Gift in Outdoor-Jacken

Bei einem vor kurzem durchgeführten Test von Outdoor-Bekleidung fanden zwei von Greenpeace beauftragte Labors mehrere gesundheitsschädliche Chemikalien, darunter auch hormonell wirksame Substanzen. Geprüft wurde vor allem auf sogenannte Perfluorkarbone, die dafür Sorgen, dass Wasser von atmungsaktiver Kleidung abperlt. Sie stehen bei Kindern mit einer schweren Schädigung des Immunsystems, mit erhöhter Krebswahrscheinlichkeit sowie einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit in Verbindung . Und: Sie häufen sich in der Umwelt an, genauso wie im menschlichen Körper.

Alle der insgesamt 15 untersuchten Wetterfesten Jacken enthielten Giftstoffe, Spitzenreiter waren die Jacken von Adidas, Jack Wolfskin, The North Face und Salewa. Greenpeace fordert ein EU-weites Verbot für Perfluorkarbone.

Hormon-Cocktails in Kosmetika

In einer Vielzahl von Alltagsprodukten sind hormonell wirksame Chemikalien zu finden, die mit reduzierter Spermienqualität und Unfruchtbarkeit, mit verfrühter Pubertät bei Mädchen und bestimmten, hormonbedingten Krebsarten wie Brustkrebs und Hodenkrebs in Verbindung gebracht werden. Besonders verbreitet sind diese Substanzen in Kosmetikprodukten. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat vor kurzem rund 400 in Österreich erhältliche Bodylotions, Zahnpasten und Aftershaves anhand der deklarierten Inhaltsstoffe auf das Vorhandensein hormonell wirksamer Chemikalien untersucht. Das Ergebnis: Etwa jede zweite Bodylotion, jedes zweite Aftershave sowie jede fünfte Zahnpasta enthielten hormonell wirksame Stoffe, überwiegend handelte es sich um Konservierungsmittel aus der Gruppe der Parabene und chemische UV-Filter. Bei Zahnpasten sind ausgerechnet Kinderprodukte am stärksten betroffen.

Über das Internet kann man übrigens den Inhalt seines Badezimmerschranks bei Global selbst überprüfen.

Mehr
www.global2000.at/kosmetikcheck

Chlorhühner für Europa

Die USA und die EU basteln zurzeit an einem Freihandelsabkommen („TTIP“). Was genau verhandelt wird, das bleibt allerdings geheim, um Zollabbau geht es aber nicht, gibt es zwischen den beiden größten Volkswirtschaften doch kaum mehr Zölle. Im Zentrum stehen vielmehr Qualitätsstandards. Das bedeutet, das etwas, das in den USA als sicher gilt, auch in Europa als sicher eingestuft werden soll. Etwa gentechnisch verändertes Getreide (90 Prozent der US-Produktion), Hormonfleisch oder Chlorhühner – in den USA, dem weltweit größten Produzenten von Hühnerfleisch, werden die Tiere vor dem Einfrieren mittels Chlorbad desinfiziert – ein Milliardengeschäft für US-Konzerne.

Ob Chlorhühner und Ähnliches nun tatsächlich nach Europa kommen, ist noch ungewiss. Die EU-Kommission hat indes in einem Brief an die Regierungen die Mitgliedstaaten aufgefordert, nur die positiven Aspekte des Handelsabkommens zu kommunizieren – die EU-Bürger also gezielt zu desinformieren.

Mehr
www.br.de

Steuerzahler für Euro-Rettung ab Mitte 2014

Der Euro-Rettungsschirm („ESM“, zur Bereitstellung von frischem Geld für Euro-Krisenstaaten) soll 2014 seinen vollen Umfang erreichen. Österreichs Anteil an dieser „Superbank“ beträgt 20 Milliarden Euro, im Fall Deutschlands sind es gar 190 Milliarden Euro. Oder – für beide Länder – noch viel mehr: Denn können finanzmarode Länder der 17 Euro-Staaten bis Jahresmitte ihren Anteil nicht voll einzahlen, dann haften die anderen für den Zahlungsausfall, theoretisch bis zu 700 Milliarden Euro – etwa das 16-Fache der jährlichen Gesamtnettosteuereinnahmen Österreichs. Aber selbst bei 700 Milliarden wäre noch nicht Schluss: Wenn sie will, kann die ESM-Bank auch weiterer Zahlungen in beliebiger Höhe einfordern, dies binnen sieben Tagen.

Der ESM-Vertrag ist unkündbar, die Top-Manager der Bank kontrollieren sich selbst und sind vor gerichtlicher Verfolgung geschützt. Mehrere deutsche Professorengruppen hatten gegen den Euro-Rettungsschirm geklagt. Sie sprachen von einem „Putsch“ und von „kriminellem Umgang mit der Verfassung“. Die Bürger hätten dagegen sogar das Recht auf Widerstand. Die Verfassungsklage blieb ohne Erfolg.

Für dunkle Süchte

Trish Deseine ist gefangen. Gefangen in ihrer Leidenschaft für Schokolade. Schon vor 10 Jahren hat sie ein empfehlenswertes Buch über die bittersüße Suchtzutat geschrieben, ihr neues Werk „Mehr Schokolade!“ setzt mit neuen Rezepten fort. Ob es notwendig gewesen sei, noch ein ganzes Buch der Schokolade zu widmen? Ja, sagt die Autorin. Denn erstens hätten sich Foodtrends ergeben, die damals nicht voraussehbar waren, etwa die immer präsenteren Kombinationen mit salzigen Zutaten. Und außerdem sei das Interesse an der schieren Qualität von Schokolade gestiegen – Stichwort Lagen- oder Plantagenschokolade – und die gilt es mit puren Rezepten zu betonen.

Dass Deseine auch Anleitungen für Schokodekoration wie Blätter, Fächer oder Röllchen liefert, sei ihr verziehen, uns interessieren jedenfalls genau die angekündigten puren Rezepte. Dafür unabdingbar: allerbeste Schokolade. Immer wieder kann man in fremden Küchen zu seinem Leidwesen Zeuge davon werden, dass Schokoladerezepte mit billiger Kochschokolade nachgekocht werden. Leute: So wird das nichts! Billige Schokolade mit niedrigem Kakaoanteil ist gerade einmal dann erlaubt, wenn massenhaft Zusatzaromen hinzukommen – und erstens: Wer will das schon? Zweitens: Selbst dann merkt man, dass gespart wurde, denn schlechte Schokolade schlägt immer durch.

Dieses Buch ist eine Fundgrube für Chocoholics, die für ihre Befriedigung der Sucht nicht viel mehr als Schokolade brauchen. Viele Rezepte listen nur ein paar wenige Zutaten auf, etwa die Schokolade-Bananen-Tatin: Blätterteig, Zucker, leicht gesalzene Butter, Bananen und Schokolade. Ebenso bescheiden die Erfordernisse für Schokoladen-Meringues, Schokoladen-Brot-Auflauf oder Schokoladenudeln mit Karamellsauce.

Wer es doch ein wenig aufwendiger mag, wird aber nicht enttäuscht. Ein bisschen mehr Sportprogramm erfordern kalorienbedingt der Oreo-Erdnussbutter-Kuchen oder der Schokokuchen mit Guinness. „Kulinarische Allianzen“ nennt Trish Deseine schließlich die angekündigten salzigen Rezepte, und die sind besonders spannend. In der Spitzenküche sind Gerichte wie Ochsenbäckchen in würziger Schokoladesauce schon länger üblich, nun beginnen wir selbst damit, Schokolade mit Champignons, Gorgonzola oder Jakobsmuscheln zu kombinieren. Das hat Zukunft. Wohlgemerkt: Dies alles geht nicht ohne allerbeste Schokolade.

Rezepte im PDF Format:
Cheese-Cake und Mandel-Schoko-Kuchen
Brownie mit Schokomousse-Krönung
Schokoladen-Roulade

Trish Deseine:
Mehr Schokolade!

AT Verlag, 207 Seiten
19,90 Euro

Bei Amazon bestellen

Wut ist jetzt Krankheit

Die Wut ist weltweit im Vormarsch, hauptsächlich wohl deshalb, weil so viele Menschen wütend auf ihre Regierungen sind. Der Trend ist ebenso augenscheinlich wie eine Verbesserung der politischen Verhältnisse nicht in Sicht ist, wohl deshalb machte man die Wut kurzerhand zur psychischen Erkrankung: Sie wurde jetzt in den Katalog der psychischen Störungen aufgenommen (US-Diagnosehandbuch der Psychiatrie, „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, fünfte Ausgabe, 2013, 97,95 Euro).

Von Plänen, dass Regierungen in Zukunft Psychopharmaka über „kranke“ Demonstranten versprühen wollen, ist freilich bislang nichts bekannt geworden. Man darf aber annehmen, dass die Pharmakonzerne ein neues Geschäftsfeld wittern und in beratender Funktion für die Regierungen tätig werden – Volksgesundheit ist einfach wichtig!

Koks in der Themse

London, im ultramodernen Stadtteil Canary Wharf: Hier, im wichtigsten Finanzplatz Europas arbeiten in dreißig Bürotürmen rund 90.000 Finanzmanager: Banker, Fondsverwalter, Händler, Spekulanten. Sie zählen zu den Spitzenverdienern, leiden allerdings häufig an chronischen Schmerzen, psychischen Problemen, Schlafstörungen sowie an Alkohol- und Drogensucht. Und sie konsumieren Kokain. Das steigert das Selbstbewusstsein, bis hin zum Größenwahn. Untersuchungen haben gezeigt, dass in London so viel Kokain genommen wird, dass Spuren des ausgeschiedenen Rauschgifts sogar das Wasser der Themse verunreinigen: Trotz Klärung des Abwassers gelangen täglich noch etwa zwei Kilogramm Kokain – etwa 80.000 „Linien“ – in den Fluss.

Was aber haben die Politiker konsumiert? Das fragt sich indes wohl der Steuerzahler, mit dessen Geld die Banken von den Regierungen gerettet wurden. Wenn es Koks nicht gewesen ist, war es vielleicht Kohle?

Das Geschenk für die Ultra Rich Class

Weihnachtsaktion für Milliardäre: Eine 10 Kilogramm-Dose vom besten Kaviar bietet der Pariser Feinkosthändler Armen (wie passend, dieser Name) Petrossian an. Der Preis des „Beluga Spécial Réserve Huso huso“ wird nur auf Anfrage genannt, nachdem jedoch 30 Gramm bereits 384 Euro kosten, darf mit etwa mindestens 110.000 Euro gerechnet werden.

Das Geschenk für (fast) alle

Fabelhaft, so ein Wellnessurlaub, und der neue RELAX Guide 2014 gibt den nötigen Überblick: alle Wellnesshotels kritisch getestet und bewertet, mit ausführlichem Sonderteil „Die 50 schönsten Filmhotels der Welt“. In den Ausgaben Österreich (alle 1.057 Hotels) und Deutschland (alle 1.331 Hotels).

Genau das richtige Weihnachtsgeschenk für Ihre Liebsten! Um 24,90 Euro im Buchhandel sowie bei amazon.de

Jetzt RELAX Guide 2014 bestellen

Kulinarisches Sittenbild Wiens

Werner Pichlmaier ist ein leiser Koch. Interviews sind ihm unangenehm, Fototermine ebenso. Er bleibt lieber hinter den Kulissen – und ist damit die allerbeste Wahl für seinen Arbeitgeber. Der ist nämlich prominent genug, braucht keinen Küchenchef, der sich selbst zu wichtig nimmt: Pichlmaier kocht im Sacher. Jenem legendären, 1876 eröffneten Wiener Hotel, das in erster Linie für seine Torte berühmt ist, in dem man aber immer schon ganz famos essen konnte.

Werner Pichlmaier hat für das gewichtige neue Sacher-Kochbuch die Mammutaufgabe übernommen, die Rezepte aus weit über 100 Jahren Sacher nachzukochen, und hat zahlreiche eigene beigesteuert. Dass es bei der Historie des Sacher und bei 400 Seiten Buchumfang nicht ohne Klischees abgehen kann, ist klar. Das Buch ist aber auch ein ausführlich recherchiertes Sittenbild der Fine-Dining-Szene Wiens um die Jahrhundertwende – wenngleich man damals mit Sicherheit noch nicht den Modeausdruck Fine Dining benutzt hat. Alte Speisekarten, freilich schwer lesbar, zeugen von Galadiners, von Jubiläumsfeiern und von runden Geburtstagen, die im Sacher gefeiert wurden.

Das Werk „Sacher. Das Kochbuch“ enthält so unglaublich viele Rezepte, dass es schwer ist, sie auf einen Nenner zu bringen. Ausschließlich wienerisch, oder sollen wir sagen böhmisch, war die Küche des Sachers mit seiner internationalen, betuchten Klientel noch nie. Hummer, Gänseleber und ähnlich teure Delikatessen waren immer Fixpunkte auf den Karten.

Ein wichtiges Kapitel sind die Suppen, allen voran die Wiener Rindssuppe mit klassischen Einlagen wie Schinkenschöberln, Grießnockerln oder Milzschnitten. Dazu kommen moderne Varianten wie Kalbsschwanzsuppe mit Backerbsen und Markknochen oder eine Fischconsommé mit Kamille und Oktopus. Und dass man in Wien immer schon gern Fleisch gegessen hat, zeigen einerseits Klassiker wie das Kalbsrahmgulasch mit Rahmnockerln oder – natürlich! – das Wiener Schnitzel sowie Pichlmaiers Rezepte wie Spanferkelgoderl (also das Kinn) mit Sauerkrautrelish und schwarzem Knoblauch oder Lauwarmer Kalbskopf mit bunten Linsen und Flusskrebsen. Und nicht schwer zu erraten ist, welches Rezept das süße Kapitel anführt: die Sachertorte.

Rezepte im PDF Format:
Filet vom Milchkalb
Gebeizter Wildlachs
Schokoladefondant mit Mango

Werner Pichlmaier und Birgit Schwaner:
Sacher. Das Kochbuch

Pichler Verlag, 400 Seiten
39,99 Euro

Bei Amazon bestellen