeritus für Sprachwissenschaft der Universität Konstanz, in der Neuen Zürcher Zeitung. „Dass diese Ignoranz ausgerechnet in den Universitäten zu Hause ist, wo man alle Chancen der Welt hätte, es besser zu wissen, ist eine beachtliche bildungspolitische und kulturelle Schande.“

Bei Studenten könnte Kopfweh jedenfalls zu einer Art von Seuche werden: Wer bei schriftlichen Arbeiten nicht gendert, muss mit schlechteren Noten rechnen. Die Angst vor Sanktionen geht um.

Das teuerste Hotelzimmer der Welt

Unsere Tester haben es gefunden: Das teuerste Hotelzimmer der Welt. Es kostet mehr als 9 Trillionen Euro, genauer gesagt sind es 9.223.372.036.854.775.808,00 Euro – und das pro Person und Nacht!

Das teuerste Hotelzimmer der Welt

Es ist mit 26 m² enttäuschend klein, bietet aber immerhin einen direkten Ausblick auf den See. Inkludiert ist eine Halbpension und die Nutzung eines bescheidenen Wellnessbereichs, bei entsprechender Witterung steht auch ein netter Badestrand zur Verfügung.

Anbieter ist übrigens das Amerika Holzer, ein Vierstern-superior-Hotel am Klopeiner See in Kärnten. Gut möglich, dass es sich dabei um einen, na ja, Schreibfehler – oder, in der Hoffnung auf mediale Aufmerksamkeit, gar um einen Marketing-Gag! – handelt. Allerdings steht der Preis schon gut zwei Monate auf der Hotelwebseite. Gebucht haben wir das Zimmer zwar noch nicht, aber das Urteil unserer Tester ist schon jetzt einhellig: „Preis-Leistungs-Verhältnis buchstäblich konkurrenzlos.“

Gesund und einfach lieblich

Das Kranzbach

Einen eigenen Gemüse- und Kräutergarten haben bereits zahlreiche Wellnesshotels. Doch wohl nirgendwo sonst ist er mit derartigem Wissen angelegt, und nirgendwo bietet man eine solche Vielfalt wie hier. Heilkunde-Workshops, Tees und Spa-Tinkturen inklusive.

Garteln ist wie Yoga – nur mit erdigen Händen.“ Susanne Erhart muss es wissen – als Heilpflanzenexpertin und auch Yogalehrerin kennt sie beides. Eine solche Spielart von Yoga gibt es neuerdings im Kranzbach: Der frisch angelegte Kräutergarten lädt die Gäste des bayerischen Spitzenhotels ein, die Hände erdig und den Kopf frei zu machen. Von Susanne Erhart konzipiert und weiterhin begleitet, war der Garten nun den ersten Sommer in Betrieb. Und er lehrt Mitarbeiter wie auch Gäste Geduld, zeigt, dass so manches im Leben einfach Zeit braucht: Nicht alles wächst so schnell, wie man es gern hätte – noch dazu auf einer Seehöhe von 1.030 m, die den Kräuterbeeten auch Anfang Mai noch Schnee bescheren kann. Die Pflanzen gehen ihr eigenes Tempo, leben ihren eigenen Rhythmus. Manche Heilkräuter brauchen länger als ein Jahr, um überhaupt einmal richtig sichtbar zu werden, andere sind schneller erblüht; der Garten bleibt somit in Bewegung, präsentiert sich immer wieder mit einem anderen Gesicht.

Das Kranzbach

Angelegt wurde er auf dem Dach der Tiefgarage, das Erdreich ist sehr flach. Planerin Susanne Erhart – sie führt in Tirol auch einen eigenen Schaugarten – hatte es also mit herausfordernden Bedingungen zu tun. An manchen Stellen misst die Erdschicht gerade einmal zwei Zentimeter. Klingt nach der Grenze des Machbaren, für einige alte Sorten von Zichoriensalaten reicht aber selbst das. Exakt 151 verschiedene essbare Pflanzen wuchsen hier im ersten Jahr. Darunter so charakteristisch blühende wie die Kornblume mit ihrem fast unwirklichen Blau, die gelbe Strohblume oder das weißpelzige Edelweiß, dazu kommen zahlreiche Kräuter wie Pimpinelle und Shiso. Und auch angebliches Unkraut wird nicht ausgegrenzt: Brennnesseln haben ebenso ihr Plätzchen wie Giersch, der nicht nur viele wohltuende Inhaltsstoffe mitbringt, sondern auch ein würziges, der Petersilie nicht unähnliches Aroma. Ein besonderes Faible hat man hier für Bitterpflanzen wie Wermut, die sich zu verdauungsfördernden Pulvern verarbeiten lassen. Vieles wurde speziell für die Küche des Kranzbach gesetzt: so manche dekorative Kohlsorte etwa oder Lakritztagetes. „Manche Gäste, die im Restaurant Lakritztagetes kennengelernt haben, kommen am nächsten Tag dann zu mir mit der Frage: Wie wächst denn das?“, erzählt Susanne Erhart. „So verschränkt sich alles.“ Rosenblüten von 200 Büschen am Rand des Hochbeets kommen im Spa zum Einsatz und, gemeinsam mit vielen anderen Blüten und Kräutern, auch am Teebuffet. Selbst Pilze hat Erhart unter ihre Fittiche genommen: Auf Kaffeesatz gedeihen nun Austernseitlinge – „Kaffeesatz fällt in einem Hotel ja wirklich genug an, und so nützen wir gleich einen Teil des Biomülls“.

Das Kranzbach

Das Projekt Kräutergarten, das übrigens noch weiter ausgebaut werden soll, fügt sich nahtlos in die Identität des Kranzbach. Waldbaden ist in diesem Hotel, das vom RELAX Guide mit vier Lilien und 20 von 20 Punkten bewertet wurde, schon länger ein Thema, ebenso Freiluft-Yoga, mitten im Wald auf einer Lärchenholzplattform praktiziert. Das Haus, aus einem his­torischen „Arts and Crafts“-Gebäude einer exzentrischen englischen Lady gewachsen, liegt inmitten schier unendlicher Wälder in absoluter Stille, umgeben von hellgrünen Buckelwiesen. Die Natur holt man überall ins Haus, sei es mit Panoramafenstern im Restaurant oder im mehr als weitläufigen Spa, sei es im Yogaraum im Obergeschoß, in dem man sich über sanft wogenden Tannen zu schweben wähnt. Für besonders Wildnisliebende gibt es hundert Meter vom Hotel entfernt gar ein eigenes Baumhaus aus Vollholz, in dem man selbst in der Badewanne die Baumwipfel vor Augen hat. Die Gäste des Kranzbach sind überdurchschnittlich naturverbunden und ruhesuchend, reisen schon mit dem Wunsch nach Begegnungen mit der heimischen Pflanzenwelt an. Die Führungen durch den neuen Kräutergarten, die Susanne Erhart in der warmen Jahreszeit mehrmals pro Woche anbietet, sowie die Workshops stoßen also auf große Resonanz. Und als Erinnerungsstück gibt es Saatgutbälle. Um auch andere Orte zum Sprießen und Erblühen zu bringen.

Das Kranzbach

Mehr: Das Kranzbach, Fon +49-8823-928000, www.daskranzbach.de

Abenteuer unter dem Nordpol

Nordwestpassage

Jahrhundertelang suchten Seefahrer die legendäre Nordwestpassage, den Seeweg vom Atlantik zum Pazifik durch die Arktis, vergeblich. Der Klimawandel macht die Strecke nun zumindest zeitweise passierbar. Dennoch haben sie erst 150 Schiffe gemeistert, darunter acht speziell ausgerüstete Cruiser im vorigen Sommer. Das RELAX Magazin war dabei.

Die Hölle hatte einen schönen Namen: Somerset Island. Kapitän James Ross war auf dieser unwirtlichen Insel tief in der kanadischen Arktis mit dem Rest seiner zwanzigköpfigen Mannschaft gestrandet. Dabei hatte alles so schön begonnen. Finanziert von einem reichen Brauereibesitzer war Ross im Mai 1829 von Woolwich bei London mit großem Tamtam aufgebrochen, um die legendäre Nordwestpassage zu finden. Es winkte ein Preis der Britischen Admiralität von umgerechnet fast fünf Millionen Euro sowie die Erhebung in den Adelsstand.

Unzählige Expeditionen zuvor waren bei dem Versuch, einen Seeweg durch die Arktis vom Atlantik zum Pazifik zu finden, gescheitert. Doch jetzt sollte alles anders werden. Erstmals brach man mit einem Dampfschiff auf, der Victory. Aber auch Ross erging es nicht anders als seinen Vorgängern. Er fand die Passage nicht, und sein Schiff wurde vom Eis eingeschlossen.

Drei Jahre lang trotzte der 62-Jährige mit seiner Mannschaft dem mörderischen Packeis, das auch im Sommer nicht auftauen wollte. Schließlich entschloss sich Ross, die Victory aufzugeben. Die geschwächten Männer, denen trotz des mitgebrachten, aber schlecht konservierten Zitronensafts der Skorbut zusetzte, traten einen qualvollen, 300 Kilometer langen Marsch an. Ziel war ein Rettungsdepot auf Somerset Island: Fury Beach, ein kleines Häuschen an einer öden, steinigen Küste. Es war von einem anderen Briten, James Parry, bei dessen ebenfalls vergeblicher Suche nach der Nordwestpassage angelegt worden und sollte nun ihre letzte Rettung sein.

NordwestpassageSelbst im Sommer null Garantie auf Schiff-barkeit, trotz Eisbrechern. Denn das Wetter ist launisch, das Packeis gefährlich.

Tatsächlich überstanden Ross und seine Crew bei Temperaturen von 45 Grad unter null auch den vierten arktischen Winter. Es kam der Sommer, die Vorräte würden noch bis Oktober reichen. Dann, am 26. August 1833 um vier Uhr morgens, als alle noch schliefen, entdeckte der Matrose David Wood ein Segelschiff am Horizont, den Walfänger Isabella. Rasch ließen die Männer ihre drei Beiboote zu Wasser und ruderten um ihr Leben. Die Isabella war ihre letzte Chance, dem sicheren Tod zu entrinnen. Doch gerade in diesem Moment kam eine Brise auf, und der Großsegler Isabella entfernte sich zusehends. „Es war der fürchterlichste Augenblick von den bisher erlebten“, notierte Ross später.

In ihrer Verzweiflung ruderten die Männer aber weiter. Dann geschah das Wunder. Der Wind legte sich, und die Flaute bremste die Isabella ein. Ross ließ das letzte Schießpulver abfeuern, um auf sich aufmerksam zu machen. Und tatsächlich: Sie wurden entdeckt! Als James Ross an Bord der Isabella genommen wird und sich vorstellt, schüttelt der diensthabende Mat der Isabella den Kopf. Das könne wohl nicht wahr sein, denn Ross sei seit zwei Jahren tot!

186 Jahre später. Kangerlussuaq, Westgrönland. Drei schwarze Gummischlauchboote, die Zodiacs genannt werden, warten im kleinen Hafen Thunder Bay auf zahlungskräftige Touristen, die an Bord der Ocean Endeavour wollen, um die Nordwestpassage zu befahren. Kangerlussuaq liegt am Ende eines 160 Kilometer langen Fjords. Hier befindet sich der wichtigste Flughafen Grönlands, der im Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern gebaut wurde. Kein Ort auf Grönland ist so weit im Landesinneren angesiedelt, eine 35 Kilometer lange Schotterstraße führt zum Inlandeis, also zum Rand jenes gewaltigen Eisschildes, der 80 Prozent Grönlands bedeckt und stellenweise bis zu drei Kilometer dick ist. Volkswagen hatte hier übrigens lange Zeit eine Teststrecke. Die andere Straße führt über 20 Kilometer zum Hafen, und der Mann, der mit seinen Autos dafür sorgt, dass alle Reisenden pünktlich zum Schiff kommen, heißt Jörgen Larsen. Er ist Däne und lebt seit 1991 „sehr gerne“ in dem 500-Seelen-Dörfchen, in dem während eines kurzen Sommers die Temperaturen maximal 15 Grad erreichen. „Hier ist das Leben viel einfacher als in Dänemark“, sagt Larsen, „die Menschen sind viel entspannter. Und ich liebe diese Weite und diese Natur.“

Nordwestpassage

Die meisten der insgesamt 168 Passagiere unserer Ocean Endeavour sind Kanadier, sie fliegen aus Toronto kommend ein. Die kleine Gruppe deutschsprachiger Gäste kommt mit Air Greenland über Kopenhagen. Mit den Zodiacs werden wir zu unserem Kreuzfahrtschiff gebracht. Es ist 137 Meter lang und mit vier Dieselmaschinen, die es zusammen auf mehr als 17.000 PS bringen, motorisiert. 1981 war sie unter dem Namen Konstantin Simonov im polnischen Gdingen vom Stapel gelaufen, um sowjetische und ausländische Touristen über das Schwarze Meer und die Ostsee zu schippern. Später kaufte eine finnische Reederei den Cruiser und ließ ihn unter dem Namen Kristina Regina die Küste Norwegens entlang bis nach Spitzbergen fahren. 2014 wurde das Schiff wiederum verkauft, dann renoviert, nun ist es nur mehr in der Arktis unterwegs. Seine Eisverstärkung entspricht der Klasse 1A („Schwierige Eisverhältnisse“), damit ist man gegen Eisdicken bis zu 0,8 Meter gewappnet, was sich zwar gegen die 4,0 Meter der russischen Supereisbrecher bescheiden ausnimmt, für ein Kreuzfahrtschiff allerdings bereits ein außergewöhnlicher Wert ist.

Unsere an der Küste Grönlands beginnende Reise führt uns zunächst zum produktivsten Gletscher der Welt. Er liegt in der Nähe von Jakobshavn, das in der Inuitsprache Ilulissat genannt wird. An die 35.000 Eisberge brechen hier pro Jahr vom Gletscher ab. Sie driften in die Diskobucht und hinaus in den Nordatlantik. Auch jener Eisberg, den die Titanic rammte, stammte von hier.

Beruhigend in diesem Zusammenhang: Unsere Zodiacs sind unsinkbar. Mit ihnen fahren wir zu den Eisbergen. Das eisige und kristallklare Wasser ist hier für seine Bewohner ein nährstoffreiches Paradies, voll mit Dorsch, Heilbutt, Hering, Krabben und Krill. Vielleicht schwimmt da unten ja auch gerade ein besonders wundersames Wesen: der Grönlandhai, der sich nur sehr langsam bewegt, bis 2.700 Meter tief tauchen kann und unglaublich alt wird. 2014 untersuchten dänische Wissenschafter 28 Grönlandhaie, sie waren mindestens etwa 300 Jahre alt.

Als eine Gruppe von Buckelwalen in der Nähe unserer Boote fröhlich ihre riesigen Flossen zeigen, ist die Begeisterung groß. Aber auch die Eisberge sind von magischer Schönheit. Wir holen ein kleines, abgebrochenes Stück, das uns entgegenschwimmt, an Bord. Ich nehme ein kleines Stückchen in den Mund und lasse es schmelzen. Es ist Schnee, der vor dreitausend Jahren hier gefallen ist und sich in dicht komprimiertes Eis verwandelt hat.

NordwestpassageEin Moment besonderer Freude: Buckelwale tauchen plötzlich vor unseren Zodiacs auf.

Wie schon die Wikinger, die sich vor tausend Jahren in Zeiten einer Klimaerwärmung in Grönland ansiedelten und nach Amerika übersetzten, überqueren wir nun die gefürchtete Davis Strait zwischen der grönländischen und der kanadischen Küste. Das Meer erweist sich jedoch als äußerst gnädig, und wir erreichen bei ruhiger See die erste kanadische Inuit-Siedlung auf Baffin Island, Kanadas größter Insel. Sie hat zwar einen unaussprechlichen Namen, Qikiqtarjuaq, aber dafür einen besonderen Ehrentitel: die Eisberg-Hauptstadt der Welt. Von der grönländischen Diskobucht driften unzählige Eisberge in weitem Bogen über die Davis Strait zur kanadischen Küs­te – genau an dem 500 Einwohner zählenden Dörfchen vorbei. Qikiqtarjuaq ist ein gewöhnungsbedürftiger Ort: mit einer breiten Schotterstraße, primitiven Wohn-Containern, einem Kulturhaus und einem Supermarkt, dem Northern Everyday Store.

Ken Floyd stammt aus Ottawa und lebt als Lehrer seit eineinhalb Jahren hier. Er mag seinen gut bezahlten Job und das beschauliche Leben. Eisbären kommen nicht selten nach Qikiqtarjuaq. Dann bellen die Hunde, was wiederum die Einwohner alarmiert, die dann die gefährlichen Eindringlinge mit Warnschüssen vertreiben. Oder töten, für Letzteres gibt es ein Limit von sieben Tieren pro Jahr.

Die meisten Inuit leben von der Sozial­hilfe. Und sie leben zwischen zwei Welten. In die alte können sie nicht zurück, in der modernen Zivilisation sind sie nicht wirklich angekommen. Immer noch erlegen sie gerne einen Narwal, um ihn roh zu essen. Im Supermarkt freilich, da greifen sie freudig zu Snickers, Chips und Fertigpizza. Und junge Leute sprechen untereinander zumeist nur noch Englisch.

Wir legen ab. Die Ocean Endeavour nimmt Kurs nach Norden, hinauf zum Lancaster Sound, der lang gesuchten Einfahrt in die Nordwestpassage. Das Leben an Bord ist nicht unanstrengend, das Umziehen ist fixer Programmpunkt, mitunter auch zweimal pro Tag. Die Rede ist hier aber nicht etwa vom Smoking am Abend, sondern von dicken Anoraks und klobigen Gummistiefeln, alles morgens vom Schiff bereitgestellt – und alles made in Bangladesh. So gerüstet erkunden wir mit den Zodiacs menschenleere und baumlose Welten, die mit ihrer „Wie auf einem fremden Planeten“-Aura beeindrucken.

Immer weiter geht es in den Lancaster Sound hinein, der nur wenige Wochen im Jahr schiffbar ist. Die wagemutigen, meist britischen Seefahrer, die hier die Nordwestpassage suchten, waren in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite wollten sie so tief wie möglich in diese arktische Welt vordringen, um Ruhm und Reichtum von der Krone einzuheimsen, andererseits mussten sie damit rechnen, am Ende eines kurzen Sommers plötzlich vom Eis gefangen zu werden, das zudem noch ihre hölzernen Schiffe zermalmen würde.

Nordwestpassage

Aber warum überhaupt wurde diese eisige Schiffsroute über Jahrhunderte so verbissen gesucht? Warum mussten 300 tüchtige Männer dafür ihr Leben lassen?

Diese Frage führt uns zurück ins Mittelalter. Eine Zeit ohne Kühlschränke, eine Zeit, in der insbesondere Fleisch schnell verdarb. Pfeffer, um ein Beispiel zu nennen, ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch ein hervorragender Konservierungsstoff. Im Mittelalter hatte das asiatische Gewürz quasi Goldwert. So kos­tete ein Kilo Pfeffer im Frühmittelalter umgerechnet 80.000 Euro, denn der Weg nach Asien und zurück war nicht nur lang, sondern auch mit Zollstationen gepflastert, später zudem Monopol der Spanier und der Portugiesen. Um von London nach Tokio zu gelangen, musste ein Schiff insgesamt knapp 30.000 Kilometer zurücklegen. Könnte man dagegen nun irgendwo zwischen dem Nordpol und dem „Dach Amerikas“ hindurchsegeln, so würde dieselbe Reise nur noch 12.000 Kilometer betragen. Zudem winkten noch die mythischen Schätze von Cathay, also Chinas, die Marco Polo so anschaulich beschrieben hatte.

Die Ocean Endeavour hat den Lancaster Sound hinter sich gelassen und nimmt Kurs auf die Croker Bay vor der Südküste von Devon Island. Es ist die nördlichste Position unserer Reise. Wenn man sich einen Globus vorstellt, sind wir jetzt bereits unter diesem kleinen Metallkäppchen, das am Nordpol die Weltkugel hält.

Ganz früh am Morgen tauchen wir in atemberaubend schöne Landschaften ein. So wie die meisten Passagiere stehe auch ich am Bugdeck, warm eingepackt, während karge Berge und schroffe Gletscher an uns vorbeiziehen. Es fühlt sich wiederum unwirklich an, etwa so, als würden wir mit einem Raumschiff einen fremden Planeten erkunden. Tatsächlich gibt es auf der Insel ein Gebäude, in dem das Leben auf dem Mars simuliert wird.

Unser nächstes Ziel ist Beechey Island, ein Muss jeder Arktisexpedition, obwohl es eigentlich ein deprimierender Ort ist. William Parry, der Anfang des 19. Jahrhunderts tiefer in diese arktische Sphäre eindrang als jeder vor ihm, ließ hier ein Haus bauen und Vorräte für künftige Expeditionen lagern. Berühmt wurde Beechey Island, weil es die letzte gesicherte Position der wohl bekanntesten Expedition in der Geschichte der Nordwestpassageerkundungen ist, jener des Kapitäns John Franklin.

1845 war die Nordwestpassage von beiden Seiten, also aus der Richtung Alaska kommend wie auch von Grönland aus, bis auf die letzten 500 Kilometer gefunden und kartiert, auch der virtuose James Cook hatte dazu beigetragen. Dass die erträumte Abkürzung nach China und die damit verbundenen Profite wegen der arktischen Verhältnisse nicht realisiert werden konnten, war damals bereits so gut wie erwiesen. Aber der Britischen Admiralität ging es um Ruhm und Ehre – und nicht nur ihr. Gedrängt von seiner ehrgeizigen Frau Lady Jane, bewarb sich John Franklin um die Aufgabe, er stach 1845 mit den beiden Schiffen Erebus und Terror in See, obwohl der stark übergewichtige 59-Jährige vielen nicht als der am besten dazu geeignete Mann galt. Die prestigeträchtige Expedition nahm dann auch ein tragisches Ende: Sie verschwand.

Obwohl die Schiffe luxuriös ausgestattet waren – unter anderem mit Zentralheizung, mit 4.200 Litern Zitronensaft, mehreren Tonnen Tee und Schokolade, Fotoapparaten und einer Bibliothek –, starben fast alle der 133 Seeleute. Nur vier hatten Glück, sie mussten schon zu Beginn wegen Krankheit oder unziemlichen Verhaltens in Grönland zurückbleiben.

Wir fahren mit den Zodiacs auf der heute etwas unruhi­geren See zum Strand von Beechey Island. Die Stimmung ist irgendwie unheimlich: eine dunkelbraune Schotterödnis, Nebelschwaden über den Klippen, vier schlichte Gräber und ein völlig verfallenes Haus. Dazu schwer bewaffnete Männer unserer Crew, um uns vor Eisbären zu schützen. Ja, etwa so könnte die Hölle aussehen. John Franklin verbrachte hier mit seinen Leuten den ersten Winter. Danach verliert sich seine Spur.

Zwei Jahre nach seinem Verschwinden startete die größte Suchaktion des 19. Jahrhunderts. Eine ganze Armada von Schiffen schwärmte in den nächsten Jahren aus, um nach Franklin zu suchen. Dabei kamen mehr Matrosen ums Leben, als Franklin an Bord gehabt hatte. Doch alles war vergeblich. Erst 1859 fand man auf der unwirtlichen King-Williams-Insel unter Steinen ein letztes Lebenszeichen der Expedition. Ein Schriftstück, aus dem hervorging, dass Franklin und neun Offiziere schon sehr früh verstorben waren. Der Rest der Mannschaft hatte sich zu Fuß auf einen 1.500 Kilometer langen Weg in Richtung Süden gemacht. 2014 und 2016 wurden die beiden Schiffe Erebus und Terror schließlich gefunden, sie liegen noch unter Wasser. Man vermutet, dass die mit Blei verlöteten Konservendosen die Crew vergiftet und anfällig für allerlei Krankheiten gemacht hatten.

Unsere Ocean Endeavour ist jetzt auf Südkurs. Es geht den Peel Sound hinunter zur Franklin Strait. Werden wir die Nordwestpassage schaffen? Auch wenn dies eine Expeditionskreuzfahrt ist, so liegt die Betonung doch auf Expedition. Es gibt keine Garantie. 2018 hatte kein einziges Passagierschiff die Durchfahrt geschafft.

Das Packeis nimmt überhand, die Zodiac-Fahrten werden daher gestrichen. Expeditionschef Mathew James Swan zeigt jeden Abend vor versammeltem Publikum die neuesten Satellitenbilder des kanadischen Eisdienstes. Das Packeis im Peel Sound wird dichter, aber in fünf Stunden wartet die Terry Fox, ein Eisbrecher der kanadischen Regierung, um uns den Weg freizumachen. Das Wetter wird launisch.

Ein Sturm ist im Anzug, er könnte das Packeis so massiv in den Peel Sound treiben, dass auch die Terry Fox nicht mehr helfen könnte. Aber noch sieht es gut aus. Expeditionsleiter Mathew James Swan ahnt noch nichts von den Herausforderungen der nächsten Stunden. MJ, wie er genannt wird, ist Anfang 30, hat schon mehr als sechzig Expeditionen hinter sich. Er denkt in diesem Moment, dass die Nordwestpassage diesmal geschafft sei.

Nordwestpassage

Doch das Leben schreibt bekanntlich die unwahrscheinlichsten Geschichten. Unsere Fahrt droht jetzt erneut zu scheitern: an einer giftigen Spinne! Ein junger Amerikaner aus New York war vor der Schiffsreise in Indonesien von einer giftigen Spinne ins Bein gebissen worden. Jetzt – mitten in der Arktis – wird die Sache akut. Der Bordarzt fürchtet, das Bein müsse abgenommen werden, wenn der Mann nicht bald operiert würde. Also müssen wir umkehren und fünf Stunden den Peel Sound wieder nordwärts hin­auffahren zu einer kanadischen Station, von wo aus der Patient ausgeflogen werden kann. Aber würden wir dann noch durchkommen nach Cambridge Bay, unserer nächsten Station? Würde unsere Expedition jetzt scheitern? Es sollte ein Happy End werden. Der junge Amerikaner wurde gerettet, und die Ocean Endeavour erreichte mit starker Hilfe des Eisbrechers unser vorletztes Ziel. Cambridge Bay, die einzige bewohnte Siedlung auf Victoria Island, einer Insel größer als Großbritannien. Man stelle sich vor, man wanderte durch das ganze Vereinigte Königreich und da ist nichts, kein London, keine Eisenbahn, keine Menschen, nicht einmal Bäume. Nur Eisbären, die sehr gefährlich sind.

Manche Menschen fasziniert gerade diese Leere und die Wildheit der Natur. Einer von ihnen ist Jerry Kobalenko, ein erfahrener Dokumentarfilmer, Extremsportler und Lektor an Bord, der uns Geschichten von der Arktis erzählt. Jerry, der in Alberta lebt, nimmt Nordic Walking wörtlich. Mit seiner Frau oder auch ganz allein durchwandert er die Arktis – manchmal sogar von Eisscholle zu Eisscholle. Am liebsten tut er das auf Ellesmere Island, der letzten Insel vor dem Nordpol. Vierzehn Mal wurde er schon von Eisbären attackiert, erzählt Jerry. Besonders gefährlich war der Gourmet-Bär, wie er ihn nennt.

Es ist sinnlos, sich vor Eisbären zu verstecken. Sie riechen einen in der klaren arktischen Luft bis zu zehn Kilometer weit. Und sie kommen am liebsten nachts, wenn man schläft. „Ich war alleine unterwegs, hatte ein Lager aufgeschlagen und hockte gerade mit heruntergelassenen Hosen da, um, na Sie wissen schon“, erzählt Jerry Kobalenko. „Plötzlich tauchte ein Eisbär aus dem Nichts auf und näherte sich. Ich beschloss, erst einmal wieder meine Hose anzuziehen. In der Unterhose will man schließlich keinem Eisbären gegenüberstehen. Dann gab ich einen Warnschuss ab. Der Eisbär drehte sich um und machte sich nun an meinem Schlitten zu schaffen, auf dem ich neben Fleisch auch belgische Schokolade mitführte. Ich schoss ein zweites Mal, der Bär schnappte sich etwas und rannte davon. Zu meinem Erstaunen hatte er das Fleisch liegen gelassen und lieber die Schokolade mitgenommen. Das war mein Gourmet-Bär.“

Im Logbuch nachzutragen wäre: „Nordwestpassage gesund und munter ohne jegliches Kotzen infolge unruhiger See geschafft. Erstmals rohes Narwal-Fett probiert. Schmeckt so gut wie Schweinespeck. Habe mich aber vor dem Heimflug in Calgary verkühlt. Vielleicht lag es an der Klimaanlage.“

Reisetipp

Die Ocean Endeavour wird auch diesen Sommer wiederum die Nordwestpassage befahren. Termin: 20.8. bis 9.9. 2020. Preis inkl. Flug: ab 13.350 Euro. Diese Reise ist exklusiv für den deutschsprachigen Markt bei dem renommierten Expeditionskreuzfahrtspezialisten Polaris Tours buchbar. Fon +49-8822-948660, www.polaris-tours.de

Wissen, wo das Essen herkommt

Reiters Reserve

Ein paar Großfirmen beliefern alle Hotels. Alle? Ein Hotelier in Bad Tatzmannsdorf sorgt selbst für seine Lebensmittel! Mit eigenen Bauernhöfen und zahllosen regionalen Kleinstlieferanten. Ein gewaltiger Mehraufwand, aber auch ein unvergleichlicher Genussgewinn.

Qualitätsbewusstsein in der Gastronomie kann so oder so oder so aussehen: Im einen Betrieb schaut man beispielsweise ab und zu nach, ob der aus der Fabrik stammende Kartoffelsalat im Plastikkübel eh noch durchgehen kann. Im etwas engagierteren Betrieb sucht man sich aus dem Angebot der Lebensmittelgroßlieferanten – es gibt übrigens landesweit nur ganz wenige – das Bessere aus, zahlt ein bisschen mehr und kann dafür mit stolzgeschwellter Brust Markenware auf die Karte schreiben (wenngleich diese oft absolut nichtssagende Phantasienamen wie „Landhuhn“ trägt). Und dann gibt es ein Resort wie jenes von Karl Reiter im burgenländischen Bad Tatzmannsdorf, das nicht nur in Sachen Wellness Vorreiter ist, sondern vor allem auch in Sachen Essen: das Reiters Reserve. Statt der großen Player lässt Reiter hier die kleinsten liefern, nämlich Hunderte (!) von Bauern aus der Umgebung. Fruchtsaft wird aus Weingartenpfirsichen und Hirschbirnen vom Nachbarsgrund gepresst, man baut Biokräuter in riesigen, nämlich 400 Quadratmeter großen, Hochbeeten an, schickt frischen Nudelteig durch die eigene Pastamaschine, bäckt Brot selbst und schlachtet seine Rinder ebenso wie seine Mangalitzaschweine für den eigenen Lardo selbst. Moment, wie? Selbst schlachten? Ja, es stimmt tatsächlich, das Reiters Reserve hat neuerdings auch einen Schlachthof – gleich direkt auf einem seiner drei Bauernhöfe.

Reiters Reserve

Karl Reiter möchte darauf zwar nicht besonders, nun ja, herumreiten, denn „Schlachten ist nicht so ein schönes Thema“, doch man muss dieses Faktum einfach betonen – und freilich auch erklären. Hauseigene Schlachtung bedeutet: kein Stress für die Tiere, da diese weder auf eine lange Reise in engen Lastwägen geschickt werden noch mit angstmachender Umgebung – einem Schlachthof – konfrontiert werden. Kein Stress wiederum bedeutet keine Adrenalinausschüttung ins Blut, das wiederum hat allerbeste Fleischqualität zur Folge. (Wer den direkten Vergleich ausprobieren möchte, besorge sich ein Stück Hasenfleisch aus Treibjagd – es wird beinahe so hart wie Stein!) Ein hauseigener Schlachthof bedeutet weiters die volle Kontrolle über die Tiergesundheit. Und er zeigt, dass hier jemand erstens Verantwortung übernimmt und sich beim Thema Fleisch mit sämtlichen Faktoren beschäftigt, auch den unangenehmeren – und zweitens Qualitätsbewusstsein wirklich ernst nimmt.

Reiters Reserve

Gewiss, für eine solche Gesinnung weit abseits des Mainstreams muss man schon ein besonders reinrassiges Exemplar der Gattung sturer Hund sein. Allein die Vorbereitungen zum eigenen Schlachthof haben für Karl Reiter drei Jahre nervtötendes Navigieren durch das Behördenlabyrinth bedeutet. Und streng kalkulierende Branchenkollegen werden wohl milde lächeln, denn „so kostet Fleisch das Doppelte“. Reiter aber konnte gar nicht anders. Höchste höchste Lebensmittelqualität war schon immer sein Ziel.

Der aus Tirol stammende Ausnahmehotelier, der auch das wegweisende Posthotel in Achenkirch aufgebaut hat, hat dort bereits 1983 einen Bauernhof übernommen: „Seit damals lebe ich diese Philosophie. Gemeinsam mit meinem Team – denn so etwas geht nur dann, wenn die ganze Runde davon beseelt ist.“ Und er erinnert sich an seine Anfänge als Gastgeber, als er noch Englischschüler in Stockbetten beherbergte, aber auch diesen nur die besten Handsemmeln servierte.

Reiters Reserve

Heute hat Karl Reiter außer dem größten privaten Lipizzanergestüt Europas drei Bauernhöfe in der Umgebung von Bad Tatzmannsdorf, wo sein 120 Hektar großes Reserve – mit dem Adults-only-Luxushotel Supreme, dem All-inclusive-Familienhotel Finest Family und dem 27-Loch-Golfplatz – zu finden ist. Das Supreme wird übrigens vom kritischen Wellnesshotelführer RELAX Guide sozusagen seit Menschengedenken mit der Höchstnote von 4 Lilien und 20 Punkten prämiert.

Auf Reiters eigenen Höfen leben allein rund 150 Rinder in kälberfreundlicher Mutterkuhhaltung, dazu kommen Hühner, Ziegen, Schafe und Mangalitzaschweine, alle gefüttert mit Biofutter. Für das Schlachten, einmal pro Woche, vertraut man auf das Know-how der örtlichen Fleischer. Einer davon ist auch im Wurstmachen versiert, was bedeutet, dass sogar die Wurstspezialitäten am Supreme-Buffet vom Reiter’schen Hof stammen. Und der virtuose Gastgeber weiß, dass Fleisch, vor allem vom Rind, reifen muss, um gut zu munden. Dafür hat Reiter mehrere Dry-Age-Räume errichtet. Die zwölf Wochen lang gereiften Steaks werden dann vom Küchenteam rund um Helmuth Gangl zubereitet. Zu diesem Team gehören übrigens auch zwei sizilianische Pizzaioli – ein weiteres Detail, das zeigt, wie achtsam man hier mit dem Thema Essen umgeht. Eines muss freilich noch gesagt werden: Für alle, die kein Fleisch essen, hält das Supreme den ganzen Tag über rein pflanzliche Köstlichkeiten bereit.

Reiters Reserve

Mehr: Reiters Reserve, Fon +43-3353-8841, www.reiters-reserve.at

Mehr als Wellness: Recreation!

Der Steirerhof

Wohlige Thermalpools, feine Küche, erlesene Weine – all das gehört zu einer gelungenen Auszeit. Will man zudem chronische Schmerzen loswerden oder einfach nur fit und schön bleiben, sind regenerative Therapien genau das Richtige. Darunter: Winback und Radiofrequenz-Treatments. Ein Vier-Lilien-Hotel in Bad Waltersdorf kann damit begeistern.

Saunen, wohlig-warme Thermalpools, gutes Essen, freundliches Service, entspannende Natur ringsum – ja, so ein Wellnessurlaub ist eine feine Sache. Doch nicht allen erfüllt eine solche Auszeit auch alle Wünsche. Denn je älter man wird, umso mehr macht sich unser Körper bemerkbar. Mit Wehwehchen, die wir ihm durch unseren Lebensstil zugefügt haben. Sei es chronischer Schmerz, seien es Muskelverspannungen, schlechter Schlaf, eine vorzeitig gealterte Haut oder einfach nur unerklärliche Müdigkeit: Wie schön wäre es, wenn man das im Urlaub – sozusagen ganz nebenbei – einfach loswerden könnte?

Man kann es, vorausgesetzt, das Hotel verfügt über die nötige fachliche – auch medizinische – Kompetenz. Freilich, es gibt nicht viele von dieser Spezies, der Steirerhof in Bad Waltersdorf ist aber einer dieser Spezialisten für „Soft Healing“ während des Urlaubs, für „Recreation“. So verfügt das Fünfsternhaus über ein anerkanntes Vorsorgeinstitut mit den Schwerpunkten Herz, Bewegungsapparat und Sportmedizin, Dr. Martin Cappy, ein Allgemeinmediziner und Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, leitet es.

Hinzu kommt eine ganze Schar von Experten und qualifizierten Therapeuten, deren Tätigkeitsfelder praktisch alles abdecken: Sportwissenschaft, Tanz- und Ausdruckstherapie finden sich ebenso darunter wie Yoga, Physiotherapie oder gar Traditionelle Chinesische Medizin, für Letzteres steht ein virtuoses Ehepaar aus China im Einsatz – und das bereits seit 15 Jahren.

Dementsprechend breit und tief ist auch das Angebot an guten Treatments im Steirerhof. Es gibt mehr als 60 verschiedene, als kleine Beispiele seien hier Tuina, Biofeedback-Schmerztherapie und Scanner-Behandlung angeführt, allein die Disziplin des dilettantischen Streichelns, die man leider in Wellnesshotels immer wieder findet, hat man hier nicht im Repertoire.

Der Steirerhof

Auch die Diagnostik kommt nicht zu kurz, werden doch selbst dafür zahlreiche Methoden angewandt, darunter etwa Wirbelsäulenanalyse, Ergometrie, TCM-Pulsdia­gnostik und Back-Check – die sensorische Messung der jeweiligen Kraft einzelner Muskelpartien. Damit können schwache bzw. verkürzte Muskeln, wie sie etwa durch einseitiges Training – intensives Radfahren etwa – entstehen, identifiziert werden, um sie gezielt zu stärken. Und zwar bevor dort Schmerz entsteht oder es irgendwann zu einem Bandscheibenvorfall kommt.

Der Steirerhof

Auch spannend: die Winback-Behandlungen. Zum einen, weil wir sie noch nirgendwo sonst gefunden haben (die Sache kommt aus Frankreich und ist ziemlich neu), zum anderen, weil sie wunderbar wirken. Dabei wird mittels eines von Therapeutenhand geführten Geräts hochfrequenter Strom (je nach Tiefe der zu behandelnden Gewebeschichte – Muskeln, Gelenke, Knochen – mit 300, 500 oder 1.000 Megahertz) auf jene Körperpartien übertragen, die der Rehabilitation bedürfen. Das stimuliert die natürlichen Reparaturmechanismen und fördert den Zellstoffwechsel in hohem Ausmaß. Das Einsatzspektrum ist außerordentlich breit, es reicht von Muskelverklebungen und Gelenksversteifungen über die rasche Schmerzlinderung (etwa bei Ischias) bis hin zur Festigung und Straffung des Gewebes von Gesicht und Dekolleté.

Letzteres ist freilich eine lupenreine, wenngleich auch sehr spezielle und hochqualitative Beautybehandlung, sie ist jener, die ebenso im Steirerhof angeboten wird, nicht unähnlich: der Radiofrequenzbehandlung zum Hautstraffen nämlich. Eine Art Lifting, aber ohne Chemie und ohne Skalpell.

Der Steirerhof

Damit“, sagt Steirerhof-Chefin Gunda Unterweger, „wird es möglich, das Erscheinungsbild der Haut sichtbar zu verbessern und Cellulite zu reduzieren.“ Die Radiofrequenzbehandlung kann, so Unterweger weiter, nicht nur im Gesicht, sondern auch am ganzen Körper angewandt werden.

Eine große Hilfe zur „Recreation“ ist das Wasser im Steirerhof, das in allerlei Varianten zu genießen ist, gibt es doch sieben Pools mit unterschiedlichen Temperaturen (20 bis 38 Grad) und verschiedenartiger Mineralisierung. Sole etwa, oder eines der feinsten Thermalheilwässer überhaupt, das auch gegen Rheuma und Erschöpfungszustände wunderbar wirkt.

Aber, bei aller Gesundheitskompetenz, was wäre „Soft Healing“ ohne guten Schlaf? Gunda Unterweger: „Unsere Gäste sollen sich natürlich auch im Schlaf erholen, deshalb legen wir schon seit Jahren großes Augenmerk auf die Qualität unserer Betten. Alle sind gegen Erdstrahlen entstört, alle haben Sieben-Zonen-Kaltschaummatratzen sowie hochwertige Decken und Pölster aus Daunen und Federn.“ Auf Wunsch erhält man auch allergikergerechte Wäsche, zudem kann man aus einem „Kissenmenü“ seinen Lieblingspolster wählen.

Nicht unerwähnt darf natürlich ein weiterer „Recreation“-Faktor bleiben. Weil er wichtig ist: Spa und Restaurant stehen nur Hotelgästen offen. Außerdem: Die Küche setzt auf Natur – die Kräuter kommen aus dem eigenen Garten, Fleisch, Eier und Milch aus ökologischer und tiergerechter Haltung.

Wäre da noch die tolle Restaurantterrasse zu nennen – und die ehrliche Gastfreundschaft jedes einzelnen Mitarbeiters.

Mehr: Der Steirerhof, 08000-311412 (zum Nulltarif), +43-3333-3211-0, www.dersteirerhof.at

Privacy im Dorf der Genüsse

Gmachl Genussdorf

Wellness im Privacy-Modus: Ein traditionsreicher Familienbetrieb in Salzburg bietet neuerdings fabelhafte, mit Naturmaterialien gestaltete Suiten mit eigener Sauna sowie Suiten mit Whirlpool. Dazu kulinarische Vielfalt – hauseigenes Wirtshaus mit Brauerei inklusive.

Es kann verschiedene Gründe haben, warum man sich beim Wellnessen nicht unbedingt den Blicken Fremder aussetzen will. Gründe, die man nicht immer groß erklären möchte. Im Gmachl Genussdorf in Bergheim nahe Salzburg, wo das Gastgeber-Gen seit Generationen in der Familien-DNA verankert ist (mittlerweile ist Nummer sieben an der Reihe), weiß man: Keine Fragen stellen, sondern mit Antworten zu Diensten sein. Und diese Antwort des Gmachl Genussdorf auf den Wunsch nach Wellness im Privacy-Modus sind sechs phantastische Spa-Suiten, die bald um neun weitere ergänzt werden (diese haben dann sogar eine eigene Frischluftsauna auf dem Balkon!).

Nicht weniger als sechzig Quadratmeter messen diese Wohnträume, gelegen sind sie direkt am weitläufigen Garten. Mit großflächigen Glasfronten, die das nachweislich erholungsfördernde Grün der umgebenden Natur nach innen holen. Jede dieser Spa-Suiten hat eine eigene großzügige Sauna, die man auf 60 oder 90 Grad beheizen kann und die sich auch als Infrarotkabine nützen lässt, sowie einen Indoor-Whirlpool. Die Materialien sind klug und mit viel Gespür ausgewählt; auf fast japanische Art wird auf allzu viel polierte Glattheit verzichtet, vielmehr atmen die naturbelassenen Materialien schlichte Ursprünglichkeit. Die dichtporigen Eichenböden sind widerstandsfähig und verzeihen auch Wasserspritzer, die Whirlpools hat man mit grob behauenem Naturstein eingefasst. An dicken Tauen hängende Glühfadenlampen erinnern an die Anfänge der Elektrifizierung, Salzburger Tischlertradition wird bei den kunstvoll und doch reduziert kassettenartig gearbeiteten Saunawänden sichtbar, und der Supertalentstoff Loden verweist im Wohnbereich ebenfalls auf jahrhundertealtes regionales Handwerk – und das völlig zeitgemäß.

Wen es doch einmal aus den eigenen vier Wänden hinauszieht, den weiß das Gmachl Genussdorf mit einer Vielzahl an Attraktionen zu belohnen: Im nur Erwachsenen vorbehaltenen Dach-Spa findet man nicht nur eine geräumige Panoramasauna vor, die übrigens bis spätabends geöffnet ist, sondern auch einen großen, beheizten Infinite-Edge-Pool, der mit fabelhaften Ausblicken auf die nahe Mozartstadt und die Bergwelt den Sehenswürdigkeiten Salzburgs tatsächlich Konkurrenz macht. Der gepflegte Naturteich im Park lädt zum Erfrischen, die Zirbensauna im Garten-Spa duftet herrlich. Und hier haben die Gastgeber, so viel dürfen wir bereits verraten, in Sachen Wellness schon wieder neue Pläne.

Stillstand nämlich mag zwar eine deutsche Vokabel sein, innerhalb der Familie Gmachl dürfte sie jedenfalls nicht zum gängigen Wortschatz gehören. Seit den Anfängen des Hauses haben die Gmachls ihren Begriff von Gastlichkeit mit viel Gestaltungswillen und einem guten Sensorium für Trends kontinuierlich weiterentwickelt: vom einfachen Beherbergungsbetrieb zu einem der besten Wellnesshotels Österreichs. Der RELAX Guide schreibt gar von einem Shootingstar der Hotellerie und bewertet den sympathischen Familienbetrieb mit vier Lilien. Extra erwähnt werden in der Kritik übrigens die hauseigenen Metzgerwaren, allen voran „dieser herrliche Leberkäse“. Das Gmachl macht nämlich seinem Beinamen Genussdorf alle Ehre. Und bietet nicht nur Frühstücksbuffet und Abendmenü, sondern wartet auch mit einem eigenen Wirtshaus auf, mit einer Metzgerei, einem Delikatessen-Dorfladen und sogar einer kleinen Hausbrauerei. „Dine around“ lautet das hiesige Motto: Man kann also wählen, ob man jeden Tag im Rahmen der Genusspension speisen möchte – oder sich auch einmal ins Wirtshaus zu den Einheimischen setzt, auf ein deftig-würziges Rindsgulasch und ein ungefiltertes Zwickl aus den Gmachl-Braukesseln. Als bodenständiges, gar urig-anregendes Kontrastprogramm zur Privacy im Genussdorf.

Mehr: Gmachl Genussdorf, Fon +43-662-452124-0, www.gmachl.at

Neu: Fit für den Abschlag!

Die Wasnerin

Aus den USA kommt eine neue Form von Yoga, das „Yoga for Golfers“. Ziel ist die gelenkschonende Stärkung von beim Golfspielen besonders beanspruchten Muskelpartien. Ein auf Yoga spezialisiertes Top-Spa-Hotel im Ausseerland bietet die neue Methodik bereits an.

Ein Vierteljahrhundert Golferfahrung und dazu in Sachen Yoga eine Expertise und Angebotsvielfalt, die einem keiner so schnell nachmacht – das findet man im Hotel Die Wasnerin im Ausseerland im steirischen Salzkammergut. Es verwundert nicht, dass man neuerdings diese zwei Themen zusammengeführt und eine weitere Säule im Wasnerin-Angebot errichtet hat: Yoga for Golfers. Eine Methodik, die von der einflussreichen amerikanischen Bewegungstrainerin Katherine Roberts etabliert wurde und die heute Golfern dabei hilft, noch besser zu werden. Aber das deutlich gesünder, nämlich ohne die Gefahr von Abnützungserscheinungen am Bewegungsapparat, wie sie andernfalls durch Überbelastungen zustande kommen können. Roberts’ Slogan lautet: „Yoga makes you fit for golf, golf makes you fit for life.“ Die Trainerin und Buchautorin kombiniert für ihr Programm westliche wissenschaftliche Erkenntnisse der Biomechanik mit fernöstlichem Wissen über den Körper.

Auch der neue englische Golflehrer im direkt angrenzenden Golfclub schwört darauf. Petra Barta, die engagierte und stets an Neuem interessierte Gastgeberin der Wasnerin, hat das Programm Yoga for Golfers daher auch in ihr Haus geholt und somit das hoteleigene Yoga-Kompetenz-Zentrum um eine weitere Facette ergänzt. Yoga ist in diesem niveauvollen Haus schon länger ein Schwerpunkt (ein anderer ist übrigens die Literatur), „viele Gäste kommen mittlerweile nur deswegen“. Und, ganz entscheidend: Man trifft hier nicht auf in Schnellsiedekursen umgelernte Kosmetikerinnen als Trainerinnen. Das Wissen um Yoga und das Formenspektrum ist in der Wasnerin tatsächlich enorm: von Paaryoga über Klangschalenyoga bis hin zu Aerial Yoga, für das man mit hängenden Tüchern und dem eigenen Körpergewicht arbeitet. Bis zu drei Einheiten werden täglich angeboten, zum großen Teil in der Natur, auf Kraftplätzen im Wald – sogar auch im Winter. Dazu kommen Yoga-Themenworkshops und ein für Petra Barta sehr wichtiges Mosaiksteinchen im Angebot: die Yogatherapie. Sie unterstützt dabei, falsch eingelernte Bewegungsmuster zu erkennen und zu korrigieren.

Und ganz neu ist hier eben Yoga for Golfers. Alle fünf angestellten Yogalehrer und -lehrerinnen des Hauses wurden in die Ausbildung nach Katherine Roberts’ Anleitungen miteinbezogen. Das Prinzip erklärt die Wasnerin-Chefin so: „Yoga for Golfers sieht gezielte Übungen für jene Körperpartien vor, die beim Golfen besonders im Einsatz sind. Also etwa Rücken, Schulter, Hüfte.“ Die Methodik richtet sich ebenso an Golfanfänger wie an Fortgeschrittene, denn, so die Hotelière: „Golf ist ein schwungvoller Sport, der einzelne Muskelpartien besonders fordert. Diese speziell zu trainieren ist ein Ziel von Yoga for Golfers.“ Ein anderes ist die Gegensteuerung: „Auch im Golf werden Bewegungsmuster manchmal falsch eingelernt. Das kann zu Überbeanspruchung führen – analog zum Tennisarm. Yoga for Golfers ist da sehr wirkungsvoll“, erläutert Petra Barta.

Wer in der Wasnerin Yoga for Golfers trainiert, kann auch gleich auf dem 9-Loch-Parcours neben dem Hotel spielen – wenn man sich nicht vom Dachsteingletscherblick ablenken lässt –, 20 Prozent Greenfee-Rabatt gibt es obendrein. Der 9-Loch-Platz liegt im Trend, hat Petra Barta beobachtet: „Gerade Städter schätzen ihn. Man hat nicht mehr so viel Zeit, möchte im Urlaub so viel wie möglich unterbringen. Da kommt die geringere Lochanzahl gerade recht.“

Apropos gestresste Städter: Die Wasnerin bietet explizit keine Dauerbeschallung, es gibt Leseecken, Offline-Zonen. Auf die Schlafqualität legt man besonderen Wert, auf eine gesunde Küche sowieso: Veganes auf hohem Niveau findet man stets auf der Karte, und auch eine feine Detox-Küche zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts beherrscht man hier bestens.

Neu im Spa ist der Schwerpunkt auf Tiefenentspannung, etwa mit den Signature Tranquillity Treatments: Diese beziehen auch den Tast-, den Hör- und den Geruchssinn mit ein und sorgen für lange nicht mehr erlebte Zustände tiefster Entspannung. „Auszeiteln“ (übrigens eine geschützte Wortmarke) nimmt man in der Wasnerin eben sehr ernst.

Mehr: Die Wasnerin G’sund- & Naturhotel, Fon +43-3622-52108, www.diewasnerin.at

„Qualität aus Überzeugung“

„Qualität aus Überzeugung“

Nahrungsergänzungsmittel ist längst nicht gleich Nahrungsergänzungsmittel – die Qualität macht den Unterschied. Worauf es wirklich ankommt und welche Qualitätskriterien die Mikronährstoffe von Pure Encapsulations auszeichnen: die Gesundheitswissenschafterin Birgit Schiel im Gespräch.

Aktuelle Ernährungsberichte zeigen, dass in puncto Mikronährstoffversorgung Handlungsbedarf besteht. So zählen heute beispielsweise Folsäure und Vitamin D zu den kritischen Mikronährstoffen. Um ihren täglichen Bedarf an diesen Vitaminen zu decken, greifen deshalb immer mehr Menschen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Bei manchen herrscht trotzdem noch Unsicherheit in Bezug auf die Notwendigkeit, und das hat vor allem einen Grund: Der Faktor Qualität hatte in der öffentlichen Debatte bislang kaum eine Rolle gespielt. Doch ob Nahrungsergänzung dann tatsächlich erfolgreich ist, hängt wesentlich von der Qualität, der Reinheit und dem Nährstoffgehalt der verwendeten Produkte ab.

Frau Schiel, immer wieder hört man, dass der Nährstoffgehalt in unseren Lebensmitteln abnimmt. Stimmt das?

Unsere Böden sind durch die industrielle Landwirtschaft zum Teil ausgelaugt und nicht mehr so ideal mit Nährstoffen angereichert. Wenn man sich jedoch ausgewogen ernährt und die richtigen Lebensmittel kombiniert, kann man sich auch heute noch gut versorgen. Das Problem sind eher unsere modernen Essgewohnheiten: Wir kochen zu selten mit regionalen, saisonalen Lebensmitteln und konsumieren stattdessen zu viele Halbfertig- und Fertigprodukte, die wiederum haben einen sehr niedrigen Mikronährstoffgehalt.

Woran merkt man, dass man Unterstützung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln braucht?

Viele Menschen, vor allem Frauen, beschäftigen sich sehr intensiv mit ihrem Körper und merken dann relativ schnell, wenn dieser Unterstützung in Form von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen braucht. Es kann sein, dass sie sich nicht ganz fit fühlen oder keine Energie haben, um im Alltag, im Job oder im Sport leistungsfähig zu bleiben. Eine sogenannte Mikronährstoffanalyse beim Arzt kann dann Gewissheit bringen.

Worauf sollte man beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln ganz besonders achten?

Das wichtigste Kriterium ist die Qualität. Das bedeutet auch, dass man darauf achten sollte, dass Nahrungsergänzungsmittel einen optimalen Nährstoffgehalt aufweisen und keine unnötigen Zusatzstoffe und Konservierungsmittel enthalten. Außerdem müssen die verwendeten Rohstoffe vom Körper gut aufgenommen und verwertet werden können. Das ist längst nicht selbstverständlich, aber zum Beispiel bei organischen Verbindungen wie Magnesiumcitrat der Fall.

Mikronährstoffhersteller

Sie selbst sind in der Qualitätssicherung von Pure Encapsulations in Graz tätig. Nach welchen Qualitätskriterien arbeitet dieser Mikronährstoffhersteller?

Der hohe Qualitätsanspruch zieht sich bei Pure Encapsulations durch alle Prozesse. Das beginnt bei der wissenschaftlich fundierten Produktentwicklung, geht über die Auswahl der besten Rohstoffe und die einzelnen Herstellungsschritte bis hin zum fertigen Produkt und der Beratung in der Apotheke. Jedes unserer Produkte erfüllt zu jeder Zeit die weltweit strengsten Standards der Branche und weist nach dem geltenden Arzneibuchstandard geprüfte Qualität auf.

Was ist denn das Besondere an dieser Qualität?

Das wichtigste Merkmal ist die sogenannte Reinsubstanzqualität. Das bedeutet, dass für eine maximale Verträglichkeit nur jene Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, die es für eine optimale Wirkung braucht, und dass diese entsprechend umfassend überprüft werden. Genauso wie die Rohstoffe für ein Arzneimittel. So können Verunreinigungen ausgeschlossen werden. Außerdem sind die Produkte frei von unnötigen Zusatz- und Konservierungsstoffen.

Welche Vorteile habe ich als Konsument, wenn ich auf die Produkte von Pure Encapsulations setze?

Sie bekommen Mikronährstoffe, die gut aufgenommen werden können und maximal verträglich sind. Denn durch die hypoallergene Herstellung sind die Produkte von Pure Encapsulations ideal bioverfügbar und maximal verträglich. Sie sind also auch für jene Personen geeignet, die sensibel reagieren oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben. Die Produkte sind außerdem frei von Stoffen wie Laktose, Fruktose und Gluten.

Wie überprüfen Sie die Qualität der Mikronährstoffe Ihrer Produkte?

Sämtliche Rohstoffe, aber auch alle Endprodukte werden von unabhängigen und externen Labors laufend auf Kontaminationen und Rückstände getestet. Denn Qualität wird bei Pure Encapsulations aus purer Überzeugung gelebt. Das bestätigen auch unabhängige Zertifizierungen, wie etwa die Nährstoffakademie Salzburg oder die renommierte Kölner Liste. Sie können sich also zu hundert Prozent auf diese Marke verlassen.


Dr. Birgit Schiel ist Gesundheitswissenschaftlerin und seit fünfzehn Jahren in der Nahrungsergänzungsmittelbranche tätig. Als Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung und Recht bei Promedico ist sie für die Einhaltung der Qualitätsstandards der Mikronährstoffe von Pure Encapsulations verantwortlich.

Dr. Birgit Schiel