No Sex, please

Noch niemals zuvor war Sex so allgegenwärtig wie heute. Und niemals zuvor war in den Betten so wenig los. Für die Wissenschaft ist das kein Widerspruch. Im Gegenteil.

Saturo Kishino ist 31 Jahre und hatte noch niemals Sex. Geht es nach ihm, soll das auch weiterhin so bleiben. Aufgewachsen hinter einer selbst errichteten Mauer aus Videospielen, Internetpornos und virtuellen Chaträumen hat er es nie geschafft, zu Frauen aus Fleisch und Blut erotische Beziehungen aufzubauen. Erstaunlicherweise geht ihm das überhaupt nicht ab. Er fühlt sich vielmehr befreit – auch vom anstrengenden Dating-Zirkus.

Kishino ist einer von vielen. Unter jungen Japanern ist das Desinteresse an Sex inzwischen derart groß geworden, dass es für sie bereits einen Namen gibt: „soshoku danshi“ – die Pflanzenfresser.

Japan ist nur die Spitze des Eisberges. In der gesamten westlichen Welt macht sich zunehmend vollkommene Lustlosigkeit breit. Nach deutschen Untersuchungen etwa gaben jede dritte Frau und jeder vierte Mann an, mit ihrem Sexleben unzufrieden zu sein. 47 Prozent der deutschen Paare haben nur dreimal im Monat Geschlechtsverkehr, fast die Hälfte aller Paare lebt gleich wochenlang vollkommen sexfrei. Amerikanische Forscher gehen inzwischen davon aus, dass jede zweite Frau zwischen 18 und 59 Jahren an einer Störung namens Hypoactive Sexual Desire Disorder (Mangel an sexueller Lust) leidet.

Sexuelle Magersucht

Auf den ersten Blick überrascht die Flaute in den Betten. Denn noch nie zuvor wurde so offen über Sex gesprochen und geschrieben wie heute. Kaum eine Zeitschrift, in der sich keine Sexthemen finden, kaum ein Buchladen ohne Erotikratgeber; und die Mode zeigt längst mehr, als sie verbirgt. Von der Werbung über Filme bis hin zu Musikvideos – von allen Seiten wird man mit sexuellen Reizen bombardiert. Seit ein Internetzugang zu Hause ausreicht, ist selbst Hardcore-Pornographie zu einem Massenphänomen geworden – Gewaltszenen und Gangbangs inklusive.

Diese Allgegenwärtigkeit führte allerdings keineswegs zu einer lustvolleren Gesellschaft. Im Gegenteil: Der Anspruch an das, was guter Sex ist, ist so gestiegen, dass er gar nicht mehr erfüllbar ist. Zudem hat das Dauerfeuer an Reizen in Werbung und Medien dazu geführt, dass unsere Sinne abgestumpft sind. Die Bilderflut an perfekten Photoshop-Körpern hat auch unser Schönheitsideal nachhaltig verändert. Inzwischen legen sich nicht nur Frauen für ihre Schönheit unters Messer, auch Männer versuchen mit Fettabsaugung, Penisvergrößerung und Faltenreduktion dem vorgegebenen Bild zu genügen.

Die Modelkörper in den Köpfen haben auch nachhaltige Auswirkungen auf die Beziehungen. Forscher wissen, dass Männer, die zuvor Fotos von sehr attraktiven Frauen betrachtet haben, ihre Partnerinnen danach als weniger attraktiv bewerten, sich selbst als weniger zufrieden mit ihrer Beziehung und als weniger eng an ihre Partnerin gebunden fühlen.

Diese Kluft zwischen der unendlich hohen Erwartungshaltung an das eigene Sexleben und dem, wie es tatsächlich ist, nennt die Wissenschaft heute „sexuelle Anorexie“: Man betet nicht länger um das tägliche Brot, sondern um den Hunger.

Nivellierung der Geschlechter

Die fehlende Spannung zwischen den Geschlechtern hat aber auch eine weitere, politisch höchst unkorrekte Ursache: Durch den Siegeszug des Feminismus haben sich Geschlechterrollen weitestgehend angeglichen. Die Frau macht Karriere, der Mann wickelt die Kinder. Dies mag gesellschaftspolitisch erstrebenswert sein, allein unseren evolutionsgeprägten Genen passt das gar nicht. Die ständigen Abmachungen, wer in einer Beziehung für was verantwortlich ist, haben sich auch ins Schlafzimmer eingeschlichen. Sex wurde zu einer Regelung, die für animalische Unbändigkeit keinen Platz mehr lässt.

Eine Untersuchung im Fachjournal „American Sociological Review“ zeigt dies drastisch. Das Fazit: Die Aufteilung der Hausarbeit kann die sexuelle Aktivität verheirateter Paare verringern. Die bisherige Annahme, dass mehr männliches Engagement im Haushalt von der Frau mit mehr Sex belohnt wird, wurde als Wunschvorstellung entlarvt.
Die Forscher um Sabino Kornrich vom Juan-March-Institut in Madrid werteten eine Befragung von 4.500 heterosexuellen, verheirateten US-amerikanischen Paaren aus. Durchschnittlich verbrachten die Paare 34 Stunden pro Woche mit traditionell weiblichen Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Putzen und Einkaufen. 17 Stunden gingen für „männliche“ Tätigkeiten wie Gartenarbeit und die Autopflege drauf. Dabei halfen Männer bei rund einem Fünftel der „weiblichen“ Aufgaben, Frauen etwa bei der Hälfte der männlichen Tätigkeiten. Im Schnitt gaben die Paare an, fünfmal im Monat Sex zu haben.

Auffällig: Paare, bei denen die Frau alle typisch weiblichen Haushaltstätigkeiten erledigte, hatten um 60 Prozent mehr Sex als Paare, bei denen der Mann den kompletten Haushalt erledigte.

Gerade in Langzeitbeziehungen arbeiten unsere Gene generell gegen uns: Der Rausch der neuen Liebe ist nur für maximal 36 Monate vorgesehen. Da es keinerlei äußere Erkennungsmerkmale gibt, ob eine Frau gerade empfängnisbereit ist, sorgt die Natur durch einen Rausch von Hormonen dafür, dass ein Paar in dieser Zeit möglichst oft Sex hat. Nach etwa einem Jahr geht unser biologisches Programm aber davon aus, dass die Zeugung geklappt hat, und stellt seinen Ausnahmezustand wieder ein. Anstelle von wilden Lusthormonen werden nun häusliche Kuschelhormone produziert. Sie sollen verhindern, dass der Mann die unbeschützte Frau mit dem Kind sitzen lässt. Nach vier Jahren ist aber auch damit Schluss: Für die Natur ist der Nachwuchs nun überlebensfähig, das Paar hat seine Arbeit getan. Aus evolutionsbiologischer Perspektive hat ein Zusammenbleiben der Eltern keinerlei Sinn mehr. Vor allem für den Mann würde es nun mehr Sinn machen, neue Partnerinnen zu finden, um seine Gene möglichst weit über den Erdball zu verbreiten.

Dornröschen besorgt es sich heute selbst

So schlüssig evolutionsbiologische Erklärungen auch erscheinen, sie vernachlässigen, dass sich auch der jeweils vorherrschende gesellschaftliche Rahmen auswirkt. So macht es einen großen Unterschied, ob man in einem puritanisch-religiösen oder hochsexualisierten Umfeld lebt. Diesen mächtigen Einfluss dokumentiert die Soziologin Iris Osswald-Rinner in ihrem Buch „Oversexed and Underfucked“, in dem sie unter anderem die Sexratgeber seit den 1950er Jahren miteinander vergleicht.

So sind die ersten Bücher noch Eheratgeber, war doch Sex außerhalb der Ehe damals noch undenkbar. Im Fokus standen richtige Partnerwahl, Familienplanung, die Aufklärung der Kinder sowie Themen wie Brautstand, Jungfernhäutchen und Hochzeitsnacht. Bei Ausführungen zum ehelichen Akt legten die Autoren großen Wert darauf, ihren Lesern zu erklären, was „normal“ ist und von welchen Praktiken man besser die Finger lassen sollte.

Osswald-Rinner nennt diese Phase „Dornröschenskript“. Um Sex haben zu können, musste der Mensch damals überhaupt einmal einen Partner haben, der auch noch zu heiraten war. Uneingeschränkter Mittelpunkt allen sexuellen Treibens war der Geschlechtsverkehr, war doch der vornehmliche Grund der Paarung, Nachwuchs zu zeugen. Die Frau wurde dabei als grundsätzlich passives Wesen beschrieben, das anfangs weder eine wache noch eine anwesende Sexualität hat: „Dornröschen ist das Instrument des Mannes und muss von ihm geweckt, gestimmt und bespielt werden.“ Sie verfügt außerdem über große Empfindlichkeit der Gefühls- und Gemütsreize, ist anfällig für schnelle Stimmungswechsel und eher nachgiebig. Um überhaupt sexuelle Empfindungen zu haben, muss sie für den Mann tiefe Liebe verspüren.

Beim Sex selbst sollte die Ehefrau ihrem Mann das Ruder überlassen, eigene Aktivitäten waren nicht nur nicht erforderlich, sondern könnten sogar die Gesundheit des Mannes stören. Um erfüllenden Sex erleben zu können, war es am wichtigsten, die Leidenschaft des Mannes zu wecken. Dabei wurde der Frau sogar dazu geraten, ihre Erregung nur vorzuspielen, um damit das Begehren des Gatten weiter anzustacheln.

In den 1970er Jahren verändert sich nicht zuletzt durch die gesellschaftspolitischen Umwälzungen auch das Sexskript. Die neue „Barbie-und-Ken-Ken“-Norm gründet sich nicht mehr auf die Darstellung davon, was normal ist, sondern setzt auf das Ideal des orgastisch potenten Menschen. Es setzt sich nicht nur die Herauslösung der Sexualität aus der Ehe, sondern aus der Monogamie überhaupt durch. Anstatt im Ehebett finden sich Barbie und Ken in Gruppensexorgien und im Swingerclub wieder. Der eigene Körper und die Orgasmusfähigkeit werden alles: „Insgesamt tendieren die Ratgeber dieser Zeit dazu, zum einen dem Körper, vornehmlich den Genitalien, und zum anderen dem Selbstwertgefühl bzw. Selbstvertrauen große Aufmerksamkeit zu schenken. Funktionierende Sexualität ist Kennzeichen von Vollwertigkeit einer Person, der Orgasmus wiederum gilt als Kennzeichen der funktionierenden Sexualität“, schreibt Osswald-Rinner.

Waren Dornröschen und ihr Prinz noch damit beschäftigt, ein normales Paar zu werden, sollten Ken und Barbie aus allen Vorgaben befreit werden und sich auf den Weg machen, ihre einzigartige und persönliche Sexualität und individuelle Moral zu finden. Um dieser Mission gerecht zu werden, benötigten die Aktionisten viel Zeit, einiges an Therapie und einen gesunden, leistungsfähigen und vor allem sehr beweglichen Körper.

Mit dem Aufkommen von Aids in den 1980er Jahren ist es mit den Ausschweifungen vorbei, schnell geht es in den Ratgebern wieder um die Beziehung – Barbie und Ken werden zu Adam und Eva, Sinnlichkeit und Intimität zu neuen Modewörtern. Behandelt werden sinnliche Berührungen, Oralverkehr und erfüllender Geschlechtsverkehr ebenso wie Liebe und Romantik, Beziehungskonflikte und Kommunikation, Treue, Safer Sex sowie die Erneuerung von Liebesbeziehungen. Sexualität soll nun eine Partnerschaft zusammenhalten und die Menschen seelisch und körperlich befriedigen. Das Ziel: die anfängliche Verliebtheit in eine dauerhafte Liebe zu transformieren. „Sexualität“, schreibt Osswald-Rinner, „wandelt sich jetzt vom sportlichen Spiel zur spirituellen Erfahrung zweier Menschen höchster Intensität.“

Um das Jahr 2000 ändert sich das Skript erneut. Im Fahrwasser von Erfolgsserien wie „Sex and the City“ rücken die Ratgeber vor allem die sexuelle Freiheit der Frauen in den Mittelpunkt. Sie ist nicht länger Dornröschen, Barbie oder Eva, sie ist Ich. „Das Ich-und-Ich-Skript erhebt den Anspruch, eine realistische Form der Sexualität zu sein. Allem voran steht, dass es keine richtige Methode für Sex gibt und jeder seinen eigenen Weg finden muss“, so die Soziologin.

Heute heißt das Lösungskonzept Eigenliebe. Alles soll dem eigenen Glück und der eigenen Befriedigung dienen. Sexualität wird zum Selbstsex, sogar dann, wenn er mit einem oder mehreren anderen stattfindet. Aus Lebensabschnittspartnern werden Episodenbeziehungen, die bestenfalls über ein Jahr gehen sollen, da in dieser Zeit der Sex am intensivsten ist. Vor einer tiefen Partnerschaft wird geradezu gewarnt. Wenn man sich versehentlich in ein anderes Ich verlieben sollte, dürfe man sich keineswegs von diesen Gefühlen blenden lassen: „Ich und Ich müssen sich einfach damit abfinden, kein Gold gefunden zu haben und auch niemals welches zu finden.“

Zum Ausleben der Sexualität braucht das Ich eigentlich niemand anderen mehr. Masturbation wird in den Büchern sogar als überlegen dargestellt: Wer dem Geschlechtsverkehr den Rücken kehrt, komme zu längeren, genießerischen Liebesspielen und mit viel weniger Aufwand zum Orgasmus. Das finale „Ich-und-Ich“-Skript hat freilich einen unheimlichen Beigeschmack. Denn eine Gesellschaft, in der die Menschen nur mehr bindungslose Sexkontakte haben, um ihr Spaßbedürfnis zu befriedigen, wurde bereits einmal beschrieben: in der düsteren Zukunftsvision „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.

Reizüberflutung, Stress, Chemikalien

Nicht nur die eingangs erwähnte Reizüberflutung, auch Stress ist ein maßgeblicher Faktor für die Flaute im Bett: Viele haben nach einem Arbeitstag, nach Hektik und Ärger, schlechthin keine Kraft mehr und spielen lieber anstrengungslos mit der Fernbedienung als mit dem Partner. Jedenfalls bezeichnen 70 Prozent der Deutschen Stress als Sexbremse, und jeder Dritte verliert unter Stress generell die Lust auf Sex. Therapeuten raten Paaren inzwischen zu zwei-, dreimal pro Woche 15 Minuten: für „Beschäftigung mit dem anderen, bei dem es nicht unbedingt zum Sex kommen muss“.

Auch von Biologen wurde Stress bereits als Lustkiller identifiziert: Das Nervensystem aktiviert bei extremer Belastung alle Flucht- und Kampfimpulse, die Nebennieren produzieren Stresshormone. Muskeln und Gehirn werden dadurch vermehrt mit Blut versorgt – allerdings auf Kosten von Verdauung und Sexualorganen. Um in Stimmung zu kommen, braucht es in der Regel genau die gegensätzlichen Voraussetzungen: eine entspannte Atmosphäre und ausreichend Zeit. Für die meisten Paare gibt es das aber – wenn überhaupt – nur am Wochenende oder im Urlaub.

Sogar die Ernährung kann über ein erfülltes Sexualleben entscheiden. So führt etwa Zinkmangel bei Männern dazu, dass der Körper weibliche Hormone als „Ersatz“ produziert und in Folge der Testosteronspiegel stark sinkt. Ein derart „verweiblichter“ Mann wird jedenfalls kaum Verlangen nach dem anderen Geschlecht entwickeln.

Mangelnde Lust kann aber auch hormonellen Ursprungs sein. In einer ganzen Vielzahl von Alltagsprodukten sind hormonell wirksame Chemikalien zu finden, die sich nachweislich auf die Sexualität auswirken. Diese Stoffe werden mit gesundheitlichen Problemen wie reduzierter Spermienqualität und Unfruchtbarkeit, verfrühter Pubertät bei Mädchen und bestimmten hormonbedingten Krebsarten wie Brustkrebs und Hodenkrebs in Verbindung gebracht. Besonders verbreitet sind diese Substanzen in Kosmetikprodukten. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat vor kurzem rund 400 in Österreich erhältliche Bodylotions, Zahnpasten und Aftershaves anhand der deklarierten Inhaltsstoffe auf das Vorhandensein hormonell wirksamer Chemikalien untersucht. Das Ergebnis: Etwa jede zweite Bodylotion, jedes zweite Aftershave sowie jede fünfte Zahnpasta enthielten hormonell wirksame Stoffe, überwiegend handelte es sich um Konservierungsmittel aus der Gruppe der Parabene und chemische UV-Filter. Frei von hormonellen Schadstoffen waren die 38 stichprobenartig mituntersuchten Naturkosmetikprodukte.

„Das Ergebnis ist so besorgniserregend, weil es sich bei den gefundenen Substanzen um Chemikalien handelt, deren hormonell schädigendes Potenzial an Tieren klar belegt ist“, erklärt Dr. Helmut Burtscher, Biochemiker bei Global 2000. „Mit der Anwendung der Kosmetikprodukte gelangen diese Stoffe in den Körper, können dort das hormonelle Gleichgewicht stören und irreversible Gesundheitsschäden auslösen.“

Professor Dr. Andreas Lischka, langjähriger Vorstand der Kinderklinik Glanzing, erläutert: „Hormonelle Schadstoffe werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, die seit einigen Jahrzehnten in der industrialisierten Welt auf dem Vormarsch sind. Am besten belegt sind Beeinträchtigungen des Fortpflanzungssystems, hormonassoziierte Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Hodenkrebs, verfrühte Pubertät bei Mädchen sowie Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Besonders heikel sind Störungen der hormonell regulierten Entwicklungsprozesse beim heranreifenden Fötus und beim Säugling. Denn während des sogenannten entwicklungskritischen Zeitfensters vor und kurz nach der Geburt können bereits kleinste Mengen von hormonell wirksamen Chemikalien irreversible Schäden verursachen. Solche Chemikalien aus Kosmetika sind auch im Blut von Neugeborenen und in der Muttermilch zu finden.“ Nachdem die Politik nichts gegen derartige Substanzen in Körperpflegeprodukten unternimmt, sollte man übrigens selbst aktiv werden: Auf www.global2000.at/kosmetikcheck kann man den Inhalt seines Badezimmerschranks überprüfen.

Kann Distanz helfen?

Es scheint, als wäre die klassische Paarbeziehung sexuell gescheitert. Doch was kann man tun, wenn man nicht als gestresstes, hormonell verseuchtes, anonymes, sexuell abgestumpftes Ich vor dem Computer masturbieren will? Die Therapeutin Felicitas Heyne hat sich in ihrem Buch „Fremdenverkehr – Warum wir so viel über Sex reden und trotzdem keinen mehr haben“ mit dieser Frage auseinandergesetzt.

Zuallererst: Perfekter Sex ist eine Erfindung von Ratgebern, Medien und Werbung, in der Realität hat Ihr Nachbar wahrscheinlich noch weniger Sex als Sie. Heyne: „Wichtig ist, Sex wieder als etwas Spielerisches, Vergnügliches zu betrachten: Ziehen Sie Lose, die darüber entscheiden, wer heute Abend wem zu Diensten ist oder welche Praktik Sie heute einmal ausprobieren wollen. Besuchen Sie gemeinsam eine Burlesque-Show oder experimentieren Sie mit wechselnden Sexspielzeugen. Und streichen Sie die Gleichung Sex ist gleich Geschlechtsverkehr ein für alle Mal aus Ihrem Kopf – Sie haben doch so viel mehr Möglichkeiten, Spaß mit- und aneinander zu haben.“

Häufig kann auch mehr Distanz helfen. Zu viel Intimität, Harmonie und Nähe sind Erotikkiller, weil sexuelle Spannung von Begehren, Distanz und Unbekanntheit lebt. Mehr Distanz erreicht man beispielsweise dadurch, indem man ein Hobby ohne den anderen anfängt oder ein paar Tage ohne Partner verreist. Gemeinsame Aktivitäten sollten spannend sein – etwa Wochenendtrips in unbekannte Städte. Das dabei ausgeschüttete Adrenalin sorgt automatisch für mehr erotische Spannung und lässt auch den Partner wieder anziehender wirken.

Zudem sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, Sex könne nur dann stattfinden, wenn beide Partner Lust darauf haben. „Das Warten auf den perfekten Zeitpunkt, an dem die Lust zwei Menschen übermannt, ist nichts anderes als eine heimliche Vermeidungsstrategie. Sobald Sie sich das eingestanden haben, eröffnen sich jede Menge neuer Möglichkeiten für ein erfülltes Sexualleben“, so Heyne. Feste Paarzeiten im Terminkalender seien ein guter erster Schritt, gezielte Ankündigungen von sexuellen Begegnungen ein guter zweiter.

Zum Weiterlesen: Iris Osswald-Rinner: „Oversexed and underfucked – Über die gesellschaftliche Konstruktion der Lust“; VS, 34,99 Euro. Felicitas Heyne: „Fremdenverkehr –Warum wir so viel über Sex reden und trotzdem keinen mehr haben“; Goldmann, 8,99 Euro. Aldous Huxley: „Schöne neue Welt“, Fischer, 7,95 Euro.

Jenseits der Pforte des Todes

Bereits 50 Millionen Menschen weltweit haben sogenannte Nahtoderfahrungen gemacht. Während ihr Gehirn alle seine Funktionen eingestellt hatte, erlebten sie mystische Visionen, für die es keine Erklärung gibt. Nach erdrückenden Beweisen ist die trotzige Abwehrposition der Schulmedizin nicht länger haltbar.

Heute ist Pim van Lommel gläubig. Doch die meiste Zeit während seiner Karriere als Kardiologe stand der Niederländer mit den dichten weißen Haaren und dem sanften Buddha-Lächeln allem, was nicht seinem naturwissenschaftlichen Weltbild entsprach, mit größter Skepsis gegenüber. Auch die seit den 1970er Jahren kursierenden Berichte über spektakuläre außerkörperliche Erfahrungen von Menschen, die über kurze Zeit hinweg klinisch tot gewesen sind, wies der Mediziner als Humbug zurück. „Wie meine Kollegen ging auch ich davon aus, dass sie auf Sauerstoffmangel im Gehirn zurückzuführen waren“, erzählt van Lommel.
Dennoch ließ ihn das Thema nicht mehr los, er las Bücher und befragte während seiner Ausbildung zum Spitalskardiologen Patienten, die von ihm wiederbelebt worden sind, ob und welche Wahrnehmungen sie an der Schwelle zum Tode gemacht hatten. Die Antworten blieben aber vage. Auch die beschriebenen Fälle in der Literatur hatten einen entscheidenden Makel: Es meldeten sich immer Personen zu Wort, die zwar glaubhaft über ihre Erfahrungen erzählten, doch es gab keine handfesten medizinischen Fakten darüber, ob diese Personen auch tatsächlich klinisch tot gewesen waren.

Bahnbrechend: Studie an Akutpatienten

Irgendwann beschließt van Lommel, dem Phänomen selbst auf den Grund zu gehen und die erste große prospektive Studie über Nahtoderlebnisse durchzuführen. In Zusammenarbeit mit 10 weiteren Herzstationen werden dabei 344 Patienten befragt, die nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall reanimiert wurden. Bei allen Probanden hatten Puls, Atem sowie Gehirnaktivität nachweislich ausgesetzt. Ohne Wiederbelebung wären sie binnen weniger Minuten am Zerfall der Hirnzellen gestorben.

Das Ergebnis, das 2001 in dem renommierten Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wird, ist spektakulär. Jeder Fünfte der Befragten berichtet über unglaubliche Erlebnisse wie das Verlassen des Körpers, Begegnung mit Verstorbenen, einer Lebensrückschau oder von einem Licht, das als liebevolle Heimat erkannt wurde. Die Wahrnehmungen sind umso bemerkenswerter, da die Patienten zu diesem Zeitpunkt keinerlei Hirnfunktion mehr hatten – und daher laut Schulmedizin auch kein Bewusstsein mehr haben durften.

„Die Theorie einer physiologischen Ursache muss ausgeschlossen werden, das ist der einzige Schluss, zu dem man kommen muss, wenn man auf unsere Ergebnisse schaut“, lautet das Fazit des Mediziners. Die bisherige Annahme, dass Bewusstsein und Erinnerungen nichts mehr als das Produkt des Gehirns sind, sei angesichts der Datenlage nicht länger haltbar.

In der Fachwelt sorgt die Studie einmal mehr für ungläubiges Kopfschütteln. Wie bereits den Pionieren der Nahtodforschung wird auch van Lommel vorgeworfen, ein Quacksalber zu sein und seine Ergebnisse irgendwie manipuliert zu haben. Doch van Lommel lässt sich davon nicht beirren und unterstreicht in zahllosen Interviews, dass seine Studie wissenschaftlichen Standards mehr als gerecht werde.


Foto: Getty Images/Mark Mawson

Was passiert, wenn man stirbt?

Doch was erleben nun Personen, die an der Schwelle des Todes stehen? Als ein prominentes Beispiel dient etwa der ehemalige österreichische Vizekanzler und FPÖ-Politiker Herbert Haupt, ein gelernter Tierarzt. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Apa erzählte er von seinen Erfahrungen, als er nach einem Unfall im Spital acht Minuten lang reanimiert worden ist. „Ich habe erlebt, wie ich aus meinem Körper ausgetreten bin. Ich habe mich plötzlich selbst von oben gesehen, umringt von Ärzten, die ich teilweise kannte. Es gab einen Tunnel und auch die Erfahrung von Licht. Ich habe heute absolut keine Angst mehr vor dem Tod.“

Das Nahtoderlebnis (NTE) von Haupt ist eines von Tausenden, die von Forschern gesammelt wurden. Man schätzt, dass weltweit 50 Millionen Menschen ein NTE hatten. Die größte Auswertung derartiger Erlebnisse führte der amerikanische Radiologe Jeffrey Long durch. In seiner Studie sammelte und analysierte der Wissenschaftler 1.600 NTEs aus aller Welt. Das Ergebnis: Ein NTE geschieht in etwa immer in derselben Abfolge, egal welche Rasse, Religion oder Lebensanschauung ein Mensch hat. Grob kann man ein Nahtoderlebnis in 12 Elemente einteilen (die Beispiele zu den folgenden Punkten stammen allesamt von van Lommels Interviews mit seinen Patienten).

Das Unaussprechliche Da das Erlebnis für die Betroffenen völlig fremdartig und unbeschreiblich ist, haben sie im Nachhinein große Probleme damit, es in Worte zu fassen. So berichtet ein Betroffener: „Ich war dort, ich war auf der anderen Seite. Mir schießen heute noch die Tränen in die Augen, wenn ich an das Erlebnis denke. Es war zu viel, einfach zu viel, um es in menschliche Worte zu fassen. Die andere Dimension, in der es keinen Unterschied zwischen Gut und Böse, in der es weder Zeit noch Raum gibt. Und eine unermessliche, intensive, reine Liebe, die die Liebe in unserer heutigen, menschlichen Dimension verblassen lässt.“

Das Gefühl des Friedens und der Ruhe An die Stelle von Todesangst und Schmerzen etwa bei einem Herzinfarkt treten plötzlich überwältigende Gefühle von Friede, Freude und Glückseligkeit. „Und der Schmerz, den ich empfunden habe, besonders der Druck auf meine Lunge, war verschwunden. Die ganze Atmosphäre vermittelte mir ein völlig entspanntes Gefühl. Ich habe mich noch nie so glücklich gefühlt.“

Die Erkenntnis, tot zu sein Die Person wird von den Ärzten für tot erklärt. Für den Betroffenen ist dies ziemlich verwirrend, weil er sich noch immer als lebendig wahrnimmt. „Es ist seltsam, dass ich überhaupt nicht überrascht war und auch sonst kein Gefühl hatte. Ganz nüchtern dachte ich: So, jetzt bin ich tot. Das ist es also, was wir Tod nennen.“

Das Verlassen des Körpers Hier wird es für die Betroffenen nun endgültig sehr sonderbar. Viele Patienten berichteten davon, wie sie ihren Körper wie einen alten Mantel abstreiften, aus ihm heraustraten und eine Position oberhalb ihres Körpers einnahmen. Zu ihrem Erstaunen waren allerdings die eigene Identität, ihre Wahrnehmungsfähigkeit und ein sehr klares Bewusstsein weiterhin vorhanden. Die Betroffenen konnten im Nachhinein meist klar beschreiben, was in den jeweiligen Räumen gesprochen wurde und wer anwesend gewesen ist. Ein Patient sagte dem Pflegepersonal sogar, in welcher Lade im Operationsraum sich sein während der Reanimation verloren gegangenes Gebiss befand. Ähnlich wunderten sich Blinde, dass sie mit ihrem neuen Körper plötzlich wieder sehen, Gehörlose, dass sie wieder hören konnten.

„Mir wurde auf einmal bewusst, dass ich über dem Fußende des Operationstisches schwebte und auf das hektische Treiben um den Körper unter mir herabsah. Noch seltsamer war, dass ich sie nicht nur reden hörte, ich kannte auch die Gedanken aller Menschen, die da herumliefen. Ich hörte den Arzt auch sagen, er denke, dass ich schon tot sei. Später bestätigte er mir, dass er davon gesprochen hat, und er war völlig perplex.“

Das Tunnelerlebnis Das Tunnelerlebnis ist wohl so etwas wie der Klassiker einer Nahtoderfahrung. Die Personen finden sich plötzlich in einem dunklen Raum wieder, in dem ein kleiner Lichtfleck erscheint, der sie mit unglaublicher Geschwindigkeit anzieht. Sie bewegen sich begleitet von sichtbaren und unsichtbaren Wesen wie in einem Tunnel auf das Licht zu, das immer intensiver wird, aber niemals blendet. Zuletzt werden sie von diesem Licht völlig eingehüllt und fühlen sich geborgen wie niemals zuvor, einhergehend mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl und dem Wissen um bedingungslose Liebe und Akzeptanz. Die Patienten sprachen von einem Übergang von unserer Welt in eine andere Dimension.

„Ich fühlte, dass ich ganz weit weg, in ein anderes Bewusstsein, versank. Ich wurde gleichsam weggezogen. Ich gelangte in einen tiefdunklen, schmalen, spiralförmigen Tunnel, was mir zunächst beängstigend, aber nicht unbekannt vorkam. Ich schwebte wahnsinnig schnell durch diesen Trichter, und je weiter und höher ich kam, desto mehr ging die Dunkelheit in Licht über. Über mir sah ich ein ungeheuer gleißendes, strahlendes, weißliches Licht. Ich wirbelte und schwebte darauf zu.“

Doch nicht alle schaffen offenbar den Weg ins Licht. Ein bis zwei Prozent berichteten davon, in dem dunklen Raum stecken geblieben oder – noch schlimmer – in niedrigere Sphären hinabgezogen geworden zu sein. Anstatt mit liebevollem Licht wurden die armen Seelen mit einer Höllendarstellung wie aus Dantes Göttlicher Komödie konfrontiert. „All diese Tausende von Menschen waren anscheinend nicht mehr körperlich. Und sie waren die enttäuschtesten, ärgerlichsten und rundum miserabelsten Wesen, die ich jemals gesehen habe. Diese Kreaturen schienen an Gewohnheiten der Sinne und Gefühle von Hass, Lust und zerstörerischen Gedanken gebunden zu sein. Noch scheußlicher als die Bisse und Tritte, die sie einander verpassten, waren die sexuellen Misshandlungen, die viele von ihnen in fieberhafter Pantomime zur Schau trugen“, berichtete ein Mann von seiner Höllenfahrt. Allerdings sei keines von den Wesen vom Guten verlassen worden. „Jemand war neben ihnen, achtete auf sie und diente ihnen. Und genauso sichtbar war die Tatsache, dass keiner von ihnen es wusste.“

Einblick in jenseitige Welten Für die Licht-Gruppe geht die Reise ins Jenseits aber erfreulich weiter. Viele befinden sich plötzlich in einer prachtvollen Landschaft mit herrlichen Farben, Blumen und einer ungewöhnlich schönen Musik. Manchmal sehen sie ganze Städte oder Prachtbauten. „Was ich zu sehen bekam, war unsagbar schön: Ich sah eine wunderschöne Landschaft voller Blumen und Pflanzen, die ich nicht näher benennen konnte. Alles schien Hunderte von Kilometern entfernt, und doch konnte ich alles bis ins kleinste Detail erkennen, obwohl ich im normalen Leben schlecht sehe. Am treffendsten lässt es sich wohl mit den Worten himmlische Szenerie beschreiben.“

Begegnung und Kommunikation mit Verstorbenen Während eines NTE treffen einige Menschen auf verstorbene Angehörige oder Bekannte – manchmal sogar auf Personen, von deren Tod sie gar nichts wussten. „Als ich während meines Herzstillstandes ein NTE hatte, sah ich nicht nur meine Großmutter, sondern auch einen Mann, der mich liebevoll anschaute, den ich aber nicht erkannte. Etwa zehn Jahre später erzählte mir meine Mutter, dass ich aus einer außerehelichen Beziehung hervorgegangen sei. Mein biologischer Vater war ein Jude, den man im Zweiten Weltkrieg umgebracht hatte. Meine Mutter zeigte mir sein Foto. Der unbekannte Mann, den ich gesehen hatte, war offenbar mein biologischer Vater.“

Begegnung mit dem Licht Das Licht, das mit seinen Strahlen alles durchdringt, wird als hell, aber nicht blendend beschrieben. Einige erlebten das Licht auch als Wesen, religiöse Menschen bezeichneten es als Jesus oder Engel. In und um dieses Licht erfährt man nicht nur absolute, bedingungslose Liebe und vollkommene Akzeptanz, sondern hat auch Zugang zu tiefem Wissen. Die Kommunikation mit dem Licht geschieht auf rein gedanklicher Ebene.

„Ich sah in der Ferne ein Licht, wie ich es auf Erden noch nie gesehen hatte. So rein, so intensiv, so vollkommen. Ich wusste, dies war ein Wesen, zu dem ich gehen musste. Ich weiß nicht, wie es geschah. Ich brauchte nicht zu denken, ich wusste alles. Meine Bewegungen waren nicht eingeschränkt. Ich hatte keinen Körper mehr, dieser Ballast war von mir abgefallen. Ich bewegte mich durch alles hindurch. Mir war plötzlich klar: Zeit und Raum gibt es gar nicht. Alles war immer gegenwärtig. Und das gab mir ein unbeschreiblich friedliches Gefühl. Das erlebte ich gleichzeitig mit dem Licht, das die Krönung allen Seins war, aller Energie und Liebe und vor allem Wärme und Schönheit.“

Lebensrückschau In Anwesenheit des Lichtes erfuhren die meisten Betroffenen eine Lebensrückschau. Man erlebt noch einmal sein ganzes Leben, von der Geburt bis hin zum – vorläufigen – Tod. Wie bei einem extrem schnell ablaufenden Film sieht man nicht nur jede Handlung, sondern auch jeden Gedanken, den man jemals gehabt hat. Gleichzeitig erkennt man, welche Konsequenzen diese Handlungen und Gedanken auf andere hatten. In tiefer Verbundenheit spürt man die Trauer, die Aggression, aber auch die Freude genauso intensiv, als wären es die eigenen Gefühle. Die Personen bezeichneten es als eine Art von „kosmischem“ Gesetz: Alles, was man bei anderen bewirkt, erfährt man letztlich auch selbst, und das betrifft sowohl Liebe und Zuwendung als auch Hass, Gewalt und Aggression. Alles und jeder Mensch scheinen zeitlos miteinander verbunden zu sein.

„Mein ganzes Leben bis zum heutigen Tag schien sich in einer Art panoramaartigem dreidimensionalen Rückblick vor mir auszubreiten. Jedes Ereignis wurde von einem Wissen über Gut und Böse oder der Einsicht in seine Ursachen und Folgen begleitet. Ich betrachtete alles nicht nur ausschließlich aus meiner Warte, sondern kannte auch die Gedanken aller anderen, als wären ihre Gedanken in mir. Ich konnte nicht nur sehen, was ich getan und gedacht hatte, sondern sogar, wie mein Handeln andere beeinflusst hat – als sähe ich mit allwissenden Augen. Und immerfort wurde die Bedeutung der Liebe bezeugt. Im Nachhinein kann ich nicht sagen, wie lange dieser Lebensrückblick gedauert hat. Es kann eine ganze Weile gewesen sein, denn jeder Punkt wurde berührt. Andererseits erschien es mir nur wie der Bruchteil einer Sekunde, da ich alles gleichzeitig wahrnahm. Zeit und Distanz waren scheinbar nicht mehr existent.“

Ausblick auf die Zukunft In einem NTE gewinnt man nicht nur einen Rückblick auf sein Leben, sondern auch einen Blick in die Zukunft. „Und blitzartig sah ich, wie mein Leben weitergehen würde. Ich überblickte einen Großteil meines Lebens, der noch vor mir lag. Ich sah den Tod meiner Frau und das Sterben meiner Mutter vorher. Irgendwann schrieb ich alles, was ich damals vorhergesehen hatte, auf. Im Laufe der Jahre konnte ich es dann einfach abhaken. So hatte ich auch meine Frau auf ihrem Sterbebett mit einem weißen Tuch gesehen, und genau so ein Tuch bekam sie kurz vor ihrem Tod von ihren Freundinnen.“

Wahrnehmen einer Grenze Schließlich treffen die Betroffenen auf eine klar wahrnehmbare Grenze wie dichten Nebel, ein Tal, einen Fluss oder eine Pforte. Sie wissen innerlich, dass es kein Zurück in den eigenen Körper mehr gibt, sobald diese Grenze überschritten ist. Auf telepathischem Weg erfährt man hier, dass man noch eine Aufgabe auf der Welt hat.

„Es war wie eine Heimkehr nach einer langen, anstrengenden Reise. Es war ein Zustand, der bei mir vollkommene Ruhe auslöste. Für mich war das der Höhepunkt der Erfahrung. Eine Gestalt ermutigte mich wortlos, mich zu entscheiden, ob ich in diesem Zustand bleiben oder in meinen leblosen Körper zurückkehren wolle, den ich plötzlich unter mir spürte. Ich hatte das Gefühl, der Weg durch die Pforte würde meinen endgültigen körperlichen Tod bedeuten. Im Bewusstsein, nun die Chance zu haben, mit der Einsicht zurückzukehren, dass dieser Seinszustand eine Realität ist, die realer erlebt wird als alles, was wir hier darunter verstehen, und mit dem Gedanken an meine junge Frau und meine drei kleinen Kinder entschloss ich mich zurückzukehren.“

Die bewusste Rückkehr in den Körper Die Rückkehr geschieht vollkommen plötzlich. Manche fühlen sich von einer großen Kraft in den Körper zurückgezogen. Einige schilderten, wie sie durch ihren Schädel in ihren Körper zurückgedrängt wurden. Diese Erfahrung ist keineswegs erfreulich. Die Betroffenen empfinden eine herbe Enttäuschung darüber, von der wunderbaren, liebevollen Welt in ihren schmerzenden und lädierten Körper zurückkehren zu müssen.

„Bevor ich mich umdrehen und in das himmlische Licht eintauchen kann, sehe ich rechts auf meinem Rücken eine schlanke Hand, die mich von der Schulter bis zur Taille fasst. Kräftig, aber dennoch liebevoll drückt mich diese Hand zurück in meinen Körper. Und ich merke, wie ich wieder in meinem Körper lande. Wieder bei dem Schmerz, dem ohrenbetäubenden Geschrei und den Ohrfeigen des Arztes. Ich bin wütend, unsagbar wütend.“

Schulmedizin: Alles nur Halluzinationen

Die Berichte von Menschen, die ein NTE durchlebt haben, sind derart phantastisch, dass sie von Außenstehenden kaum nachvollzogen werden können. Viele der Betroffenen haben es auch vorgezogen, niemandem von ihren Erlebnissen zu erzählen, um nicht als Spinner abgestempelt zu werden. Besonders feindlich stand und steht den Nahtoderfahrungen die Schulmedizin gegenüber. Als der amerikanische Psychiater Raymond Moody 1975 das Buch „Leben nach dem Tod“ veröffentlichte, in dem er die Erlebnisse von 150 Personen, die klinisch tot gewesen waren, wiedergab, landete er zwar einen Bestseller, in der Fachwelt wurde das Werk indes bestenfalls belächelt. Selbst die hochangesehene Gründerin der Hospizbewegung Elisabeth Kübler-Ross wurde in dem Moment mit einer regelrechten Schmutzkübelkampagne überschüttet, als sie von erdrückenden Beweisen für ein Fortleben nach dem Tod sprach.

Erst nachdem die Zahl der Berichte derart überhandgenommen hatte, dass sie einfach nicht mehr weggeleugnet werden konnten, begann sich die Medizin dem Phänomen zu stellen und eine wissenschaftlich-rationale Erklärung dafür zu suchen. Und obwohl diese bis heute nicht gefunden worden ist, ist der Großteil der Wissenschaftler weiterhin überzeugt, dass es sich bei NTEs um Halluzinationen handelt, die den Sterbeprozess erleichtern. Dabei drängt sich allerdings die Frage auf, warum die Natur dafür ein Spektakel aus außerkörperlichen Erfahrungen samt Treffen mit Verstorbenen und einem allmächtigen, liebenden Licht veranstalten muss? Würde es nicht reichen, den Sterbenden in eine Art Runner’s High zu versetzen, damit er sich seinem Schicksal leichter ergeben kann?

Allerdings ist die Skepsis der Wissenschaft verständlich, geht doch die gängige Lehrmeinung davon aus, dass das Bewusstsein ein Produkt des Gehirns ist. Mit dem Absterben des Gehirns müsste daher zwangsläufig auch das Bewusstsein erlöschen. Nahtoderlebnisse stellen diese Hypothese vollkommen auf den Kopf: Sie legen nahe, dass es ein Bewusstsein jenseits des Körpers gibt. Würde das stimmen, müssten sämtliche Lehrbücher freilich grundlegend umgeschrieben werden.

Doch was spricht denn nun dagegen, dass NTEs nichts mehr sind als Halluzinationen? Zum einen sind Halluzinationen vollkommen individuell, es gibt dabei keine immer wiederkehrenden Gemeinsamkeiten wie bei Nahtoderfahrungen. Halluzinationen haben auch keinerlei Bezug zur realen Welt. Patienten, die während ihrer Reanimation den Körper verlassen haben, konnten aber mehrfach nachweisbar beobachten, was in den Behandlungsräumen vorgegangen ist. Auch das Treffen von Verstorbenen spricht gegen eine reine Einbildung. Besonders beeindruckend unterstreichen dies Berichte von Kindern. Man würde annehmen, dass sich Kinder in einer derart beängstigenden Situation jene Personen herbeiimaginieren, die ihnen am vertrautesten sind: nämlich ihre Eltern. Dafür gibt es allerdings keine Fallbeispiele. Sofern ein Elternteil nicht selbst bereits tot war, trafen die Kinder stets auf verstorbene Verwandte wie Großeltern, Tanten oder Geschwister.

Auch die Sauerstoffmangel-Erklärung ist bei genauerer Betrachtung nicht ausreichend. Zwar stimmt es, dass durch Sauerstoffmangel im Gehirn Endorphine freigesetzt werden, was Halluzinationen und ein friedliches Gefühl auslösen kann. NTEs haben allerdings nicht den Charakter einer Halluzination. Zudem wurden die Phänomene auch beobachtet, wenn gar kein Sauerstoffmangel vorhanden war, etwa bei einem drohenden Verkehrsunfall oder einer tiefen Depression. Zu guter Letzt kam es bei den beobachteten Personen in der Studie von van Lommel nachweislich zu einem Totalausfall des Gehirns. Dabei dürfte man eigentlich gar keine Wahrnehmungen mehr haben – also auch keine Halluzinationen.

Der Einfluss von Endorphinen muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Jeder, der Sport betreibt, kennt das wohlige Gefühl, das diese Glücksstoffe auslösen, es hält in der Regel mehrere Stunden an. Bei Patienten mit NTEs setzt das friedliche Gefühl aber bereits nach wenigen Minuten wieder vollkommen aus, sobald sie sich in ihrem Körper wiederfinden. Auch andere Erklärungsmodelle erwiesen sich bisher als nicht wirklich schlüssig. Zwar konnte man durch verschiedene Chemikalien oder Reizungen von Gehirnarealen gewisse „mystische“ Erfahrungen produzieren, aber niemals eine echte Nahtoderfahrung.

Unendliches Bewusstsein

Es gibt nach derzeitigem Erkenntnisstand nur eine einzige nachvollziehbare Erklärung für Nahtoderlebnisse – und diese ist ebenso tröstlich wie unglaublich: Unser Bewusstsein ist nicht Produkt unseres Gehirns, sondern von spiritueller Natur. Van Lommel kam etwa zu dem Schluss, dass die Aufgabe des Gehirns lediglich darin besteht, das uns umgebende unendliche Bewusstsein anzuzapfen.

„In dem Raum, in dem Sie jetzt sind, befinden sich elektromagnetische Wellen von tausenden Telefonanrufen von Mobiltelefonen und von hunderten Fernsehprogrammen. Wenn Sie nun einen bestimmten Empfänger anschalten wie etwa Ihr Handy, können Sie nur eine dieser informativen Wellen empfangen. Wenn Sie den Empfänger wieder abschalten, dann nehmen Sie nicht mehr wahr, dass alle diese Informationen um Sie herum sind. Aber sie sind immer noch da. Das Fernsehprogramm ist auch nicht im Fernseher, sondern wird vom Fernseher nur empfangen. Das Gehirn empfängt das Bewusstsein. Wenn jedoch das Gehirn nicht mehr funktioniert, besteht die Möglichkeit, dass das Selbstbewusstsein zusammen mit dem Bewusstsein und den Erinnerungen außerhalb des Gehirns existiert.“

In seinem Buch „Endloses Bewusstsein“ untermauert van Lommel seine These gleich seitenweise mit Phänomenen der Quantenphysik, die Erklärungen für Erfahrungen an der Pforte des Todes liefern könnten. So seien wir eingebettet in ein allumfassendes, ewig präsentes, liebendes Bewusstsein, das weder Zeit noch Raum kennt und in dem sämtliche Informationen über Vergangenheit und Zukunft gespeichert sind. Im Augenblick unseres Todes haben wir wieder Zugang dazu. Mystiker nennen dieses Bewusstsein übrigens Gott.

Zum Weiterlesen: Pim van Lommel: „Endloses Bewusstsein. Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung“; Patmos, 16,95 Euro. Jeffrey Long: „Beweise für ein Leben nach dem Tod“; Goldmann, 8,95 Euro. Bernhard Jakoby: „Auch Du lebst ewig“; Langen Müller, 19,90 Euro. R. A. Moody: „Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung“; rororo, 8,99 Euro.

„Ich habe mich selbst geheilt“

Ein Teenager heilte sich selbst. Die Idee dazu stammt aus einem Buch, das auf Erkenntnissen der Quantenmedizin basiert. Der Vater ist Arzt – und staunte nicht schlecht.

Eigentlich hatte sie nicht gerade viel übrig für die Arbeit ihrer Eltern – der Vater ist Arzt, die Mutter Therapeutin –, denn das, was die Eltern sagen und tun, ist eben für Teenager zumeist irgendwie seltsam, um es einmal höflich zu formulieren. Doch dann bekommt Desirée Jakobitsch, eine inzwischen 16-jährige Gymnasiastin aus einem kleinen Dorf bei Innsbruck, im Sommer 2013 ein Buch in die Hand. Sie, die niemals liest und sich selbst die für die Schule nötige Literatur von der Mutter lesen und zusammenfassen lässt, verschlingt das 300-Seiten-Werk mit dem Titel „Der Healing Code“ in nur zwei Tagen. Zentrales Thema: Selbstheilung durch Schwingungen. Durch Energien, die man selbst generiert.

Bereits seit mehr als einem Jahr litt Desiree damals an einer Laktoseintoleranz, die klinischen Befunde waren klar und unmissverständlich. Im Alltag hieß das, dass bei dem Mädchen nach der Aufnahme von milchsäurehaltigen Nahrungsmitteln derart starke Magenschmerzen auftraten, dass sie sich von allen Produkten wie Milch, Käse, Butter und Joghurt fernhalten musste. Desirée Jakobitsch: „Es war kaum auszuhalten, da ich immer total aufpassen musste. Keinen Kuchen, keine Schokolade, überhaupt null Süßigkeiten. Milchzucker ist so oft drinnen, auch dort, wo man es gar nicht annehmen würde.“

Nach wenigen Monaten verschärfte sich die Lage, die Unverträglichkeit wurde so virulent, dass Desirée selbst sogenannte laktosefreie Produkte nicht mehr vertrug. Das Einzige, was sie naschen durfte, war Bitterschokolade.

Kaum hat Desirée das Buch fertig gelesen, beginnt sie, die vier energetischen „Kontrollzentren“ des Körpers – die Zone zwischen den Augen, den Kehlkopf, den Kiefer und die Schläfen – mit speziellen Griffen zu berühren, dabei spricht sie ein Gebet, das sie vorher sorgsam formuliert hat. Dies für nur wenige Minuten, aber dreimal während des Tages.

Es ist wie ein Wunder: Das Leiden, bei dem bislang kein Medikament, kein Schulmediziner und keine alternative Heilmethode helfen konnte, verschwindet binnen weniger Tage vollständig. Bereits nach 10 Tagen kann sie völlig normal essen. Und: Sie war keineswegs überrascht. Sie hatte das, was geschehen war, ganz einfach auch erwartet.

Als ihre Mutter wenige Wochen später einen kleinen, schwarz verfärbten Krater im Schmelz eines Zahnes im Unterkiefer von Desirée entdeckt, arrangiert sie für ihre Tochter einen Termin beim Zahnarzt. Wieder beginnt Desirée, mit dem Healing Code zu arbeiten, will sie doch auf keinen Fall, dass da gebohrt wird. Nur 12 Tage später kann der Zahnarzt weder Verfärbungen noch einen Krater im Zahnschmelz feststellen.

Seither arbeitet Desirée bei kleineren und größeren Problemen mit dem Healing Code – stets mit Erfolg. Mit ihrem Vater, dem Arzt, diskutiert sie aber nicht darüber: „Das ist allein mein Ding.“ Der Vater, selbst ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter Alternativmediziner, staunte nicht schlecht. Aber: „Sie hat recht, es ist ihr Ding. Stolz bin ich trotzdem auf sie.“

Der Autor von „Der Healing Code“, Alex Loyd, war 10 Jahre als Priester tätig, bevor er Doktortitel in Psychologie und Naturheilkunde erwarb. Auf der Suche nach einer Heilmethode für die Depressionen seiner Frau reiste er um die Welt. Nach mehr als einem Jahrzehnt hatte er eine göttliche Eingebung, die ihm eine einfache Technik zeigte, mit der seine Frau, bei der alle Therapien erfolglos geblieben waren, rasch und nachhaltig geheilt werden konnte. Loyd gründete das Healing-Code-Institut, mittlerweile berichten weltweit Tausende von Menschen, dass sie mit Loyds Methode geheilt wurden.

Der Healing Code knüpft an das an, was die noch junge Quantenmedizin entdeckt hat, dass nämlich Krankheiten andere physikalische Schwingungsmuster erzeugen, als sie beim Gesunden auftreten. Die Therapie besteht nun darin, die kranken Schwingungsmuster einfach zu löschen. Nach Loyd führt emotionaler Stress zu destruktiven Energiemustern, die in den Körperzellen gespeichert werden. Diese Muster lassen sich mithilfe eines Gebets (letztlich auch einer Schwingung) und dem Berühren der vier Hauptschwingungszentren im Körper (Brücke, Schläfen, Kiefer, Kehlkopf) binnen kurzer Zeit wieder auflösen, ohne dass man sich der stressauslösenden Ursachen bewusst sein muss.

Zum Weiterlesen: A. Loyd: „Der Healing Code“; rororo, 9,99 Euro.

Der Streik der Väter

Immer weniger Männer wollen heiraten und eine Familie gründen. Kein Wunder: Von der ehemaligen hochangesehenen Rolle als Versorger ist nicht mehr viel übrig. Und bei einer Trennung droht der finanzielle Ruin.

Im alten Rom hatten sie es vergleichsweise noch einfach: Als Patriarchen herrschten sie uneingeschränkt über ihre Familien, notfalls konnte man die Angehörigen auch in die Sklaverei verkaufen. Diese absolute Macht wurde mit der Zeit zwar geringer, doch bis in die 1960er Jahre galt der Vater als Familienoberhaupt, das im Gegenzug die Familie finanziell versorgte und sie im Notfall auch unter Einsatz seines Lebens verteidigte. Dass die Frau zu Hause bei den Kindern blieb, war nicht nur selbstverständlich, sondern auch Beweis einer gehobenen sozialen Stellung. Nur Frauen von Männern, die nicht in der Lage waren, ihre Familie zu ernähren, mussten einer Arbeit nachgehen.

Mit dem Siegeszug der Emanzipationsbewegung war es damit allerdings vorbei. Die Frauen nahmen ihre Rolle als Mutter und Hausfrau nicht länger als gottgegeben hin und begannen zunehmend, auf eigenen Beinen zu stehen. Durch die Möglichkeit, ihr eigenes Geld zu verdienen, waren sie auch nicht länger finanziell von den Männern abhängig. Doch während die Frauen begannen, sich neu zu definieren und ihr Leben nach eigenem Willen zu gestalten, blieben die Männer zurück. Ihre traditionelle Rolle als Versorger und Beschützer war binnen weniger Jahre nahezu obsolet geworden, auch mit dem guten Ruf war es vorbei: Aus dem ehemaligen Familienoberhaupt wurde in der öffentlichen Debatte eine bizarre Mischung aus Tyrann, Sexmonster, Gewalttäter und Hausmeister, aus dessen Allmachtsansprüchen die Ehefrau unbedingt befreit werden muss.

Die Kreation des „neuen Vaters“

Als Reaktion auf die wütende Kritik der Feministinnen entstand eine neue Kreatur, der schließlich das Etikett „neuer Vater“ umgehängt wurde – ein stets von schlechtem Gewissen geplagter, windelwechselnder, verständnisvoller und femininer Mann, der still dafür zu büßen hat, mit einem Y-Chromosom geboren worden zu sein.

Natürlich war es notwendig, durch die veränderten Lebensbedingungen die Aufteilung von Hausarbeit und Kindererziehung zu hinterfragen. Doch während die Frauen lustvoll neue Freiheiten für sich erkämpften, wurden die Männer ungefragt in ihre neue Rolle gezwängt. Zwar musste der Vater selbstredend weiterhin beruflich erfolgreich sein, um vor den Augen der Frau zu genügen, gleichzeitig wurde er aber auch zu einer Ersatz-Mama, die die gestresste Mutter stets zu entlasten hat.

Und während dem Mann neue Aufgaben aufgehalst wurden, blieben seine Rechte auf der Strecke. So entscheidet etwa bereits bei einer Schwangerschaft alleine die Frau darüber, ob sie das Kind auch bekommen will. Der Mann hat letztlich nur die Konsequenzen zu tragen.

Ein Beispiel: Während einer ausgelassenen Partynacht landet eine Frau betrunken mit dem ebenso scharfen wie vollkommen mittellosen Barkeeper in einem Hinterzimmer eines Lokals und hat wilden Sex mit ihm, bei dem das Kondom reißt und sie schwanger wird. Das Kind treibt sie ab, da sie ja noch studiert und ein Baby überhaupt nicht in ihr Lebenskonzept passt. In einem Paralleluniversum hat dieselbe Frau in einer ebenso ausgelassenen Nacht ebenso wilden Sex, bei dem sie ungewollt schwanger wird – doch dieses Mal ist ihr Partner Vorstandsvorsitzender der Davidoff AG. Zwar heiratet sie den Mann nicht, das Baby bekommt sie dennoch – und der Vater hat sein Leben lang seinem Gehalt entsprechend großzügig dafür aufzukommen. Obwohl in beiden Fällen die Männer gravierend betroffen sind, haben sie keinerlei Mitspracherecht.

Auch bei einer Trennung haben die Männer in der Regel das Nachsehen. Hier werden sie plötzlich wieder auf ihre ehemalige Rolle als Ernährer zurückgestuft. Sie müssen dann zwar bis zu 60 Prozent ihres Einkommens abliefern, den Nachwuchs sehen dürfen sie allerdings nur mehr sporadisch – wenn überhaupt. Es gibt inzwischen sogar Gerichtsurteile, denen zufolge ein Mann für ein Kuckuckskind aufzukommen hat, das ihm von seiner Ex-Frau wissentlich untergeschoben wurde.

Theoretisch hätten Kinder auch nach einer Trennung das Recht auf beide Elternteile, doch die Realität spricht eine andere Sprache. So wird bis auf wenige Ausnahmen stets den Frauen das alleinige Obsorgerecht zugesprochen. Die Folge: Im ersten Jahr verliert jedes zweite Kind vollständig den Kontakt zum Vater, nach zwei Jahren sind es bereits 70 Prozent.
Die amerikanische Sozialwissenschaftlerin Helen Smith zieht in ihrem Buch „Men on Strike“ eine entsprechend vernichtende Bilanz: „Ich bekomme den Eindruck, dass Männer keine autonomen Lebewesen sind, die die gleichen Rechte als Bürger in einer demokratischen Gesellschaft haben, sondern dass sie lediglich so gut behandelt werden sollen, dass sie Frauen heiraten wollen, Kinder haben und sie derartig unterstützen, dass die Frauen ein besseres Leben haben. Ich dagegen schlage vor, dass Männer autonome Wesen sind, die ein Recht auf Gleichheit haben und ihre eigene Zufriedenheit anstreben dürfen, weil sie Menschen in einer vorgeblich freien Gesellschaft sind. Ein Jammer, dass das offensichtlich ein derart radikaler Standpunkt ist, dass ein ganzes Buch darüber geschrieben werden musste.“

Der Rückzug der Männer

Es ist bezeichnend, dass es eine Frau ist, die ein anklagend-polemisches Buch über die Benachteiligung der Männer in der heutigen Gesellschaft geschrieben hat. Die Männer selbst bleiben nämlich stumm. Wie groß indes die Unzufriedenheit ist, zeigt ein Phänomen, das über die vergangenen Jahrzehnte stets zugenommen und mit dem Ausdruck „Marriage Strike“ inzwischen sogar schon einen eigenen Fachterminus bekommen hat: Besonders junge Männer nehmen sich vollkommen aus dem System heraus und heiraten erst gar nicht mehr.

1970 waren in den USA etwa 80 Prozent aller 25 bis 29 Jahre alten Männer verheiratet, 2007 waren es nur mehr halb so viele. Während 1970 von den 30- bis 35-Jährigen noch 85 Prozent unter der Haube waren, erreichte ihr Anteil im Jahr 2007 lediglich 60 Prozent.

Doch auch bei Männern im mittleren Alter geht die Zahl der Verheirateten stetig zurück, insbesondere wenn sie einen Uni-Abschluss haben. 18 Prozent der 40- bis 44-Jährigen haben niemals geheiratet, um sechs Prozent mehr als noch vor 25 Jahren. Bei 35 bis 39 Jahre alten Männern sind 22 Prozent unverheiratet (plus acht Prozent).

Auch der Stellenwert der Institution Ehe hat unter Männern rapide abgenommen. Einer Studie des Pew Research Centers zufolge ist die Zahl der Frauen zwischen 18 und 34 Jahren, die eine erfolgreiche Ehe als ein primäres Lebensziel ansehen, in den vergangenen 15 Jahren von 28 auf 37 Prozent gestiegen. Bei Männern trat das genau gegenteilige Phänomen auf: Die Zahl ging von 35 auf 29 Prozent zurück.

In der Literatur wird der Grund für den Rückgang meistens den Männern in die Schuhe geschoben: Junge Männer würden sich weigern, erwachsen zu werden, und lieber Videospiele spielen, als Verantwortung zu übernehmen. Damit drängt sich eine Frage auf: Was ist los in unserer Gesellschaft, dass es für Männer so unattraktiv wird, erwachsen zu werden?

Helen Smith: „Einst war es so, dass ein erwachsener, verantwortungsvoller Mann mit Respekt, Macht und Ansehen belohnt worden ist. Jetzt bekommt er dafür viel weniger, wenn überhaupt etwas. Den Großteil deiner Jugend wurdest du mit ‚Buben sind doof‘-T-Shirts konfrontiert, im Biologieunterricht wurde dir erklärt, dass du ein potentieller Vergewaltiger bist und deine Freundin sprach gedankenlos darüber‚ dir die Eier abzuschneiden‘. Und wenn du älter wirst, wird alles nur noch schlimmer. Ein typischer Mann, der die Uni absolviert hat, wird von den Medien als Clown, potentieller Perverser oder Trottel-Vater dargestellt. Und deine Frau tötet dich mit Blicken, wenn du nicht jede ihrer Launen umgehend erfüllst.“

Auch die Scheidungsstatistik sieht dementsprechend aus. Inzwischen wird jede zweite Ehe geschieden, jede dritte löst sich nach der Geburt eines Kindes auf.

Die Bedeutung des Vaters

Wie wichtig ein Umdenken ist, zeigen aber alleine die verheerenden Auswirkungen, die ein fehlender Vater auf das Leben der Kinder hat. 63 Prozent der jugendlichen Selbstmörder, 71 Prozent der schwangeren Teenager, 90 Prozent aller Ausreißer und obdachlosen Kinder, 70 Prozent der Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen, 85 Prozent aller jugendlichen Häftlinge, 71 Prozent aller Schulabbrecher, 75 Prozent aller Heranwachsenden in Drogenentzugszentren und 88 Prozent aller verhaltensgestörten Kinder und Jugendlichen wuchsen laut einer Untersuchung des Schweizer Soziologen Matthias Christen ohne männliche Bezugsperson auf.

Und mag die Familienkonstellation Vater-Mutter-Kind auch an Attraktivität verloren haben, für das Kind ist sie essenziell. Bereits im Kleinkindesalter hilft ein anwesender Vater dabei, dem Kind den notwendigen Ablösungsprozess von der Mutter zu erleichtern. Später führt der Vater das Kind an die Außenwelt heran. Er konfrontiert das Kind aktiv mit der Umwelt, ermutigt und fördert es auf eine energischere Weise als die Mutter.

Für den Sohn ist der Vater überhaupt von entscheidender Bedeutung. Er ist das erste Vorbild für das zu entwickelnde Rollenverständnis. In der Pubertät findet ein Sohn nur über seinen Vater zu seiner eigenen männlichen Identität. Bis zu diesem Zeitpunkt lernen Söhne auch besonders gut von ihren Vätern. Söhne bevorzugen den Vater als Spielkameraden, weil er im Vergleich zur Mutter die wilderen Spiele spielt und ihr natürliches Bedürfnis nach Nervenkitzel befriedigt.

Für die Tochter ist der Vater die erste Beziehung zum anderen Geschlecht. Der Vater lebt seiner Tochter vor, was sie später von einer Partnerschaft erwarten kann. Er reagiert anders als die Mutter, wenn es Freude oder Ärger gibt. Dieses andersartige Verhalten kann keine Mutter ersetzen. Töchter, die ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben, trauen sich in der Regel mehr zu und sind in der Schule erfolgreicher, besonders in Mathematik und Naturwissenschaften. Wenn der Vater hingegen während ihrer Kindheit psychisch oder physisch abwesend ist (nicht bei der Familie lebt oder sich nicht in der Familie engagiert), zeigen Mädchen eine beschleunigte sexuelle Entwicklung und ein riskanteres Sexualverhalten.

Das Anforderungsprofil für Väter ist allerdings nicht einfach: Im Idealfall sind sie stark, verlässlich, tolerant, aktiv, großzügig, verständnisvoll, kooperativ, klar, nachsichtig, aber auch streng, wenn es sein muss.

Paare sind also allein aufgrund des Kindeswohls gut damit beraten, eine für beide Seiten passende Lösung zu finden. Das Gute dabei ist, dass Väter und Mütter tatsächlich verschiedene Schwerpunkte setzen können, die auch ihrem Naturell besser entsprechen. Während Frauen in der Regel lieber pflegerische Tätigkeiten ausüben, sind die Männer für Spaß und Spannung zuständig. Das entlässt den Vater allerdings (leider) nicht aus seiner Verpflichtung, im Alltag auch die Windeln zu wechseln.

Strategien für Väter

Wie schaffen es aber Männer nun, gleichzeitig für ihre Kinder da zu sein und in der Arbeit ihren Mann zu stehen, ohne dabei vollkommen auszubrennen? Mag die Beziehung zur Partnerin noch so belastet sein, ohne ein klärendes Gespräch ist dies schlicht unmöglich. Seien Sie sich dabei aber bewusst, dass Sie genau wie die Mutter unter der klassischen Doppelbelastung leiden und entsprechend auf Ihren Bedürfnissen beharren können. Optimal wäre es, eine Lösung zu finden, die beiden neben Beruf und Kindern auch noch Zeit für sich selbst – und auch noch für die Partnerschaft – einräumt. Verlässt die Frau etwa in der Früh vor dem Mann das Haus, so ist dieser in dieser Zeit für die Kinder verantwortlich, dafür übernimmt die Partnerin die Abendbetreuung, ohne dass der Partner dabei ein schlechtes Gewissen haben muss.

Der Mann kann sich auch bereit erklären, am Wochenende mit den Kindern diverse Unternehmungen zu machen, dafür kann er unter der Woche einem Hobby nachgehen. Zusätzlich sollten sämtliche Bezugspersonen wie Omas und Opas ungehemmt eingespannt werden, um auch einmal Zeit als Paar zu haben. Sofern es finanziell möglich ist, kann auch ein Babysitter engagiert werden.

Speziell für Väter wartet der Journalist Christian Ankowitsch in seinem bezaubernden Buch „Wir Jungs“ mit zahlreichen Ratschlägen für den Alltag auf. Seine Grundsatzüberlegungen:

  • Planen Sie kleine realisierbare Dinge: Zweimal die Woche eine halbe Stunde früher nach Hause zu kommen ist besser, als sich vollkommen auszuklinken.
  • Kommen Sie nicht, wie Sie sind (abgekämpft und gestresst), sondern möglichst entspannt zu Ihren Kindern. Drehen Sie notfalls eine Runde ums Haus, um wieder zur Ruhe zu kommen. Besser 15 Minuten kürzer und entspannt mit den Kindern spielen als länger und genervt.
  • Entwickeln Sie kleine Rituale mit Ihren Kindern: 20 Minuten vorlesen am Abend, sie einmal pro Woche von der Schule abholen und mit der U-Bahn nach Hause fahren, gemeinsam am Sonntag Semmeln kaufen gehen oder über Gott und den Tag reden.
  • Gemeinsam etwas unternehmen: Wenn Väter mit ihren Kindern in Kontakt treten, dann tun sie das zumeist, indem sie etwas gemeinsam unternehmen. Für Kinder können schon ganz banale Dinge zum Abenteuer werden: das Auto in die Werkstatt bringen, die Zutaten für das Abendessen einkaufen und dafür einen Ausflug zum Fischgeschäft machen, Eislaufen oder Schwimmen gehen, die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.

Zum Weiterlesen: Helen Smith: „Men on Strike. Why Men Are Boycotting Marriage, Fatherhood, and the American Dream“; Encounter Books, 12,26 Euro. Christian Ankowitsch: „Wir Jungs – Ein Handbuch für Väter, Söhne und andere Abenteurer“; Kunstmann, 7,49 Euro. Volker Baisch: „Das Väter-Buch: Vaterschaft und Beruf unter einen Hut bringen“; Knaur, 16,99 Euro.

Natürlich und echt

In einem Dolomiten-Bergdörfchen an der Grenze zu Osttirol gefunden: ein familiengeführtes Hotel mit feinem Spa. Ringsum nur Natur – und alles fühlt sich echt und gemütlich an.

Am Schluss des 15 km langen Gsieser Tales („Val Casies“, das wahrscheinlich grünste Tal der Alpen) liegt auf 1.300 m Seehöhe St. Magdalena. Dort, am Ortsrand, befindet sich das Hotel Quelle, ein Vierstern-superior-Haus, das seinen Namenszusatz „Nature Spa“ auch verdient. Denn ringsum findet man Natur im Überfluss: bizarre Felsformationen, saftige Almwiesen und endlose dunkle Wälder. Und in Sachen Wellness bietet das Haus weit mehr als die meisten Betriebe Südtirols: ein 2.000 m2 großes Spa, das mit nicht weniger als vier Dutzend Variationen von Wasser und Wärme aufwarten kann – Solepool, feine Ruheräume, Außensaunen und Naturschwimmteich inklusive. Unbedingt erwähnenswert ist auch der Außenbereich, ein „Vitalgarten“ im Ausmaß von einem halben Hektar!

Angefangen hatte man als kleiner Gasthof. Nach zwei Generationen ist „Die Quelle“, wie das Hotel wegen seiner eigenen Bergquelle von Stammgästen genannt wird, inzwischen auf 140 Betten gewachsen, neu sind übrigens 17 Luxussuiten, die zeitgemäße Modernität mit Südtiroler Gemütlichkeit verbinden.


Foto: Hotel Quelle Nature Spa Resort

All das steht für die Leistungen eines tüchtigen Familienbetriebes, ein solcher ist „Die Quelle“ allemal. Ein echter auch, arbeiten doch auch die drei – bereits erwachsenen – Kinder der Familie Steinmair im Betrieb mit. Charakteristisch für „Die Quelle“ ist zudem ein Umstand, der leider anderswo immer seltener wird, gleichzeitig aber für den Gast im Hinblick auf die atmosphärische Qualität entscheidend ist: die Beschäftigung von einheimischen Mitarbeitern, die dem Hotel bereits langjährig verbunden sind und sich mit ihm voll identifizieren. Es ist ein besonderes Anliegen der Familie: Mögen anderswo jede Saison stets neue Kräfte arbeiten, in der „Quelle“ sind die Mitarbeiter im Schnitt bereits fünf Jahre „dabei“, manche sogar viel länger. Und die meisten kommen aus dem Tal. Darauf ist „Die Quelle“ stolz. Zu Recht.

Was Wunder, wenn das gute Betriebsklima dann nicht nur auf die Freundlichkeit, sondern auch auf die Küchenleistung durchschlägt? Einfach gut ist sie, die Küche, die sowohl mediterrane als auch regionale Köstlichkeiten auf die Teller bringt – eine vegetarische Variante ist übrigens immer dabei –, stets unter der Verwendung von regionalen Zutaten aus biologischer Landwirtschaft, darunter Fleisch, Milch, Käse, Butter und Eier. Unser letzter Hinweis gilt der Weinkultur in der „Quelle“: Sie ist preisgekrönt und ausgezeichnet. Doch das verwundert nicht, schließlich dient Akos, der Sommelier, bereits seit 20 Jahren!

Mehr: Fon +39-0474-948111 und www.hotel-quelle.com

Ein Glück für Paare

Im Passeiertal bei Meran: Ein großes Resort bietet ein wahres Füllhorn an Möglichkeiten – sogar für Kinder. Und beweist, dass das auch ohne Lärm und Buffetküche funktionieren kann.

Alles ist möglich, das muss das Motto in diesem Haus sein. Denn die Fülle des Gebotenen ist beinahe unglaublich. Sie reicht von Zimmern in mehr als 30 unterschiedlichen Varianten und Luxusniveaus über ein weitläufiges Spa mit großem medizinischen Zentrum bis hin zu Sportmöglichkeiten ohne Ende. Die Rede ist vom Sport- & Wellnessresort Quellenhof in St. Martin bei Meran im Passeiertal.

Der Quellenhof ist ein Familienbetrieb, dennoch ein großes Resort: Mehrere Gebäude umringen das Haupthaus, mit dem sie zumeist über einen unterirdischen Gang verbunden sind. Die Zimmer sind stets großzügig geschnitten – die größten haben 120 bis 500 m2 Fläche! –, fast alle haben Balkon, Terrasse oder Loggia, zahlreiche Sauna und Whirlpool, jene im Stammhaus wurden soeben komplett erneuert und in edlen Beige- und Brauntönen arrangiert.


Fotos: Sport – & Wellnessresort Quellenhof St.Martin bei Meran

Eine Besonderheit ist die sogenannte Vitalresidenz. Sie liegt in einem 7.000 m2 großen Garten und verfügt über Zimmer, die energetisch harmonisiert sind, was bedeutet, dass man hier von Elektrosmog und Erdstrahlung sorgsam abgeschirmt wohnt, was vor allem für sensible Menschen die Schlafqualität entscheidend verbessert. Von hier hat man übrigens auch einen direkten Zugang in das hauseigene Medical Center, in dem sich der Arzt Christian Raffeiner mit seinem Team um Gesundheitsanliegen kümmert, wobei Ernährung, ästhetische Medizin, Vorsorge und Früherkennung im Mittelpunkt stehen.

Das Spa des Quellenhofs ist das größte der Region. Es ist in zwei Bereiche gegliedert, der eine für ruhesuchende Erwachsene, der andere, sorgsam abgeschottet, für Familien mit Kindern. Dazu gehören unter anderem ein großes Erlebnis-Freibad mit Riesenrutsche, ein Naturbadeteich, acht Pools, Solegrotte sowie mehrere „Schwitz-Oasen“ mit insgesamt 19 Saunen – Ladys-Zone und Textilsauna inklusive.


Fotos: Sport – & Wellnessresort Quellenhof St.Martin bei Meran

Ein ähnliches Füllhorn an Möglichkeiten eröffnet sich dem Gast für sportliche Aktivitäten. Etwa Canyoning, Klettern, Rafting, Wild-River-Tubing; weiters gibt es einen eigenen Fußballplatz mit Kunstrasen, einen Vier-Loch-Golfplatz, acht Sandtennisplätze und eine Reithalle. 20 gut ausgebildete Schulpferde (Haflinger, Isländer, Warmblüter) stehen für Erwachsene und Kinder bereit, qualifizierte Reitlehrer garantieren, dass sowohl Anfänger als auch Könner auf ihre Rechnung kommen.

Diese Vielfalt beeindruckt nicht nur, für Eltern wird sie sogar zum echten Glücksfall, ist doch für eine lustvolle Beschäftigung der Kids bestens gesorgt: Neben Streichelzoo, Riesentrampolin und Spielplätzen – um nur einiges zu nennen – sorgt vor allem die Betreuung für die ersehnte Muße: 12 Stunden täglich, die man für Zweisamkeit, für verwöhnende Behandlungen sowie für alltagsabgewandtes Relaxen im Wellnessbereich nutzen kann.


Fotos: Sport – & Wellnessresort Quellenhof St.Martin bei Meran

Geführt wird der Quellenhof, der vor kurzem sein 90-jähriges Bestehen feierte, von der bereits dritten Gastgebergeneration der Familie Dorfer, nämlich von Meggy und ihrem Ehemann Heinrich. Auch die 84-jährige Luise Dorfer, die das Hotel über viele Jahre hinweg geführt hat, beseelt noch heute das Haus, von Stammgästen wird sie übrigens liebevoll „Mutter Dorfer“ genannt. Bei Mutter schwingt familiäre Geborgenheit mit, aber auch erzieherische Umsicht. Zu Recht, denn es war schließlich Mutter Dorfer, die jene hohen Standards in Sachen Küche und Dienstleistungsqualität setzte, die bis heute die Gäste des Quellenhofs faszinieren.

Mehr: Fon +39-0473-645474 und www.quellenhof.it

Nur Ruhe und Natur

Das Kranzbach – Absolute Ruhe und ein bisschen Bewegung in belebender Natur, das suchen immer mehr Menschen. Wirklich traumhafte Locations sind rar – doch hier ist eine der Spitzenklasse!

Zugegeben, im Alltag seine Schritte zu zählen, das mag mühsam sein. Wer dies dennoch eine Woche lang durchhält – elektronische Schrittzähler leisten dabei gute Dienste –, wird mit einer Erkenntnis belohnt, die so einiges zum Positiven verändern kann. Richtiggehend alarmierend sind jedenfalls die Ergebnisse einer großen deutschen Studie, die besagen: Wir bewegen uns viel zu wenig. In der Früh ins Auto, den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, am Abend ins Auto, zum Esstisch und dann aufs Sofa sinken. Das aber hat die Evolution für den Bewegungsapparat und den Kreislauf des Menschen nicht so vorgesehen.

„5.000 Schritte sollten wir täglich gehen, schaffen aber im Alltag durchschnittlich gerade einmal 500“, gibt Jakob Edinger zu bedenken. Auch für den renommierten Tourismusberater und Eigentümer des Hotels Das Kranzbach, einer Ausnahmeerscheinung in Bayern, ist der heutige Bewegungsmangel einer der Hauptgründe für Zivilisationskrankheiten. Edinger ist klar, worauf die Vordenker der Hotellerie heute setzen müssen: auf nachhaltige Anleitung zu täglicher Bewegung. Und zwar zu leichter Bewegung. Denn selbst wenn wir im Urlaub topmotiviert für Tennismarathons oder Schwimmüberstunden sind, wissen wir selbst nur allzu gut, dass es damit im Alltag schnell wieder vorbei ist – es fehlt schlicht die Zeit dafür.


Fotos: Das Kranzbach

Das Kranzbach will seine Gäste ganz bewusst nicht zu sportlichen Höchstleistungen anregen, sondern vielmehr „einen Schalter umlegen“: Jeden Tag leichte Bewegung, die kaum Vorbereitung und Anfahrtswege braucht, und davon deutlich mehr als bisher. Und bei jedem Wetter. „Die Leute sollen ruhig einmal auch bei Regen rausgehen“, sagt Jakob Edinger. Statt Animation und Fitnessgelärme findet man im Kranzbach also Ruhe und Natur. Und von beidem unfassbar viel. 13 Hektar eigener Grund, umgeben nur von den Bayrischen Staatsforsten mit unzähligen Nadelbäumen, Buckelwiesen samt kleinen Holzhütten, und mit einem atemberaubenden Rundum-Ausblick auf die Berge Karwendel, Wetterstein und Zugspitze.

Immer wieder ist es für Edinger interessant zu sehen, dass sich Gäste zunächst aus anderen Gründen für das Kranzbach entscheiden – schließlich ist das Haus mit seinem alten Teil nach britischer Arts-and-Crafts-Manier samt modernem Zubau schon per se außergewöhnlich – und die Ruhe quasi als unerwartete Zugabe bekommen: „Viele Gäste, die das erste Mal bei uns sind, kommen wegen des Spas oder weil sie einmal in einem englischen Schloss wohnen wollen. Wenn sie aber dann da sind, merken sie: Es ist die Ruhe, die ihnen im Alltag fehlt und die sie schon so oft vergeblich gesucht haben.“


Fotos: Das Kranzbach

Hier findet man sie. Es gibt nicht viele Hotels im touristisch exzessiv genützten Alpenraum, in denen man bei geöffnetem Fenster durchschlafen kann. Im Kranzbach schon – und zwar nicht nur wegen der grandiosen Betten: Das Anwesen liegt am Ende eines weiten Tals und ist nur über eine kleine Mautstation zu erreichen, Verkehr gibt es hier also absolut keinen. Genauso wenig wie Hochspannungsleitungen oder ähnliche optische und energetische Störfaktoren. Direkt vom Hotel aus kann man in alle Richtungen marschieren – und genau das empfiehlt Jakob Edinger auch seinen Gästen. „Ein bis zwei Stunden täglich leichte Bewegung an der frischen Luft. Im Gehen das Meditative entdecken. Und danach ins Spa – so sieht ein erfüllter Wellnesstag aus.“ Der Wechsel zwischen längerer, aber dafür leichter Bewegung und der Entspannung in Wärme und Wasser ist entscheidend.


Fotos: Das Kranzbach

Das Wort Spa ist übrigens schnell geschrieben, viel länger würde jedoch die Aufzählung all dessen dauern, was im Kranzbach geboten wird. Nicht umsonst gilt das Haus als eines der allerbesten Wellnesshotels Deutschlands, im RELAX Guide 2014 wurde es neuerlich mit vier Lilien ausgezeichnet. Mehr Indoor-Liegen findet man in Deutschland nirgends. Selbst im Damen-Spa, das hier keine Alibiausmaße hat, sondern für sich allein schon größer ist als die Wellnessbereiche vieler anderer Hotels. In große Kuscheldecken gehüllt, kann man im Kranzbach-Spa auch draußen überdacht liegen und mit einer Tasse Tee in der Hand sogar dem Regen zuhören. Und mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit einfach wegdösen – wo geht das anderswo? Oder man sucht bei klarem Wetter den Ausblick von den Panoramasaunen, blickt förmlich in die hohen Tannen hinein – noch mehr Verbindung zwischen Natur und Wohnen geht nicht. Außer vielleicht im Baumhaus, noch so einem Detail des Kranzbach, das uns staunen macht: Man wohnt hier bei allem Komfort unweit des englischen Haupthauses, spaziert zum Abendessen hinüber, zelebriert aber ansonsten die Abgeschiedenheit inmitten der Bäume. Ruhe in der Natur. Ganz pur.

Mehr: Fon +49-(0)8823-928000 und www.daskranzbach.de, RELAX Guide – Das Kranzbach

Auszeit, die Zweite

Alles neu im Ausseerland! Nach glücklosen Jahren startet nun das Spa-Hotel Wasnerin G’sund und Natur so richtig durch. Mit viel Selbstkritik, neuen Mitarbeitern und millionenschweren Umbauten will man Terrain gewinnen. Und schafft es aus dem Stand bereits in die Oberklasse-Liga der Drei-Lilien-Hotels.

Die Wasnerin in Bad Aussee: einst Treff von Künstlern und Adeligen, später legendäres Alpenhotel, das wegen seiner grandiosen Lage auch als Filmkulisse berühmt wurde. 2006 wurde das Haus zu einem modernen Spa-Hotel umgebaut und in der Folge von mehreren Hotelketten (Falkensteiner, Lindner) betrieben: lieblos und glücklos, auch die – oder gerade die – im Halbjahresrhythmus wechselnden Direktoren konnten am stetigen Sinkflug freilich nichts ändern.


Foto: Alexander Koller

„Schluss mit den Hotelketten“, dachten sich die Eigentümerfamilien dann vor zwei Jahren, machten zudem 2,5 Millionen Euro für weitere Modernisierungen locker und holten sich Petra und Davor Barta ins Haus. Ein Ehepaar, das zuvor in Top-Hotels (Der Steirerhof, Das Kranzbach) eindrucksvolle Beweise ihrer Kunst in Sachen Mitarbeiterführung und Gastgeberrolle geliefert hatte.

Danach wurde kräftig zugepackt, alle Schwachstellen analysiert, großzügige Umbauten im ganzen Haus durchgeführt – von der Lobby über die Zimmer bis hin zum Wellnessbereich wurde erneuert, verbessert und erweitert. Deswegen fühlt es sich heute im ganzen Haus so an, als wäre dabei kein Stein auf dem anderen geblieben. Das Ambiente gibt sich nun gefällig, gemütlich und bestens durchdacht, nur eines blieb ganz so, wie es schon immer war: die geniale Lage auf einem Sonnenplateau am Ortsrand, mit dem herrlichen Rundumblick, mit dem Dachsteingletscher auf der einen Seite und dem Loser auf der anderen, mit zahlreichen Naturschätzen in der nahen Umgebung – Altausseer See, Grundlsee und Toplitzsee inklusive.


Foto: Alexander Koller (links), Die Wasnerin G’sund & Natur-Hotel (rechte Spalte)

Nicht nur Ärzte und Therapeuten wissen es: Es ist vor allem die Natur, die uns beruhigt und entspannt. In der Wasnerin ist sie ringsum im Überfluss zu haben, das macht aus diesem Haus einen großartigen Rückzug für eine individuelle Auszeit, einen besonderen Ort der Erholung und des Schöpfens neuer Energien für den Alltag.

Zu fabelhaft belebenden Ausblicken und frischer Bergluft gesellen sich die zahlreichen Sportmöglichkeiten – auf Wunsch selbstverständlich mit Personal Trainer –, das umfangreiche tägliche Aktivprogramm (unter anderem mit dreimal Yoga, das hauseigene Yogazentrum bietet zu gewissen Terminen auch spezielle Workshops an), aber auch das 2.200 m2 große Spa, zu dessen Highlights großartige Indoor- und Outdoor-Duschen, stilvoll arrangierte Ruheräume sowie eine wunderschöne FKK-Zone mit feinem Außensaunabereich auf der Dachterrasse zählen.

Zimmer gibt es in der Wasnerin in vier verschiedenen Kategorien (viele sehr groß, alle mit Parkettböden), sie liegen sowohl im neuen Zubau als auch im denkmalgeschützten Altbau, wo es auch noch einige mit kleinen Grundrissen gibt, die allerdings auch deutlich günstiger sind, was dem Haus zu einem außerordentlich sauberen Preis-Leistungs-Verhältnis verhilft.


Foto: bvb1981

Der fast magischen Anziehungskraft des Ausseerlandes für Generationen von Literaten wird man in der „neuen“ Wasnerin nun auch gerecht: Es gibt regelmäßig Autorenlesungen, Literaturseminare und eine umfangreiche Gästebibliothek – mit Ohrensesseln und offenem Kamin, versteht sich.

Richtig angenehm ist es also in der Wasnerin geworden. Zu den Veränderungen, die man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, rechnet der RELAX Guide, der das Hotel für 2014 erstmals in den erlauchten Kreis der Drei-Lilien-Häuser (nur knapp 40 der insgesamt 1.057 österreichischen Spa-Hotels) aufgenommen hat, übrigens auch die außergewöhnliche Freundlichkeit der Mitarbeiter sowie die sehr gute Küche, die sich auf solides Handwerk, gesunde Zubereitung und auf Regionalität – natürlich auch bei den Zutaten – versteht. Vegane Varianten sind immer dabei. Fazit: ein feiner Rückzug – in Neuauflage!

Mehr: Fon +43-(0)3622-52108, www.diewasnerin.at, RELAX Guide – Wasnerin G’sund und Natur

Einfach belebend

Naturwasser ohne Chemie, Thermalheilwasser aus dem Erdinneren, Sole und mehr: Der Steirerhof – Ein Vier-Lilien-Hotel in der Steiermark bietet sieben verschiedenartige Pools mit 800 m2 Fläche inmitten eines weitläufigen Thermengartens. Und all das exklusiv – nur für Hausgäste!

Ein Wort, das in Sachen Wellness zwar omnipräsent ist, dessen Bedeutung aber weniger geläufig ist: Spa. Also sanus per aquam, lateinisch für „gesund durch Wasser“. Und das, obwohl fast ein Drittel aller Wellnesshotels nicht einmal über ein einfaches Hallenbad verfügt! Tester des RELAX Guide wissen zudem zu berichten, wie häufig dieses Häppchen Latein in Hotels falsch geschrieben wird: von „sanus pro aqua“ über „sanum per aqua“ bis zu „sana pro aquo“. Gern als Wandspruch im Entre zum Spa oder auf Kissen aufgestickt im Ruheraum. Peinlich.


Fotos: Der Steirerhof Bad Waltersdorf

Ein Hotel, das diese drei lateinischen Wörter nicht nur als inhaltsleeres Deko-Objekt, sondern geradezu als Auftrag sieht, ist der Steirerhof in Bad Waltersdorf, bietet man hier doch deutlich mehr für sanus per aquam als die meisten anderen Hotels. Denn das Element Wasser ist dem Menschen extrem nah, wie Gunda und Werner Unterweger, die Gastgeber des Fünfsternhotels in der steirischen Thermenregion, sagen. Schließlich bestehen wir zu einem Großteil aus Wasser, können ohne Wasser nicht existieren. Wasser ist freilich nicht gleich Wasser: Im Steirerhof trifft man auf ganz unterschiedliche Formen davon: Sei es als Granderwasser, das aus den Trinkbrunnen sprudelt, oder seien es die verschiedenen Wassertypen in den sieben blitzsauberen Pools – mit insgesamt 800 m2 Wasserfläche und Temperaturen zwischen 20 und 36 Grad. Ein Teil der Becken wird mit Thermalwasser gefüllt, das mit 62 Grad aus einer Tiefe von 1.200 m kommt und über eine eigene Leitung direkt in den Steirerhof geleitet wird. Es punktet nicht nur mit seinem natürlichen Heilpotenzial, etwa bei Herz-Kreislauf-Störungen, bei Erschöpfungszuständen oder nach Sportverletzungen. Es ist auch so richtig wohlig warm – in vielen Hotels ist zu kaltes Poolwasser bekanntlich eines der Hauptärgernisse. Da reichen zwei Grad weniger, und schon fühlt man sich einfach nicht mehr richtig wohl. Tatsächlich kühler muss es hingegen im Sportpool sein, der im Steirerhof nicht nur toll gelegen ist – einfach schön, dieser Ausblick –, sondern auch eine respektable Länge von 28 m hat. Wer richtig schwimmen will, weiß diese Seltenheit zu schätzen: keine ständige Unterbrechung des Bewegungs-Flows durch Wendemanöver, sondern ungestörtes, ausgiebiges und dadurch geradezu meditatives Bahnenziehen, und das noch dazu inmitten des nun abermals vergrößerten Gartens – herrlich!


Fotos: Der Steirerhof Bad Waltersdorf

Von den Freiluftduschen im Ladys-Spa blickt man abends hinunter auf die Lichter des Ortes, im Teeraum liegt man auf Chaiselongues und hat Aussicht in die Natur, ein Barfuß-Sinnespfad mit unterschiedlichen Belägen wie Rindenmulch oder Steinen lädt zum haptischen Hinhorchen, wenn man so will.

Ganz neu im Füllhorn der Steirerhof-Wasserwelt ist das Garten-Spa, dort blühen Hortensien, Lilien, Rosen und Duftkräuter wie Lavendel, dort findet man neue Saunen und den halbmondförmigen Naturpool. Dieser kommt dank eines biologisch-mechanischen Reinigungssystems gänzlich ohne Chemie aus – ein Gefühl, als ob man in einem klaren See schwimmt, weich und wohltuend auf der Haut. Und übrigens: In diesem Pool schwimmt man nackt. Auch das eine Seltenheit. Auf die Kraft des Salzes setzt indes das großflächige Außensolebecken mit 32 Grad, das nicht nur die Durchblutung der Haut fördert, sondern auch Schlafstörungen zu bekämpfen hilft.


Fotos: Der Steirerhof Bad Waltersdorf

Apropos Schlaf: Die bemerkenswert guten Betten sind den Testern des RELAX Guide, die das Haus auch für 2014 wieder mit der Höchstnote von vier Lilien und 20 Punkten bewertet haben, eine eigene Erwähnung wert. Die vielgereisten Tester müssen es wissen, durchgelegene Matratzen oder mangelnde Atmungsaktivität sind für sie leider keine Seltenheit. Für die Steirerhof-Gastgeber ist Schlafkultur ein weiteres großes Anliegen. Sie haben verstanden, worauf es im Wellnessurlaub wirklich ankommt. Sie wissen, dass jeder Mensch anders schläft – abhängig von Körperbau, Blutdruck und vielen anderen Faktoren. Mancher bevorzugt die Seitenlage, andere wiederum schlafen am liebsten auf dem Bauch. Daher darf der Gast auch aus verschiedenen Kissen wählen – eines mit Zirbenfüllung senkt die Herzfrequenz, eine Nackenrolle gibt Stabilität …

Noch etwas: Der weitläufige Kräutergarten des Hauses ist nicht nur für Flaneure ein Genuss. Er spielt auch eine tragende Rolle in der hohen Küchenqualität des Fünfsternhotels. Chefkoch Johann Pabst zieht hier Hunderte von Kräutern, die er dann bei seinen steirisch-mediterranen Gerichten einsetzt. Der Garten wurde übrigens nach der Lehre des Lungauer Landwirtschaftsrebellen Sepp Holzer angelegt; die hauseigene „Kräuterpädagogin“ erklärt bei Spaziergängen den natürlichen Kreislauf in diesem Mikrokosmos. Der wiederum ist Gunda Unterweger, ebenso wie Poolwasser von bester Qualität, ein Herzensanliegen: „Denn nur in Einklang mit der Natur kann der Mensch erst richtig abschalten.

Mehr: 08000-311412 (zum Nulltarif), +43-(0)3333-3211-0, www.dersteirerhof.at und RELAX Guide – Der Steirerhof

Einzigartig in Europa

Am Tegernsee hat soeben ein neues Gesundheitszentrum eröffnet – Lanserhof Tegernsee. Es bietet alles, was auch das berühmte Stammhaus in Tirol hat. Nur: noch schöner, und noch ein Stück luxuriöser. Prävention, Entgiftung und Regeneration stehen im Angebot, der Gast im Mittelpunkt.

Bekannt ist er, der Lanserhof in Lans, Tirol, richtiggehend berühmt sogar. Das hat mit seiner Klientel zu tun, unter der sich etwa auch russische Oligarchen und deutsche Industrielle finden, aber natürlich auch mit seiner Kompetenz, schafft sie doch die Voraussetzung dafür, dass eine derart anspruchsvolle Gästeschar das Haus auch attraktiv findet. Gegründet wurde der Lanserhof vor 30 Jahren, und es dauerte nicht lange, bis er zu einem der renommiertesten Gesundheitshotels in Europa avancierte. Im Oktober 2012 eröffnete mit der Außenstelle in Hamburg jene Einrichtung, die Stammgästen ebenso wie Interessenten aus Norddeutschland eine ambulante Betreuung sichert.


Fotos: Ingenhoven Architects/Lanserhof Tegernsee

Im Jänner 2014 wurde ein weiterer Standort eröffnet: der Lanserhof Tegernsee. Er kann alles, was auch das Stammhaus kann. Nur: noch schöner, und noch ein gutes Stück luxuriöser.

Es beginnt mit der Lage: abgeschieden auf einem Hochplateau über dem Tegernsee, mit einem eigenen 18-Loch-Golfplatz – grandioser, belebender Ausblick inklusive. Und es geht weiter mit einem Ambiente von schier unglaublich edler Anmutung, die von Materialien wie Holz, Leder und Naturstein geprägt ist. Mit höchst wohnlich arrangierten Zimmern (bis zu 100 m2 groß), von denen selbst das kleinste noch fabelhafte 55 m2 Platz bietet. Mit großzügig angelegten Balkonen, feinsten Holzböden, Netzfreischaltung (zur Verhinderung von Elektrosmog) sowie ganz generell mit einem Höchstmaß an stimmungserhellender Durchflutung mit natürlichem Licht.

Sagenhafte 60 Millionen Euro wurden investiert, und das ist in jedem Winkel auch zu sehen: Die Perfektion reicht von einem Kühlwasserkreislauf in der Decke (anstelle einer ungesunden Klimaanlage) über Toiletten um 12.000 Euro das Stück bis hin zu einer peniblen Detailverliebtheit, die den Schriftzug des Herstellers auf den Bedienungspaneelen als störend empfindet und ihn – ohne die Kosten zu scheuen – entfernen lässt.


Fotos: Ingenhoven Architects/Lanserhof Tegernsee

Herzstück des Lanserhofs ist ein weitläufiger medizinischer Bereich mit nach modernsten Standards eingerichteten Behandlungs-, Beratungs- und Bewegungsräumen.

Das Spa verfügt über ein eigenes Badehaus mit Saunalandschaft, mit Außenpool, Gymnastik- und Yogaraum, der uneinsehbare Innenhof über Ruhezonen inmitten eines wogenden Blumenmeers.

Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen, das ist das Ziel eines Aufenthalts im neuen Lanserhof. Dafür wurde das „Lans Med Concept“ entwickelt, „dieses basiert nicht zuletzt auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des lanserhofeigenen Instituts für Regenerationsforschung“, wie die leitende Ärztin des Hotels, Dr. Elke Benedetto-Reisch, erklärt. Das sichere, so die Mayr-Expertin weiter, die optimale medizinische Betreuung unter Einsatz von abgesichertem Fachwissen ebenso wie ein persönlich auf den Gast zugeschnittenes Therapieprogramm.


Fotos: Ingenhoven Architects/Lanserhof Tegernsee

Benedetto-Reisch: „Unsere Gesundheitsleistungen umfassen einen stets maßgeschneiderten, sensiblen Entgiftungs-, Entschlackungs- und Entsäuerungsprozess, weiters umfangreiche Check-ups sowie sportwissenschaftlich fundierte, leistungssteigernde Therapien und energetische Anwendungen. Damit können unsere Gäste ihrem Körper zurückgeben, was ihm von Stress und Alltag geraubt wurde.“

Auch die umgebende Natur hat ihren eigenen therapeutischen Wert: eine ruhevolle Oase inmitten der Berge, 900 m hoch über dem Tegernsee. Ringsum Rad- und Wanderwege, zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten (unter anderem auch Klettern, Schifahren und Nordic Walking) – das schafft ein ausgezeichnetes Umfeld für die Verbesserung von Kondition, psychischer Ausgeglichenheit und mentaler Stärke!

Kleiner Wermutstropfen: All diese Superlative haben ihren Preis. Eine Woche im Lanserhof Tegernsee will mit mindestens 3.000 Euro aufgewogen werden.

Mehr: Fon 00800-8000-0606 (gebührenfrei), www.lanserhof.com und RELAX Guide – Lanserhof Tegernsee