Gefährlich klein

Sie sind nur wenige Milliardstel Millimeter groß, ihre Wirkung auf den Organismus ist weitgehend unerforscht, dennoch sind sie in Sonnencremes, auf Lebensmittelfolien, in Frischhaltedosen, in Fertiggerichten und vielen anderen Produkten zu finden: die Nanopartikel.

Einige Studien belegen bereits, dass Nanopartikel zu Nieren- und Herzmuskelschäden führen können, auch die Schädigung von Leber- und Gehirnzellen wurde bereits nachgewiesen. Ganz neu ist eine Arbeit von Forschern am Massachusetts Institute of Technology und an der Harvard School of Public Health. Dabei wurde die Auswirkungen von fünf Nanopartikeln (Silber, Zinkoxid, Eisenoxid, Cerdioxid und Siliciumdioxid) auf die Erbsubstanz untersucht. Fazit: Zinkoxid und Silber führten zu den stärksten Schädigungen der DNA.

Der deutsche Umweltverband „Bund“ hat eine Datenbank eingerichtet, die alle Produkte auflistet, die Nanoteilchen enthalten – auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel finden sich übrigens darunter!

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Milchbauern sterben

Etwa zwei Drittel der Milchbauern mussten seit dem EU-Beitritt zusperren, alleine im Jahr 2013 waren es rund 1.000 in Österreich – insgesamt gibt es noch knapp 33.000 Milchbauern, 1970 waren es noch fast sieben Mal so viele! In Deutschland arbeiten noch rund 78.000 Milchbauern, in Dänemark gar nur mehr 3.300. Für 1 kg Milch erhält der Bauer im EU-Schnitt 36 Cent – nicht viel mehr als 2002, damals waren es 32 Cent.

Der Umsatz von Berglandmilch stieg im Vorjahr um 5 Prozent, jener von Nöm um 7 Prozent, bei Gmundner Milch gab es ein Plus von 9 Prozent.

Hotelbewertungsportale: oft gefälscht

Das Verbraucherschutzmagazin Konsument warnt vor gefälschten Einträgen in Hotelbewertungsportalen: Eine Konsument-Überprüfung zeigte, dass rund ein Drittel der Kommentare gefälscht sein könnten. Auch Wissenschafter wie Roland Conrady (Fachhochschule Worms) oder Bing Liu (Universität Illinois) kommen auf ähnliche Zahlen, Tester des kritischen Wellnesshotelführers Relax Guide schätzen die Anzahl von Manipulationen sogar noch höher ein: „Wir wundern uns sehr häufig, was da alles schöngeschrieben wird, und wie wenig das mit der vorgefundenen Realität zu tun hat“, so der Tenor der Tester. Für ein höheres Ausmaß an Irreführung spricht auch der Umstand, dass das Geschäft von sogenannten ORP-Agenturen – gegen ein kleines Entgelt „verschönern“ diese Bewertungen – boomt: Im Internet findet man 200.000 Einträge zum Thema!

Die britische Werbeaufsicht hat mittlerweile dem Reiseportal Tripadvisor verboten, in Großbritannien mit dem Slogan „Kritiken von echten Reisenden“ zu werben.

Alkohol macht Weibchen treuer

Knapp ein Viertel der Männer und knapp ein Fünftel der Frauen betrügen ihren Partner, das zeigt eine Studie der Universität Texas. Auf ewig treu bleiben sich dagegen nur drei Prozent aller Säugetierpaare, unter ihnen die Präriewühlmäuse. Keine Kunst, könnte man einwenden, die leben ja auch nur zwei Jahre!

Aber wie verhalten sich die kleinen Nager unter Alkoholeinfluss? US-Forscher gingen der Frage nach. Fazit: „Trinkende“ Weibchen werden noch treuer, auf „trinkende“ Männchen hat Alkohol jedoch die gegenteilige Wirkung. Etwa nach dem Muster: Je mehr Alkohol, desto schöner wird das Mäuschen.

Marmeladen mit Stil

Warum der Insel Verlag ein Marmeladekochbuch ohne Fotos herausgebracht hat, ist nach kurzem Überlegen gut nachvollziehbar (nicht nur, weil Fotos meist das teuerste an einem Kochbuch sind): Was sollte man denn schon sinnvoll fotografieren … Erdbeeren vielleicht? Kennt wahrlich keiner, sind auch wirklich leicht zu verwechseln. Zucker? Pfirsiche? Gläser?

Mit Fotos wäre wahrscheinlich wieder nur eines dieser ach wie hübschen Bücher auf den Markt gekommen, die mit ihren ach wie hübschen Fotos aus einem Küchengarten im Juliabendlicht absolut verwechselbar sind. Nein, dieses schmale Büchlein ist zu Recht „nur“ illustriert. Aus Ausgleich für die fehlenden Fotos, wenn dieser denn nötig sein sollte, hat Veronique Witzigmann viele gute Tipps hineingepackt.

Witzigmann, die Tochter des aus Bad Gastein stammenden österreichischen Herdvirtuosen, erklärt zum Beispiel, warum sie zur Erdbeermarmelade Aroniasaft hinzufügt. Nämlich, um die Farbe länger zu erhalten. Oder dass man Erdbeeren nie nach einer Regenperiode pflücken sollte, weil sie sonst allzu wässrig sind. Veronique Witzigmann kombiniert in ihren Marmeladen Erdbeeren mit Lavendelblüten und Bitterschokoladenblättchen oder mit Balsamico und schwarzem Pfeffer. Sie paart Himbeeren mit Cantaloup-Melone und rosa Grapefruit oder, mittlerweile etwa in der Patisserie schon ein Klassiker, Himbeeren mit Litschis. Kiwi mit Waldmeister würde man wohl selbst nicht zusammenfügen, auch wenn das Duo farblich logisch erscheint, Witzigmann regt aber diese ferne Kombination an. Und man darf ihr wohl getrost vertrauen. Zum Grundrezept Bananenmarmelade empfiehlt sie die Beigabe von Rum, Vanille oder, angeblich besonders köstlich, weißer Schokolade.

Kreative Marmeladesorten gibt es mittlerweile inflationär. Dass die Aromakombinationen von Frau Witzigmann nicht allzu gewitzt, sondern seriös und sinnvoll wirken, haben sie nicht zuletzt der Entscheidung zum Verzicht auf Fotos zu verdanken. Illustrationen wirken einfach ruhiger, weniger schreiend, weniger um Aufmerksamkeit heischend. Das Layout ist übersichtlich – je ein Rezept auf einer Seite –, die Zeichnungen wirken sehr zeitgemäß. Und der Einband sieht fast wie eine nostalgische Gelierzuckerpackung aus. Sehr schön!

Rezepte im PDF Format:
Blutorangen mit Campari
Erdbeeren mit Balsamico und Pfeffer
Williamsbirne mit Passionsfrucht

Veronique Witzigmann: Das Marmeladenbuch
Insel-Bücherei, 117 Seiten
16 Euro


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