Das Recht auf Wellness

Ein Ehepaar buchte einen dreitägigen Wellnessurlaub in einem Hotel in Thüringen. Weil – im Gegensatz zum werblichen Versprechen – keine Massagen und Beautyanwendungen buchbar waren, reiste das Paar am Morgen nach dem Check-in wieder ab – ohne zu bezahlen! Das war rechtens, wie das Amtsgericht Potsdam urteilte. Denn das Hotel hätte bei der Buchung auf die Nichtverfügbarkeit der Anwendungen hinweisen müssen. Der Mangel war erheblich und berechtigte zur Kündigung – auch die Abreise ist schlüssig als eine solche zu verstehen.

Ähnlich urteilte das Amtsgericht Meldorf im Fall einer Frau, die ein Wellnesswochenende gebucht hatte. Ihr Hotelzimmer roch allerdings so stark nach Zigarettenrauch, dass sie sofort wieder abreiste. Das Hotel versuchte, die entgangenen Kosten einzuklagen, das Gericht jedoch befand, dass der Gast zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt war, da in diesem Zimmer das Ziel der ausdrücklich beworbenen „Entspannung“ nicht zu erreichen war.

Geld verleihen und dafür zahlen

Es klingt verrückt: Staatsanleihen im Wert von nicht weniger als rund fünf Billionen Euro (5.000.000.000.000) sind derzeit negativ verzinst, so etwa große Teile der deutschen Staatsschulden. Wer solche Wertpapiere kauft, erhält nicht wie üblich Zinsen, sondern er zahlt dafür, dass er seinem Schuldner, dem Staat, Geld leihen darf.

Praktiziert wird das „Draufzahlen“ vor allem von Großanlegern, sie suchen Sicherheit, gerade in politischen und wirtschaftlichen Krisenzeiten. Außerdem gibt es viele Anleger (etwa Stiftungen, Versicherungen, Investmentfonds), die durch Gesetze oder interne Vorschriften dazu gezwungen werden, „sichere“ Staatsanleihen – also solche mit guter Bonität – zu kaufen, ungeachtet ihrer Verzinsung. Allerdings: Da sich darunter auch Pensionskassen und Lebensversicherer zahlreich finden, geraten Europas Pensionsvorsorgesysteme zunehmend unter Druck.

Worauf das hinausläuft, weiß der Bürger, also derjenige, der stets für das bürgt, was ihm die Politik serviert, freilich längst: Die finale Rechnung wird der kleine Mann bezahlen.

TTIP-Gefahren werden unterschätzt

„Ich glaube, die Gefahren von TTIP werden in Deutschland nicht übertrieben, sie werden unterschätzt. Der Nutzen für den Handel wäre nicht wirklich groß, der Schaden für Verbraucherschutz und Demokratie aber schon“ – Joseph E. Stiglitz, amerikanischer Ökonomie-Nobelpreisträger.

Übrigens: Ende April kommt US-Präsident Obama nach Deutschland, um für TTIP zu werben. Der Bürgerbewegungs-Verein Campact ruft für 23. April in Hannover zu einer Großdemo gegen die TTIP-Pläne von Regierung und US-Konzernen auf. Die Ablehnung in der Bevölkerung steigt: In Berlin demonstrierten im vergangenen Oktober 200.000 Bürger gegen das die Senkung der sozialen und ökologischen Standards betreffende Freihandelsabkommen mit den USA.

Verbrecherfotos auf Website

„EU’s Most Wanted“: Mit dieser Website ruft Europol die Bürger zur Unterstützung bei der Fahndung auf, die Steckbriefe der 43 meistgesuchten Verbrecher der EU sind seit kurzem im Internet zu sehen. Es handelt sich vornehmlich um Mörder, Vergewaltiger und Betrüger, deutsche Staatsbürger finden sich übrigens nicht darunter. Mehr als ein Drittel stammt aus dem EU-Ausland, etwa 20 Prozent sind afrikanischer Herkunft.

Ausgleich in der Küche

Nachdem im vorigen Newsletter dem Fett ein Loblied gesungen wurde, gehen wir es diesmal konträr an: mit einem Kochbuch mit basischen Gerichten, die den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen sollen, verfasst von der Küchenchefin und dem ärztlichen Leiter eines Mayrkurhotels. Der Arzt Harald Stossier meint, dass Zivilisationskrankheiten wie Rheuma, Allergien oder Osteoporose auch mit der chronischen Übersäuerung zusammenhängen, mit denen wir heute zu kämpfen haben. Diese Zusammenhänge hat freilich schon der österreichische Arzt und Forscher Franz Xaver Mayr vor mehr als 100 Jahren erforscht – von ihm bekannt ist seine wochenlange Kur mit Semmeln und Milch.

Die moderne Mayr-Medizin sagt: „Du bist, was du verdaust.“ In diesem Sinne geht es im Buch „Basisch essen“, erschienen im Christian Brandstätter Verlag, nicht nur um den Säure-Basen-Haushalt, sondern auch um unsere Verdauungsleistung. Dieser kommt etwa zupass, wenn wir Flüssigkeit wie Wasser, Kräutertees oder auch leichte Gemüsebrühen nicht zur Mahlzeit, sondern zwischen den Mahlzeiten zu uns nehmen – Getränke zum Essen verdünnen nämlich unsere Verdauungssäfte! Es gilt also: viel trinken, aber bitte nicht einfach irgendwann.

In der Einleitung des Buchs zählen die Autoren die Gruppen basenspendender Lebensmittel auf, die wir bevorzugt zu uns nehmen sollen: Gemüsesorten, vor allem Kartoffeln und diese bitte gedämpft und nicht gekocht, reifes heimisches Obst, heimische Gewürz- und Wildkräuter, kaltgepresste Pflanzenöle sowie Milch und Obers/Sahne, nicht jedoch Topfen/Quark oder Käse. Allerdings sind natürlich auch Säurespender wie Fleisch, Fisch oder Getreide erlaubt – in Maßen!

Die Rezepte in „Basisch essen“ sind durchaus auch raffiniert, etwa die Gefüllten Buchweizencrepes mit Frühlingssalaten, für die der Teig, eine Füllung aus Sellerie und Karotten, eine Guacamole als Begleitung sowie der Salat zubereitet werden muss. Vielen Rezepten würde man nicht anmerken, dass sie nach diätologischen Gesichtspunkten verfasst wurden, wie dem Kalbsfilet mit Wirsing-Ragout, den geschmorten Schweinebacken mit getrüffeltem Kartoffelpüree und Wurzelgemüse oder dem Mohnkuchen mit warmem Himbeerragout.

Rezepte im PDF Format:
Gemüsecurry
Quitten Ragout
Schweinebacken

Harald Stossier, Emanuela Fischer:
„Basisch essen“

Brandstätter Verlag, 176 Seiten
29,90 Euro


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Abschieben funktioniert nicht

Etwa 40 Prozent der Asylwerber stammen aus Balkanländern, als „Wirtschaftsflüchtlinge“ hätten sie rechtlich keine Chance auf Anerkennung. Doch freiwillig gehen sie nur selten zurück, selbst zwingen lassen sie sich meistens auch nicht: Eine Statistik aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass nahezu zwei Drittel aller Ausreisepflichtigen ein ärztliches Attest vorlegen konnten, das sie „aus medizinischen Gründen“ vor einer Abschiebung schützt. In anderen Bundesländern ist es ähnlich.

73 Prozent der Flüchtlinge haben keine Dokumente, man kann sie nicht abschieben, weil sie ihre Herkunft verschleiern. Nicht selten haben sie sich die Fingerkuppen verätzt, damit sie nicht über Fingerabdrücke identifiziert werden können.

Von den rund 1.500.000 Millionen Asylwerbern, die im Vorjahr nach Deutschland kamen, wurde bis Ende November nur rund ein Prozent abgeschoben.

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Das Glück steckt in den Genen

Die Dänen zählen zu den glücklichsten Menschen der Welt. Und Glücklichsein ist auch eine Frage der Gene, das wollen Forscher (Universität Varna, Polytechnic University of Hong Kong, Universität Warwick) herausgefunden haben. Demnach ist eine „Glücks-Genvariante“ in Dänemark signifikant häufiger vertreten als etwa in Deutschland. Die Untersuchung der Lebenszufriedenheit in 131 Ländern zeigt, dass die glücklichsten Menschen in Ländern leben, deren Bürger genetisch den Dänen am Ähnlichsten sind – selbst Amerikaner mit dänischen Vorfahren sind glücklicher als ihre Landsleute anderer Herkunft.

Alles außer mager

Antizyklisch ist etwas für Mutige. Als Unternehmer zu expandieren in Zeiten, in denen alle anderen abbauen, zurückschrauben, kleiner werden. Eine Ausbildung zu beginnen, deren Absolventen im Moment alles andere als gefragt sind. Oder in der Fastenzeit ein Kochbuch zum Thema Fett zu rezensieren. Wir tun letzteres. Aus Überzeugung, weil das Buch ein gelungenes ist. Weil der Untertitel „Loblied auf eine verrufene Ingredienz“ fast etwas religiöses an sich hat – und ein bisschen auch als Ansporn für Sie: Wer die Fastenzeit erfolgreich durchhält, darf sich danach umso freudvoller an derart köstliches Fett wie Lardo, Karamellbutter und Rindermark halten.

Die Autorin von „Fett – Loblied auf eine verrufene Ingredienz“, Jennifer McLagan, ist überzeugt, dass die seit etwa 30 Jahren grassierende Fettphobie nicht nur übertrieben, sondern auch gesundheitsschädlich ist. Sie will uns ein gesundes Verhältnis zu tierischen Fetten zurückgeben, auch um uns aus der Falle der Transfette und industriell raffinierten Kohlehydrate herauszuholen. Sehen Sie sich nur einmal an, was ein Joghurt mit 0 Prozent Fettgehalt alles enthalten muss, damit es ohne Fett stabil bleibt …

Gewiss, Jennifer McLagan ist vorbelastet: Sie wuchs in den 1960ern in einer australischen Kleinstadt auf, wo Fett allgegenwärtig war. Allein in ihrem Kühlschrank waren immer mindestens drei Sorten Fett vorrätig: Butter, Schmalz und Bratenfett. Je nach Jahreszeit gab es außerdem noch Nierenfett, etwa für den berühmten Christmas Pudding, Frühlingsbutter oder Speck. Eine besondere Erinnerung gilt der Spezialität Flake – dicken Scheiben von Haifischfleisch in Backteig, frittiert in flüssigem Talg, serviert mit eingelegten Zwiebeln. Erzählungen wie diese polarisieren, ganz klar.

Dem einen graut, aus natürlichen oder gleichsam eingeredeten Gründen – Stichwort Fettphobie – vor allem, was mehr als 1 mm Fettrand ist. Andere freilich schlürfen warmes Rindermark aus Knochen, essen beim Kuchenbacken stets einen Löffel kalte Butter und lassen von einer Bistecca Fiorentina ganz sicher nicht den Fettrand übrig. An diese richtet sich dieses Buch, das Interessantes über Fett erzählt und natürlich zahlreiche Rezepte liefert. Äthiopische Gewürzbutter, unter anderem mit Ingwer, Kardamom, Zimt und Kurkuma. Pikant-süßes Popcorn mit Butter, gewürzt mit rauchigen Chipotle-Chilis. Murgh Mahkani, Indiens bekanntes Butterhuhn. Salzbutter-Tarte. Gebratener Schweinebauch mit Orangen-Miso. Speck-Baklava. Yorkshire-Pudding, jene britische Spezialität, die man etwa zu magerem Roastbeef serviert. Oder, für Hardcore-Fettfreunde, ohne fleischliche Beilage, dafür als doppelte Portion.

Ein Kochbuch für solche, die sonst schon alle haben.

Rezepte im PDF Format:
Indisches Butterhuhn
Popcorn mit Butter
Speckguglhupf

Jennifer McLagan:
„Fett – Loblied auf eine verrufene Ingredienz“

Rotpunktverlag, 240 Seiten
33 Euro


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