Ozeane aus Plastik

Ein großer Teil des Plastiks – weltweit werden alljährlich mehr als 300 Millionen Tonnen produziert – landet in der Umwelt und damit irgendwann im Meer. Dort bilden sich gigantische Plastikstrudel, der größte von den fünf bislang bekannten befindet sich im Pazifik und ist größer als Mitteleuropa. Da Plastik biologisch nicht abbaubar ist, zerfällt es in immer kleinere Partikel, um schließlich auf den Meeresboden abzusinken. Stellenweise befinden sich in den Meeren bereits 46-mal mehr Plastikpartikel als Plankton.

Fische und Seevögel, aber auch planktonfressende Organismen nehmen die Mikropartikel auf, die so in unsere Nahrungskette gelangt. Damit landet unser Müll wieder auf unserem Teller. Mit gravierenden Folgen für unsere Gesundheit.

Bei einem im Vorjahr an die spanische Mittelmeerküste gespülten Wal wurde der Mageninhalt untersucht: mehrere Blumentöpfe, zwei Wasserschläuche, 10 m Seil, 30 m2 Abdeckplanen. Insgesamt 18 kg Plastikmüll konnte der Wal nicht mehr ausscheiden, sie zerrissen ihm den Magen.

Eine Heilige als Wurst-Vorbild

Chonchita Wurst, die in goldener Robe den Eurovisionscontest gewann, hat ein optisches Vorbild: Sankt Kümmernis, die legendäre Volksheilige mit dem Bart. Sie war im Europa des Mittelalters populär und wurde als Signum von Keuschheit und Jungfräulichkeit bis in das späte 16. Jahrhundert verehrt.

Der Legende nach war sie die Tochter eines heidnischen Königs von Portugal, die sich taufen ließ. Um der Vermählung mit einem Heiden zu entgehen, bat sie Gott, ihr einen Bart wachsen zu lassen, was auch geschah. Dafür ließ sie der zornige Vater mit in Lumpen bekleidet ans Kreuz schlagen. Bevor die androgyne Katholikin starb, bekehrte sie viele, sogar auch ihren Vater, der sie sterbend in kostbare Stoffe hüllen ließ – goldene Schuhe inklusive.

Keuschheit verheißt übrigens auch der spanische Mädchenname Chonchita, leitet er sich doch von der Unbefleckten Empfängnis ab. Die Verwendung religiöser Symbole zum Zwecke schräger Inszenierungen hat freilich noch niemanden gestört. Warum auch? Wer der bärtigen Wurst zujubelt, darf sich als besserer, toleranterer Mensch fühlen. Und außerdem: Es ist doch eh alles wurst!

Wellnesshotels mit Lilien-Qualität

Seit drei Wochen ist er da, und seit damals unangefochtener Top-Bestseller bei Amazon (Wellness/Reisen): der RELAX Guide 2015. Der einzige kritische Wellnesshotelführer. Mit allen Spa-Hotels.

Alle wurden anonym getestet. Dabei ist diesmal ein ausführlicher Sonderteil „Die 35 weltbesten Kreuzfahrtschiffe mit Spa“. Mit vielen Infos für alle, die einen Wellnessurlaub auf hoher See planen, damit aber nicht baden gehen wollen!

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Kekse für das ganze Jahr

Wie halten Sie es mit Weihnachtskeksen? Sind Sie der Typ, der – obwohl im Beruf knallhart, visionär und nüchtern – spätestens Anfang Oktober nur mehr im Kalorien-Diminutiv spricht und wahllos Zeitschriftchen mit den Titelthemchen Plätzchen, Herzchen, Busserl hortet? Sind Sie der Typ, der sich als Trendvorhut sieht, der die Cote Azur als Place to be schon längst durch Montenegro ersetzt hat, klassische Weihnachtskekse todlangweilig findet und statt Vanillekipferl lieber Tonkabohnen-Sternanis-Rauten entwirft oder Salzkaramell-Yuzu-Tuiles? Und mit dieser plakativ zur Schau gestellten Traditionsfeindlichkeit schön langsam die paar verbliebenen Freundinnen der Fraktion „Wie es immer schon war“ nervt? Oder sind Sie der Typ, der das ganze Jahr immer wieder Kekse bäckt, auch salzige, weil diese Kleingebäcksgattung einfach zu gut, zu praktisch und zu charmant ist, um ihr nur ein paar Wochen im Jahr Beachtung zu schenken?

In diesem Fall sind wir leider gezwungen, Ihnen gerichtlich, ärztlich und sonstwie zu verordnen, sich folgendes wunderbares Buch zuzulegen: „ke:xs“. Es ist vor kurzem im Brandstätter-Verlag erschienen.

Schon das Cover gibt sich bar jeden Hinweises auf adventliche Kerzenstimmung und Zimtduft. Stattdessen: viel Weißraum, eine typografisch originelle, aber gerade noch nicht mühsame Lösung und ein paar verstreute rosa Pfefferkörner (Typ zwei klinkt sich hier natürlich mit dem nasal vorgebrachten Hinweis ein, dass rosa Pfeffer botanisch gesehen gar kein Pfeffer ist, vielen Dank und viel Spaß noch mit der Tonkabohne in Montenegro!).

Die Autorin Ilse König ist im Brotberuf Geschäftsführerin des Österreichischen Instituts für Internationale Politik und geht das Thema Kekse angenehm entspannt und unmissionarisch an. Sie bäckt einfach gern, hat gern Gäste und hat von diversen Auslandsreisen die eine oder andere Keksinspiration mitgebracht. Besonders spannend (für den Typ, der das ganze Jahr über Kekse bäckt) sind die salzigen Versionen. Mit diesen lässt sich der heurige Advent auch ohne täglichen Zuckerschock überstehen. König liefert Rezepte für Biscuits mit grünen Oliven, Buchweizen-Käse-Sablés, Canistrelli – das sind Kastanienmehlkekse mit Weißwein und Olivenöl im Teig –, Pecorino-Haselnuss-Cantucci oder Senf-Cheddar-Biscuits. Zwar sind auch die süßen Rezepte nicht ohne, etwa Buttermilch-Muskat-Biscuits, Ciambelline mit Rotwein oder Lavendel-Shortbread, die pikanten sind aber die, die richtig pfeifen, wie wir das jetzt einmal ausdrücken wollen. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil wir schon bei der Lektüre an den zugehörigen Aperitif denken – was Wunder, wenn so viele Rezepte in diesem Buch aus den Aperitifländern Italien und Frankreich inspiriert sind!

Rezepte im PDF Format:
Cantucci mit Oliven und Kapern
Cheddar Tuiles
Haselnuss-Schoko-Biscotti
Karamellspitzen

Ilse König:
ke:xs

Brandstätter Verlag, 191 Seiten
29,90 Euro

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Babys nur mit Hilfe vom Arzt

Die Zahl der künstlichen Befruchtungen („assistierte Reproduktion“) ist in den vergangenen sieben Jahren um nahezu ein Drittel gestiegen, bereits jedes fünfte Paar hat Probleme, auf natürlichem Weg ein Kind zu zeugen. Vermutete Ursache: die schlechte Spermienqualität, und die soll durch Weichmacher in Kunststoffen – unter anderem von Plastikflaschen – hervorgerufen werden.

Für Anti-Putin-Propaganda bezahlen?

Immer mehr Leser und Seher wehren sich gegen die Nato-freundliche Propaganda großer Medienhäuser: Mit dem Hinweis, für Lügen und absurde Verdrehung der Wahrheit nicht zu zahlen, verweigern bereits mehrere Seher die Begleichung ihrer GEZ-Gebühren (GIS in Österreich). Und nach scharfen Seherprotesten verurteilte sogar der eigene Programmbeirat die Berichterstattung der ARD über den Ukrainekonflikt. Die Beiträge seien „einseitig“, „tendenziös“ und „mangelhaft“, die „politischen und strategischen Absichten der Nato-Osterweiterung“ seien kaum thematisiert worden. Zuvor erntete Der Spiegel für sein Cover „Stoppt Putin Jetzt!“ einen regelrechten Shitstorm im Internet. Leser warfen dem Magazin Kriegstreiberei vor und kündigten reihenweise ihre Abos.

Hotels nach Wunschkriterien finden

Die renommierte „Zeit“ nennt ihn „unerlässlich“, und er kommt am 10. Oktober neu: als Ausgabe 2015 des kritischen Wellnesshotelführers RELAX Guide. Mit allen Spa-Hotels, alle wurden anonym getestet. Mit revolutionärer App, die bei Hotelauswahl und Buchungsanfragen viel Zeit erspart – schnelle Suche nach Wunschkriterien (z. B. Kinderbetreuung) inklusive! Dazu das Extra „Die 35 weltbesten Kreuzfahrtschiffe mit Spa“. Mit vielen Infos für alle, die einen Wellnessurlaub auf hoher See planen, damit aber nicht baden gehen wollen!

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Eingemacht ist schick

Ob die Firma Weck geahnt hätte, dass im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends noch einmal so eine Hochzeit für den Geschäftsgang kommen würde? Ihre Einmachgläser mit dem charakteristischen aufzulegenden Glasdeckel, Gummiring und Metallklammern sind omnipräsent. In Berliner Hipster-Delikatessengeschäften, für deren Betreten Nerdbrille, enge Hochwasserhose und Stoffbeutel mit dem Aufdruck „I’m so Hauptstadt“ Pflicht sind, wird man gefüllte Weckgläser ebenso finden wie in fortgeschrittenen Bauernläden, deren Besitzer entdeckt haben, dass man für simples Eingekochtes gleich das Doppelte verlangen kann, wenn man mit hübschen Gläsern ein urbanes Publikum anzieht. Schraubglas – nur zur Not! Ein Weckglas muss es sein, mit typographisch ausgeklügeltem Etikett.

Ganz so schick ist die neue Vorratsbibel aus dem Pichler Verlag nicht aufgemacht, dafür geht es hier mehr um den Inhalt der zu befüllenden Gläser. „Bibel“ nennt sich ja heute bald ein Buch, dieses hier ist aber tatsächlich ziemlich nah dran. Neben Rezepten für Marmeladen und Chutneys, unabdingbar in Einkochbüchern, findet man hier auch solche für Senf, im Glas gebackenes Brot oder Würste.

Fehlerquellen wie das typische Verblassen von Erdbeermarmelade (Gegenmittel: ein Spritzer Zitronensaft) sind in einem ausführlichen Dossier ebenso Thema wie die Lagerung von selbstgemachten Würsten oder die Gelierfreudigkeit diverser Zuckerarten und Früchten.

Viele Rezepte geben sich wie die Autorin durchaus bodenständig, andere überraschen durchaus. Etwa eine Fenchel-Anis-Marmelade, ein Ribisel-Curd (also eine britisch inspirierte, aber durchaus regionalisierte Creme aus roten Johannisbeeren, Eiern und Zucker) oder die rote Linsenmarmelade mit Cointreau. Gut, die üblichen exotischen Mixmarmeladen sind auch mit von der Partie, Stichwort Kiwi-Physalis-Wasauchimmer. Weiters: Biergelee mit Himbeeren, Erdäpfelmarmelade aus rohen Erdäpfeln, Maroniaufstrich.

Wildpflanzen und das Ausschwärmen zum Pflücken derselben ist derzeit bei erwähnten Jungmenschen sehr in Mode, für sie bietet dieses Buch eine vernünftige Auswahl an Rezepten, die über schlichtes Vogelbeergelee hinausgehen. Etwa eine Berberitzen-Cumberland, eine Sauce aus Sauerdorn, dessen dekorative rote Dolden man genau jetzt in den Wäldern findet. Die Sauce serviert man am besten zu den Würsten und Terrinen, die man dank dieses als Standardwerk tauglichen Buches nun auch gleich selbermachen kann.

Rezepte im PDF Format:
Bratapfelmarmelade
Orangenmarmelade
Rote Rüben Relish
Zwiebelconfit

Ingrid Pernkopf, Willi Haider:
Vorratsbibel

384 Seiten, 34,99 Euro


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