Musik für den Laib

Dass Mozarts Musik etwa bei Kühen zu Wohlgefühl – und zu höherer Milchleistung – führt, ist seit langem bekannt. Aber wie anders reifen Käselaibe, wenn sie über lange Monate mit Musik beschallt werden?

Dieser Frage geht momentan die Schweizer Käserei Käsehaus K3 in Burgdorf nach. Die Regale des Reifungslagers werden deshalb mit unterschiedlicher Musik bespielt, Mozarts Zauberflöte findet sich ebenso darunter wie Hip-Hop oder Titel von Led Zeppelin. Die Forschungshypothese: Musik beeinflusst die Bakterienkulturen, und je nach Musik verändert sich der Geschmack. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein, im März soll es vorliegen.

Saunieren gegen Herztod

Menschen, die häufig eine Sauna besuchen, haben ein deutlich reduziertes Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben. Das zeigt eine Studie der Med-Uni Innsbruck.

Knapp 1.700 Probanden nahmen daran teil, der Beobachtungszeitraum betrug 15 Jahre. Das Ergebnis: Wer vier- bis siebenmal wöchentlich die Sauna besuchte, hatte ein um 70 Prozent geringeres Herztodrisiko. Wer zwei- bis dreimal wöchentlich saunierte, bei dem verringerte sich das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 29 Prozent. Auch die Dauer des Saunaaufenthalts wurde berücksichtigt, dabei zeigte sich: Wer länger als 45 Minuten pro Woche in der Sauna schwitzt, hat das vergleichsweise niedrigste kardiovaskuläre Risiko. Das Ergebnis gilt für Männer ebenso wie für Frauen.

US-Psychologen: Männlichkeit ist schädlich

Nachrichten aus Absurdistan: Die Männer sind an allem Schuld, so etwa auch am Brexit-Chaos – Letzteres formulierte übrigens vor kurzem die deutsche SPD-Justizministerin!

Jetzt gibt es dazu das wissenschaftliche „männlich ist schlecht“-Gütesiegel aus den USA: „Traditionelle Männlichkeit“ sei „psychisch schädlich“, das stellte der weltweit einflussreichste Psychologenverband, die American Psychological Association (APA), in einer neuen Richtlinie für Therapeuten fest.

Die traditionelle Männlichkeit zeige sich unter anderem in Wettbewerbsdenken, Gleichmut und Selbstaufopferung. Selbst simple Eigenschaften wie die Lust auf Abenteuer und Erfolg, die Risikofreudigkeit und das Verleugnen von Schwäche seien eine „traditionell männliche Ideologie“. All das gilt es zu therapieren – nach den neuen Richtlinien der APA, die sich wie ein Feministen-Manifest lesen. Ebendort wird auch behauptet, dass Männlichkeit nichts Angeborenes, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion sei. Die binäre Kategorie männlich/weiblich sei heute überholt, das Geschlecht sei nämlich ein „non-binäres Konstrukt“.

Weiters werden Menschen nicht nur nach dem Geschlecht, sondern auch nach ihrer Herkunft pathologisiert: je nach Nationalität und Hautfarbe werden ihnen unterschiedliche psychische Störungen attestiert. Deswegen sollten Schwarze, Latinos und asiatische Männer in psychologischen Praxen künftig unterschiedlich behandelt werden.

Die gute Nachricht: Frauen mögen maskuline Männer. Und keine wünscht sich in einer dunklen Seitengasse einen non-binären Stubentiger an ihrer Seite.

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Dänemark verlangt Handschlag

Neun Jahre Aufenthalt, Sprach- und Einbürgerungsprüfung sowie ein tadelloser Leumund waren bislang die Voraussetzungen für die dänische Staatsbürgerschaft.

Seit Anfang des Jahres kommt noch eine Zeremonie hinzu: Dem Gemeindevorstand muss die Hand geschüttelt werden, Handschuhe sind nicht erlaubt. Dies zeuge, so die Regierung, vom Respekt gegenüber Dänemark und den Gepflogenheiten des Landes.

Das von Muslimen häufig abgelehnte Händeschütteln war bereits in mehreren Ländern Auslöser für Debatten. So etwa hatte die Stadt Lausanne die Einbürgerung eines muslimischen Ehepaars nicht genehmigt, weil es das Händeschütteln und das Gespräch mit Angehörigen des jeweils anderen Geschlechts verweigerte.

Seit einem halben Jahr gilt in Dänemark ein gegen Burkaträgerinnen gerichtetes Verhüllungsverbot. Die Regierung kündigte zudem an, abgewiesene Asylwerber auf einer unbewohnten Insel unterzubringen.

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Soeben getestet: Londons teuerste Herberge

The Lanesborough

The Lanesborough

Gleich vorweg: Bei unserem Besuch handelte es sich nicht um einen normalen Test für den RELAX Guide, sondern nur um eine kleine Erweiterung des testerischen Horizonts, sozusagen aus rein wissenschaftlichem Interesse. Denn das Hotel übersteigt bei weitem unser Redaktionsbudget, es handelt sich um ein wahres Biotop für Superreiche: das Lanesborough. Londons teuerste Herberge – die Royal Suite – kostet hier in der Hochsaison knapp 30.000 Euro pro Nacht, Frühstück ist aber extra zu bezahlen!

Unweit von Harrods und Hyde Park, gleich hinter dem Buckingham Palace in Knightsbridge liegt dieser Grandhotel-Klassiker. Er wurde 2015 komplett renoviert, Geld dürfte dabei keine Rolle gespielt haben. Das Ambiente ist wundervoll, die Hausgröße mit 93 Zimmern sehr angenehm, und auch das Spa – es befindet sich allerdings im Untergeschoß – ist eines der besten Londons. Dazu Höflichkeit und Servicekompetenz ohne Wenn und Aber.

The LanesboroughUnvergleichliches Luxus-Abiente, gleich hinter dem Buckingham Palace in Knightsbridge: die öffentlichen Räume und Suiten im The Lanesborough.

Und nirgendwo in der britischen Hauptstadt kann man exklusiver und teurer Zigarren rauchen als hier. Wer den verschlungenen Weg in den sogenannten „Garden Room“ findet, trifft auf den Meister des Humidors, den Zigarren-Sommelier Neil Millington, der seine Schätze so sorgsam hütet wie Dagobert Duck seinen Geldspeicher. Millington hat ein unverwechselbares Pokerface und er weiß alles über seine kostbare Ware.

Der Meister des Humidors Neil MillingtonDer Meister des Humidors: Neil Millington hütet seine Schätze so sorgsam wie Dagobert Duck seinen Geldspeicher. Die teuerste Zigarre kostet schließlich 10.000 Pfund.

Die teuerste Zigarre, eine Sonderedition der kubanischen Marke Cohiba, kostet umgerechnet unglaubliche 11.520 Euro, ein Viertel Kilo pures Gold ist billiger! Geldverbrennen darf man hier getrost wörtlich nehmen. Das Rauchvergnügen ist in Großbritannien in Innenräumen strikt verboten und nur im Freien erlaubt. Der „Garden Room“ im Lanesborough sieht deshalb nur aus wie eine edle Lounge. Seine Decke schwebt gleichsam über dem Raum und lässt seitlich einen breiten Spalt ins Freie offen. Und so kann man sich hier genüsslich eine Zigarre anzünden und darüber grübeln, wie viel Kapital hier gerade in Londons feinster Raucherlounge sitzt – und sich verflüchtigt …