USA mit neuem Bombenrekord

Mehr als 26.000 Bomben ließ Expräsident Obama im vergangenen Jahr auf insgesamt sieben Länder (Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Somalia, Pakistan) abwerfen. Das waren drei pro Stunde und 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Barack Obama, der bereits vor seinem Amtsantritt den Friedensnobelpreis erhalten hatte, erhöhte die Rüstungsausgaben der Bush-Regierung um 30 Prozent und führte während der gesamten Amtszeit Angriffskriege.

Ewiges Leben erwünscht

Vor genau 50 Jahren hat es begonnen, mittlerweile lagern weltweit 350 Tote in Tanks mit flüssigem Stickstoff. Bei minus 196 Grad eingefroren, um vielleicht dereinst wieder zum Leben erweckt zu werden. Dann, wenn die Wissenschaft das Unmögliche möglich gemacht haben soll.

Immer mehr Menschen glauben daran, Tausende stehen bereits auf der Warteliste, die Eintragung kostet bis zu 450 Euro Jahresgebühr. Doch erst beim Einfrieren wird es richtig teuer, verlangen die zwei US-Anbieter Cryonics und Alcor Life Extension doch zwischen 40.000 und 200.000 Dollar. Alcor Life Extension bietet zudem eine Sparvariante: die Nur-Kopf-Konservierung („head only“) – um 80.000 Dollar. Ganzkörper-Schnäppchenjäger werden bei der russischen Firma Krio-Rus fündig, gegen 36.000 Dollar wird man hier in eisigem Stickstoff versenkt – full body, versteht sich.

Hatte früher die katholische Kirche mit dem Glauben an das ewige Leben gut verdient, so scheinen heute Privatfirmen das Geschäftsmodell zu übernehmen. Schon plant der amerikanische Architekt Stephen Valentine ein „Timeship“ für 50.000 Tiefgefrorene – Menschen und Haustiere. Weil die Lagerhäuser der Tanks bislang trist aussehen und unschön an der Autobahn stehen, soll das Mausoleum außergewöhnliche Architektur – vier Türme, eine riesige Phönixfigur über einer verspiegelten Glasplaza, unter der die Leichen aufrecht stehen – mit einnehmend schöner Lage verbinden. Nach jahrelanger Recherche wurde der Ort bereits gefunden: in Comfort, Texas. Ruhegebühr bitte rechtzeitig überweisen!

Das System funktioniert nicht mehr

53 Prozent der Bevölkerung glauben im Schnitt, dass das System aus Politik, Medien und Konzernen nicht mehr funktioniert, in Frankreich und Italien sind es sogar 72 Prozent, in Deutschland knapp zwei Drittel. Das ist das Ergebnis der jüngsten Untersuchung des Edelman Trust Barometers, 33.000 Menschen in 28 Ländern wurden dafür zu gesellschaftlichen Themen wie Gerechtigkeit, Fairness und Vertrauen befragt.

Zwei Details der Untersuchung: Nur mehr 38 Prozent der Deutschen vertrauen der Regierung, nur mehr jeder vierte Deutsche hält Konzernchefs für glaubwürdig.

Gerade auch Menschen mit Top-Einkommen und guter Ausbildung zeigen sich demnach desillusioniert. Im Durchschnitt der 28 Länder: Knapp die Hälfte der Spitzenverdiener und Uni-Absolventen sehen das System als disfunktional an, bei Menschen, die über das politische Geschehen gut informiert sind, sind es sogar mehr als die Hälfte.

ZDF gewinnt gegen Zeit-Herausgeber

Die engen Verbindungen führender Medienleute zu Nato-Lobbyorganisationen legte die ZDF-Satiresendung Die Anstalt vom April 2014 offen. Dies im Gefolge einer Flut von Leserprotesten, die den Mainstream-Medien eine extrem Nato-freundliche Berichterstattung zur Ukraine-Krise vorwarfen.

Zeit-Herausgeber Josef Joffe klagte daraufhin, da ihm fälschlich Verbindungen zu acht solchen Lobbyorganisationen nachgesagt worden seien, obwohl es nur sieben seien. Das Hamburger Landgericht wies die Klage ab – weil es irrelevant ist, ob es sieben oder acht sind!

Joffe ging ungebeugt in die nächste Instanz, das Oberlandesgericht Hamburg gab ihm diesmal Recht, da die verfälschende Abweichung zu groß sei. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob nun dieses Urteil endgültig wieder auf, da die Kernaussage – es bestünden zwischen dem Zeit-Herausgeber und den genannten Organisationen eben Verbindungen – zutrifft.

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Gemüse mit Drehwurm

Zoodles – das klingt nach einem Zeichentrickfilm mit bunten Tieren, die aus dem Zoo ausgebrochen sind, nach einem Monster mit schleimigen Zottelhaaren, nach dem Album einer ZZ-Top-Coverband. Tatsächlich handelt es sich bei Zoodles aber um Zucchini-Noodles, wobei Sprachwissenschaftler an dieser Wortschöpfung etwas auszusetzen haben dürften – gerade einmal ein Buchstabe soll auf die Zucchini hinweisen?

Nudeln aus Gemüse, das ist nicht erst ein Trend, seitdem der britische Fernsehkoch Jamie Oliver öffentlichkeitswirksam seine Spiralizer-Maschine angeworfen hat, die aus zylindrisch vorgeschnitztem Gemüse geringelte Streifen macht, und sich seither womöglich so manches Fan-Mädchen Karottennudeln als trendige Hair-Extensions an den Kopf heftet.

Kalorienarm und reich an Faserstoffen, fügen sich die diversen Gemüsenudeln in die Low-bis-No-Carb-Strömung ein. Kein Wunder, dass zu diesem Thema in letzter Zeit zahlreiche Kochbücher und Gerätschaften (mit ziemlich unterschiedlicher Handhabung und ebensolchen Ergebnissen) erschienen sind. Etwa „Spiralize it!“, in der Edition Fackelträger publiziert.

Zunächst werden die verschiedenen Geräte vorgestellt, darunter solche in Sanduhrform, die man wie einen Bleistiftspitzer bedient, oder solche mit Kurbel. Es geht aber auch ohne Spezialwerkzeug: Selbst der stinknormale Sparschäler eignet sich, mit ihm lassen sich etwa aus Rüben passable Pappardelle, also breite Bandnudeln, herstellen. An Gemüsesorten empfiehlt die Autorin besonders Gurken, Zucchini, Kohlrabi, Rüben und den Butternusskürbis beziehungsweise Obst wie Apfel oder Kaki. Aber auch gern übersehene Gemüseteile wie der robuste Brokkolistiel lassen sich zu Pasta verarbeiten, etwa mit einer Zitronen-Creme-fraiche als Sauce.

Kohlrabispaghetti werden in roher Form mit gehobeltem Rotkraut und Granatapfel kombiniert oder kurz gegart mit Räucherforelle serviert, Zoodles gesellen sich zu Roquefort und Walnüssen, und der sattsam bekannte Griechische Salat kommt in Gestalt von dünnen Gurkenkringeln daher. Weitere Rezepte aus diesem Buch: Kürbisspaghetti mit Ricotta und Salbei, Misosuppe mit schwarzen Rettichnudeln, Steckrüben-Spaghetti mit Berglinsen und Kastanien oder Violette Karottenspaghetti mit Hummus-Sesam-Sauce. Auch Desserts sind möglich, etwa Kardamom-Milchreis mit karamellisierten Kaki-Spaghetti, Pancakes mit Quittenspaghetti und Ahornsirup oder knusprige Birnenspaghetti in Bierteig.

Fazit: Es empfiehlt sich zwar bei vielen Rezepten, zu überlegen, ob man das Gemüse nicht einfach wie bisher grob reiben oder per Messer dünn stifteln kann. Für Heißhungeranfälle, etwa nach Nudeln Carbonara, sind Spaghetti aus Sellerie, Kohlrabi oder Steckrübe aber tatsächlich eine gute und gesunde Idee.

Rezepte im PDF Format:
Granatapfel mit Kohlrabispaghetti
Rote Spaghetti mit Quinoatalern
Zoodles alla carbonara

Christina Wiedemann:
Spiralize it!

Edition Fackelträger, 112 Seiten
14,99 Euro


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MG geht nach China

Der traditionsreiche britische Autobauer gehört bereits seit einem Jahrzehnt dem chinesischen SAIC-Konzern, der nun das verbliebene Werk in Longbridge (seit 1906) schließt und die Produktion zur Gänze nach China verlagert.

Im Bild übrigens der legendäre MG B Mark II, Baujahr 1969. Mit 95 PS, 1,8 Liter Hubraum, 170 km/h Höchstgeschwindigkeit und 934 kg Eigengewicht. Lackiert in Tartan Red.

Barfuß in Ischgl

In dem für rauschende Après-Ski-Partys bekannten Wintersportort Ischgl ist das nächtliche Tragen von Schischuhen neuerdings verboten. Was sich wie ein verfrühter Aprilscherz anhört, ist freilich bitterer Ernst: Wer zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgens nicht mit Straßenschuhen – oder barfuß – unterwegs ist, muss mit 25 Euro Bußgeld rechnen, der Strafrahmen reicht sogar bis 2.000 Euro. Natürlich geschieht alles nur zur eigenen Sicherheit der Gäste. Eine private Security-Firma überwacht als „Schischuh-Polizei“ die Einhaltung, die Mannschaft wurde für die Suche nach Verdächtigen kräftig verstärkt.

Wortgewaltig kochen

„Wir sind nicht sehr lange auf dieser Welt. Da sollten wir uns zumindest etwas Gutes zu essen machen.“ Ein Satz, der vorderhand gar nicht so optimistisch klingt, der aber alles Negative verliert, wenn man sich ansieht, was der Urheber sonst noch so zu sagen hat: Nigel Slaters Worte – er ist ohne Zweifel einer der besten Kulinarikschreiber der Welt – sind eine Liebeserklärung an Lebensmittel schlechthin. Karfiol beziehungsweise Blumenkohl etwa, den er wie so vieles andere in seinem Küchengarten im Norden Londons anbaut, beschreibt er als ein Gemüse, „von Frieden und Schönheit erfüllt“, mit „Blättern wie Hasenohren“ – und das, wo das Kohlgewächs nicht unbedingt zu seinen Lieblingen zählt.

Slaters Bücher wie „Tender. Gemüse“ oder „Tender. Obst“ bestechen durch ihre Sprache (und hier gilt es auch der großartigen Übersetzerin Sofia Blind Blumen zu streuen): in höchstem Maß respektvoll vor dem, was die Erde hervorzubringen mag, aber stets mit einer guten Prise hintergründigen Humors, mit Worten, die trotz ihrer Schlichtheit enorm bildhafte Assoziationen wachrufen. Da ist von „spülwassergrauem Himmel“ die Rede, unter dem „ein knallrosa Chutney“ aus Rhabarber zu gegrilltem Schwein entsteht, „etwas Fruchtiges, mit dem man sich zu dem herrlichen Schweinefett den Mund verschmieren kann“. Von „blass elfenbeinfarbenem“ Schwarzwurzelpüree, von einem „frischkäsegesättigten Stück vom Himmel. Für diejenigen, die verstehen.“

Nigel Slater ist ein Verfechter der Alltagsküche. „Etwas, das man lieber still genießt, als es auf ein Podest zu stellen und zu verehren“, notiert er und fügt hinzu: „Bei dem Begriff ,Feinschmecker’ läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.“ Slaters Buch „Ein Jahr lang gut essen“, bei Dumont erschienen, ist nun eine Art Küchenkalender für den Alltag. Zu Neujahr etwa beschließt Slater, statt eines Brotlaibs einen Stapel Knäckebrot zu backen. „Statt mit rituellem Brotbacken werde ich den ersten Tag des neuen Jahres mit dem Rascheln eines neues, besseren Knäckebrots feiern“, schreibt er und liefert sein Rezept mit Mohn gleich mit.

Am 7. März erwacht der Autor in Kyoto, kommt vom Frühstücksbuffet mit einem Teller gedämpften Grünzeugs zu Tisch, mit „smaragdgrün glänzendem Lebenselixier“, und notiert später ein Rezept für gegrillten Fisch mit Soja und Sesam (so weit, so logisch) und Espresso-Schokoladesplitter-Eiscreme, einfach, weil diese Idee in Japan geboren wurde. Der 2. Juni ist der Tag von grünem Spargel und blauem Käse, es gibt Grünspargel-Roquefort-Tarte, der 3. September ist mit einer Apfel-Ahornsirup-Focaccia dem Apfel gewidmet. Und angesichts von Formulierungen wie „einen anonymen Bequemlichkeitsapfel, den ich beim Staubsaugen esse“ würde man den Mann gern für sämtliche Literaturpreise vorschlagen.

Rezepte im PDF Format:
Blutwurst, Kohl und Senf
Nudeln mit Garnelen
Schnelle Fischsuppe

Nigel Slater
Ein Jahr lang gut essen

Dumont, 560 Seiten
39 Euro


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Wichtige Termine 2017

Krise? Welche Krise? Im Gegenteil, es gibt doch 2017 jede Menge Gründe zum Feiern. Wir haben ein paar der wichtigsten Termine des neuen Jahres zusammengetragen. Bitte unbedingt vormerken!

21. Jänner: Tag der Jogginghose
6. März: Tag der Tiefkühlkost (von US-Präsident Reagan initiiert)
17. Mai: Weltfernmeldetag (von der Uno anerkannt)
27. Mai: Welttag des Purzelbaums
2. Juni: Welthurentag
19. September: Sprich-wie-ein-Pirat-Tag
15. Oktober: Welttag des Händewaschens (von der Uno beschlossen)
7. November: Magen-Darm-Tag
8. November: Internationaler Tag der Putzfrau
19. November: Welttoilettentag (von der Uno beschlossen)

Kleine Anmerkung: Logischer wäre es wohl gewesen, den Magen-Darm-Tag vor den Tag des Händewaschens zu legen. Zudem besser: Zuerst Toilettentag, dann Putzfrauentag!