Panama in den USA

In den Panama-Papieren waren keine Amerikaner zu finden – wie seltsam –, und seit Jahren bekämpft die US-Regierung Steueroasen. Allerdings nur, wenn diese außerhalb der USA liegen. Denn eines der drei größten Finanzparadiese der Welt befindet sich im US-Bundesstaat Delaware. Fast die Hälfte der amerikanischen Kapitalgesellschaften haben hier eine Briefkasten-Tochtergesellschaft, es gibt rund 50.000 mehr Firmen als Einwohner. Ein einziges, unscheinbares Haus in der North Orange Street 1209 (Foto) in der Kleinstadt Wilmington beherbergt nicht weniger als 285.000 Briefkastenfirmen, globale Giganten wie Coca-Cola, Ford, Wal-Mart und American Airlines finden sich auch darunter.

Hilfe zum Abschalten und Einschlafen

Immer mehr Menschen fällt es schwer zu entspannen. Das ist wohl der Grund, warum einschläfernde Inhalte zum neuen Trend der elektronischen Medien avancieren. Fernsehsender in den USA und in Skandinavien zeigen stundenlange Fahrten mit Postschiffen oder mit der Eisenbahn – mit geradezu spektakulären Einschaltquoten. Und Tonspuren auf Youtube bieten beispielsweise „Zwei Stunden das Geräusch von Regen“, „Zehn Stunden Grillenzirpen“ oder Meeresrauschen (etwa: „Entspannung Tropischer Strand, 2 Stunden“, 610.000 Aufrufe), das Video „Stricken lernen 1 – Maschenanschlag“ der Österreicherin Elisabeth „Elizzza“ Wetsch kommt bereits auf knapp 1,2 Millionen Aufrufe.

Entspannen auf Papier

„Entspannungsmedien“ boomen, auch Gedrucktes gehört dazu: Unter den 20 Buchbestsellern auf Amazon.de finden sich seit Anfang des Jahres vier Ausmalbücher für Erwachsene. „Adult Coloring“ nennt sich dieser aus den USA stammende Trend, Ausmalbücher beherrschten dort lange Wochen die Topseller-Listen, eine „Autorin“ brachte es weltweit sogar auf 10 Millionen verkaufter Bücher. Ausmalen beruhigt und entschleunigt, und es lässt sich als Reaktion auf Stress erklären. Stress, der durch die Verwerfungen in Politik und Wirtschaft, aber auch durch die fortschreitende Digitalisierung des Alltags entsteht. Hersteller von Farbstiften freuen sich inzwischen über zweistellige Umsatzzuwächse.

Gemüse aus dem Meer

Insekten und Algen – diese beiden matchen sich zurzeit, wenn es darum geht, wer als zukunftsträchtigstes Lebensmittel gilt. Gemeinsam ist ihnen die erstaunlich hohe Ausbeute und ihre Genügsamkeit. Insekten verwandeln ohne Murren Abfälle in hochwertiges Eiweiß, verbrauchen im Vergleich zu Rindern gerade einmal ein Tausendstel an Wasser. Ihr Schmerzempfinden ist nachgewiesenermaßen ein anderes als jenes von Säugetieren, was auch militanten Tierschützern Wind aus den Segeln nimmt, sie wachsen extrem schnell und sind zu 80 bis 90 Prozent verzehrbar. Im Vergleich dazu: Von einem Rind etwa werden üblicherweise gerade einmal 40 Prozent verwendet. Freilich: Diese beeindruckenden Zahlen lassen noch längst keine Heuschrecke wie ein Steak schmecken. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis Insekten und die daraus hergestellten Produkte wie Energieriegel oder Knödel als „yummy“ gelten. Als Gedankenexperiment interessant ist das Thema aber jetzt schon.

Auch bei Algen wird noch einige Zeit vergehen, bis sie als Lebensmittel hierzulande in der Bevölkerung anerkannt sind. In Ländern wie Japan oder den Philippinen stehen Makroalgen wie Wakame zwar schon lange auf dem Speiseplan, bei uns haftet ihnen wohl noch einige Zeit ein exotischer Nimbus an – auch wenn es mittlerweile auch schon in Mitteleuropa Algenfarmen gibt. Das Buch „Algen“, erschienen im Kosmos Verlag, widmet sich nun dem Gemüse aus dem Meer. Und zitiert gleich einmal den Meeresforscher und Dokumentarfilmer Jacques-Yves Cousteau, der schon Anfang der Siebzigerjahre gesagt hat, „wenn wir die weiter stark wachsende Weltbevölkerung ausreichend ernähren wollen, müssen wir uns dem Meer mit einem neuen Verständnis und neuen Technologien zuwenden … Wir müssen es landwirtschaftlich nutzen, ähnlich wie wir das Land nutzen.“

Zunächst porträtieren die Autoren Kristin Knufmann, Spezialistin für roh-vegane Lebensmittel, und Jörg Ullmann, Hobbytaucher und Mikroalgen-Farmer, diverse essbare Algen. Etwa Spirulina mit ihrer spektakulären blauen Farbkraft, Dulse, eine rote vitaminhaltige Alge von länglichem Wuchs, oder Meeresspaghetti, auch Riementang genannt. Im zweiten Teil des angenehm klar und aufgeräumt gestalteten Buchs werden Einsatzmöglichkeiten für Algen aufgezeigt: Die klassische Misosuppe mit Wakame, die wir aus japanischen Lokalen kennen, darf zwar auch nicht fehlen, ist aber nur ein Bruchteil der Vielfalt. Wakame, die in jedem asiatischen Supermarkt zu bekommen sind, werden auch zu einem Salat mit Gurke und Ingwer verarbeitet oder zu Tomaten, Mozzarella und Cashewkernen kombiniert. Irischer Algen-Kohl-Eintopf, die Abwandlung eines klassischen Gerichts zum St. Patrick’s Day, enthält Nori und Dulse-Flocken, während kandierte Bananen mit würzigen Kichererbsen und Kombu-Streifen ergänzt werden.

Fazit: ein gut gestaltetes, neuartiges Kochbuch für Hobbyköche, die glauben, schon alles zu kennen.

Rezepte im PDF Format:
Chlorella-Wodka mit Heunote
Kandierte Banane mit Kichererbsen
Kokos-Zitronengrassuppe mit Kombu

Jörg Ullmann, Kirstin Knufmann:
Algen

Kosmos Verlag, 128 Seiten
25 Euro


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Feministinnen beschädigen deutsche Sprache

Während anderswo Frauen versklavt, gesteinigt, beschnitten oder zur Prostitution gezwungen werden, kämpfen Feministinnen hierzulande darum, überall ausdrücklich geschlechtsspezifisch oder zumindest geschlechtsneutral genannt zu werden, alles andere sei schlechthin frauenverachtend und Ausdruck des verhassten Patriarchats. So kommt es sprachlichen Ungeheuern wie etwa „Studenten und Studentinnen“, zu „StudentInnen“ oder „Studierenden“ – dort, wo man bislang Studenten gesagt hatte. Korrekt freilich, da es beim Wort Studenten ja nicht um das Geschlecht, sondern um die Funktion geht, die beide Geschlechter umfasst.

Mittlerweile ist man bereits dazu übergegangen, Mitarbeiter als „Mitarbeitende“, Lehrlinge als „Lernende“ oder Lehrer als „Lehrende“ zu bezeichnen. Dass dies haarsträubend falsches Deutsch ist, scheint offensichtlich niemand zu stören. Dabei drückt das Partizip Präsens, wie sein Name bereits sagt, eine momentane und abschließende Tätigkeit aus. Deshalb heißt es ja auch: Die Polizei fasste den Flüchtenden. Und deshalb ist eine Gebärende eben keine Gebärerin, da diese unentwegt und ohne Pause Babys gebären würde. Ein Studierender ist demnach einer, der etwa gerade einen Bericht studiert, dafür muss er aber kein Student sein. Ein Mitarbeitender indes ist einer, der gerade an einer Sache mitarbeitet, was ihn aber freilich nicht zu einem Firmenangehörigen macht. Also: Ein Mitarbeitender ist gar kein Mitarbeiter, ein Studierender ist kein gar Student.

Ungeachtet dessen geht die Vergewaltigung der deutschen Sprache wohl weiter. Aus Schriftstellern werden Schriftstellende, aus Rennfahrern Rennfahrende, auch der Steuerzahler wird dem Steuerzahlenden weichen müssen. Die österreichische Polizei musste vor wenigen Monaten Millionen von Strafzetteln einstampfen, weil eine gegenderte Anrede von „Lenker“ fehlte. Fazit: Die Feministinnen beschädigen mit blindem Eifer unser Deutsch, und wir lassen sie bereitwillig gewähren. Warum?

Die Fettleber kommt

War eine Fettleber früher das Ergebnis von übermäßigem Alkoholkonsum, so sind heute bereits fast die Hälfte der übergewichtigen Kinder und mehr als zwei Drittel der übergewichtigen Erwachsenen davon betroffen – genauso wie jeder sechste Normalgewichtige.

Mediziner führen den starken Zuwachs an Erkrankungen vor allem auf ein Übermaß von Kohlehydraten in der Ernährung zurück. Besondere Bedeutung haben dabei Fruktose und Glukose, wie sie in handelsüblichen Süßungsmitteln enthalten sind. Aus Mais erzeugter Fruktosesirup kommt in vielen Fertiggerichten (auch in Müslis) und Softdrinks als billiger Süßstoff zum Einsatz.

Da eine Fettleber keine Schmerzen verursacht, bleibt sie häufig unerkannt. Abgeschlagenheit und unerklärliche Müdigkeit gelten als Hinweise auf die Erkrankung. Fetter Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren), Nüsse, Olivenöl und Haferflocken gelten als geeignete Lebensmittel, mit denen das Leberfett wieder abgebaut werden kann.

Bestens erholt aus dem Bett

Für viele zählt die Zeit unmittelbar nach dem Aufwachen zu den allerschlimmsten Minuten des Tages. Man fühlt sich nicht frisch und nicht kraftvoll, sondern unerklärlich müde und möchte eigentlich am liebsten weiterschlafen. Wir haben sieben äußerst hilfreiche Punkte recherchiert – und selbst ausprobiert. Und können Ihnen damit zeigen, wie man morgens schwungvoll aus dem Bett kommt.

Erstens: Ein abendliches Wannenbad mit Meersalz, es hilft vor allem dann, wenn man untertags mit vielen Menschen oder mit einer Fülle an Informationen und Daten zu tun hat. Zweitens: Früh zu Bett gehen. Drittens: TV-Konsum am Vorabend stark einschränken, mindestens zwei Stunden vor dem Einschlafen nicht mehr fernsehen. Drittens: Abends wenig bis gar keinen Alkohol konsumieren. Fünftens: Die Füße abwechselnd warm und kalt abduschen. Sechstens: Je später das Abendessen, um so bescheidener soll es ausfallen. Siebtens: Schlafen Sie, so möglich, bei offenem Fenster.