Eine Kleinstadt an Bord

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist vor wenigen Tagen vom Stapel gelaufen. Um ein Drittel länger als die Titanic ist die Harmony of the Seas, sie hat 18 Decks und bietet Platz für 8.500 Menschen. Die US-Reederei Royal Carribean Cruises zahlte für den Giganten 1,15 Milliarden Euro, das sind mehr als 180.000 Euro pro Gästebett (und mehr als das Zweieinhalbfache einer vergleichbaren Hotelinvestition). Besondere Features: Wasserrutschen über mehrere Stockwerke, 23 (kleine) Pools, ein Park mit 50 Bäumen und – bei den Innenkabinen – TV-Schirme als virtuelle Bullaugen mit Ausblick aufs Meer. Dazu die Anmutung von gehobener Käfighaltung sowie der giftige Qualm von 420.000 Litern Schiffsdiesel pro Tag. Schönen Urlaub!

Österreicher mit höchsten Urlaubsbudgets

Die Lust auf Sommerurlaub sinkt, sogar extrem, wenn es um Länder wie Türkei, Ägypten oder Tunesien geht: bei den Deutschen ist sie generell um 9,2 Prozent geringer als im Vorjahr, im Europadurchschnitt ist das Minus etwa gleich groß. Nur die Österreicher wollen heuer vermehrt verreisen – plus 2,4 Prozent!

Die gute Nachricht für Hoteliers: Diejenigen Deutschen, die verreisen, werden heuer mehr Geld im Urlaub ausgeben als im Vorjahr, im Schnitt sind 2.450 Euro geplant. Österreicher werden am meisten ausgeben: durchschnittlich 2.750 Euro.

Der Sommerurlaub in der Heimat ist übrigens bei allen Europäern am beliebtesten, bei Deutschen und Österreichern etwa zu 30 Prozent, in Südeuropa bleiben sogar rund 70 Prozent im eigenen Land.

Immer mehr Menschen müssen aus finanziellen Gründen auf ihren Sommerurlaub verzichten: rund ein Drittel der Italiener und Spanier, 20 Prozent sind es in Frankreich, 15 Prozent in Belgien, hingegen nur 6 Prozent der Deutschen und Österreicher.

Die Daten stammen aus einer Umfrage der Europ Assistance in sechs EU-Ländern.
Mehr

Für Asylanten nur das Beste

Im Sommer beziehen 120 Flüchtlinge ein bis dato genutztes Altersheim am Seeufer südlich von Zürich. Die Lage ist selbst für besserverdienende Bürger unerschwinglich, befindet sich die dann renovierte Bleibe doch in einer der teuersten Wohnlagen der Schweiz – Park und atemberaubender Ausblick auf den Zürichsee inklusive!

Ursprünglich hätte die Liegenschaft um knapp 10 Millionen Euro verkauft werden sollen, nach Initiativen von SP-Politikern kam es anders. Eine Frage drängt sich unweigerlich auf: Wie viele Wirtschaftsflüchtlinge werden sich mit großen Erwartungen auf den Weg nach Zürich machen, nachdem sie von ihren Freunden und Verwandten erst einmal die Handyfotos dieser luxuriösen Willkommenskultur erhalten haben?

Nackt essen

Das weltweit erste Nacktrestaurant eröffnet! Pur, fast archaisch gibt sich das neue Pop-up-Restaurant The Bunyadi in London: Keine Telefone, kein Strom, kein Plastik, kein Metall. Nur grobe Vollholzmöbel, so lautet das Bunyadi-Credo in Sachen Interieurs. Die Küche serviert am Holzofen Gegrilltes oder Veganes in handgemachten Tonschüsseln, auf Geschmacksverstärker und andere Chemikalien wird verzichtet.

Die Gäste müssen sich ausziehen, erhalten zunächst einen Bademantel und dürfen dann nackt speisen. Einen Platz zu ergattern wird allerdings nicht einfach: Das Restaurant hat nur 42 Sitzplätze und ist nur während der Sommermonate geöffnet. Und knapp 40.000 Menschen stehen bereits auf der Warteliste!

Eingekocht und eingelegt

Wenn die alteingesessene deutsche Gläserfirma Weck im hippen Chicago einen Shop eröffnet, kann man ohne Zweifel von einem der weltweit größten Trends in Sachen Kulinarik sprechen: Das Einkochen, Einlegen und Fermentieren erlebt ein Revival, wie es wohl niemand vorhersagen hätte können. Jedes Land, ausnahmslos, hat seine eigenen Techniken, seine eigenen Traditionen. In Serbien legt man Wassermelonenschale ein. In Korea ist Kimchi, fermentiertes, gewürztes Gemüse, zumeist Chinakohl, Nationalgericht. Aus dem hohen Norden kommen eingesalzene grüne Beeren, in Österreich ist Wachauer Marillenmarmelade gleichsam weltberühmt. Kein Wunder, dass Bücher zu diesem Thema in den vergangenen Jahren nur so aus den Verlagsprogrammen gesprießt sind – sind doch auch Küchengärten oder Urban Gardening, Stichwort Selbstversorgung, der letzte Schrei. Ein Neuzugang ist das „Praxishandbuch Natürlich konservieren“ von Rosemarie Zehetgruber, erschienen im Verlag Löwenzahn.

Man merkt: Die Autorin hat sich Zeit genommen, ist das Projekt durchaus gewissenhaft angegangen. Sie gibt ausführliche Tipps zur Lagerung von Karotten, erklärt Begriffe wie CSA, Community Supported Agriculture, Foodcoops oder Mietgärten, erklärt die physiologischen Vorgänge nach der Ernte – Transpiration, Nachreifen, Verderb durch Mikroorganismen. Welche Methoden es gibt, um frisch befüllte Gläser zu sterilisieren, ist ebenso Thema wie mögliche Farbveränderungen bei Fruchtaufstrichen.

Die Rezeptauswahl ist überaus vielfältig: Wir lernen, wie man Blüten wie beispielsweise von Rosen, Holunder oder von Stiefmütterchen kandiert, zu Sirup einkocht oder zu Gelee. Aus Früchten machen wir nicht nur, klar, Marmelade, sondern auch Himbeeressig, Johannisbeerlikör oder Stachelbeerchutney. Zitrusschalen kandieren wir, unreife Schlehen fermentieren wir in Salzlake, Marillen verarbeiten wir zu getrockneten, hauchdünnen Fruchtmatten, die wie ein Energieriegel Kraft geben. Wurzelgemüse faschieren wir mit Salz zu einer lange haltbaren Suppenwürze, Radieschen legen wir süß-sauer ein und Kürbis kochen wir in Gläsern zu Mus ein, das im Vorratsschrank geduldig darauf wartet, zu sündigem Pumpkin Pie verarbeitet zu werden. Und wie die Fotos zeigen, dürfte sich auch die Firma Weck über dieses Buch freuen …

Rezepte im PDF Format:
Alkoholische Gärung
Einlegen in Essig
Lavendelsirup
Rhabarberkompott

Rosemarie Zehetgruber:
Praxishandbuch Natürlich konservieren

Löwenzahn Verlag, 336 Seiten
29,90 Euro


Bei Amazon bestellen