Schmutzwasser in 600 m Tiefe

Die Versorgung mit Trinkwasser ist bedroht – durch verschmutztes Grundwasser! In uralten, bis zu 600 m tiefen Grundwasserspeichern findet sich beispielsweise radioaktiver Wasserstoff (Tritium), der von den Atombombenversuchen der 1950er Jahren stammen muss. Das haben nun Forscher des IIASA in Laxenburg nachgewiesen. Weltweit untersuchten sie 6.500 Brunnen, die meisten davon lagen in den USA und in Europa. Sie fanden heraus, dass ein Großteil des globalen Grundwassers mehr als 12.000 Jahre alt ist, also aus jener Erdzeit stammt, in der Mammuts auszusterben begannen.

Hatte man bislang angenommen, dass nur junges Grundwasser in geringer Tiefe verunreinigt sein kann, so zeigt sich nun, dass das auch für uraltes Wasser in großen Tiefen gilt. Rund 60 Prozent der Grundwasservorkommen im obersten Kilometer der Erdkruste stammen aus uraltem, „fossilem“ Grundwasser.

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Saubere Badeseen – Österreich im Spitzenfeld

Europas Badegewässer werden sauberer, und Österreich liegt im Spitzenfeld! An 21.000 Stellen von Seen und Küsten wurde im Vorjahr die Qualität des Wassers im Auftrag der Europäischen Umweltagentur untersucht. Fazit: In Österreich wiesen 95 Prozent der 264 überprüften Badegewässer eine ausgezeichnete Qualität auf. Nur in Luxemburg, Zypern und Malta sowie Griechenland gab es prozentuell mehr Badestellen mit ausgezeichneter Wasserqualität als in der Alpenrepublik.

Den höchsten Anteil an Badegewässern mit mangelhafter Qualität gab es in Irland, in Großbritannien und in der Slowakei. Erhebliche Verschlechterungen wurden in Italien, Spanien, Frankreich, Dänemark und in den Niederlanden registriert.

Fisch-Therapie im Spa erlaubt

Hornhaut-Knabberfische sind in vielen Ländern seit Menschengedenken im Einsatz, auch in zahlreichen Wellnessstudios in Mitteleuropa. Das Landratsamt in Lörrach (Baden-Württemberg) verweigerte dennoch einer City-Spa-Inhaberin die Genehmigung für diese Kangalfische. Weil: Fische, die so im Kosmetik-Business arbeiten müssten, würden chronischen Stress erleiden, unter anderem, da die Bewegung der Füße sie in Angst und Schrecken versetze. Zudem widerspreche die Nutzung der Fische dem im Grundgesetz verankerten Gedanken der Mitgeschöpflichkeit.

Die Studio-Inhaberin klagte, das Verwaltungsgericht in Freiburg gab der Klage statt: Von Stress könne doch keine Rede sein, da das Hornhautknabbern dem natürlichen Verhalten der etwa sechs Zentimeter langen Fischchen entspricht. Weiters könne keine Rede davon sein, dass die Mitgeschöpflichkeit missachtet werde, da sich eine artgerechte Haltung sicherstellen lasse. Außerdem könnten den Fischen Ruhezeiten eingeräumt werden.

Unbestätigten Meldungen zufolge soll man im Landratsamt nun allmählich darüber nachzudenken beginnen, ob die industrielle Viehzucht nicht unendlich mehr Stress für die Tiere zur Folge haben könnte als der Knabber-Job der Fischchen im Spa.

Foto-Verbot im Urlaub

Seit wenigen Tagen gilt in der Schweizer Gemeinde Bergün (480 Einwohner, Kanton Graubünden) ein Fotografierverbot. Besuchern wie Einwohnern ist es demnach untersagt, von der Landschaft Fotos zu machen, Zuwiderhandeln wird mit umgerechnet rund fünf Euro bestraft. Was wie ein kecker PR-Gag klingt, wird von offizieller Seite damit begründet, dass man Menschen, welche die schöne Landschaft nicht vor Ort erleben, sondern nur über soziale Medien als Foto übermittelt bekommen, nicht unglücklich macht, weil sie selbst nicht in Bergün sein können.

Die Gemeindeversammlung hat das neue Gesetz mit 96-prozentiger Mehrheit beschlossen, an die gleichzeitige Verhängung eines Video-Verbotes hat man allerdings nicht gedacht.

Den Sommer herbeikochen

Mit der Wintersaison – mit Kohl und Rüben und einem kühlen grauen Cover – hatte man eröffnet: Die Kochbuchreihe von Richard Rauch und Katharina Seiser sieht alle vier Jahreszeiten vor, nun ist auch der „Sommer“ erschienen; Frühling und Herbst stehen noch aus. Der eloquente, TV-erfahrene Haubenkoch aus der Steiermark – Steirawirt nennt sich sein Restaurant samt Wirtshaus in Trautmannsdorf, das er gemeinsam mit seiner älteren Schwester Sonja führt – und die Kochbuchautorin und Journalistin haben abermals Rezepte aus der Hausmannskost und der gehobenen Küche in ein gewissenhaft gestaltetes Buch gepackt.

„Für uns schmeckt der Sommer nach dem Saft des reifen Pfirsichs, der uns den Handrücken entlang hinuntertropft“, schreibt Katharina Seiser im Vorwort. „Der Sommer duftet nach Walderdbeeren, nach Lavendel und Rosmarin, an denen wir beim Vorbeigehen schnuppern.“ Es sind also keine ganz neuen Bilder, die da evoziert werden, und genauso solide (im positiven Wortsinn) ist das Buch. Richard Rauch variiert darin etwa die allereinfachsten Rezepte wie einen Paradeisersalat (Tomatensalat), indem er ihn mit Kürbiskernölrahm mariniert – Rauchs Lokal liegt inmitten der steirischen Kürbiskernölkernzone. Aus dieser Region wagt er sich aber auch gleich wieder heraus, schließlich scheut der Koch auch keine Mühen und Flugmeilen, um Spitzenrestaurants auf anderen Kontinenten zu besuchen. Oktopus mit Ananas und geschmortem Paprika ist eines jener Rezepte in dieser Jahreszeiten-Kochschule, die eher auf der aufwendigen Seite angesiedelt sind. Was, das muss man betonen, nicht unbedingt kompliziert heißt, da Co-Autorin Katharina Seiser alles stets gut erklärt.

Doradenfilets pochiert Richard Rauch in Zitronenöl und paart sie mit gefüllten Zucchiniblüten, Melanzani frittiert er und würzt sie mit Olivenpaste und Schafjoghurt, zu gegrillten Maiskolben empfiehlt er eine Curry-Safran-Butter, zur Zucchini-Estragon-Tortilla einen Avocado-Dip. Zu den festlichen Rezepten dieser Jahreszeiten-Kochschule zählen etwa Räucherforellenmousse mit Gurkengelee, Senfsaat und Dill oder Weingartenpfirsichsüppchen mit Campari und Schneenockerl. Immer wieder tauchen auch Rezepte aus Richard Rauchs persönlichem Umfeld auf, wie eine Lasagne seiner Freundin Ulrike, Ribiselschaumschnitten nach Omas Rezept oder „Mama Rauchs Fisolensalat“. Zu letzterem kommentiert Katharina Seiser: „Ungeschriebenes Gesetz: Mütter und Schwiegermütter haben in Sachen Fisolen-, Gurken-, Paradeiser-, Kraut- und Erdäpfelsalat immer recht.“

Rezepte im PDF Format:
Marinierte Chioggiarüben
Polenta mit frischem Mais
Weingartenpfirsichsüppchen

Richard Rauch, Katharina Seiser:
Die Jahreszeiten-Kochschule Sommer

Brandstätter, 248 Seiten
34,90 Euro


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