Hartnäckiger Behandlungsfehler

Nach einer Studie im Journal of the American Medical Association verschreiben mehr als 70 Prozent der Ärzte bei akuter Bronchitis auch weiterhin Antibiotika. Dies, obwohl seit mehr als vier Jahrzehnten bekannt ist, dass diese Medikamente bei solchen Patienten nichts nützen und offizielle Leitlinien darauf hinweisen.

Bewegung verlängert Leben

Regelmäßiges bzw. tägliches Laufen oder Joggen verlängert die Lebensdauer um durchschnittlich drei Jahre, das zeigt eine Studie der Universität von Iowa mit 55.000 Teilnehmern. Die Dauer der Bewegung ist dabei, ebenso wie die zurückgelegte Distanz und das Tempo, nur von geringer Bedeutung. Kurzes Laufen ist demnach ebenso günstig wie langes Joggen, die Forscher raten jedenfalls dazu, die Messlatte nicht zu hoch zu legen. Auch wer lieber zu Fuß geht, kann damit seine Gesundheit fördern: Statt fünf Minuten Laufen werden dann 15 Minuten schnelleres Gehen empfohlen.

Multitasking ist ineffizient

Multitasking: Frauen können das mit Kindern und im Haushalt, Männer in diesen Bereichen dagegen überhaupt nicht. Den gleichzeitigen Umgang mit mehreren elektronischen Geräten schaffen indes beide Geschlechter problemlos, nahezu zeitgleich ausgeführte Tätigkeiten wie Abschicken von SMS, Fernsehen, Tweeten, E-Mailverkehr und anderes gelingen gut – sofern man unter 50 ist. Zudem erzeugen sie den Eindruck von Schnelligkeit und Effizienz. Leider nur vermeintlich.

Der vor kurzem verstorbene Clifford Nass, einer der bekanntesten Multitasking-Forscher der Welt (Stanford University), hat das Gegenteil nachgewiesen: Elektronisches Multitasking macht nicht schneller, sondern primär zerstreut sowie unfähig, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden zu können. Konzentrationsfähigkeit und Effizienz bleiben auf der Strecke.

Google liest immer mit

Der US-Internetgigant Google (letzer Quartalsumsatz 16 Milliarden US-Dollar) hat vor kurzem zugegeben, was Misstrauische schon lang behaupteten: Alle E-mails seiner etwa 500 Millionen Gmail-Nutzer werden automatisiert gescannt, diese Analyse findet bei ein- und ausgehenden sowie im Postfach befindlichen E-Mails statt.

In der Grünphase

Die Geschichte der ersten Beziehungsmonate klingt ungewöhnlich: Ein ungesund lebender Vegetarier, der sich hauptsächlich von Pizza, Süßem und Eis ernährte, und eine bewusst genießende Carnivorin werden ein Paar. Die Skandinavier David Frenkiel und Luise Vindahl diskutierten in den Anfängen ihres Zusammenseins so viel über Essen, dass sie beschlossen, die gewonnenen (und bisweilen vermutlich hart umkämpften) Erkenntnisse in Blogform zu verbreiten. Auf www.greenkitchenstories.com schreiben die Eltern einer kleinen Tochter, die auch auf vielen Fotos zu sehen ist, nun über vegetarische Küche. Denn gerade die Fleischesserin Luise Vindahl ist eine kreative Gemüseverwerterin.

Ihr Buch „Grüne Küche“ unterscheidet sich von anderen Bloggerkochbüchern, die zur Zeit wie Pilze in diesem feuchten Sommer sprießen und die längst nicht alle das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind, schon einmal durch das hochprofessionelle Layout. In welchem Umfang Zutaten wie Körner, Nüsse, Gemüse oder Hülsenfrüchte erklärt werden, ist ebenso ungewöhnlich wie die zahlreichen Rezepte in diesem Buch. Falafel etwa machen die Autoren mit einem nicht unbeträchtlichen Anteil Pistazien und nehmen für das Falafelsandwich Krautblätter statt faden Pitabrotes. Aus Quinoa werden gemeinsam mit Karfiol, Feta und Bärlauch saftige Küchlein, Spaghetti servieren die beiden Grünköche mit einem Pesto aus wilden Brennnesseln, Rote Linsen werden zu knusprigen Bällchen geformt und gebacken und mit Zitronenmelissensauce zu Tisch gebracht. Im besonders empfehlenswerten Kapitel „Zum Mitnehmen“ wird eine Fenchel-Kokosnuss-Tarte vorgestellt, wird Erdbeer-Gazpacho in Flaschen gezeigt.

Angesichts der vielen Fotos einer hübschen, friedlichen, glücklichen jungen Familie, deren einziges Problem zu sein scheint, welches der vielen Rezepte es zum Abendessen sein darf, könnte man richtig neidisch werden. Aber wie bei den zahlreichen Ach-wie-lässig-Kochbüchern, deren Fotos junge Väter zeigen, die entspannt mit Kind und Picknickkorb im Abendrot auf Klippen sitzen, gilt wohl auch hier: Die werden im wirklichen Leben schon auch ihre Probleme haben. Aber weniger mit Übersäuerung kämpfen als Fleischesser.

Rezepte im PDF Format:
Erdbeer Gazpacho
Kartoffelsalat mit Dill
Rote Beete Apfel Ziegenkäse Röllchen

David Frenkiel und Luise Vindahl:
Die grüne Küche

Knesebeck, 256 Seiten
34,95 Euro


Bei Amazon bestellen